Nachdem ich in den ersten beiden Artikeln über Google AdWords einmal den Anmeldeprozess und die Erstellung einer Werbeanzeige erläutert habe, gehe ich heute auf die Erklärung wichtiger Begrifflichkeiten ein.


Denn davon gibt es einige im AdWords-Account, die auf den ersten Blick nicht ganz schlüssig sind. In diesem Beitrag stelle ich die verschiedenen Keyword-Optionen vor, mit denen Sie steuern können, bei welchen Suchanfragen die Einblendung Ihrer Werbeanzeige ausgelöst wird.

Im Bereich Anzeigengruppen Ihres Google-AdWords-Accounts geben Sie zum Abschluss Ihrer Kampagnenerstellung die entsprechenden Keywords ein. Viele wissen nicht, dass sie auch ausschließende Keywords festlegen können, also Schlüsselwörter, bei denen die Werbeanzeige nicht angezeigt werden soll usw.

Google ist standardmäßig auf die Option Weitgehend passend eingestellt, doch diese Option liefert auch sehr häufig ungewünschte Verbindungen zu anderen Schlüsselbegriffen, wie beispielsweise Polo ein Auto sein kann, aber auch ein Spiel oder ein Kleidungsstück. Auch dies sollten Sie bei der Festlegung Ihrer Keywords berücksichtigen, dass bestimmte Assoziationen ausgeschlossen werden.

Diese Keyword-Optionen finden Sie auch im Google AdWords-Keyword-Tool vor, wenn Sie auf die Recherche von wichtigen Schlüsselbegriffen für Ihre geplante Kampagne gehen.

Nun zu den verschiedenen Übereinstimmungstypen der Keywords und was genau dahinter steckt:

Weitgehend passend

Diese Option wählen Sie, wenn Sie Keywords ohne weitere Zeichenmarkierung in das Keywordfeld eintragen.

Ihre Anzeige wird dann immer eingeblendet, wenn sämtliche Wörter in der Zeichenfolge irgendwo in der Suchanfrage des Users vorkommen. Inbegriffen sind auch Singular- und Pluralformen,  thematisch relevante Varianten, verwandte Suchbegriffe und Wortstämme.

Beispiel:

Sie legen den Suchbegriff nokia objektiv fest.

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Dann wird die Anzeige auch eingeblendet bei folgenden Sucheingaben:

  • objektiv nokia
  • bestes objektiv nokia
  • nokia objektive
  • objektive für nokia cameras
  • nokia 18-200 objektiv

Mit der Option Weitgehend passend riskieren Sie viele unproduktive Klicks von Usern, die Sie letztendlich Geld kosten. Das soll aber nicht heißen, dass man diese Einstellung immer vermeiden soll. Es gibt auch Suchbegriffe oder Suchbegriffkombinationen, die einfach auch gute Varianten bieten, worüber sich noch eine große Zahl von möglichen Kunden finden lassen.

Es sollte immer der Einzelfall genau betrachtet werden, bevor man entscheidet, wie man seine Keyword-Optionen auswählt.

Weitgehend passend ist ungenau und macht oft Probleme beim sinnvollen Einsetzen. Daher sollte man auf weitgehende Übereinstimmungen weniger bieten. Auf der anderen Seite liefert Weitgehend passend die größte Reichweite bei nur geringem Aufwand an Keyword-Recherche.

So wird Ihre Anzeige bei günstige Bademode als auch bei Bademode, günstig eingeblendet, wenn Sie sich für die weitgehend passende Option entschieden haben, legen Sie [günstige Bademode] fest, wird die Anzeige bei Bademode, günstig nicht eingeblendet.

Für gebräuchliche einzelne Wörter mit hohem Suchanfragenvolumen ist die weitgehend passende Option nicht immer sehr geeignet, dafür aber mehr für besondere Begriffe sowie für Eigennamen, weil für diese die Anzahl der Anfragen relativ übersichtlich ist.

Passende Wortgruppe

Falls Sie möchten, dass Ihre Anzeige bei einer bestimmten Wortgruppe in den Suchergebnissen eingeblendet wird, setzen Sie die Wortgruppe in Anführungszeichen. Zwar können dann noch zusätzliche Wörter vor oder hinter der Wortgruppe stehen, aber die Wortreihenfolge ist von Ihnen genau festgelegt worden.

Beispiel:

  • „nokia objektiv“
  • bestes nokia objektiv
  • nokia objektiv 18-200
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Am Beispiel des Suchbegriffs nokia objektiv sehen Sie an der Option Wortgruppe, dass die Reihenfolge der beiden Wörter bestehen bleiben muss, damit die Werbeanzeige eingeblendet wird. Vor und hinter die Begriffe können sich weitere Wörter gesellen. Und auch die Mehrzahl des Begriffs Objektiv wird für die Anzeige ausgeschlossen.

Verwenden Sie einen Suchbegriff, der aus einem Wort besteht, dann brauchen Sie diesen nicht in Anführungszeichen zu setzen. Denn ein einzelnes Wort in Anführungszeichen verhält sich so,  als wenn es ohne Anführungszeichen angegeben würde, da bei einem Wort keine Wortreihenfolge zu beachten ist.

Genau passend

Ihr festgelegter Begriff oder Ihre festgelegte Wortgruppe muss genau mit der Eingabe des Users übereinstimmen, was heißt, dass auch keine Begriffe vor oder hinter dem Keyword oder der Keywordgruppe vorkommen dürfen.

Sie erzwingen eine 100prozentige Übereinstimmung, indem Sie das Keyword oder die Wortgruppe in eckige Klammern [] setzen.

Beispiel:

[nokia objektiv]

Damit wird Ihre AdWords-Kampagne nur eingeblendet, wenn die Reihenfolge der beiden Begriffe, wie sie oben aufgeführt sind, als Suchbegriff eingegeben wurde. Auch Pluralsetzung und Wörter vor und hinter der Wendung schließen eine Einblendung der Werbeanzeige aus.

Bedenken Sie, dass genau passende Suchanfragen auch nachteilig sein können. So kann es sinnvolle Suchanfragen geben, bei denen noch ein Wort vor Ihrer fest definierten Wortgruppe mögliche Kunden ausschließt ([elektrische Bohrmaschine] verhindert die Einblendung von kabellose elektrische Bohrmaschine).

Ausschließende Begriffe

Sie können auch Begriffe für eine Werbeeinblendung ausschließen, indem Sie diese explizit in dem Keywordfeld aufführen und ein Minuszeichen davorsetzen.

Beispiel:

– kostenlos

Wenn Sie über Ihre Werbeanzeige Produkte verkaufen wollen, dann sollten Sie vor allem das Wörtchen kostenlos ausschließen, denn viele User im Internet suchen nach kostenlosen Produkten. Auf deren kostenpflichtige Klicks auf die Werbeanzeige sollten Sie verzichten.

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Das auszuschließende Wort wird auch wie bei Weitgehend passend in seinen verschiedenen Varianten gesperrt, also auch im Plural und in Verbindung mit dem entsprechenden Produktnamen.

Fazit

Einige Experten nennen die passende Wortgruppe als fast optimale Option, da ihr Einsatz oft eine spürbare Kampagnenoptimierung bewirkt, ohne dass man viel an Keywordrecherche austesten musste.

Dennoch bleibt es einem sicherlich nicht erspart, bei seinen Google-AdWords-Kampagnen mit diesen Optionen Weitgehend passend, Wortgruppe, ausschließende Begriffe und Genau passend Tests durchzuführen, wenn man eine bessere CTR und niedrigere Anzeigenpreise erreichen will.