Das Geschäfts­mo­dell Dropship­ping erfreut sich inner­halb der letz­ten Jah­re immer grö­ße­rer Beliebt­heit. Die Vor­tei­le lie­gen auf der Hand und las­sen sich im Wesent­li­chen auf zwei Berei­che her­un­ter­bre­chen: Zeit- und Kos­ten­er­spar­nis­se.


Natür­lich ist es ins­be­son­de­re für klei­ne­re E‑Com­mer­ce-Shops vor­teil­haft, die Pro­duk­ti­on, die Pro­dukt­la­ge­rung und Ver­sand­ab­wick­lung exter­nen Dienst­leis­tern zu über­las­sen. Trotz­dem soll­te man bei der Aus­wahl von Dropship­ping-Anbie­tern nicht auf die güns­ti­gen, meist chi­ne­si­schen Dienst­leis­ter set­zen. Hier wird gera­de von Ein­stei­gern häu­fig am fal­schen Ende gespart.

Die Zusam­men­ar­beit mit die­sen Anbie­tern gestal­tet sich in der Pra­xis nicht nur schwie­rig, son­dern bringt auch erheb­li­che unter­neh­me­ri­sche Risi­ken mit sich. In die­sem Bei­trag nen­ne ich dir sie­ben Grün­de, war­um du einen euro­päi­schen Dropship­ping-Anbie­ter aus­wäh­len soll­test.

#1 Rechtliche Sicherheit

Auch wenn es pes­si­mis­tisch klingt: Bei Dropship­ping-Anbie­tern außer­halb der EU hast du häu­fig kei­ne recht­li­che Sicher­heit! Die Zusam­men­ar­beit mit nicht-EU Anbie­tern bringt vie­le Risi­ken mit sich – beson­ders pro­ble­ma­tisch sind zum Bei­spiel fol­gen­de Fra­gen:

  • Wel­ches Recht ist anwend­bar? (Land des Anbie­ters vs. EU)
  • Wie kann ich mei­ne Ansprü­che gegen­über dem Dropship­ping Anbie­ter durch­set­zen? (z.B. bei man­gel­haf­ten Pro­duk­ten, Nicht­lie­fe­rung der Ware etc.)
  • Wer haf­tet für Per­so­nen­schä­den? (z.B. bei feh­ler­haf­ten Kin­der- oder Elek­tro­pro­duk­ten)

Neben den genann­ten Risi­ken steht auch noch ein wei­te­rer Ele­fant im Raum: die DSGVO. Bei der Aus­wahl eines chi­ne­si­schen Part­ners hast du kei­ne Hand­ha­be, ob die­ser die Daten dei­ner Kun­den nach euro­päi­schen Daten­schutz­ge­set­zen ver­ar­bei­tet oder nicht. Auch der Abschluss eines Auf­trags­da­ten­ver­ar­bei­tungs­ver­tra­ges wird sich als sehr schwie­rig gestal­ten. Tie­fer­ge­hen­de recht­li­che Infor­ma­tio­nen fin­dest du auch in einem Bei­trag der IT-Recht Kanz­lei.

Wenn du dich hin­ge­gen für einen euro­päi­schen Dropship­ping-Anbie­ter ent­schei­dest, genießt du sowohl als Nut­zer als auch als Anbie­ter recht­li­che Sicher­heit. Durch einen Fir­men­sitz inner­halb der EU sind die EU-Geset­ze unein­ge­schränkt anwend­bar. Auch daten­schutz­recht­li­che Pro­ble­me bestehen bei der Zusam­men­ar­beit mit euro­päi­schen Dienst­leis­tern nicht.

#2 Belege für die Buchführung

Jeder Kauf­mann lernt schon im Stu­di­um oder der Berufs­schu­le die Grund­sät­ze ord­nungs­ge­mä­ßer Buch­füh­rung ken­nen. Ein sehr mar­kan­ter Grund­satz lau­tet: kei­ne Buchung ohne Beleg.

Rech­nun­gen oder Lie­fer­schei­ne von nicht-EU Anbie­tern wer­den teil­wei­se nicht nach EU-Vor­schrif­ten erstellt. Es kön­nen also bestimm­te Anga­ben feh­len, die in der EU zwin­gend not­wen­dig sind. Die­se kön­nen daher von dei­nem Finanz­amt im schlimms­ten Fall nicht aner­kannt wer­den. Dadurch erhöht sich dei­ne Steu­er­last unnö­tig und dir geht wich­ti­ges Kapi­tal ver­lo­ren.

