Ein effek­ti­ves Kun­den­ge­win­nungs- und ‑bin­dungs­mit­tel in Online-Shops ist der Ein­satz von Gut­schei­nen. Damit kannst du dei­nen Shop­be­su­chern dau­er­haft oder über einen bestimm­ten Zeit­raum Pro­duk­te mit einem Preis­nach­lass anbie­ten, wenn sie in das vor­han­de­ne Gut­schein­feld einen Code ein­ge­ben. Oder du kannst über einen News­let­ter dei­nen Gut­schein bewer­ben, was eben­falls Kauf­an­rei­ze aus­lö­sen kann.


Daher gehört eine Gut­schein­ver­wal­tung in jedes aus­ge­reif­te Shop­sys­tem zu den Stan­dard­funk­tio­nen, und so ist es auch bei Woo­com­mer­ce. In die­sem Bei­trag gehe ich auf die­sen Punkt näher ein und erläu­te­re die unter­schied­li­chen Ein­stel­lungs­mög­lich­kei­ten im Bereich “Gut­schei­ne”.

Damit du Gut­schei­ne in dei­nem Shop anle­gen kannst, muss unter Woo­com­mer­ce — Ein­stel­lun­gen im Bereich “All­ge­mein” ein Häk­chen bei “Ver­wen­dung von Gut­schei­nen akti­vie­ren” gesetzt wer­den. Dann fin­dest du unter Woo­com­mer­ce den Punkt Gut­schei­ne.

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Mit einem Klick auf den But­ton Gut­schein hin­zu­fü­gen erstellst du einen neu­en Gut­schein. Du fin­dest bei der Erstel­lung drei Tabs vor: All­ge­mein, Nut­zungs­ein­schrän­kun­gen und Anwen­dungs­be­schrän­kun­gen /​Limits. Doch zuerst zu den all­ge­mei­nen Optio­nen:

Gut­schein­da­ten All­ge­mein:

WooCommerce Leitfaden: Teil 8 - Gutscheine anlegen und verwalten

Gut­schein­code: In das Feld gibst du den Namen bzw. den Gut­schein­code für den neu­en Gut­schein ein. Die Bezeich­nung ist zugleich auch der Code, den die Kun­den auf dei­nem Shop in das Feld Gut­schein­code ein­ge­ben, damit sie den Rabatt nut­zen kön­nen.

Es las­sen sich nur Klein­buch­sta­ben (und natür­lich Zif­fern) ver­wen­den, Groß­buch­sta­ben wan­delt das Sys­tem auto­ma­tisch in Klein­buch­sta­ben um. Falls Kun­den einen nicht exis­tie­ren­den Gut­schein beim Bestell­pro­zess ein­lö­sen wol­len, kommt die Sys­tem­mel­dung: Der Gut­schein “Gut­schein­code” exis­tiert nicht.

Beschrei­bung: In das Feld kannst du eine Gut­schein­be­schrei­bung ein­ge­ben. Die­se ist optio­nal und nur für dich zu sehen. Wenn du zahl­rei­che Gut­schei­ne anlegst, ist eine aus­sa­ge­kräf­ti­ge Beschrei­bung sehr sinn­voll.

Rabatt­art: Hier legst du fest, ob der Nach­lass als fes­ter Betrag auf den Waren­korb oder auf bestimm­te Pro­duk­te ver­ge­ben wird (Wer­te: Waren­korbra­batt bzw. Pro­duktra­batt) oder als Pro­zent­nach­lass (Wer­te: Waren­korb % Rabatt bzw. Pro­dukt % Rabatt). Wenn du einen Pro­duktra­batt wählst, kannst du auch die Pro­duk­te fest­le­gen, für die der Gut­schein gel­ten soll. Die­se legst unter dem Tab Nut­zungs­ein­schrän­kun­gen fest.

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Gut­schein­be­trag: In das Feld trägst du den Betrag bzw. den pro­zen­tua­len Wert des Gut­schein sein. Je nach Rabatt­art gilt dann für die­ses Bei­spiel: 10 — bei Waren­korbra­batt ein Nach­lass von 10 Euro, bei Waren­korb % Rabatt ein Nach­lass von 10 Pro­zent.

Kos­ten­lo­sen Ver­sand erlau­ben: Wenn du die­se Opti­on akti­vierst, dann ermög­licht der Gut­schein­code einen kos­ten­lo­sen Ver­sand. Zusätz­lich muss dann noch unter Ver­sand/​Kos­ten­lo­ser Ver­sand die Ver­sand­op­ti­on unter Kos­ten­lo­ser Ver­sand benö­tigt die Ein­stel­lung Einen gül­ti­gen Ver­sand­kos­ten­frei-Gut­schein aus­ge­wählt wer­den. Um alle Optio­nen und die damit ver­bun­de­nen Ver­hal­tens­wei­sen von Gut­schei­nen zu erken­nen, soll­test du im Test­durch­lauf alle mög­li­chen Gut­schein­va­ri­an­ten mit den Optio­nen im kos­ten­lo­sen Ver­sand auf ihr Bestell­ver­hal­ten durch­spie­len. Erst dann erschließt sich so man­che Theo­rie.

