Auch wenn das The­ma Recht­schrei­bung auf den ers­ten Blick nicht sehr viel mit Geld­ver­die­nen online zu tun hat, so gehört die kor­rek­te Beherr­schung der deut­schen Recht­schrei­bung zu den grund­le­gen­den Vor­aus­set­zun­gen, um pro­fes­sio­nell auf­tre­ten zu können:


Sei es beim Ver­fas­sen von Blog­ar­ti­keln, Web­site-Tex­ten, News­let­tern, Ebooks und Büchern und beim schrift­li­chen Kom­mu­ni­zie­ren in den ver­schie­de­nen Social-Media-Netzwerken.

Ich habe mich des­halb ent­schie­den, die­se klei­ne Ortho­gra­fie-Rei­he zu schrei­ben, weil mir schon sehr oft auf­ge­fal­len ist, dass Recht­schrei­bung nicht gera­de die Stär­ke vie­ler Inter­net­mar­ke­ter ist.

Vie­le digi­ta­le Info­pro­duk­te strot­zen nur so von Feh­lern — und das rich­ti­ge Schrei­ben von Wör­tern wird immer mehr ver­nach­läs­sigt, da es für vie­le auch unwich­tig ist und die Recht­schrei­bung ohne­hin nicht gera­de als span­nen­des The­ma geschätzt wird.

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Den­noch gibt es nun mal die deut­sche Recht­schrei­bung, die mit zahl­rei­chen Tücken und Fal­len gespickt ist.

Gera­de die Groß- und Klein­schrei­bung pro­vo­ziert bei Schrei­ben­den unzäh­li­ge Feh­ler, doch die Zusam­men- und Getrennt­schrei­bung birgt genau­so vie­le Fal­len, in die man ger­ne hineintritt.

Auch ich bin in eini­gen Fäl­len nicht immer sicher, wie etwas geschrie­ben wird (auch als stu­dier­te Germanistin :-)).

Mein Arti­kel behan­delt die ein­zel­nen Ortho­gra­fie­be­rei­che der deut­schen Spra­che, die sich wie folgt zusammensetzen:

  1. Lau­te und Buchstaben
  2. Groß- und Kleinschreibung
  3. Getrennt- und Zusammenschreibung
  4. Schrei­bung mit Bindestrich
  5. Zei­chen­set­zung
  6. Wort­tren­nung am Zeilenende
  7. Die häu­figs­ten Rechtschreibfehler

Zu Punkt 6: Zwar spielt die Wort­tren­nung am Zei­len­en­de im Zeit­al­ter des Com­pu­ters und des auto­ma­ti­schen Zei­len­um­bruchs kaum noch eine Rol­le, doch für die Ver­voll­stän­di­gung des The­mas wer­de ich dazu wenigs­tens die wich­tigs­ten Regeln aufführen.

#1 Laute und Buchstaben

Die deut­sche Spra­che ist eine his­to­risch gewach­se­ne und daher ent­spricht ein Laut nicht immer einem Buchstaben.

Dar­aus ist ein kom­ple­xes Pro­blem ent­stan­den: Lau­te kön­nen durch Buch­sta­ben wie­der­ge­ge­ben wer­den und umge­kehrt Buch­sta­ben in Lau­te umge­setzt wer­den. Im Ide­al­fall ent­spricht ein Laut (oder eine Laut­ver­bin­dung) genau einem Buch­sta­ben (oder einer Buchstabenverbindung).

Da sei als Bei­spiel der deut­schen Unre­gel­mä­ßig­keit der lang gespro­che­ne Laut a genannt, der ein­mal durch den Buch­sta­ben a, aber auch durch die Buch­sta­ben­ver­bin­dung aa und ah wie­der­ge­ge­ben wird.

Eine kon­se­quen­te und sys­te­ma­ti­sche Durch­set­zung des Laut­prin­zips wäre auch im Deut­schen zwar durch­aus mög­lich und bräch­te wohl eine deut­li­che Ver­ein­fa­chung mit sich, der Preis dafür wären aber erheb­li­che Ein­grif­fe in das gewohn­te Schriftbild.

Dazu schei­nen die meis­ten Men­schen, vor allem die Lesen­den, nicht bereit zu sein. Auch aus die­sem Grund müs­sen wir uns letzt­lich mit so vie­len Aus­nah­men in der Schreib­wei­se rumschlagen.

Nun zu den wich­tigs­ten Rege­lun­gen in der Laut-Buchstaben-Beziehung.

