Private Versicherungen für Selbständige

Private Versicherungen für Selbständige und Freelancer

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1. Krankenversicherung

Als Selbständige/r bzw. Existenzgründer/in hast du die Möglichkeit, dich entweder in der gesetzlichen (GKV) oder privaten Krankenversicherung (PKV) zu versichern. Sowohl das eine als auch das andere hat Vor- und Nachteile.

Wenn du dich freiwillig in der GKV versicherst, musst du im Laufe der Zeit mit spürbar höheren Beiträgen und einer Beschneidung der Leistungen rechnen.

Die PKV ist zumindest für jüngere Leute (vor allem unter 30 Jahren) mit Sicherheit die bessere Alternative, denn sie bietet zu günstigeren Tarifen einen größeren Leistungskatalog an. Der Nachteil bei den privaten Krankenversicherungen ist allerdings, dass du auch hier vor Preissteigerungen nicht sicher bist, besonders im fortgeschrittenen Alter. Und auch eine Rückkehr von der PKV in die GKV ist so gut wie nicht mehr möglich.

Daher solltest du vor dem Versicherungsabschluss die besten Angebote der GKV und PKV genau vergleichen und dich ausführlich informieren.

2. Krankenhaustagegeldversicherung

Die Krankenhaustagegeldversicherung ist eine Zusatzversicherung, die dir bei längeren Krankenhausaufenthalten ein Tagegeld zahlt. Sie kann vor allem bei längeren und schweren Erkrankungen eine spürbare finanzielle Entlastung für Selbständige sein.

3. Berufsunfähigkeitsversicherung

Auch als selbständig Tätiger solltest du daran denken, dass du möglicherweise im Laufe deines Berufslebens wegen gesundheitlichen Beeinträchtigungen oder wegen eines Unfalls deinen Beruf nicht mehr ausüben kannst.

Auch wenn du eine Bürotätigkeit ausübst, ist eine Berufsunfähigkeitsversicherung für Selbständige sinnvoll, denn in Deutschland wird jeder vierte berufsunfähig. Die risikoarmen Berufe wie Bürotätigkeiten weisen Ausfälle von immerhin 33 Prozent auf. Auch hier solltest du dich vor dem Abschluss umfassend beraten lassen und verschiedene Angebote einholen, um letztendlich möglichst gut abgesichert zu sein.

4. Private Haftpflichtversicherung

Eine Privathaftpflicht solltest du auch als Selbständige/r abschließen, denn falls du jemandem einen Schaden zufügst – auch aus Versehen und ohne jede Absicht -, dann bist du zum vollständigen Schadensersatz verpflichtet. Und je nach Schadensfall kann der Ersatz in die Tausende gehen.

5. Lebensversicherung

Wenn du eine Familie hast, die im Falle deines Todes finanziell abgesichert sein soll, dann ist der Abschluss einer Lebensversicherung empfehlenswert. Diese zahlt die vereinbarte Versicherungssumme entweder nur beim Todesfall (Risiko-Lebensversicherung) oder auch, wenn du ein bestimmtes Lebensalter erreicht hast (Kapitallebensversicherung).

6. Private Rentenversicherung

Als Selbständige/r unterliegst du nicht mehr der Pflicht, in der gesetzlichen Rentenversicherung versichert zu sein und musst dich daher um deine Altersvorsorge selbst kümmern. Je früher du eine solche Versicherung abschließt, umso weniger musst du in die Versicherung einzahlen, um im Ruhestand eine bestimmte Rente zu erhalten.

Auch für diese Versicherung solltest du dich umfassend informieren, denn es gibt auf dem Versicherungsmarkt eine fast unüberschaubare Zahl an Versicherungsprodukten für die Altersvorsorge.

» Informationen zur Rürup-Rente

7. Unfallversicherung /Berufsgenossenschaft

Um sich gegen Arbeitsunfälle abzusichern, solltest du eine Unfallversicherung oder auch freiwillig eine Versicherung bei der Berufsgenossenschaft abschließen.

