Krankenversicherung für Selbständige und Freelancer

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Gesetzliche Krankenversicherung (GKV)

Selb­stän­di­ge, Frei­be­ruf­ler sowie Exis­tenz­grün­der kön­nen sich als frei­wil­li­ge Mit­glie­der wei­ter­hin in einer der gesetz­li­chen Kran­ken­ver­si­che­run­gen ver­si­chern.

Vorteile der gesetzlichen Krankenversicherung

Im Gegen­satz zu der pri­va­ten Kran­ken­ver­si­che­rung muss die GKV jeden Ver­si­che­rungs­neh­mer ohne Gesund­heits­prü­fung auf­neh­men.

Dei­ne Fami­lie ist in der GKV auto­ma­tisch mit­ver­si­chert und das sogar kos­ten­los. Gera­de die­ser Umstand lässt doch vie­le Selb­stän­di­ge und vor allem Exis­tenz­grün­der mit Fami­lie zögern, in die PKV ein­zu­tre­ten. Denn in der pri­va­ten Kran­ken­ver­si­che­rung ist für jedes Fami­li­en­mit­glied, wie bei­spiels­wei­se berufs­tä­ti­ger Ehe­mann, nicht berufs­tä­ti­ge Ehe­frau und ein Kind, ein eige­ner Ver­si­che­rungs­bei­trag zu zah­len, eine bei­trags­freie Fami­li­en­ver­si­che­rung wie in der GKV exis­tiert nicht.

Außer­dem ist das Leis­tungs­ni­veau der gesetz­li­chen Kran­ken­ver­si­che­rung vom Gesetz­ge­ber defi­niert wor­den, so dass es kaum gro­ße Leis­tungs­un­ter­schie­de bei den ein­zel­nen GKV gibt. Den­noch kos­ten nicht alle GKV das glei­che. Du kannst die für dei­ne Ansprü­che bes­ten GKV mit ent­spre­chen­den Bonus­pro­gram­men, Wahl­ta­ri­fen und Zusatz­leis­tun­gen aus­su­chen, mit­ein­an­der ver­glei­chen und dich dann für die GKV ent­schei­den, die dei­nen Ansprü­chen am nächs­ten kommt.

Nachteile der gesetzlichen Krankenversicherung

Bist du Arbeit­neh­mer, dann über­nimmt dein Arbeit­ge­ber bekannt­li­cher­wei­se einen Teil der Kran­ken­ver­si­che­rungs­kos­ten und du zahlst den ande­ren Teil. Als Selb­stän­di­ger musst du allei­ne für die Kos­ten auf­kom­men. Star­test du als Exis­tenz­grün­der in die Selb­stän­dig­keit, dann wird am Anfang dein monat­li­cher Kran­ken­ver­si­che­rungs­bei­trag bei ca. 180 Euro lie­gen. Denn der monat­li­che Bei­trag wird bei der GKV an einem geschätz­ten Min­dest­ein­kom­men von etwa 1.038 € im Monat bei Selb­stän­di­gen fest­ge­macht.

Da man als Exis­tenz­grün­der oder jun­ger Selb­stän­di­ger noch nicht all­zu viel ver­dient – wenn über­haupt -, zahlt man eigent­lich mehr als es sein müss­te.

Daher ist es wirk­lich zu emp­feh­len, Ver­gleichs­an­ge­bo­te ein­zel­ner Ver­si­che­run­gen her­an­zu­zie­hen und dabei Ange­bo­te sowohl von GKV als auch von PKV ein­zu­ho­len. Außer­dem soll­test du mit einem unab­hän­gi­gen Ver­si­che­rungs­mak­ler spre­chen, bevor du end­gül­tig in eine Kran­ken­ver­si­che­rung ein­trittst.

Beden­ke auch: PKV blei­ben nicht auf Dau­er güns­tig, son­dern wer­den im Lau­fe der Ver­si­che­rungs­jah­re regel­mä­ßig teu­rer.

» zum Kran­ken­kas­sen­ver­gleich bei den gesetz­li­chen Kran­ken­kas­sen

» zum Ver­gleich von pri­va­ten Kran­ken­ver­si­che­rern

Private Krankenversicherung (PKV)

Selb­stän­di­ge, Frei­be­ruf­ler sowie Exis­tenz­grün­der haben die Opti­on: Ent­we­der sie blei­ben wei­ter frei­wil­lig in der gesetz­li­chen Kran­ken­kas­se ver­si­chert oder sie suchen sich eine ent­spre­chen­de pri­va­te Kran­ken­ver­si­che­rung aus.