Die s‑Schreibung:
Das schar­fe s — ß — wird nur nach lan­gem Vokal und nach Diphthong (Dop­pel­laut) geschrie­ben. Man schreibt also beispielsweise

  • das Maß — des Maßes
  • gie­ßen — er gießt
  • der Fuß — des Fußes

Nach kur­zem Vokal wird ein Doppel‑s geschrie­ben. Beispiele:

  • der Fluss — die Flüsse
  • es passt, passend
  • wäss­rig
  • das Fass
  • der Schluss

Zusam­men­tref­fen drei­er glei­cher Buchstaben:
Wenn in Zusam­men­set­zun­gen drei glei­che Buch­sta­ben zusam­men­tref­fen, blei­ben immer alle erhal­ten, auch wenn drei Voka­le auf­ein­an­der­tref­fen. Hier ein paar Beispiele:

  • Schiff­fracht
  • fett­trie­fend
  • Schiff­fahrt
  • Schritt­tem­po
  • See­ele­fant
  • Fluss­stre­cke

Um die Les­bar­keit die­ser Wör­ter zu ver­bes­sern, ist es auch in den meis­ten Fäl­len mög­lich, den Bin­de­strich zwi­schen die Wör­ter zu setzen.

  • See-Ele­fant
  • Sauer­stoff-Fla­sche

Mit zwei Kon­so­nan­ten wer­den beispielsweise

  • Mit­tag
  • den­noch

geschrie­ben. Hier gibt es kei­ne Drei­fach-Kon­so­nan­ten, weil die­se Wör­ter nicht mehr als Zusam­men­set­zung behan­delt werden.

Ver­dop­pe­lung der Kon­so­nan­ten nach kur­zem Vokal:
Im Zuge der letz­ten Recht­schreib­re­form wer­den in ver­schie­de­nen Ein­zel­wör­tern Kon­so­nan­ten­buch­sta­ben in Anleh­nung an Fle­xi­ons­for­men oder an ande­re Wör­ter der­sel­ben Wort­fa­mi­lie (Stamm­prin­zip) dop­pelt geschrie­ben. Beispiele:

  • Ass
  • Kara­mell
  • num­me­rie­ren (wegen Num­mer)
  • Tipp (wegen tip­pen)
  • Toll­patsch
  • Stu­cka­teur (vor­her nur k, wegen Stuck geändert)
  • plat­zie­ren (wegen Platz)

Umlaut­schrei­bung:
Wegen des Stamm­prin­zips wird in man­chen Wör­tern ä statt e geschrie­ben. Auch die­se Schreib­wei­se ist für man­chen noch etwas unge­wohnt. Beispiele:

  • schnäu­zen (wegen Schnau­ze)
  • Stän­gel (wegen Stan­ge)
  • behän­de (wegen Hand)
  • Gäm­se (wegen Gams)
  • über­schwäng­lich (wegen Über­schwang)

Wei­te­re aktu­el­len Schreibungen:

  • rau (ohne End‑h)
  • Roh­heit
  • Zäh­heit
  • Kän­gu­ru (ange­passt an Gnu und Kaka­du)
  • Zier­rat
  • selbst­stän­dig (aber auch selb­stän­dig möglich)
  • Alb­traum (aber auch Alp­traum möglich)
  • Alb­drü­cken (aber auch Alp­drü­cken möglich)

Fremd­wör­ter:
Hier sind bei bestimm­ten Buch­sta­ben­kom­bi­na­tio­nen neue Schreib­wei­sen mit Vari­an­ten der alten Schreib­wei­se ent­stan­den: Beispiele:

ph, th, rh wer­den zu f, t, r

Die Ver­bin­dung ph kann in all­ge­mein­sprach­li­chen Wör­tern mit den Stäm­men phon, phot, graph durch f ersetzt wer­den. Beispiele:

  • Mikro­fon
  • Foto­ko­pie
  • Gra­fi­ker

Wör­ter mit den Buch­sta­ben­kom­bi­na­tio­nen rh, th, gh kön­nen die­se durch r, t, g erset­zen. Die alte Schreib­wei­se bleibt bestehen und wird als Haupt­va­ri­an­te ein­ge­stuft. Beispiele:

  • Katarr (Haupt­va­ri­an­te: Katarrh)
  • Tun­fisch (Haupt­va­ri­an­te: Thunfisch)
  • Pan­ter (Haupt­va­ri­an­te: Panther)
  • Jogurt (Haupt­va­ri­an­te: Joghurt)

Wör­ter, die aus dem Fran­zö­si­schen stam­men und mit é oder ée enden, erhal­ten die Dop­pelen­dung ee. Beispiele:

  • Expo­see (Expo­sé, Nebenvariante)
  • Varie­tee (Varie­té, Nebenvariante)

Bei Wör­tern aus dem Eng­li­schen, die auf y enden, wird das Plural‑s nach deut­schem Mus­ter ange­hängt. Beispiele:

  • die Lob­bys
  • Hob­bys
  • Babys

Eben­falls mit Haupt- und Neben­va­ri­an­te ver­se­hen sind eini­ge Wör­ter, die auf tial/​zial oder tiell/​ziell enden.

