Neben ein­fa­chen und varia­blen Pro­duk­ten bie­tet Woo­Com­mer­ce stan­dard­mä­ßig auch das Anle­gen von grup­pier­ten und exter­nen bzw. Affi­lia­te-Pro­duk­ten an.


Aller­dings fin­de ich die Funk­tio­nen für grup­pier­te Pro­duk­te (soge­nann­te Pro­dukt­bund­les) nicht opti­mal gelöst, sodass man bes­ser auf ein spe­zi­el­les Bund­le-Plugin für Woo­Com­mer­ce zurück­grei­fen soll­te, falls man Bund­les im Shop anbie­ten will.

Was sind Produktbundles?

Unter einem Bund­le ist ein vom Händ­ler zusam­men­ge­stell­tes Pro­dukt­pa­ket zu ver­ste­hen, das aus min­des­tens zwei Pro­duk­ten besteht. Die Pro­duk­te in dem Bund­le soll­ten außer­dem einen Bezug zuein­an­der haben und zusam­men einen Mehr­wert für den Kun­den bieten.

Damit der Kun­de das Bund­le kauft, wer­den die dar­in ent­hal­te­nen Pro­duk­te meist güns­ti­ger ange­bo­ten als wenn sie ein­zeln erwor­ben werden.

Mög­li­che Pro­dukt­bund­les sind u. a.:

  • Jog­ging­ho­se plus T‑Shirt
  • Stoff plus Nähu­ten­si­li­en wie Garn und Nähnadeln
  • Druck­pa­tro­nen-Bund­le
  • Hun­de­lei­ne plus ‑hals­band
  • Smart­pho­ne plus Tablet
  • Schal plus Mütze

Und da fängt auch das Pro­blem bei Woo­Com­mer­ce schon an, denn es kön­nen für die Bund­les kei­ne eige­nen Prei­se defi­niert werden.

Doch nun erst mal zu der Erstel­lung eines grup­pier­ten Produktes.

Gruppiertes Produkt in WooCommerce anlegen

Ein grup­pier­tes Pro­dukt sieht im Shop (je nach ver­wen­de­tem The­me) fol­gen­der­ma­ßen aus:

WooCommerce Leitfaden: Teil 12 - Gruppierte und Affiliate-Produkte anlegen

Die­ses Bund­le umfasst zwei Fut­ter­beu­tel für Hun­de­le­cker­lis (von Nelot​ty​dogs​.de). Um ein sol­ches Bund­le zu erstel­len, legst du unter Pro­duk­te ein­fach ein neu­es Pro­dukt an, ver­gibst einen Pro­dukt­ti­tel und wählst bei Pro­dukt­da­ten “Grup­pier­tes Pro­dukt” aus.

Die Pro­duk­te, die du dann in das Bund­le ein­fügst, soll­ten als Ein­zel­pro­duk­te im Shop vor­han­den sein. Sie kön­nen also auch außer­halb des Bund­les gekauft werden.

Wich­tig: Du kannst nur ein­fa­che Pro­duk­te in das Bund­le hin­zu­fü­gen, kei­ne varia­blen, was auch schon ein Nach­teil ist und dich bei der Bund­le-Erstel­lung einschränkt.

Wie du an dem Bild oben siehst, sind die bei­den Beu­tel in dem Bund­le mit ihren Ein­zel­prei­sen unter­ein­an­der auf­ge­lis­tet und kön­nen in belie­bi­ger Men­ge in den Waren­korb gelegt werden.

Bei den Pro­dukt­da­ten kannst du bei dem grup­pier­ten Pro­dukt ver­schie­de­ne Ein­stel­lun­gen vor­neh­men, den­noch gilt das grup­pier­te Pro­dukt mehr als Behäl­ter für die dar­in ent­hal­te­nen Pro­duk­te, sodass hier nicht so vie­le Ein­stel­lungs­mög­lich­kei­ten vor­han­den sind wie bei einem ein­fa­chen oder varia­blen Produkt.