8. Freiwillige Arbeitslosenversicherung

Die Agentur für Arbeit bietet Existenzgründern die Möglichkeit an, sich gegen Arbeitslosigkeit zu versichern. Diese Versicherung kostet im Jahr 2019 in Westdeutschland 82,95 € monatlich sowie 70,35 € monatlich in Ostdeutschland. Mittlerweile ist es auch Pflicht, fünf Jahre in der Arbeitslosenversicherung zu bleiben. In den ersten zwei Jahren deiner Selbständigkeit musst du lediglich die Hälfte des Beitrags zahlen.

Scheitert deine Selbständigkeit, kannst du dich auf der Arbeitsagentur arbeitssuchend melden und erhältst für mindestens sechs Monate ALG I.

Berufliche Versicherungen für Selbständige

Berufliche Versicherungen für Selbständige und Freelancer

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Auch wenn in diesem Artikel die wichtigsten Versicherungen für Selbständige, Freiberufler und Existenzgründer aufgeführt werden, soll dies nicht heißen, dass du wirklich alle diese Versicherungen für dein Unternehmen benötigst.

Du solltest vor allem in der Lage sein, die Versicherungsprämien zahlen zu können. Für den Anfang, wenn die Einnahmen aus der selbständigen Tätigkeit noch nicht allzu hoch sind, empfiehlt es sich, nur die allerwichtigsten Versicherungen abzuschließen. Kläre deine Versicherungssituation am besten mit einem unabhängigen Versicherungsmakler.

1. Betriebshaftpflichtversicherung / Berufshaftpflichtversicherung

Die Betriebshaftpflichtversicherung oder Berufshaftpflichtversicherung deckt Haftungsrisiken für Unternehmer und Selbständige aus der beruflichen Tätigkeit ab. Für manche Berufsgruppen gibt es sogar eine gesetzliche Pflicht, diese Versicherung abzuschließen. Da die eingebauten Leistungen von Versicherung zu Versicherung sehr unterschiedlich sind, solltest du auch hier umfassende Vergleiche durchführen.

2. Betriebsunterbrechungsversicherung

Personal-, EDV- und Telefonausfall, Transportschäden usw. können den gesamten Betrieb lahmlegen. Solange durch diese Ausfälle keine Erträge erwirtschaftet werden können, übernimmt die Betriebsunterbrechungsversicherung bis zum Wiederaufbau des Betriebs die laufenden Kosten wie Löhne, Miete, Zinsen usw.

Für Freiberufler gibt es die Praxisausfallversicherung. Sie zahlt die fortlaufenden Betriebskosten, Löhne, Gehälter usw., wenn der Unternehmensinhaber ausfällt.

3. Elektronikversicherung

Fallen in deinem Unternehmen plötzlich die EDV oder die Telefonanlage aus, kann das sehr teuer werden. Mit einer Elektronikversicherung schützt du dich gegen solche finanziellen Verluste. Es gibt noch sinnvolle Erweiterungen der Elektronikversicherung, wie beispielsweise eine Datenträger- oder Softwareversicherung.

4. Kfz-Haftpflichtversicherung

Die Kfz-Haftpflichtversicherung übernimmt alle Schäden an Personen, Sachen und Vermögen, die der Fahrer gegenüber Dritten verursacht hat. Schäden am eigenen Fahrzeug werden über die Teil- und Vollkaskoversicherung abgedeckt, auch wenn der Versicherte den Unfall selbst verschuldet hat.

5. Produkthaftpflichtversicherung

Mit der Betriebshaftpflicht sollte eine Produkthaftpflichtversicherung kombiniert werden. Sie springt ein, wenn Dritte durch fehlerhafte Produkte Schaden erleiden. Besonders Hersteller, Lieferanten oder Lizenznehmer sollten diese Versicherung abschließen.

6. Gewerbliche Rechtsschutzversicherung

Als Unternehmer oder Selbständiger bist du immer dem Risiko ausgesetzt, von einem Kunden, Lieferanten, Konkurrenten oder jemand anderem verklagt zu werden. Deshalb solltest du auch eine Rechtsschutzversicherung in Betracht ziehen.