Für jeden Selb­stän­di­gen, Free­lan­cer und für jedes Unter­neh­men ist es uner­läss­lich, ein Geschäfts­kon­to zu besit­zen.


Zwar ist es auch mög­lich, über sein pri­va­tes Giro­kon­to die geschäft­li­chen Buchun­gen vor­zu­neh­men, doch man ver­liert leicht den Über­blick über die finan­zi­el­le Lage und man erschwert sich die Steu­er­erklä­rung, bei der Rech­nun­gen und ande­re Bele­ge getrennt ein­ge­reicht wer­den sol­len.

Die Eröff­nung eines Geschäfts­kon­tos auf einer Bank läuft in der Regel pro­blem­los ab. Doch es kann auch Schwie­rig­kei­ten geben, vor allem wenn der Unter­neh­mer über einen nega­ti­ven Schufa-Ein­trag ver­fügt.

Ban­ken sind gene­rell nicht ver­pflich­tet, einem Selb­stän­di­gen bzw. Grün­der ein Geschäfts­kon­to zur Ver­fü­gung zu stel­len. Und bei einem nega­ti­ven Schufa-Ein­trag wer­den vie­le Ban­ken erst recht ableh­nen.

Definition: Schufa, Schufa-Eintrag und Schufa-Score

Schufa

Bei der Schufa Hol­ding AG (Schutz­ge­mein­schaft für all­ge­mei­ne Kre­dit­si­che­rung) han­delt es sich um eine pri­vat­wirt­schaft­li­che Wirt­schafts­aus­kunf­tei, die Ver­brau­cher­da­ten zu

Ver­trä­gen aus dem Handels‑, Tele­kom­mu­ni­ka­ti­ons- und Finanz­be­reich spei­chert.

Schufa-Ein­trag

In der Schufa-Daten­bank befin­den sich u. a. Anga­ben zu Giro­kon­ten, Raten­kre­di­ten oder Mobil­funk­ver­trä­gen. Dar­über hin­aus wer­den auch Daten zu „nicht ver­trags­ge­mä­ßem Ver­hal­ten“ abge­spei­chert.

Ein sol­ches Ver­hal­ten kommt zustan­de, wenn die Bank dem Kun­den einen Raten­kre­dit kün­digt, weil er in Zah­lungs­ver­zug gera­ten ist. Die vor­zei­ti­ge Kre­dit­kün­di­gung wird der Schufa gemel­det.

Jeder Ver­brau­cher hat per Gesetz das Recht, pro Jahr ein­mal eine kos­ten­lo­se Selbst­aus­kunft ein­zu­ho­len. Unter die­sem Link kann man sich eine Daten­ko­pie sei­ner Schufa-Ein­trä­ge bestel­len. Jede wei­te­re Abfra­ge im Jahr kos­tet schließ­lich 18,50 Euro.

Man kann die Schufa auch tele­fo­nisch unter 0611 92780 mon­tags bis frei­tags von 8 bis 19 Uhr errei­chen.

Schufa-Score

Der Schufa-Score wird auf einer Ska­la von 0 bis 100 gemes­sen, er gibt das pro­zen­tua­le Risi­ko eines Zah­lungs­aus­falls an. Je höher der Score liegt, des­to kre­dit­wür­di­ger ist man und die Wahr­schein­lich­keit steigt, dass die Bank einen Kre­dit bewil­ligt.

Wie die­ser Score genau berech­net wird, wird von der Schufa nicht bekannt­ge­ge­ben. Um den eige­nen Score zu ver­bes­sern, gibt es ver­schie­de­ne Mög­lich­kei­ten:

  • Nicht all­zu oft Ver­trä­ge wech­seln, auch was Tele­kom­mu­ni­ka­ti­ons­an­bie­ter angeht. Die Schufa wer­tet häu­fi­ge Wech­sel als nega­tiv.
  • Rech­nun­gen pünkt­lich zah­len.
  • Über­flüs­si­ge Kon­ten und Kre­dit­kar­ten auf­lö­sen, denn auch meh­re Kon­ten und Kre­dit­kar­ten wer­den nega­tiv bewer­tet.
  • Dis­po nicht über­zie­hen.
  • Nie meh­re­re Klein­kre­di­te auf­neh­men.

Konto auch ohne Schufa

Doch was kann man tun, wenn man unbe­dingt ein Geschäfts­kon­to benö­tigt und über eine schlech­te Kre­dit­wür­dig­keit ver­fügt? Mit Sicher­heit wird nicht jede Bank infra­ge kom­men, doch es gibt genü­gend Kre­dit­in­sti­tu­te, die auch Unter­neh­mern mit nega­ti­ver Schufa die Eröff­nung eines Geschäfts­kon­tos gewäh­ren.

Denn es gibt die Opti­on, ein Fir­men­kon­to auf Gut­ha­ben­ba­sis ein­zu­rich­ten. Bei die­sem Kon­to muss man auch mit deut­lich höhe­ren Gebüh­ren rech­nen.