Du kannst für das Bund­le eine kur­ze und eine aus­führ­li­che Pro­dukt­be­schrei­bung ver­fas­sen als auch Pro­dukt­bil­der hoch­la­den, das funk­tio­niert wie bei den ein­fa­chen und varia­blen Produkten.

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Das Pro­dukt, das zum Bund­le hin­zu­kom­men soll, fügst du auf des­sen Pro­dukt­sei­te in den Pro­dukt­de­tails (in der Regis­ter­kar­te Ver­link­te Pro­duk­te) über das Feld Grup­pie­ren hin­zu. Dafür gibst du in das Feld den Pro­dukt­na­men des grup­pier­ten Pro­duk­tes ein.

WooCommerce Leitfaden: Teil 12 - Gruppierte und Affiliate-Produkte anlegen

Erst wenn das grup­pier­te Pro­dukt ein­zel­ne Pro­duk­te ent­hält und abge­spei­chert wur­de, kön­nen die Shop­be­su­cher das Bund­le sehen und auch kaufen.

Wenn du die Rei­hen­fol­ge der Pro­duk­te in dem grup­pier­ten Pro­dukt anpas­sen willst, dann kannst du bei dem jewei­li­gen Ein­zel­pro­dukt in der Regis­ter­kar­te Erwei­tert über das Feld Menürei­hen­fol­ge die Plat­zie­rung beein­flus­sen. Das Pro­dukt, das an ers­ter Stel­le in dem Bund­le auf­ge­führt wer­den soll, bekommt die 1, das zwei­te die 2 usw.

0 darf bei kei­nem der Pro­duk­te ste­hen, denn 0 wird nicht gewichtet.

Wer­den die Pro­duk­te über das Bund­le in den Waren­korb gelegt, so sind sie dort ein­zeln auf­ge­führt, in dem Pro­dukt­ti­tel des jewei­li­gen Ein­zel­pro­duk­tes ist aber der Bund­le-Name zu fin­den (bei mei­nem Bei­spiel: Fut­ter­beu­tel-Set -> Fut­ter­beu­tel aus bun­tem Blumen-Karo-Print).

Wie schon am Arti­kel­an­fang erwähnt, bie­tet die Funk­ti­on Grup­pier­tes Pro­dukt nur ein­ge­schränk­te Funk­tio­na­li­tä­ten an. Es ist nicht mög­lich, das Bund­le zu einem redu­zier­ten Preis zu ver­kau­fen, was ja gera­de der Sinn sol­cher Bund­les ist, denn ansons­ten kön­nen die Kun­den die Pro­duk­te ja auch ein­zeln kaufen.

Außer­dem wird auf der Pro­dukt­sei­te des Bund­les kein sum­mier­ter Preis für das Bund­le ange­zeigt, was recht­lich bedenk­lich ist. Die Berech­nung steht erst im Waren­korb. Ob das so in Ord­nung ist, bezweif­le ich.

Logi­sche Bedin­gun­gen wie “Pro­dukt A darf nur zwei­mal in den Waren­korb” oder “Pro­dukt C schließt Pro­dukt A aus” sind nicht möglich.

Wer also Bund­les in sei­nem Shop ein­stel­len will, soll­te sich nach einem funk­ti­ons­rei­che­ren Plugin umschau­en. Sol­che sind zum Beispiel:

Die­se Plugins sind kos­ten­pflich­tig, daher soll­test du dir die Plug­in­be­schrei­bung genau anschau­en, ob die gewünsch­ten Funk­tio­na­li­tä­ten ent­hal­ten sind.

Das Plugin Pro­duct Bund­les gibt es auch kos­ten­los, wohl mit weni­ger Funk­tio­nen, aber für einen ers­ten Test lohnt sich die Instal­la­ti­on bestimmt. Ich wer­de die­se Gra­tis-Ver­si­on in den nächs­ten Wochen mir genau­er anschau­en und dazu einen Bericht im Blog veröffentlichen.

