Als Wor­d­Press vor eini­ger Zeit das Plugin Jet­pack auch den Usern zur Ver­fü­gung stell­te, die Wor­d­Press auf einer eige­nen Instal­la­ti­on und nicht nur auf Wor​d​Press​.com nut­zen, konn­te ich mich nicht gleich dafür begeis­tern.


Ich habe mir Jet­pack aber auch nicht so genau ange­schaut. Mitt­ler­wei­le sind aber so vie­le Fea­tures zusam­men gekom­men, dass es sich lohnt, Jet­pack mal genau­er zu betrach­ten.

Was verbirgt sich hinter Jetpack?

Jet­pack ist ein Plugin, das sich aus ver­schie­de­nen Funk­tio­na­li­tä­ten und Fea­tures zusam­men­setzt. Um es rich­tig ein­set­zen zu kön­nen, muss man einen Account bei Wor​d​Press​.com besit­zen, denn das Plugin liegt in der Wor­d­Press-Cloud, und über den WordPress.com-Account wird eine Ver­bin­dung dazu her­ge­stellt.

Dies mag ein klei­ner Nach­teil sein, denn dadurch lässt sich das Plugin in einer loka­len Wor­d­Press-Instal­la­ti­on (wie bei­spiels­wei­se bei XAMPP) nicht nut­zen.

Her­un­ter­la­den kann man das Plugin auf der Sei­te jet​pack​.me. Im Augen­blick bie­tet Jet­pack 30 Fea­tures, ob das nun Wid­ge­ts sind, Bil­der­ga­le­rien und ‑karus­sells, ein Kon­takt­for­mu­lar oder ein Sta­tis­tik­mo­dul, um nur ein paar der Fea­tures zu nen­nen.

Bis auf zwei Fea­tures wie Vault­Press (kos­ten­pflich­ti­ger Back­up-Ser­vice von Auto­mat­tic, dem Ent­wick­ler­team von Jet­pack und Wor​d​Press​.com) und Video­Press (kos­ten­pflich­ti­ges Video­hos­ting von Auto­mat­tic) sind alle ande­ren Fea­tures kos­ten­los.

Features von Jetpack

Bil­der­ga­le­rien und ‑karus­sells mit Karus­sell und Geka­chel­te Gale­rien: Mit die­sen bei­den Fea­tures las­sen sich sehr schö­ne Bil­der­ga­le­rien in Kachel­ef­fekt und Full-Screen-Bil­der­ka­rus­sells in den Blog ein­bin­den.

Jede in einen Blog­bei­trag oder in eine Sei­te ein­ge­bun­de­ne Bil­der­ga­le­rie wird zu einer Karus­sell-Anzei­ge umge­wan­delt, wenn man auf ein Bild klickt.

Bei den Bil­der­ga­le­rien kann man sich zwi­schen drei Dar­stel­lun­gen ent­schei­den: Ein­mal die Rect­an­gu­lar Ansicht, bei der die Bil­der ihre unter­schied­li­chen For­ma­te (Por­trät oder Land­s­cape) bei­be­hal­ten und in Kacheln anein­an­der gefügt wer­den.

Bei der Squa­re Ansicht wer­den alle Bil­der in Qua­drat-Form ange­zeigt, und in der Cir­cle-Ansicht in Kreis-Form (sie­he Bild unten).

Jetpack Bildergalerie

Schö­ne Mathe­ma­tik: Damit kann man mit der LaTeX-Mark­up-Spra­che gra­fisch anspre­chend gestal­te­te Mathe­ma­tik-For­meln in sei­nen Blog ein­bin­den. Mit Sicher­heit ist dies ein Fea­ture, das nicht sehr oft ver­wen­det wird.

Jet­pack Kom­men­ta­re: Mit die­sem Fea­ture wird das übli­che Kom­men­tar-Feld von Wor­d­Press durch ein schlich­tes Ein­ga­be­feld ersetzt. Dabei fin­det man noch die But­ton für Wor​d​Press​.com, Twit­ter und Face­book. Ein User kann dann ent­schei­den, ob er einen Gast­kom­men­tar schreibt oder sich über die ent­spre­chen­den But­tons in sei­nen WordPress.com‑, Twit­ter- oder Face­book-Account ein­loggt und sich damit authen­ti­fi­ziert.