So lau­tet die Haupt­schreib­wei­se von eini­gen häu­fig ver­wen­de­ten Wörtern:

  • Poten­zi­al (Neben­va­ri­an­te: Potential)
  • poten­zi­ell (Neben­va­ri­an­te: potentiell)
  • sub­stan­zi­ell (Neben­va­ri­an­te: substantiell)
  • exis­ten­zi­ell (Neben­va­ri­an­te: existentiell)

Wie du siehst, gibt es für eini­ge Wör­ter zwei kor­rek­te Schreib­wei­sen, denn die Neben­va­ri­an­te ist genau­so erlaubt wie die als üblich ein­ge­stuf­te Haupt­va­ri­an­te. Ich habe hier zu den ein­zel­nen Rege­lun­gen immer nur ein paar Bei­spie­le auf­ge­führt. Natür­lich gibt es zu jedem Bereich noch mehr Wörter.

Wer sich wegen einer Schreib­wei­se eines Wor­tes nicht sicher ist, soll­te in einem Duden nach­schau­en, um sich zu vergewissern.

#2 Groß- und Kleinschreibung

Im Deut­schen gibt es haupt­säch­lich vier Berei­che, bei denen die Groß­schrei­bung gilt: Ein­mal bei Sub­stan­ti­ven und Sub­stan­ti­vie­run­gen, bei Eigen­na­men, bei der höf­li­chen Anre­de und am Satzanfang.

Begin­nen wir mit dem umfang­reichs­ten Bereich: den Sub­stan­ti­ven und Substantivierungen.

Die Großschreibung der Substantive

Dass eine Wort­art — näm­lich das Haupt­wort oder Sub­stan­tiv — durch Groß­schrei­bung gekenn­zeich­net wird, ist eine Eigen­heit der deut­schen Rechtschreibung.

Pro­ble­me berei­tet die­ses Kapi­tel vor allem des­halb, weil das Sub­stan­tiv in ande­re Wort­ar­ten über­ge­hen kann, wie zum Bei­spiel in ein Adverb oder in eine Prä­po­si­ti­on und auch ande­re Wort­ar­ten ihrer­seits wie Sub­stan­ti­ve gebraucht wer­den können.

Dann stellt sich regel­mä­ßig die Fra­ge: Wird die­ses Wort nun groß­ge­schrie­ben oder nicht?

Nun zu den ein­zel­nen Regelungen:

Sub­stan­ti­ve in fes­ten Verbindungen

Hier rich­tet sich die Schrei­bung kon­se­quent nach dem Prin­zip, dass bei Getrennt­schrei­bung das Sub­stan­tiv groß­ge­schrie­ben wird.

Bei­spie­le:

  • in Bezug auf
  • zu Guns­ten
  • zu Las­ten
  • Schlan­ge stehen
  • Auto fah­ren
  • Rad fah­ren
  • in Fra­ge stellen
  • in Acht nehmen
  • Angst haben
  • Angst machen
  • Recht spre­chen

ges­tern, heu­te, mor­gen + Tageszeit

Tages­zei­ten nach den Adver­ben vor­ges­tern, ges­tern, heu­te, mor­gen, über­mor­gen wer­den großgeschrieben.

Bei­spie­le:

  • heu­te Morgen
  • ges­tern Abend

Unbe­stimm­te Zahladjektive

Unbe­stimm­te Zahl­ad­jek­ti­ve wie viel, wenig, ein, ander (mit all ihren Fle­xi­ons­for­men) wer­den klein geschrieben.

Bei­spie­le:

  • Sie hat­te nichts ande­res zu tun.
  • Die meis­ten haben die­sen Film schon ein­mal gesehen.
  • Das haben schon vie­le erlebt.
  • Die wah­ren Grün­de waren nur weni­gen bekannt.

Aber auch bei die­sen Wör­tern kann Groß­schrei­bung erfol­gen, wenn her­vor­ge­ho­ben wer­den soll, dass das Adjek­tiv nicht als unbe­stimm­tes Zahl­wort zu ver­ste­hen ist.

Bei­spiel:

  • Sie streb­te nach etwas ganz Ande­rem (= Andersartigem).

Bei Adjek­ti­ven mit demons­tra­ti­ver Bedeu­tung wird großgeschrieben.

Bei­spie­le:

  • Mer­ken Sie sich Folgendes.
  • Wir haben Der­ar­ti­ges noch nie gesehen.
  • Er sag­te das Gleiche.

Ord­nungs­zah­len

Sub­stan­ti­vier­te Ord­nungs­zah­len wer­den stets groß­ge­schrie­ben. Die­se Rege­lung gilt auch für die ver­wand­ten Adjek­ti­ve nächst und letzt.

Bei­spie­le:

  • Sie been­de­te das Ren­nen als Erste/​als Zwei­te /​als Dritte.
  • Er dage­gen kam als Letz­ter ins Ziel.