Bei euro­päi­schen Dropship­ping-Anbie­tern erhältst du Rech­nun­gen mit aus­ge­wie­se­ner Umsatz- bzw. Mehr­wert­steu­er, die den EU-Geset­zen ent­spre­chen. Dein Steu­er­be­ra­ter wird es dir bei der nächs­ten Steu­er­erklä­rung dan­ken.

#3 Kurze Lieferzeiten

Ein bekann­tes Pro­blem bei der Bestel­lung von güns­ti­gen Pro­duk­ten bei chi­ne­si­schen Anbie­tern ist die Dau­er der Lie­fer­zeit. War­te­zei­ten von 3 bis 6 Wochen sind die Regel, nicht die Aus­nah­me. Dei­ne Kon­kur­renz kann auf­grund von Grö­ßen- und Stand­ort­vor­tei­len even­tu­ell bereits am sel­ben Tag lie­fern. In der Regel aber in 1 bis 5 Tagen. Laut einer Stu­die des EHI Retail Insti­tu­te lie­fern 50% der Online-Händ­ler ihre Ware inner­halb von 24 Stun­den an ihre Kun­den.

Wenn du dei­nen Kun­den also güns­ti­ge Pro­duk­te mit einer Lie­fer­zeit von 3 bis 6 Wochen anbie­test, wer­den vie­le ganz ein­fach für eini­ge Euro mehr bei der Kon­kur­renz bestel­len! Für pro­fes­sio­nel­le Dropship­ping-Dienst­leis­ter aus Euro­pa sind kur­ze Lie­fer­zei­ten wich­tig. Das gilt auch für Pro­duk­te, die erst auf Nach­fra­ge pro­du­ziert wer­den (z.B. Print-on-Demand).

#4 Keine Zölle

Außer­dem sind euro­päi­sche Waren beim Han­del inner­halb der EU zoll­frei. Das erleich­tert dir das Ver­kau­fen und dei­nen Kun­den das Kau­fen. Das ist ein wei­te­rer ent­schei­den­der Vor­teil, den du durch die Zusam­men­ar­beit mit einem EU-Dropship­per genießt.

Dei­ne Kun­den wer­den weder zusätz­li­che Zoll­ge­büh­ren für die Ein­fuhr der Waren zah­len oder die­se bei der Zoll­be­hör­de vor Ort abho­len müs­sen. Das spart dei­nen Kun­den Zeit, Ner­ven und senkt die Retou­ren­quo­te immens.

#5 Einfachere Retouren

Häu­fig unter­schät­zen Händ­ler den Umfang von Retou­ren beim Dropship­ping. Doch für dei­ne Kun­den besteht i.d.R. ein Wider­rufs­recht. Daher kön­nen sowohl man­gel­haf­te Pro­duk­te als auch Pro­duk­te, die aus ver­schie­de­nen Grün­den nicht gefal­len, an den Online-Händ­ler zurück­ge­sen­det wer­den.

Grund­sätz­lich wer­den dei­ne Kun­den die Ware an dich zurück­sen­den und erwar­ten eine unkom­pli­zier­te Rück­erstat­tung. Bei nicht-euro­päi­schen Platt­for­men kann die Abwick­lung sol­cher Rück­erstat­tun­gen für dich als Händ­ler schwie­rig und lang­wie­rig sein.

Ein guter euro­päi­scher Dropship­ping-Part­ner bie­tet dir daher auch Mög­lich­kei­ten zur Abwick­lung von Retou­ren. Denn beson­ders E‑Com­mer­ce-Ein­stei­ger haben kei­ne Logis­tik­ka­pa­zi­tä­ten, um die Retou­ren effi­zi­ent abzu­wi­ckeln.

#6 Kundenservice

Wenn Bestel­lun­gen bei Kun­den nicht oder in einem schlech­ten Zustand ankom­men, beginnt die Aus­ein­an­der­set­zung mit dem Kun­den­ser­vice des Dienst­leis­ters. Vie­le nicht-euro­päi­sche Dienst­leis­ter sind ledig­lich über E‑Mail oder einen Live-Chat erreich­bar.

Eini­ge bie­ten zwar tele­fo­ni­schen Kun­den­ser­vice an, der dich aber auf­grund der hohen Gebüh­ren auch eini­ges an Geld kos­ten kann. Außer­dem las­sen die Eng­lisch­kennt­nis­se der Mit­ar­bei­ter häu­fig zu wün­schen übrig, sodass eine Kom­mu­ni­ka­ti­on sehr schwie­rig sein kann.