Ver­falls­da­tum des Gut­scheins: In die­ses Feld trägst du das Datum ein, an dem der Gut­schein­code ver­fällt. Die­se Rabatt­fris­ten soll­test du auch dei­nen Kun­den genau mit­tei­len, damit kein Unmut auf­kommt, falls sie die Frist über­schrit­ten haben, weil sie davon nichts wuss­ten. Ist der Gut­schein unbe­fris­tet gül­tig, bleibt das Feld leer.

Nut­zungs­ein­schrän­kun­gen:

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Unter die­sem Tab kannst du den Gut­schein in sei­ner Nut­zung ein­schrän­ken:

Min­dest­be­stell­wert: Falls für den Gut­schein ein Min­dest­be­stell­wert erfor­der­lich ist, trägst du den Wert hier ein.

Maxi­mal­be­stell­wert: Ist ein Maxi­mal­be­stell­wert nötig, wird er hier defi­niert.

Nur ein­zeln anwend­bar: Ist der Gut­schein nicht mit ande­ren Gut­schei­nen kom­bi­nier­bar, dann setzt du hier ein Häk­chen.

Pro­duk­te, die im Ange­bot sind, aus­schlie­ßen: Hast du in dei­nem Shop Pro­duk­te im Preis her­ab­ge­setzt, kannst du sie aus dem Gut­schein aus­schlie­ßen, d. h. kauft ein Kun­de ein sol­ches redu­zier­tes Pro­dukt, kann er den Gut­schein nicht ein­lö­sen.

Pro­duk­te: Hier trägst du die Pro­duk­te ein, für die der Gut­schein­code gilt. Wenn du drei Buch­sta­ben ein­tippst, wird dir eine Aus­wahl von Pro­duk­ten, die damit begin­nen, ange­zeigt. So geht die Pro­dukt­aus­wahl schnel­ler.

Pro­duk­te aus­schlie­ßen: Hier kannst du Pro­duk­te aus­schlie­ßen, die also nicht im Waren­korb sein dür­fen, wenn der Kun­de den Gut­schein ein­lö­sen will.

Pro­dukt­ka­te­go­rien und Kate­go­rien aus­schlie­ßen funk­tio­nie­ren auf der Kate­go­rien­ebe­ne genau­so wie die dar­über­ste­hen­den Fel­der Pro­duk­te und Pro­duk­te aus­schlie­ßen.

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E‑Mail-Ein­schrän­kun­gen: Hier kannst du E‑Mails von Kun­den für Gut­schei­ne expli­zit fest­le­gen, z. B. wenn du einem Kun­den nach einer Rekla­ma­ti­on einen indi­vi­du­el­len Gut­schein gewährst. Die E‑Mail-Adres­sen wer­den mit den Rech­nungs­adres­se des Kun­den ver­gli­chen, die schon im Sys­tem erfasst sind. Die in das Feld ein­ge­tra­ge­nen E‑Mail-Adres­sen wer­den durch Kom­ma von­ein­an­der getrennt.

Infor­mie­re daher dei­nen Kun­den mit dem indi­vi­du­el­len Gut­schein, mit wel­cher E‑Mail-Adres­se er die­sen Gut­schein ein­lö­sen kann. Wählt er eine ande­re Adres­se als die im Sys­tem hin­ter­leg­te, wird er eine Feh­ler­mel­dung beim Ein­lö­sen des Gut­scheins bekom­men.

Anwen­dungs­be­schrän­kun­gen /​Limits:

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Anwen­dungs­be­schrän­kung pro Gut­schein: Hier trägst du ein, wie oft ein Gut­schein ins­ge­samt (von allen Kun­den) ein­ge­löst wer­den kann, bevor er ungül­tig wird.

Anwen­dungs­be­schrän­kung pro Benut­zer: Über die­ses Feld legst du fest, wie oft ein ein­zel­ner Kun­de einen Gut­schein maxi­mal ein­set­zen darf. Ist das Feld leer, ist eine unbe­grenz­te Ver­wend­bar­keit ein­ge­stellt. Gilt der Gut­schein nur ein­mal pro Kun­de, dann tra­ge eine 1 ein.

Den­noch kann ein Kun­de die­se Ein­stel­lung gekonnt “umschif­fen”, wenn er mit unter­schied­li­chen Mail­adres­sen bestellt, denn das Sys­tem gleicht die E‑Mail-Adres­sen der bis­her ein­ge­gan­ge­nen Bestel­lun­gen ab.