Eine pri­va­te Kran­ken­ver­si­che­rung hat Vor- wie Nach­tei­le.

Vorteile einer privaten Krankenversicherung für Selbständige

Da die monat­li­chen Ver­si­che­rungs­bei­trä­ge bei einer pri­va­ten Kran­ken­ver­si­che­rung (PKV) unab­hän­gig vom durch­schnitt­li­chen Ein­kom­men fest­ge­legt wer­den, kön­nen auch Exis­tenz­grün­der, die noch nicht über sta­bi­le Ein­nah­men ver­fü­gen, sich güns­tig pri­vat ver­si­chern las­sen.

Aus unter­schied­li­chen Fak­to­ren setzt sich der pri­va­te Kran­ken­ver­si­che­rungs­bei­trag zusam­men, was letzt­end­lich bedeu­tet: Je kom­for­ta­bler und umfas­sen­der der Ver­si­che­rungs­schutz, des­to höher der monat­li­che Ver­si­che­rungs­bei­trag.

Wenn du eine sta­bi­le Gesund­heit hast und z. B. fest­legst, dass du einen bestimm­ten Betrag an Arzt­rech­nun­gen im Jahr aus dei­ner eige­nen Kas­se bezah­len (Selbst­be­tei­li­gung), dann wird der Tarif sehr güns­tig. Mit fort­schrei­ten­dem Alter ändert sich das aber.

Wei­te­re bei­trags­be­ein­flus­sen­de Fak­to­ren sind Chef­arzt­be­hand­lung und Ein­bett­zim­mer bei Kran­ken­haus­auf­ent­halt, Tages­geld im Krank­heits­fall usw.

Die Preis­span­ne für eine pri­va­te Kran­ken­ver­si­che­rung ist ziem­lich varia­bel. So ist für jün­ge­re Ver­si­che­rungs­neh­mer unter 30 Jah­ren schon ein monat­li­cher Ver­si­che­rungs­bei­trag von unter 100 € mög­lich. Dar­in sind meis­tens Ope­ra­tio­nen sowie Vor- und Nach­un­ter­su­chun­gen ent­hal­ten.

Nachteile einer privaten Krankenversicherung für Selbständige

Bist du schon 40+ und/​oder lei­dest an chro­ni­schen Erkran­kun­gen, dann wird es schwie­rig, einen güns­ti­gen Tarif bei der PKV zu erhal­ten. Außer­dem wird bei Ver­si­che­rungs­ab­schluss ver­langt, dass du Vor­er­kran­kun­gen und chro­ni­sche Erkran­kun­gen im Ver­trag angibst.

Da das Prin­zip der PKV dar­auf aus­ge­rich­tet ist, Rück­stel­lun­gen für das Alter anzu­spa­ren, ist es auch für Ver­si­che­rungs­neh­mer über 40 nicht mehr all­zu güns­tig, in die PKV ein­zu­tre­ten. Sie haben nicht mehr genü­gend Zeit zur Ver­fü­gung, um ent­spre­chen­de Rück­la­gen zu bil­den.

Ein wei­te­rer gro­ßer Nach­teil: Bist du erst ein­mal in der PKV, kannst du kaum noch zurück in die gesetz­li­che Kran­ken­ver­si­che­rung wech­seln. Außer wenn du dich als Selb­stän­di­ger wie­der arbeits­su­chend mel­dest, wird die Arbeits­agen­tur dich bei einer GKV anmel­den.

Zusammenfassung

All die­se Punk­te soll­test du dir genau durch den Kopf gehen las­sen und dir auch meh­re­re Ange­bo­te von ver­schie­de­nen PKV ein­ho­len, bevor du dich zu einem Wech­sel in eine pri­va­te Kran­ken­ver­si­che­rung ent­schließt.

Wenn der güns­tigs­te monat­li­che Ver­si­che­rungs­bei­trag bei einer PKV über 300 € liegt, ist ein Wech­sel in die pri­va­te Kran­ken­ver­si­che­rung kaum noch loh­nens­wert.

Jeden­falls kann man kei­ne pau­scha­le Emp­feh­lung an Selb­stän­di­ge geben, dass eine Ver­si­che­rung in einer PKV bes­ser als ist als eine in einer GKV. Jeder muss für sich selbst ent­schei­den, auf wel­che Ver­si­che­rungs­leis­tun­gen er Wert legt.