Neben mei­nem Geld-online-Blog habe ich in den ver­gan­ge­nen Jah­ren einen Ver­si­che­rungs­blog gelei­tet, des­sen Schwer­punkt­the­ma „Ver­si­che­run­gen für Selb­stän­di­ge“ war.


Die­sen Blog habe im April 2011 ins Leben geru­fen. Nun, acht Jah­re spä­ter wer­de ich ihn vom Netz neh­men.

Die Gründe für den Blog-Stop

  • Die Besu­cher­zah­len waren nie son­der­lich hoch (Höchst­wert: knapp 7.000 Besu­cher pro Monat) und sind in den letz­ten vier Jah­ren immer wei­ter nach unten gegan­gen. Mitt­ler­wei­le lie­gen sie bei durch­schnitt­lich 1.500 Besu­cher pro Monat. Das ist ein­deu­tig zu wenig für eine ange­mes­se­ne Mone­ta­ri­sie­rung.
  • Die Kon­kur­renz in die­sem The­men­be­reich ist sehr groß. Gera­de weil es bei Ver­si­che­run­gen hoch­ver­gü­te­te Affi­lia­te-Pro­gram­me wie finan​zen​.de und Check24 gibt, sind vie­le Publis­her auf die­sen Zug gesprun­gen. Dazu kom­men die Ver­si­che­rungs­un­ter­neh­men, die in den Such­ergeb­nis­sen die vor­de­ren Plät­ze ein­neh­men, ein­mal weil sie über ein gro­ßes Wer­be­bud­get ver­fü­gen und somit Goog­le Ads schal­ten sowie ihren Web­auf­tritt ent­spre­chend opti­mie­ren kön­nen.
  • Mein Inter­es­se an die­sem The­ma ist erlahmt. Anfäng­lich habe ich zumin­dest ein­mal pro Woche einen Bei­trag ver­fasst, manch­mal sogar zwei. Mitt­ler­wei­le schrei­be ich schon län­ger kei­ne Arti­kel mehr, ein­mal weil ich mich zu neu­em Lese­stoff echt quä­len müss­te und auch weil ich den Blog auf­ge­be.
  • Als die Besu­cher­zah­len zurück­gin­gen, habe ich ver­sucht, eini­ge Bei­trä­ge holis­ti­scher zu ver­fas­sen. Ich habe sie also über­ar­bei­tet und erwei­tert, Meta-Tit­le und ‑Descrip­ti­on opti­miert, die Key­words im Text häu­fi­ger oder anders gesetzt, so z. B. an den Anfang eines Unter­ti­tels oder sie im Fließ­text gefet­tet, man­che Arti­kel als Cor­ner­stone-Arti­kel defi­niert und die Ver­lin­kun­gen auf die­se Bei­trä­ge erhöht. Doch die­se Maß­nah­men waren erfolg­los.

Wie viel habe ich mit dem Versicherungsblog verdient?

Mei­ne Ein­nah­men setz­ten sich haupt­säch­lich aus Pro­vi­sio­nen von finan​zen​.de zusam­men, indem ich vie­le Ver­gleichs­rech­ner in den Blog inte­griert hat­te. Erfolg­rei­che User­an­fra­gen oder Online-Ver­si­che­rungs­ver­glei­che wur­den mir ent­spre­chend ver­gü­tet.

Damit habe ich knapp 4.000 Euro ver­dient, dazu kamen ca. 150 Euro für das Part­ner-wirbt-Part­ner-Pro­gramm von finan​zen​.de.

Zusätz­lich hat­te ich noch Goog­le-AdSen­se-Anzei­gen ein­ge­bun­den, die bei der recht nied­ri­gen Besu­cher­zahl gut kon­ver­tiert haben, d. h. sie wur­den häu­fig ange­klickt. Die Ein­nah­men lagen bei gut 2.000 Euro. Da ich seit knapp einem Jahr kei­ne Goog­le-AdSen­se-Anzei­gen mehr schal­te (die Grün­de dazu habe ich in einem Arti­kel erläu­tert), sind die­se Ein­nah­men– auch wenn sie im Lau­fe der Zeit weni­ger wur­den – eben­falls weg­ge­bro­chen.

Sum­ma sum­ma­rum: 6.000 Euro

Da die letz­ten bei­den Jah­re an Ein­nah­men nicht mehr viel zu erzie­len war, kann ich knapp 1000 Euro Ver­dienst pro Jahr bis 2017 gut­schrei­ben: Ich hat­te mir mit dem Blog mehr erhofft.