Affiliate-Produkte in WooCommerce anlegen

In Woo­Com­mer­ce kannst du auch exter­ne Pro­duk­te, also Affi­lia­te-Pro­duk­te ein­stel­len und ver­kau­fen. Dabei han­delt es sich um Pro­duk­te von Dritt­an­bie­tern, die für jeden Ver­kauf, der über dei­nen Shop bzw. dei­nen Affi­lia­te-Link zustan­de gekom­men ist, eine Pro­vi­si­on zah­len. Beson­ders beliebt sind Pro­duk­te von Ama­zon, aber du kannst natür­lich auch Pro­duk­te von ande­ren Affi­lia­te-Pro­gram­men einbinden.

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Gene­rell wür­de ich eher davon abra­ten, Woo­Com­mer­ce als Affi­lia­te-Shop zu nut­zen, ein­mal weil es recht auf­wän­dig ist, die Pro­duk­te ein­zu­pfle­gen und auch aus recht­li­cher Sicht.

Denn du soll­test nicht so ein­fach Pro­dukt­bil­der und ‑text von exter­nen Anbie­tern kopie­ren und in dei­nen Shop ein­tra­gen, was zu Abmah­nun­gen wegen Urhe­ber­rechts­ver­let­zung füh­ren kann.

Wenn du rechts­si­cher Affi­lia­te-Pro­duk­te auf dei­ner Web­site oder dei­nem Blog anbie­ten willst, soll­test du eher ein gutes Affi­lia­te-The­me ver­wen­den, wie eines von affi​liat​e​the​me​.io oder affi​liat​e​the​me​.de. Eben­falls eine gute Lösung sind Ama­zon-Plugins wie das von WP Robot oder Ama­zon Affi­lia­te for Wor­d­Press.

Die wich­tigs­te Regis­ter­kar­te bei exter­nen Pro­duk­te ist All­ge­mein:

WooCommerce Leitfaden: Teil 12 - Gruppierte und Affiliate-Produkte anlegen

Ein ent­schei­den­des Feld ist das der Pro­dukt-URL, in das du dei­nen Affi­lia­te-Link ein­fügst. Ach­te auch dar­auf, der der Link dei­ne Publis­her-ID oder einen Tracking-Code ent­hält, über den dir der Ver­kauf zuge­ord­net wer­den kann. Denn schließ­lich willst du ja Pro­vi­sio­nen bekommen.

Der Kau­fen-But­ton (des­sen Beschrif­tung du in dem Feld But­ton-Text anpas­sen kannst) ist mit die­sem Link ver­bun­den. Ansons­ten musst du alles Wei­te­re zu dem Pro­dukt selbst ein­pfle­gen, also Text und Bil­der, Arti­kel-Num­mer, falls du willst (ist nicht Pflicht) und Preis. Steu­er­sta­tus, Steu­er­klas­se und Lie­fer­zeit brauchst du auch nicht einzutragen.

Du kannst auch Akti­ons­prei­se für das Affi­lia­te-Pro­dukt ein­tra­gen, aber dies müss­test du vor­her mit dem Affi­lia­te-Part­ner­pro­gramm abklä­ren, und das dürf­te in den meis­ten Fäl­len nicht umsetz­bar sein.

Mit einem Affi­lia­te-The­me oder ‑Plugin kannst du dir die­se Arbeit spa­ren, denn über die API wer­den die Pro­dukt­bil­der und ‑tex­te in dei­ne Sei­te ein­ge­fügt und du kannst — wenn du willst — am Text ein paar Ände­run­gen oder Erwei­te­run­gen vor­neh­men, musst du aber nicht.

Die ande­ren Regis­ter­kar­ten wie Eigen­schaf­ten, Erwei­tert und Ver­link­te Pro­duk­te kannst du so aus­fül­len wie bei nor­ma­len Shop-Produkten.

Beden­ke auch, dass du in Deutsch­land Affi­lia­te-Links als Wer­bung oder Anzei­ge kenn­zeich­nen soll­test, damit die Shop- oder Web­sei­ten­be­su­cher wis­sen, dass sich dahin­ter ein werb­li­ches Ange­bot verbirgt.