Super­la­ti­ve mit am

Die­se Super­la­tiv­form wird wei­ter­hin klein­ge­schrie­ben, wenn man mit wie? danach fra­gen kann.

Bei­spie­le:

  • Wie brüll­te der Löwe? Er brüll­te am lautesten.
  • Wie ist der Turm? Der Turm ist am höchsten.

Sonst gilt die Grund­re­gel für nomi­na­li­sier­te Adjek­ti­ve, näm­lich die Großschreibung:

  • Das ist das Bes­te, was du je getan hast.
  • Er gab stän­dig sei­ne Wit­ze zum Besten.

Adjek­ti­ve in fes­ten Wen­dun­gen mit Verben

Sub­stan­ti­vier­te Adjek­ti­ve, die Bestand­teil einer fes­ten Wen­dung mit einem Verb sind, wer­den großgeschrieben.

Bei­spie­le:

  • im Dun­keln tappen
  • den Kür­ze­ren ziehen
  • ins Rei­ne bringen
  • im Trü­ben fischen

Die glei­che Rege­lung gilt auch für frei­er ver­wend­ba­re fes­te Wendungen.

Bei­spie­le:

  • Wir haben alles des Lan­gen und Brei­ten diskutiert.
  • Das neue Gebäu­de war um ein Beträcht­li­ches höher.
  • Dar­an habe ich nicht im Ent­fern­tes­ten gedacht.
  • Wir sind uns im Wesent­li­chen einig.

Ledig­lich bei eini­gen fes­ten adver­bia­len Wen­dun­gen aus Prä­po­si­ti­on und Adjek­tiv (also ohne Arti­kel) wird wei­ter­hin kleingeschrieben.

Bei­spie­le:

  • seit lan­gem
  • von nahem
  • bei wei­tem
  • ohne wei­te­res

Sprach- und Farbbezeichnungen

Sprach- und Farb­be­zeich­nun­gen haben teils den Cha­rak­ter von Sub­stan­ti­ven, teils den von Adjektiven.

Bei­spie­le:

  • Ihr Fran­zö­sisch hat einen deut­schen Akzent.
  • Er las den Ver­trag fran­zö­sisch vor.
  • Sie mag Grün.
  • Ich strich den Raum grün.

Bei Ver­bin­dun­gen mit Prä­po­si­tio­nen wer­den die Bezeich­nun­gen großgeschrieben.

Bei­spie­le:

  • Die Ampel schal­tet auf Rot.
  • In Ost­afri­ka ver­stän­digt man sich am bes­ten auf Sua­he­li oder auf Englisch.

Paar­for­meln

Paar­for­meln mit nicht dekli­nier­ten Adjek­ti­ven zur Bezeich­nung von Per­so­nen wer­den ein­heit­lich großgeschrieben.

Bei­spie­le:

  • Das ist ein Fest für Jung und Alt.
  • Vor dem Gesetz sind Arm und Reich gleich.

Die Großschreibung von Eigennamen

Eigen­na­men wer­den gene­rell groß­ge­schrie­ben. Ent­schei­dungs­schwie­rig­kei­ten tre­ten vor allem bei mehr­tei­li­gen Eigen­na­men auf, wenn die­se noch ande­re Wort­ar­ten enthalten.

Oft mit Eigen­na­men ver­mengt und dann der Groß­schrei­bung unter­wor­fen wur­den in der Ver­gan­gen­heit fes­te Begrif­fe aus Adjek­tiv und Sub­stan­tiv. Mitt­ler­wei­le gilt die Groß­schrei­bung nur noch in vier Bereichen:

  • Titel wie König­li­che Hoheit, Ers­ter Bürgermeister
  • Arten, Unter­ar­ten oder Ras­sen in der Bio­lo­gie wie Rau­haa­ri­ge Alpen­ro­se, Roter Milan
  • beson­de­re Kalen­der­ta­ge wie Hei­li­ger Abend, Wei­ßer Sonntag
  • his­to­ri­sche Ereig­nis­se wie der West­fä­li­sche Frie­den, der Deutsch-Fran­zö­si­sche Krieg

Ablei­tun­gen von Per­so­nen­na­men auf -isch oder -sch wer­den kleingeschrieben.

Bei­spie­le:

  • das ohm­sche Gesetz
  • der vik­to­ria­ni­sche Stil

Nur wenn der Eigen­na­me zur Her­vor­he­bung durch den Apo­stroph abge­trennt wird und damit als Eigen­stän­di­ges auf­tritt, wird großgeschrieben:

Bei­spiel:

  • das Ohm’sche Gesetz

Wei­ter­hin gilt Groß­schrei­bung, wenn die Fügung aus Adjek­tiv und Sub­stan­tiv als Gan­zes ein Eigen­na­me ist.