Lässt sich die Schufa-Abfrage vermeiden?

Nein, eine Schufa-Aus­kunft kann nicht umgan­gen wer­den, denn sie ist für jede Bank ent­schei­dend, um die Boni­tät eines Kun­den zu ermit­teln. Auch das bewuss­te Ver­schwei­gen von nega­ti­ven Schufa-Ein­trä­gen wird nichts brin­gen, denn wenn man der Schufa-Über­prü­fung nicht zustimmt, wird die Bank die Geschäfts­kon­to-Eröff­nung ableh­nen.

Daher emp­fiehlt es sich, eine Schufa-Selbst­ein­kunft ein­zu­ho­len, um sei­ne Boni­tät zu über­prü­fen. Wer­den dabei feh­ler­haf­te Ein­trä­ge fest­ge­stellt, kann man die­se löschen las­sen.

Gibt es Unterschiede zwischen einem Geschäftskonto mit und ohne Schufa?

Sehr gro­ße Unter­schie­de zu einem Fir­men­kon­to ohne Schufa gibt es nicht, die Funk­tio­nen sind fast gleich. Das Kon­to ohne Schufa ermög­licht eben­falls den täg­li­chen geschäft­li­chen Zah­lungs­ver­kehr.

Wor­in es sich aller­dings unter­schei­det, ist, dass kein Dis­po ver­ein­bart wer­den kann. Gera­de Unter­neh­men, die Ein­käu­fe häu­fig vor­fi­nan­zie­ren müs­sen, sind auf den Dis­po­kre­dit ange­wie­sen. Somit kann das Gut­ha­ben­kon­to zu mone­tä­ren Ein­schrän­kun­gen füh­ren und finan­zi­el­le Trans­ak­tio­nen behin­dern. Ist die Boni­tät schlecht, kann man davon aus­ge­hen, dass eine Kon­to­über­zie­hung von der Bank abge­lehnt wird.

Das Geschäfts­kon­to auf Gut­ha­ben­ba­sis hat auch einen Vor­teil, denn man muss sich nicht vor Soll­zin­sen in Acht neh­men. Die­se wer­den erho­ben, wenn das Kon­to über­zo­gen wird. Da dies bei einem Geschäfts­kon­to ohne Schufa nicht mög­lich ist, kann man auch nicht in einen Dis­po rein­rut­schen.

Kreditkarten beim Firmenkonto ohne Schufa

Wer für sein Unter­neh­men eine Kre­dit­kar­te mit Kre­dit­rah­men benö­tigt, für den könn­te ein nega­ti­ver Schufa-Ein­trag von gro­ßem Nach­teil sein.

In sol­chen Fäl­len ver­ge­ben Ban­ken zu einem Geschäfts­kon­to ohne Schufa haupt­säch­lich Pre­paid-Kre­dit­kar­ten, die auf Gut­ha­ben­ba­sis ein­ge­setzt wer­den kön­nen, genau­so wie das Kon­to.

Falls man an einer Kre­dit­kar­te mit Kre­dit­rah­men oder an Pre­mi­um-Kre­dit­kar­ten, die einem häu­fig Rabat­te und das Buchen eines Miet­wa­gens ermög­li­chen, inter­es­siert ist, soll­te man sich nach einem Geschäfts­kon­to ohne Schufa erkun­di­gen, das regu­lä­re Kre­dit­kar­ten mit anbie­tet.

Verschiedene Geschäftskonten vergleichen

Die Ban­ken bie­ten Geschäfts­kon­ten, ganz gleich ob mit oder ohne Schufa, zu ver­schie­de­nen Kon­di­tio­nen an. Wer sich auf die Suche nach einem pas­sen­den Fir­men­kon­to macht, soll­te vor­ab ein Geschäfts­kon­to­ver­gleich durch­füh­ren, um einen genau­en Über­blick über die unter­schied­li­chen anfal­len­den Gebüh­ren zu gewin­nen.

Gene­rell fal­len bei den Geschäfts­kon­ten ohne Schufa höhe­re Gebüh­ren an.

Fazit

Wer sich als Ein­zel­un­ter­neh­mer selb­stän­dig macht oder eine GmbH oder UG grün­det, benö­tigt ein Geschäfts­kon­to, als Kapi­tal­ge­sell­schaft ist es ohne­hin Pflicht, wäh­rend Selb­stän­di­ge und Free­lan­cer auch ihr Pri­vat­kon­to für geschäft­li­che Ange­le­gen­hei­ten nut­zen kön­nen. Emp­feh­lens­wert ist es nicht.

Ein nega­ti­ver Schufa-Ein­trag ver­hin­dert die Exis­tenz- oder Geschäfts­grün­dung nicht. Denn es gibt auch Ban­ken, die Geschäfts­kon­ten ohne Schufa anbie­ten. Man soll­te auf jeden Fall auf die Kon­di­tio­nen und die anfal­len­den Gebüh­ren ach­ten, bevor man sich für ein Kon­to ent­schei­det.

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