Auf Play­ground habe ich einen Arti­kel ent­deckt, in dem erläu­tert wird, dass die über die­ses Fea­ture abge­ge­be­nen Kom­men­ta­re auf einen Ser­ver in den USA trans­fe­riert wer­den. Was Auto­mat­tic mit die­sen Daten macht, ist nicht bekannt. Wer dies nicht möch­te, soll­te daher am bes­ten auf die­se Funk­ti­on von Jet­pack ver­zich­ten.

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Kon­takt­for­mu­lar: Damit kann man über­all in den Blog sehr schnell ein Kon­takt­for­mu­lar ein­bin­den.

Cus­tom CSS: Mit die­sem Fea­ture kann man (wenn man über gute oder sehr gute CSS-Kennt­nis­se ver­fügt) Lay­out-Ände­run­gen an sei­nem The­me vor­neh­men, ohne an der The­me-inter­nen Style­sheet-Datei Ver­än­de­run­gen vor­neh­men zu müs­sen.

Erwei­ter­te Ver­brei­tung: Jet­pack nimmt auto­ma­tisch die ver­öf­fent­lich­ten Inhal­te auf dem Blog und teilt sie direkt mit Dritt­an­bie­ter-Ser­vices wie Such­ma­schi­nen. Damit soll die Blog­reich­wei­te ver­grö­ßert wer­den.

Gra­va­tar Hover­cards: Mit den Hover­cards wer­den die vie­len bekann­ten Gra­va­tar-Pro­fil­bil­der mit Infor­ma­tio­nen über die ent­spre­chen­de Per­son erwei­tert: Man fin­det in den Hover­cards Name, Bio­gra­fie-Hin­wei­se, Bil­der, Kon­takt­in­for­ma­tio­nen usw.

Die Hover­card kann man sehen, indem man über einen ange­zeig­ten User-Gra­va­tar mit der Maus fährt. Dafür muss der User eine Hover­card (hcard) zu sei­nem Gra­va­tar ange­legt haben.

Unend­lich scrol­len: Die­se Funk­ti­on erin­nert an Face­book, wo beim Her­un­ter­scrol­len eigent­lich nie das Ende der Sei­te erreicht wird, son­dern immer neue Inhal­te nach­ge­la­den wer­den. Genau das glei­che bewirkt “Unend­lich scrol­len”.

Den­noch steht die­ses Fea­ture nicht jedem zur Ver­fü­gung, denn das ver­wen­de­te The­me muss die Funk­ti­on unter­stüt­zen und das ist nicht bei allen der Fall.

JSON Schnitt­stel­le: Jet­pack erlaubt dem User damit, Appli­ka­tio­nen und Diens­te zu auto­ri­sie­ren, die sich dann auf siche­re Wei­se mit dem Blog ver­bin­den. Wie die­ser Ser­vice genau aus­sieht, kann ich nicht näher beschrei­ben, da ich ihn noch nicht aktiv genutzt habe.

Gefällt mir: Der Gefällt-mir-But­ton wird unter den Bei­trag ein­ge­blen­det ein­schließ­lich der Gra­va­tare der User, die den But­ton geklickt haben. Für den Like-But­ton wer­den die WordPress.com-Konten der User her­an­ge­zo­gen.

Das heißt, wer die­sen But­ton anklickt, muss in sei­nen WordPress.com-Account ein­ge­loggt sein und kann dort auch sei­ne Likes ver­wal­ten. Ver­wech­seln Sie die­sen But­ton nicht mit dem Face­book-Gefällt-mir-But­ton. Es ist ein Like-But­ton von Wor​d​Press​.com.

