Mein heu­ti­ger Blog­ar­ti­kel nimmt Bezug zu einer Mel­dung, die ich vor knapp zwei Wochen im Inter­net, aber auch in der Zei­tung gele­sen habe.


Nach einer Stu­die des Finanz­ex­per­ten Udo Keß­ler ver­schen­ken die Deut­schen 4,3 Mil­li­ar­den Euro im Jahr, weil sie ihre Bank­gut­ha­ben, die sie auf Giro­kon­ten par­ken, nicht auf höher­ver­zins­li­che Tages­geld­kon­ten transferieren.

Und weil sie viel zu häu­fig auf den Dis­po­kre­dit zurück­grei­fen anstatt die­sen gegen einen güns­ti­ge­ren Rah­men­kre­dit zu erset­zen. War­um die Bank­kun­den in die­ser Hin­sicht so wenig machen, wird wohl einer­seits mit Bequem­lich­keit, aber viel­leicht auch mit Unwis­sen zu tun haben.

Aller­dings brau­che ich da nur an mich zu den­ken. Ich habe mit Sicher­heit auch schon ein paar Zin­sen ver­schenkt, weil ich mein Gut­ha­ben nur auf mei­nem Giro­kon­to ste­hen ließ und mich nicht ent­schlie­ßen konn­te, ein Tages­geld­kon­to zu eröff­nen. Mitt­ler­wei­le habe ich vier davon. Natür­lich wer­de ich auch mit Tages­geld­kon­ten nicht reich, aber war­um die Zin­sen, die man dort erhält, dem Staat oder den Ban­ken oder wem auch immer schen­ken? Das muss nicht sein.

Die „Schwach­stel­len“ von Giro­kon­ten sind all­ge­mein bekannt:

  • Nur weni­ge Spar­kas­sen oder Ban­ken schrei­ben auf pri­va­ten Giro­kon­ten Zin­sen gut und dann auch im Durch­schnitt gera­de mal 0,15 Pro­zent. Die Sicht­ein­la­gen auf Giro- und Tages­geld­kon­ten (Pri­vat­kon­ten und Kon­ten von Unselb­stän­di­gen) in Deutsch­land betra­gen unge­fähr 570,6 Mil­li­ar­den Euro. Cir­ca ein Drit­tel (199,7 Mil­li­ar­den Euro) befin­det sich auf pri­va­ten Giro­kon­ten. Wür­den die Bank­kun­den die­ses Geld auf ein Tages­geld­kon­to über­wei­sen, könn­ten sie im Jahr 2,5 Mil­li­ar­den Euro mehr Zin­sen einnehmen.
  • Die durch­schnitt­li­chen Soll­zin­sen für den Dis­po­kre­dit lie­gen augen­blick­lich bei 11,3 Pro­zent, woge­gen die durch­schnitt­li­chen Zin­sen für einen Rah­men- bzw. Abruf­kre­dit 7 Pro­zent aus­ma­chen. Wür­den die Bank­kun­den ihre Schul­den auf ihren Giro­kon­ten mit einem güns­ti­gen Rah­men­kre­dit ablö­sen, kämen noch­mals Gewin­ne von 1, 8 Mil­li­ar­den Euro dazu. Wei­te­re Infor­ma­tio­nen zum Rah­men­kre­dit fin­den Sie unter: Dis­po- ver­sus Abruf­kre­dit: Was ist güns­ti­ger?
Lesen  Tagesgeldkonten - besser als Sparbuch und Festgeld

Doch nun zum Tages­geld­kon­to: Die meis­ten Tages­geld­kon­ten sind ja auch nicht beson­ders attrak­tiv ver­zinst, aber deut­lich bes­ser als die Giro­kon­ten. So beläuft sich der durch­schnitt­li­che Zins­satz für ein Tages­geld­kon­to momen­tan auf 1,4 Pro­zent. Ein Ver­gleich ein­zel­ner Tages­kon­ten zeigt, dass es min­des­tens sie­ben Ban­ken gibt, die bei einer Anla­ge­dau­er von min­des­tens 6 Mona­ten mehr als die 1,4 Pro­zent Zin­sen anbie­ten, vier zah­len sogar mehr als 2 Pro­zent, wie die ING DiBa, 1822direkt, Cor­tal Con­sors und die Bank of Scotland.

Was man­che viel­leicht auch nicht wis­sen: Man kommt bei einem Tages­geld­kon­to an sein ange­leg­tes Geld zu jeder Zeit wie­der ran, im Gegen­satz zum Fest­geld. Viel­leicht ist auch die­se Ver­mu­tung, dass man sein Geld über län­ge­re Zeit bin­det, ein Grund für das Nicht­ein­rich­ten eines Tagesgeldkontos.

Wer sein Geld doch etwas nutz­brin­gen­der anle­gen möch­te und sich für die Ein­rich­tung eines Tages­geld­kon­tos inter­es­siert, der fin­det vie­le Ange­bo­te im Tagesgeldkontovergleich.

(Bild­quel­le Arti­kel­an­fang: © Rene Schu­bert #6484678/Fotolia.com)