Bei­spiel:

  • die Schwei­ze­ri­schen Bundesbahnen

Großschreibung bei der Höflichen Anrede

Die Pro­no­men Sie, Ihnen, Ihr, Ihren … wer­den in Brie­fen und brief­ähn­li­chen Tex­ten groß­ge­schrie­ben. Die Pro­no­men du, dein … hin­ge­gen nicht.

Großschreibung am Satzanfang

Das ers­te Wort im Satz wird groß­ge­schrie­ben. Wenn auf einen Dop­pel­punkt ein neu­er, gan­zer Satz folgt, wird die­ser eben­falls großgeschrieben.

Bei­spiel:

  • Zufrie­den schau­te er in den Gar­ten: Alles wuchs und gedieh.

Wenn auf einen Dop­pel­punkt eine direk­te Rede folgt, wird das ers­te Wort auch großgeschrieben.

#3 Getrennt- und Zusammenschreibung

Gene­rell wird im Deut­schen der Getrennt­schrei­bung der Vor­zug gege­ben, um so die ein­zel­nen Bestand­tei­le eines Tex­tes deut­li­cher kennt­lich machen zu kön­nen. Das heißt, dass die Getrennt­schrei­bung als Nor­mal­fall gilt und im Zwei­fels­fall ange­wandt wer­den sollte.

Sub­stan­ti­ve, Adjek­ti­ve oder Par­ti­kel kön­nen mit Ver­ben untrenn­ba­re Zusam­men­set­zun­gen bil­den. Man schreibt die­se stets zusammen.

  1. Zusam­men­set­zun­gen mit Sub­stan­tiv + Verb wer­den zusammengeschrieben:
  • brand­mar­ken
  • lob­prei­sen
  • hand­ha­ben
  • schlaf­wan­deln
  • schluss­fol­gern
  • wett­ei­fern

In ein­zel­nen Fäl­len ste­hen Zusam­men­set­zung und Wort­grup­pe nebeneinander:

  • dank­sa­gen (er dank­sagt) oder Dank sagen (er sagt Dank)
  • gewähr­leis­ten (sie gewähr­leis­tet) oder Gewähr leis­ten (sie leis­tet Gewähr)

Eine Rei­he untrenn­ba­rer Zusam­men­set­zun­gen wird fast nur im Infi­ni­tiv oder sub­stan­ti­visch gebraucht:

  • berg­stei­gen
  • brust­schwim­men
  • kopf­rech­nen
  • not­lan­den
  • schutz­imp­fen
  • wett­ren­nen
  • zwangs­räu­men
  1. Zusam­men­set­zun­gen aus Adjek­tiv + Verb wer­den zusammengeschrieben:
  • froh­lo­cken
  • lang­wei­len
  • voll­brin­gen
  • voll­enden
  • weis­sa­gen
  1. Zusam­men­set­zun­gen mit den Par­ti­keln durch,- hinter‑, über‑, um‑, unter‑, wider‑, wie­der- + Verb (mit dem Ton auf dem zwei­ten Bestand­teil) wer­den zusammengeschrieben:
  • durch­bre­chen
  • hin­ter­ge­hen
  • über­set­zen
  • umfah­ren
  • unter­stel­len
  • wider­spre­chen
  • wie­der­ho­len
  1. Zusam­men­set­zun­gen aus Adverb + Verb wer­den getrennt geschrie­ben, wenn Adverb und Verb gleich betont sind:
  • zunich­te machen
  • auf­ein­an­der achten
  • bar­fuß laufen

Ist in die­ser Ver­bin­dung das Adverb betont, wer­den Verb und Adverb zusammengeschrieben.

  • dazwi­schen­kom­men
  • abhan­den­kom­men
  • rück­wärts­fah­ren
  • bei­sei­te­le­gen
  • über­hand­neh­men
  1. Adjek­tiv und Verb, wenn das Adjek­tiv in die­ser Ver­bin­dung erwei­ter­bar oder stei­ger­bar ist, wenigs­tens durch sehr oder ganz, wer­den getrennt geschrieben:
  • bekannt machen (bekann­ter machen)
  • fern lie­gen (sehr fern liegen)
  • lang­sam arbei­ten (lang­sa­mer arbeiten)
  • schlecht gehen (sehr schlecht gehen)
  1. Fäl­le, in denen der ers­te Bestand­teil eine Ablei­tung auf ‑ig, ‑isch, ‑lich ist, wer­den getrennt geschrieben:
  • läs­tig fallen
  • übrig blei­ben
  1. Par­ti­zip + Verb wer­den getrennt geschrieben:
  • gefan­gen nehmen
  • geschenkt bekom­men
  • getrennt schrei­ben
  • ver­lo­ren gehen
  1. Sub­stan­tiv + Verb wer­den getrennt geschrieben:
  • Angst haben
  • Auto fah­ren
  • Feu­er fangen
  • Fuß fas­sen
  • Not lei­den
  • Plei­te gehen
  • Rad fah­ren
  • Rat suchen
  1. Verb (Infi­ni­tiv) + Verb wer­den getrennt geschrieben:
  • ken­nen lernen
  • lie­gen lassen
  • spa­zie­ren gehen
  • sit­zen bleiben

Wich­tig ist dar­über hin­aus die Tole­ranz­re­gel. Wenn sich der Schrei­ben­de nicht sicher ist, ob es sich um eine Wort­grup­pe (also Getrennt­schrei­bung) oder um eine Zusam­men­set­zung (also Zusam­men­schrei­bung) han­delt, so bleibt die Schreib­wei­se ihm überlassen.