Warum das Projekt zum Scheitern verurteilt war

Als ich vor acht Jah­ren das Pro­jekt in Angriff nahm, habe ich nicht all­zu viel Zeit und Ener­gie in die Key­wor­dre­cher­che inves­tiert. Das kann ich heu­te als gro­ßen Feh­ler bewer­ten.

Dass das The­ma „Ver­si­che­run­gen“ für klei­ne Publis­her „aus­ge­lutscht“ war, hät­te mir bei genaue­rer Key­wor­dre­cher­che – z. B. mit KWFin­der – auf­fal­len müs­sen. Mit Arti­keln über pri­va­te Kran­ken­ver­si­che­rung oder Berufs­un­fä­hig­keitver­si­che­rung kann man sich kaum noch oben in den Such­ergeb­nis­sen plat­zie­ren, auch wenn ich den Schwer­punkt auf Selb­stän­di­ge setz­te.

Wer es heu­te noch ver­su­chen will, einen erfolg­rei­chen Blog mit Ver­si­che­rungs­the­men auf­zu­set­zen, soll­te den Fokus nur auf eine Ver­si­che­rung set­zen, und nicht quer durch den Gar­ten alle The­men bedie­nen. Und selbst dann dürf­te es schwie­rig wer­den.

Gera­de als Fach­frem­de (ich bin schließ­lich kei­ne Ver­si­che­rungs­ex­per­tin) kann ich bei bestimm­ten The­men nicht so in die Tie­fe gehen, wie ich mir das wün­schen wür­de. Und dann stellt sich die Fra­ge, ob die­se Extra­in­for­ma­tio­nen aus finan­zi­el­ler Sicht etwas brin­gen wür­den.

Bei den gro­ßen Ver­si­che­rungs­por­ta­len jeden­falls wird der inter­es­sier­te Besu­cher auch nicht all­zu aus­führ­lich infor­miert, son­dern soll sich mit soviel Vor­wis­sen wie nötig über ein Online-For­mu­lar für einen spä­te­ren per­sön­li­chen Kon­takt anmel­den.

Was passiert mit dem Bloginhalt?

In den Inhalts­auf­bau mei­nes Ver­si­che­rungs­blogs habe ich viel Zeit hin­ein­ge­steckt, daher wer­den nicht alle Inhal­te kom­plett ver­schwin­den, wenn ich Ende April den Blog abschal­te. Eini­ge Bei­trä­ge pas­sen gut zu die­sem Blog, in dem ich auch das The­ma Ver­si­che­run­gen behand­le, schließ­lich gehört es für selb­stän­di­ge Web­wor­ker zum Berufs- und Pri­vat­le­ben dazu.

Ich habe mich also ent­schie­den, die 20 pas­sends­ten und erfolg­reichs­ten Blog­posts in den Geld-online-Blog zu über­neh­men, dazu auch ein paar sta­ti­sche Infor­ma­ti­ons­sei­ten. Im Augen­blick bin ich schon dabei, die Inhal­te zu trans­fe­rie­ren, hier in den Ent­wurfs­mo­dus ein­zu­stel­len und Anfang Mai frei­zu­schal­ten.

Und auch mein Ebook zum The­ma „Ver­si­che­run­gen für Selb­stän­di­ge“ wer­de ich kos­ten­los zum Down­load anbie­ten.

Fazit

Es bringt nichts, zu lan­ge an einem Pro­jekt, das nur Arbeit beschert, aber kei­ne zufrie­den­stel­len­den Ein­nah­men erzielt, fest­zu­hal­ten.

Hät­te das Pro­jekt mehr Poten­zi­al, wie­der nach oben zu kom­men, wür­de ich es auch auf­ge­ben, hät­te aber mög­li­cher­wei­se die Chan­ce genutzt, es zu ver­kau­fen. Doch mit die­sen weni­gen Blog­be­su­chern lohnt es sich nicht.

Hast du auch einen Blog, der auch nach Opti­mie­rungs­maß­nah­men ein­fach nicht wach­sen will? Und es fällt dir den­noch schwer, das Pro­jekt end­gül­tig auf­zu­ge­ben?

Das war bei mir auch so, denn eigent­lich hät­te ich den Blog schon vor einem Jahr abschal­ten sol­len. Aber manch­mal ist ein har­ter Schnitt unum­gäng­lich.

So habe ich gedank­lich wie­der Res­sour­cen frei, um mei­ne erfolg­rei­che­ren Pro­jek­te wei­ter­zu­füh­ren und auch um Neu­es zu star­ten. Jeden­falls habe ich in die­sem Jahr noch vor, eine neue Web­site zu star­ten. Inhalt? Bleibt vor­erst geheim!

(Bild­quel­le Arti­kel­an­fang: © ger­alt /Pixabay.com)