Mobi­le-The­me: Damit kann man sei­nen Blog mobil­fä­hig machen. Das mobi­le Lay­out ist vor allem für klei­ne Bild­schir­me opti­miert. Wer schon ein respon­si­ve The­me auf sei­nem Blog ver­wen­det, benö­tigt die­ses Fea­ture nicht.

Mobi­le-Push-Noti­fi­ca­ti­on: Wer ein Smart­pho­ne wie ein iPho­ne oder das Android-Betriebs­sys­tem ver­wen­det, kann sich über das Han­dy infor­mie­ren las­sen, wenn neue Kom­men­ta­re auf dem Blog ein­ge­gan­gen sind.

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Omnise­arch: Mit dem Such­feld Omnise­arch kann man den Blog auch nach Kom­men­ta­ren, Bil­dern in der Media­thek und Plugins durch­su­chen. Wie ich fest­ge­stellt habe, steht Omnise­arch nur den Back-Usern, also haupt­säch­lich dem Admin, zur Ver­fü­gung.

omnisearch

Publi­zie­ren: Mit dem Fea­ture “Publi­zie­ren” kann man sei­ne Beträ­ge auf Face­book, Twit­ter, Tumb­lr, Lin­kedin und Path sowie sei­nem Google+-Profil tei­len.

Jetpack Publizieren

Per E‑Mail blog­gen: Damit kann man Bei­trä­ge via E‑Mail auf sei­nem Blog publi­zie­ren Dazu eig­net sich jedes E‑Mail-Pro­gramm. Eine prak­ti­sche Funk­ti­on für unter­wegs, die man vom Smart­pho­ne aus nut­zen kann.

Als E‑Mail-Adres­se wird von Wor­d­Press eine Adres­se bei Wor​d​Press​.com gene­riert.

Pho­ton: Mit Pho­ton kann man sei­ne Arti­kel­bil­der auf dem CDN von Wor​d​Press​.com abspei­chern. Dadurch wer­den die­se aus­ge­la­gert und die Lade­zeit des Blogs wird schnel­ler. Eine wirk­lich inter­es­san­te Funk­ti­on, die ich wahr­schein­lich nut­zen wer­de.

Abon­ne­ments: Mit die­sem Wid­get kann man es Usern ermög­li­chen, alle Blog­bei­trä­ge per Mail zu abon­nie­ren. Die Benach­rich­ti­gung wird von Wor​d​Press​.com ver­sen­det. Unter Design — Wid­ge­ts steht ein ent­spre­chen­des Wid­get mit der Bezeich­nung “Jet­pack: Blog-Abon­ne­ments” zur Ver­fü­gung. Auch Blog­kom­men­ta­re kön­nen abon­niert wer­den.

Benach­rich­ti­gun­gen: Mit die­sem Tool­bar-Werk­zeug bleibt man auf dem Lau­fen­den, was die Akti­vi­tä­ten auf dem Blog angeht. Neue Kom­men­ta­re wer­den ange­zeigt, die man mit der Tool­bar auch beant­wor­ten kann.

WordPress.com-Statistiken: Die­ses Fea­ture lie­fert Daten zu den Besu­cher­zah­len und noch ande­re Sta­tis­ti­ken. Da sei­ne Ver­wen­dung in Deutsch­land zu daten­schutz­recht­li­chen Pro­ble­men führt (wo bzw. auf wel­chen Ser­vern die Daten abge­spei­chert wer­den, ist nicht klar), soll­te man von der Nut­zung eher abse­hen. Eine gute Alter­na­ti­ve ist Piwik oder das Wor­d­Press-Plugin WP Piwik.

Sharing: Damit kann man Sharing-But­tons für Face­book, Twit­ter und noch vie­le ande­re Diens­te wie u. a. Goog­le+, Pin­te­rest, Tumb­lr und Digg in den Blog ein­bin­den. Über die­se But­tons kön­nen User Bloginhal­te auf den ent­spre­chen­den Com­mu­nities tei­len.

Unter Ein­stel­lun­gen — Sharing kann man die But­tons per Drag & Drop in eine Leis­te zie­hen. Dann erst wer­den sie im Blog unter den Arti­keln und auf sta­ti­schen Sei­ten ange­zeigt, je nach­dem wel­che Anzei­geop­ti­on man aus­wählt.