Ich wür­de Woo­Com­mer­ce auf kei­nen Fall für den Ver­kauf von Affi­lia­te-Pro­duk­ten nut­zen, schon gar nicht für die bekann­ten Pro­gram­me wie bei­spiels­wei­se Ama­zon. Denn das geht recht­lich siche­rer und bequemer.

Falls du aber einen Shop hast und mit ande­ren befreun­de­ten Shop­be­trei­bern koope­rierst, indem du auf dei­nem Shop Waren von ihnen anbie­ten willst, dann ist es wie­der eine ande­re Sache. Denn in so einem Fall lässt sich das Ein­bin­den von Bil­dern und Tex­ten samt Hin­weis, dass man Pro­duk­te von die­sem und jenem Shop anbie­tet, recht­lich siche­rer abzu­klä­ren, als wenn man Bild- und Text­ma­te­ri­al von gro­ßen Affi­lia­te-Pro­gram­men ein­bin­det, zu denen kein per­sön­li­cher Kon­takt besteht.

Lesen  WooCommerce Leitfaden: Teil 4 – Zahlungen

Fazit

Woo­Com­mer­ce lie­fert stan­dard­mä­ßig vie­le Funk­tio­nen, gera­de was die Pro­dukt­er­stel­lung angeht. Das Ein­bin­den von grup­pier­ten Pro­duk­ten bzw. Bund­les ist aber noch nicht rich­tig durch­dacht und ver­langt nach einem wei­te­ren Plugin.

Und auch das Ein­fü­gen von Affi­lia­te-Pro­duk­ten soll­te nicht mit Woo­Com­mer­ce umge­setzt wer­den, zumin­dest aus mei­ner Sicht. Ein­mal ist man recht­lich nicht auf der siche­ren Sei­te, wenn man Pro­dukt­tex­te und-bil­der vom Part­ner­pro­gramm ein­fach über­nimmt und zwei­tens ist es zeit­lich sehr auf­wän­dig, sol­che Pro­duk­te in den Shop ein­zu­stel­len. Da lohnt sich der Kauf eines ent­spre­chen­den Affi­lia­te-The­mes (gera­de für Nischen­web­sites) oder eines ‑Plugins.

Wei­te­re Arti­kel von Woo­Com­mer­ce Leitfaden:

  1. Woo­Com­mer­ce Leit­fa­den: Teil 1 – Grundeinstellungen
  2. Woo­Com­mer­ce Leit­fa­den: Teil 2 – Produkte
  3. Woo­Com­mer­ce Leit­fa­den: Teil 3 – Mehr­wert­steu­er und unter­schied­li­che Steuerklassen
  4. Woo­Com­mer­ce Leit­fa­den: Teil 4 – Zahlungen
  5. Woo­Com­mer­ce Leit­fa­den: Teil 5 – PayPal als Zah­lungs­art im Shop einrichten
  6. Woo­Com­mer­ce Leit­fa­den: Teil 6 – Ver­sand, Ver­sand­ar­ten und Versandklassen
  7. Woo­Com­mer­ce Leit­fa­den: Teil 7 – E‑Mail-Ver­sand
  8. Woo­Com­mer­ce Leit­fa­den: Teil 8 – Gut­schei­ne anle­gen und verwalten
  9. Woo­Com­mer­ce Leit­fa­den: Teil 9 – Ver­wal­tung von Bestellungen
  10. Woo­Com­mer­ce Leit­fa­den: Teil 10 – Ein­fa­che Pro­duk­te anlegen
  11. Woo­Com­mer­ce Leit­fa­den: Teil 11 – Varia­ble Pro­duk­te anlegen
  12. Woo­Com­mer­ce Leit­fa­den: Teil 12 – Grup­pier­te und Affi­lia­te-Pro­duk­te anlegen
  13. Woo­Com­mer­ce Leit­fa­den: Teil 13: Ein­stel­lun­gen in Kon­ten und Datenschutz
  14. Neue Ver­sand­ein­stel­lun­gen in Woo­Com­mer­ce ab Ver­si­on 2.6
  15. Woo­Com­mer­ce Ger­man Mar­ket: Instal­la­ti­on und Einstellungen