  1. Ver­bin­dun­gen mit sein gel­ten nicht als Zusam­men­set­zung. Dem­entspre­chend schreibt man immer getrennt.
  • bei­sam­men sein
  • vor­han­den sein
  • zumu­te sein
  • zurück sein
  • zusam­men sein

Sub­stan­ti­ve, Adjek­ti­ve, Verbstäm­me, Adver­bi­en oder Pro­no­men kön­nen mit Adjek­ti­ven oder Par­ti­zi­pi­en Zusam­men­set­zun­gen bil­den. Man schreibt sie zusammen.

  1. Zusam­men­set­zun­gen, bei denen der ers­te Bestand­teil für eine Wort­grup­pe steht:
  • angst­er­füllt
  • bahn­bre­chend
  • but­ter­weich
  • herz­zer­rei­ßend
  • knie­lang
  • lern­be­gie­rig
  • Auch mit Fugenelement
  • alters­schwach
  • geschlechts­reif
  • lebens­fremd
  1. Zusam­men­set­zun­gen, bei denen der ers­te oder der zwei­te Bestand­teil in die­ser Form nicht selbst­stän­dig vorkommt:
  • ein­fach
  • zweifauch
  • red­se­lig
  • schwind­süch­tig
  • schwerst­be­hin­dert
  1. Zusam­men­set­zun­gen aus gleich­ran­gi­gen Adjek­ti­ven wer­den zusammengeschrieben:
  • dumm­dreist
  • blau­grau
  • feucht­warm
  • nass­kalt
  • taub­stumm
  1. Getrennt geschrie­ben wer­den Fäl­le, bei denen der ers­te Bestand­teil eine Ablei­tung auf ‑ig, ‑isch, ‑lich ist:
  • rie­sig groß
  • schreck­lich nervös
  • mikro­sko­pisch klein
  1. Zusam­men­ge­schrie­ben wer­den sub­stan­ti­visch gebrauch­te Zusam­men­set­zun­gen bei denen der letz­te Bestand­teil kein Sub­stan­tiv ist (gera­de in dem Bereich wer­den vie­le Feh­ler gemacht und das Verb vom Sub­stan­tiv getrennt geschrieben):
  • das Auto­fah­ren
  • das Abhan­den­kom­men
  • das Auf­recht­ge­hen
  • das Geld­ver­die­nen
  1. Ablei­tun­gen auf ‑er von geo­gra­fi­schen Eigen­na­men, die sich auf die geo­gra­fi­sche Lage bezie­hen, schreibt man von dem fol­gen­den Sub­stan­tiv getrennt.
  • All­gäu­er Alpen
  • Bran­den­bur­ger Tor
  • Wie­ner Straße

Mehr­tei­li­ge Adver­bi­en, Kon­junk­tio­nen, Prä­po­si­tio­nen und Pro­no­men schreibt man zusam­men, wenn die Wort­art, die Wort­form oder die Bedeu­tung der ein­zel­nen Bestand­tei­le nicht mehr deut­lich erkenn­bar sind.

  • berg­ab
  • kopf­über
  • land­aus
  • strom­ab­wärts
  • zwei­fels­oh­ne
  1. Zusam­men­set­zun­gen mit den Endun­gen und Anfän­gen aus der fol­gen­den Lis­te wer­den zusammengeschrieben:
  • -des­sen
  • -dings
  • -falls
  • -hal­ber
  • -mal
  • -mals
  • -maßen
  • -orten
  • -orts
  • -seits
  • -so
  • -teils
  • -wärts
  • -wegen
  • -weil
  • -wei­len
  • -wei­se
  • -zeit
  • -zei­ten
  • -zu
  • bei-
  • der-
  • irgend-
  • nichts-
  • zu-
  1. Fol­gen­de Kon­junk­tio­nen wer­den zusammengeschrieben:
  • anstatt
  • sobald
  • sofern
  • solan­ge
  • sooft
  • soweit
  • inwie­fern
  • indem
  1. Fol­gen­de Prä­po­si­tio­nen wer­den zusammengeschrieben:
  • anhand
  • infol­ge
  • inmit­ten
  • zufol­ge
  • zulie­be

In den fol­gen­den Fäl­len bleibt es dem Schrei­ben­den über­las­sen, ob er sie als Zusam­men­set­zung oder als Wort­grup­pe ver­stan­den wis­sen will.

