Für bestimm­te Beru­fe wie Ärz­te, Fit­ness­trai­ner, Dol­met­scher, Inge­nieu­re, Rechts­an­wäl­te oder Archi­tek­ten ist die Berufs­haft­pflicht­ver­si­che­rung eine wich­ti­ge Ver­si­che­rung gegen Ansprü­che, die sich aus dem Scha­dens­po­ten­zi­al die­ser Beru­fe erge­ben.

Denn die­se Berufs­grup­pen ste­hen häu­fig in direk­tem Kun­den­kon­takt ste­hen und unter­lie­gen dem Risi­ko, Per­so­nen- oder Sach­schä­den zu ver­ur­sa­chen.

Das glei­che Risi­ko gilt für Hand­wer­ker, die bei ihren beruf­li­chen Tätig­kei­ten sehr oft am Eigen­tum ihrer Auf­trag­ge­ber arbei­ten und daher nicht vor Feh­lern und dar­aus resul­tie­ren­den Schä­den gefeit sind.

Schadensbeispiele für die Berufshaftpflichtversicherung

Fall Nr. 1

Ein Rechts­an­walt wird von einem Man­dan­ten haft­pflich­tig gemacht, weil er einen Feh­ler in der Ver­tre­tung sei­nes Man­dan­ten began­gen hat und die­ser dadurch den Pro­zess ver­liert und zu hohen Zah­lun­gen ver­ur­teilt wird. Hier lie­gen weder Per­so­nen- noch ein Sach­scha­den vor, den­noch wer­den die gefor­der­ten Ansprü­che des kla­gen­den Man­dan­ten von der Berufs­haft­pflicht­ver­si­che­rung abge­deckt.

Fall Nr. 2

Ein Apo­the­ker setzt die Bestand­tei­le einer juck­reiz­lin­dern­den Sal­be falsch zusam­men, sodass die Sal­be den Juck­reiz ver­stärkt statt zu lin­dern. Außer­dem führt das Auf­tra­gen zu Ekze­men auf der Haut. Der Kun­de muss sich wegen der fal­schen Zusam­men­set­zung der Sal­be einer kos­ten­in­ten­si­ven Behand­lung unter­zie­hen und ist län­ge­re Zeit arbeits­un­fä­hig. Für den ent­stan­de­nen Scha­den kommt die Berufs­haft­pflicht­ver­si­che­rung auf.

Fall Nr. 3

Ein Soft­ware-Ent­wick­ler macht bei der Ent­wick­lung eines Pro­gramms für ein Unter­neh­men einen Feh­ler, der die inter­nen Pro­zes­se im Betrieb lahm­legt. Zwar wird der Soft­ware­feh­ler vom Ent­wick­ler kor­ri­giert, doch das Unter­neh­men for­dert die Kos­ten­über­nah­me für den mehr­tä­gi­gen Soft­ware-Aus­fall und die damit ent­stan­de­nen Umsatz­ein­bu­ßen. Die­se Kos­ten über­nimmt die Berufs­haft­pflicht­ver­si­che­rung.

Absicherung von Personen- und Sachschäden

Eine nor­ma­le Betriebs­haft­pflicht­ver­si­che­rung ver­si­chert dage­gen nur Ansprü­che, die auf­grund von Per­so­nen- oder Sach­schä­den gestellt wer­den.

Eine Son­der­form der Berufs­haft­pflicht­ver­si­che­rung ist die Ver­mö­gens­scha­den-Haft­pflicht­ver­si­che­rung, die für Beru­fe im Dienst­leis­tungs­sek­tor sehr wich­tig wer­den kann. Denn die­je­ni­gen, die durch Bera­tung, Ver­wal­tung, Begut­ach­tung, Prü­fung und Beur­kun­dung Ein­fluss in frem­de Ver­mö­gens­in­ter­es­sen vor­neh­men, soll­ten sich dem­entspre­chend absi­chern.

Bei der Berufs­haft­pflicht­ver­si­che­rung gibt es kei­ne stan­dar­di­sier­ten Deckungs­sum­men. son­dern das indi­vi­du­el­le Risi­ko des jewei­li­gen Unter­neh­mens oder der frei­be­ruf­li­chen Tätig­keit ent­schei­det dar­über, wie hoch die Deckungs­sum­men fest­ge­legt wer­den.

Das bedeu­tet: Je höher das Risi­ko, des­to höher die Deckungs­sum­men. Des­halb soll­test du das Risi­ko dei­ner Tätig­keit rea­lis­tisch ein­zu­schät­zen, um ent­spre­chend ver­si­chert zu sein.

Wirst du also für ande­re tätig, über­nimmst du gewis­se ver­trag­li­che Sorg­falts­pflich­ten, die du auch durch Fehl­in­ter­pre­ta­ti­on, Ver­se­hen, Nicht­ein­hal­ten von Ter­mi­nen usw. ver­let­zen kannst.

Für den dadurch ent­ste­hen­den finan­zi­el­len und wirt­schaft­li­chen Scha­den am Ver­mö­gen eines Drit­ten musst du dann selbst auf­kom­men, wenn du kei­ne Ver­mö­gens­haft­pflicht­ver­si­che­rung hast. Ein Ver­mö­gens­scha­den liegt dann vor, wenn weder ein Sach- noch ein Per­so­nen­scha­den aus­zu­ma­chen ist und ein Drit­ter einen finan­zi­el­len Scha­den erlei­det.

Je nach Grö­ße des finan­zi­el­len Scha­dens kann die Exis­tenz des­sen, der die­sen Scha­den aus­ge­löst hat, abso­lut gefähr­det sein und zur Zer­stö­rung der wirt­schaft­li­chen Exis­tenz füh­ren.

Für die fol­gen­den Berufs­grup­pen ist eine Berufs­haft­pflicht­ver­si­che­rung bzw. Ver­mö­gens­scha­den­haft­pflicht wich­tig:

  • Anwalt /​Rechts­an­walt
  • Arbeits­ver­mitt­ler /​Per­so­nal­be­ra­ter
  • Archi­tekt /​Inge­nieur
  • Auk­tio­na­tor
  • Aus­kunf­tei /​Detek­tei
  • Bau­spar­kas­sen­ver­tre­ter
  • Beam­ter /​Ange­stell­ter im öffent­li­chen Dienst
  • Bestat­tungs­un­ter­neh­men
  • Betreu­er /​Vor­mund
  • Buch­hal­ter
  • Büro­ser­vice­un­ter­neh­men
  • Dol­met­scher /​Über­set­zer
  • Ener­gie­be­ra­ter
  • Event­ma­na­ger /​Ver­an­stal­tungs­or­ga­ni­sa­tor
  • Gerichts­voll­zie­her /​Voll­zie­hungs­be­am­ter
  • Gra­fi­ker /​Desi­gner
  • Gut­ach­ter /​Sach­ver­stän­di­ger
  • Hand­wer­ker
  • Haus­ver­wal­ter
  • Immo­bi­li­en­mak­ler
  • Inkas­so­bü­ro
  • IT-Dienst­leis­ter
  • IT- /​EDV-Bera­tung
  • Jour­na­list
  • Notar
  • Rechts­pfle­ger
  • Rei­se­bü­ro
  • Rich­ter
  • Schuld­ner­be­ra­tungs­stel­le
  • Steu­er­be­ra­ter
  • Unter­neh­mens­be­ra­ter
  • Web­de­si­gner
  • Wer­be­agen­tur
  • Woh­nungs-/ Bau­be­treu­ungs­un­ter­neh­men