Mit die­sen ver­schie­de­nen Ein­stel­lungs­mög­lich­kei­ten las­sen sich sehr vie­le Preis­nach­lass-Sze­na­ri­en erstel­len, vor allem wenn du noch das Ein- bzw. Aus­schlie­ßen von Pro­duk­ten oder Pro­dukt­ka­te­go­rien in die Gut­schein­de­fi­ni­ti­on mit auf­nimmst.

Durch die­se gro­ße Aus­wahl an Optio­nen und Kom­bi­na­tio­nen kann daher die Gut­schein-Erstel­lung und ‑Ver­wal­tung schon mal unüber­sicht­lich wer­den oder es schleicht sich ein nicht gewünsch­ter Neben­ef­fekt ein, sodass die Kun­den beim Gut­schein­ein­lö­sen eine Feh­ler­mel­dung erhal­ten. Das ist natür­lich frus­trie­rend und för­dert auf kei­nen Fall die Kun­den­bin­dung.

Daher ist es wirk­lich uner­läss­lich, jeden Gut­schein selbst zu tes­ten, alle mög­li­chen Sze­na­ri­en durch­zu­spie­len, gera­de wenn bestimm­te Pro­duk­te oder Pro­dukt­ka­te­go­rien für den Gut­schein ein- bzw. aus­ge­schlos­sen wur­den. Nur so lässt sich fest­stel­len, ob nicht uner­wünsch­te Feh­ler­mel­dun­gen oder Neben­ef­fek­te aus­ge­löst wer­den.

Tes­tet du die Gut­schei­ne nicht selbst, bekommst du von den Feh­lern meist nichts mit, denn nur die wenigs­ten Kun­den mel­den sich beim Shop­be­trei­ber, wenn der Gut­schein nicht funk­tio­niert, son­dern machen dann eher einen gro­ßen Bogen um dei­nen Shop.

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Rechtliche Fallstricke bei Gutscheine beachten

Ein Gut­schein ist schnell erstellt und doch ist dabei eini­ges zu beach­ten. Damit bei der Gut­schein­ver­wen­dung auch recht­lich alles in Ord­nung ist, soll­test du dich im Inter­net regel­mä­ßig über die­ses The­ma infor­mie­ren. Auf zahl­rei­chen Rechts­an­walts­web­sites fin­den sich dazu zahl­rei­che Arti­kel, so z. B. bei der IT-Recht Kanz­lei Mün­chen.

So soll u. a. die Gül­tig­keits­dau­er von Gut­schei­nen die gesetz­li­che Ver­jäh­rungs­frist nicht unter­schrei­ten, um nur einen mög­li­chen recht­li­chen Fall­strick zu erwäh­nen.

Aus­blick: Im nächs­ten Bei­trag aus der Woo­com­mer­ce-Rei­he gehe ich auf den Bereich “Bestel­lun­gen” ein.

Wei­te­re Arti­kel von Woo­Com­mer­ce Leit­fa­den:

  1. Woo­Com­mer­ce Leit­fa­den: Teil 1 – Grund­ein­stel­lun­gen
  2. Woo­Com­mer­ce Leit­fa­den: Teil 2 – Pro­duk­te
  3. Woo­Com­mer­ce Leit­fa­den: Teil 3 – Mehr­wert­steu­er und unter­schied­li­che Steu­er­klas­sen
  4. Woo­Com­mer­ce Leit­fa­den: Teil 4 – Zah­lun­gen
  5. Woo­Com­mer­ce Leit­fa­den: Teil 5 – PayPal als Zah­lungs­art im Shop ein­rich­ten
  6. Woo­Com­mer­ce Leit­fa­den: Teil 6 – Ver­sand, Ver­sand­ar­ten und Ver­sand­klas­sen
  7. Woo­Com­mer­ce Leit­fa­den: Teil 7 – E‑Mail-Ver­sand
  8. Woo­Com­mer­ce Leit­fa­den: Teil 8 – Gut­schei­ne anle­gen und ver­wal­ten
  9. Woo­Com­mer­ce Leit­fa­den: Teil 9 – Ver­wal­tung von Bestel­lun­gen
  10. Woo­Com­mer­ce Leit­fa­den: Teil 10 – Ein­fa­che Pro­duk­te anle­gen
  11. Woo­Com­mer­ce Leit­fa­den: Teil 11 – Varia­ble Pro­duk­te anle­gen
  12. Woo­Com­mer­ce Leit­fa­den: Teil 12 – Grup­pier­te und Affi­lia­te-Pro­duk­te anle­gen
  13. Woo­Com­mer­ce Leit­fa­den: Teil 13: Ein­stel­lun­gen in Kon­ten und Daten­schutz
  14. Neue Ver­sand­ein­stel­lun­gen in Woo­Com­mer­ce ab Ver­si­on 2.6
  15. Woo­Com­mer­ce Ger­man Mar­ket: Instal­la­ti­on und Ein­stel­lun­gen