  • außer­stand set­zen — außer Stand setzen
  • außer­stan­de sein — außer Stan­de sein
  • imstan­de sein — im Stan­de sein
  • infra­ge stel­len — in Fra­ge stellen
  • zugrun­de gehen — zu Grun­de gehen
  • zulei­de tun — zu Lei­de tun
  • zumu­te sein — zu Mute sein
  • zuran­de kom­men — zu Ran­de kommen
  • zuta­ge för­dern — zu Tage fördern

#4 Schreibung mit Bindestrich

Die Ver­wen­dung des Bin­de­strichs ist ein­mal obli­ga­to­risch, ein­mal aber auch ein fakul­ta­ti­ves Stil­mit­tel, mit dem der Schrei­ben­de vor allem bei kom­ple­xen mehr­glied­ri­gen Zusam­men­schrei­bun­gen den Auf­bau des Wor­tes deut­lich mar­kie­ren kann (z. B. Blu­men­topf-Erde statt Blumentopferde).

Obli­ga­to­risch sind Bin­de­strich­schrei­bun­gen, wenn der Bin­de­strich zur Ver­deut­li­chung der unter­schied­li­chen Wort­be­stand­tei­le dient.

  1. Man setzt einen Bin­de­strich in Zusam­men­set­zun­gen mit Ein­zel­buch­sta­ben, Abkür­zun­gen oder Ziffern:

Bei­spie­le für Zusam­men­set­zun­gen mit Einzelbuchstaben:

  • A‑Dur
  • b‑Moll
  • i‑Punkt
  • S‑Kurve
  • s‑Laut
  • s‑förmig

Bei­spie­le für Zusam­men­set­zun­gen mit Abkür­zun­gen und Initialwörtern:

  • dpa-Mel­dung
  • D‑Zug
  • Kfz-Schlos­ser
  • Lun­gen-Tbc
  • UV-bestrahlt
  • Dipl.-Ing.
  • Tgb.-Nr.

Bei­spie­le für Zusam­men­set­zun­gen mit Ziffern:

  • 3‑Tonner
  • 2‑Pfünder
  • 8‑Zylinder
  • 100-pro­zen­tig
  • 17-jäh­rig
  1. Vor Suf­fi­xen setzt man nur dann einen Bin­de­strich, wenn sie mit einem Ein­zel­buch­sta­ben ver­bun­den werden.
  • der x‑te
  • zum x‑ten Mal
  • die n‑te Potenz

Aber:

  • abclich
  • ÖVP­ler
  • der 68er
  • ein 32stel
  1. Bil­den Ver­bin­dun­gen aus Zif­fern und Suf­fi­xen den vor­de­ren Teil einer Zusam­men­set­zung, so setzt man nach dem Suf­fix einen Bindestrich.
  • ein 100s­tel-Mil­li­me­ter
  • die 61er-Bild­röh­re
  • eine 25er-Grup­pe
  • in den 80er-Jah­ren
  1. Man setzt Bin­de­stri­che in sub­stan­ti­visch gebrauch­ten Zusam­men­set­zun­gen (Anein­an­der­rei­hun­gen), ins­be­son­de­re bei sub­stan­ti­visch gebrauch­ten Infi­ni­ti­ven mit mehr als zwei Buchstaben.
  • das Ent­we­der-oder
  • das Teils-teils
  • das Sowohl-als-auch
  • das In-den-Tag-Hin­ein­träu­men
  1. Man setzt einen Bin­de­strich zwi­schen allen Bestand­tei­len mehr­tei­li­ger Zusam­men­set­zun­gen, in denen eine Wort­grup­pe oder eine Zusam­men­set­zung mit Bin­de­strich auftritt.
  • A‑Dur-Ton­lei­ter
  • 1‑Eu­ro-Stück
  • Grund-Fol­ge-Bezie­hung
  • Fra­ge-und-Ant­wort-Spiel
  1. Man kann einen Bin­de­strich set­zen zur Her­vor­he­bung ein­zel­ner Bestand­tei­le, zur Glie­de­rung unüber­sicht­li­cher Zusam­men­set­zun­gen, zur Ver­mei­dung von Miss­ver­ständ­nis­sen, in Zusam­men­set­zun­gen aus gleich­ran­gi­gen Adjek­ti­ven oder beim Auf­ein­an­der­tref­fen von drei glei­chen Buchstaben.
  • Ultra­schall-Mess­ge­rät
  • Kaf­fee-Ersatz
  • See-Ele­fant
  • wis­sen­schaft­lich-tech­ni­scher Fortschritt
  1. Man setzt einen Bin­de­strich in Zusam­men­set­zun­gen, die als zwei­ten Bestand­teil einen Eigen­na­men ent­hal­ten oder die aus zwei Eigen­na­men bestehen.
  • Frau Mül­ler-Weber
  • die Blu­men-Anna
  • Foto-May­er
  • Anna­berg-Buch­holz
  • Baden-Würt­tem­berg