Recht­schrei­bung und Gram­ma­tik: Dafür wird der After-the-Dead­line-Kor­rek­tur­ser­vice genutzt. Mög­li­che Recht­schreib­feh­ler wer­den rot unter­stri­chen im Edi­tor mar­kiert. Wei­te­re Anpas­sun­gen für die­se Funk­ti­on kann man in sei­nem Benut­zer­pro­fil im Wor­d­Press-Dash­board vor­neh­men.

Goog­le + Pro­fil-Link: Unter­halb der Blog­bei­trä­ge kann man einen Goog­le + But­ton und einen Link zum Goog­le+ Pro­fil ein­bin­den.

WP​.me Kurz-URLs: Statt lan­ge URLs abzu­tip­pen oder zu kopie­ren, kann man mit die­ser Funk­ti­on einen kur­zen und ein­fa­chen Link zu den Bei­trä­gen und Sei­ten gene­rie­ren.

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Um Kurz-URLs zu ver­wen­den, geht man zu einem bereits ver­öf­fent­li­chen Blog­ar­ti­kel oder zu einer Sei­te. Ein But­ton ‘Kurz-URL anzei­gen’ wird unter dem Bei­trags­ti­tel ange­zeigt. Wenn man dar­auf klickt, wird ein Fens­ter geöff­net mit der Kurz-URL, die man dann sehr gut bei den Social Com­mu­nities tei­len kann.

Wid­get Visi­bi­li­ty: Damit kann man fest­le­gen, auf wel­chen Sei­ten ein Wid­get in der Sei­ten­leis­te ange­zeigt oder aus­ge­blen­det wird.

Short­codes ein­bet­ten: Mit Jet­pack wer­den auch Short­codes ver­füg­bar. Sie sind vor allem prak­tisch für das Ein­bin­den von ande­ren Medi­en wie Vide­os von You­tube oder Vimeo. Auch Audio­da­tei­en, Doku­men­te von Doku­men­ten­por­ta­len wie Sli­desha­re und Scribd und Bil­der von Flickr las­sen sich mit einem Short­code ein­bin­den.

Zusätz­li­che Side­bar-Wid­ge­ts: Dazu gehö­ren ein RSS-Links-Wid­get, ein Twit­ter-Wid­get, das die letz­ten eige­nen Tweets anzeigt, ein Face­book-Gefällt-mir-Box-Wid­get und ein Bil­der-Wid­get, mit dem man Bil­der in die Sei­ten­leis­te ein­fü­gen kann.

Wor​d​Press​.com Con­nect: Damit kön­nen sich User in den Backend-Bereich von Wor­d­Press ein­log­gen, indem sie die glei­chen Ein­log­da­ten nut­zen, die sie für ihren WordPress.com-Account ange­legt haben.

Wer sei­nen Usern ein Log­in-For­mu­lar anbie­tet, fin­det dann dar­un­ter den Hin­weis: Con­nect with Wor​d​Press​.com.

Fazit

Eine gan­ze Rei­he von nütz­li­chen und von weni­ger brauch­ba­ren Fea­tures lie­fert das Jet­pack-Wor­d­Press-Plugin.

Von den aktu­ell 28 kos­ten­lo­sen Fea­tures sind aber mit Sicher­heit ein paar inter­es­san­te für jeden Blog­ger dabei, wie die Bil­der­ga­le­rien, das Abon­ne­ment- bzw. Sub­scrip­ti­on-Wid­get, der Google+-Button oder der CDN-Dienst Pho­ton.

Aller­dings muss man aus Daten­schutz­grün­den von man­chen Abstand hal­ten, wie bei­spiels­wei­se von WordPress.com-Statistiken und Jet­pack Kom­men­ta­re.

Aber alles in allem ein emp­feh­lens­wer­tes Plugin, das auch zu den belieb­tes­ten in der gro­ßen Wor­d­Press-Com­mu­ni­ty gehört.