Zu euro­päi­schen Dropship­ping-Anbie­tern kannst du in der Regel einen schnel­len und direk­ten Kon­takt her­stel­len — bei pro­fes­sio­nel­len Dienst­leis­tern auch unkom­pli­ziert per Tele­fon. Bei Anbie­tern in der DACH Regi­on wird dir sogar auf Deutsch gehol­fen. So kannst du dei­ne Zeit für die wich­ti­gen Din­ge nut­zen: Dein Unter­neh­men auf­bau­en und Qua­li­täts­pro­duk­te an dei­ne Kun­den ver­kau­fen.

#7 Die Produktqualität

Von Elek­tro­ar­ti­keln über Schmuck bis hin zu (bedruck­ten) Tex­ti­li­en: Alles lässt sich über chi­ne­si­sche Platt­for­men zu güns­ti­gen Prei­sen per Dropship­ping ver­kau­fen. Aber Ach­tung: Vie­le Pro­duk­te ent­spre­chen nicht den euro­päi­schen Stan­dards. So ver­fü­gen zum Bei­spiel Kin­der- oder Elek­tronik­pro­duk­te häu­fig nicht über eine CE-Kenn­zeich­nung.

Ins­be­son­de­re bei Tex­ti­li­en kommt es häu­fig zu erheb­li­chen Pro­ble­men bei der Pro­dukt­qua­li­tät. Schlech­tes Mate­ri­al kann zu All­er­gien füh­ren. Schlech­te Druck­qua­li­tät der Moti­ve führt zu Unzu­frie­den­heit der Kun­den. Wei­ter­hin ent­spre­chen die Grö­ßen der Tex­ti­li­en nicht den euro­päi­schen Nor­men.

All die­se Punk­te füh­ren zu hohen Retour­quo­ten, nega­ti­ven Online-Bewer­tun­gen und Umsatz­rück­gän­gen. Mit sol­chen Pro­duk­ten kannst du kei­ne Stamm­kund­schaft auf­bau­en. Du soll­test daher auf Qua­li­täts­pro­duk­te pro­fes­sio­nel­ler Anbie­ter aus Euro­pa set­zen.

Fazit: Europäische Dropshipping-Anbieter nutzen

Alles in allem lässt sich fest­hal­ten, dass die Risi­ken bei der Zusam­men­ar­beit mit nicht-euro­päi­schen Dienst­leis­tern klar über­wie­gen. Ein güns­ti­ger Preis ist eben nicht alles – auch nicht im E‑Commerce. Du soll­test daher mit einem kom­pe­ten­ten, effi­zi­en­ten und euro­päi­schen Dropship­ping-Anbie­ter zusam­men­ar­bei­ten. Nur auf die­se Wei­se kannst du die oben beschrie­be­nen Vor­tei­le für dich und dei­ne Kun­den nut­zen.

Online-Händ­ler im Bereich Mode, Mer­chan­di­se, Wer­be­ar­ti­kel oder Tex­ti­li­en kön­nen online indi­vi­du­el­le Tex­ti­li­en und Print-Pro­duk­te im Shir­ti­go Cock­pit gestal­ten, die Bestel­lun­gen auto­ma­ti­siert pro­du­zie­ren und ver­sen­den las­sen. Alle Print-Pro­duk­te wer­den in Deutsch­land pro­du­ziert und welt­weit ver­sen­det. Mit Inte­gra­tio­nen für Shopi­fy, Shop­ware oder Woo­Com­mer­ce kön­nen Bestel­lun­gen auto­ma­tisch pro­du­ziert wer­den. Auch eine moder­ne API ist vor­han­den. Die Regis­trie­rung und Ein­rich­tung ist völ­lig kos­ten­los.

Über den Autor

Sven Ver­borg ist ein Digi­tal Nati­ve mit lang­jäh­ri­ger E‑Com­mer­ce-Erfah­rung aus Köln. Er ist der­zeit für Shir­ti­go tätig. Shir­ti­go betreibt u.a. die Print-on-Demand Platt­form Shir­ti­go Cock­pit (https://​cock​pit​.shir​ti​go​.de/)für Shirts und Print-Pro­duk­te. Du kannst dich auf XING direkt mit dem Autor ver­net­zen: https://​www​.xing​.com/​p​r​o​f​i​l​e​/​S​v​e​n​_​V​e​r​b​o​rg/

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