Aber: Bei Zusam­men­set­zun­gen mit Sankt und Bad erfolgt Getrenntschreibung:

  • Sankt Geor­gen
  • Bad Säckin­gen
  1. Bei Ablei­tun­gen von meh­re­ren Eigen­na­men, von Titeln und Eigen­na­men oder von einem mehr­tei­li­gen Eigen­na­men setzt man einen Bindestrich.
  • sankt-gal­li­sche Klosterschätze
  • der de-cos­ter­sche Roman (de Coster)

Bei Ablei­tun­gen auf ‑er kann der Bin­de­strich wegfallen:

  • die Sankt Galler
  • die New Yorker
  1. Man setzt einen Bin­de­strich zwi­schen allen Bestand­tei­len mehr­tei­li­ger Zusam­men­set­zun­gen, deren ers­te Bestand­tei­le aus Eigen­na­men bestehen.
  • Albrecht-Dürer-Allee
  • Georg-Büch­ner-Preis
  • Goe­the-Schil­ler-Archiv
  • Fidel-Cas­tro-freund­lich
  1. Man kann einen Bin­de­strich in Zusam­men­set­zun­gen set­zen, die als ers­ten Bestand­teil einen Eigen­na­men haben, der beson­ders her­vor­ge­ho­ben wer­den soll, oder wenn der zwei­te Bestand­teil bereits eine Zusam­men­set­zung aufweist.
  • Krim-Tref­fen
  • Hel­sin­ki-Nach­fol­ge­kon­fe­renz
  1. Wird ein geo­gra­fi­scher Eigen­na­me von einem nach­ge­stell­ten Sub­stan­tiv näher bestimmt, so kann man einen Bin­de­strich setzen.
  • Mün­chen-Ost
  • Frank­furt-West

Soviel zu der kor­rek­ten Schrei­bung mit Bindestrich.
Auch hier liegt ein gro­ßes Feh­ler­po­ten­zi­al, denn die meis­ten las­sen heu­te ein­fach den Bin­de­strich in mehr­glied­ri­gen Zusam­men­set­zun­gen weg.

Viel­leicht hat auch hier die Such­ma­schi­nen­su­che etwas zu die­ser Ent­wick­lung bei­getra­gen, denn bei der Ein­ga­be von Such­be­grif­fen in das Such­feld wird stan­dard­mä­ßig auf das Set­zen von Bin­de­stri­chen verzichtet.

#5 Zeichensetzung

Natür­lich besteht das Kapi­tel Zei­chen­set­zung in der deut­schen Spra­che nicht nur aus der Kom­ma­set­zung. Ver­voll­stän­digt wird es von der kor­rek­ten Ver­wen­dung des Punk­tes, Dop­pel­punk­tes, Strich­punk­tes, Apo­strophs, der Klam­mern, des Gedan­ken­strichs, des Aus­ru­fe- und Fragezeichens.

Da aber die meis­ten Schwie­rig­kei­ten bei dem Ein­satz von Kom­ma­ta auf­kom­men, habe ich einen Schwer­punkt gesetzt.

Nun zu den Kommaregeln.

  1. Gleich­ran­gi­ge (neben­ge­ord­ne­te) Teil­sät­ze, Wort­grup­pen oder Wör­ter grenzt man mit Kom­ma von­ein­an­der ab.

Bei­spie­le:

  • Der Nach­bar hat­te mir ver­spro­chen, den Brief­kas­ten zu lee­ren, nach den Blu­men zu schau­en, gele­gent­lich zu lüften.
  • Er fährt nicht mit dem Auto, son­dern mit dem Zug.
  • Der April war teils son­nig, teils regnerisch.

Gleich­ran­gi­ge Adjek­ti­ve wer­den auch mit einem Kom­ma von­ein­an­der getrennt. Sind die­se aber nicht gleich­ran­gig, so setzt man kein Komma.

Bei­spie­le:

  • eine neue blaue Bluse
  • zahl­rei­che wer­ten­de Stellungsnahmen
  1. Sind die gleich­ran­gi­gen Teil­sät­ze, Wör­ter oder Wort­grup­pen durch und, oder, bezie­hungs­wei­se /​bzw., sowie (=und), wie (=und), ent­we­der … oder, nicht … noch, sowohl … als auch, sowohl … wie auch oder durch weder … noch ver­bun­den, so setzt man kein Komma.

Bei­spie­le:

  • Sie fährt sowohl bei gutem als auch bei schlech­tem Wetter.
  • Sie fährt ent­we­der mit dem Auto oder mit dem Zug.
  1. Bei gleich­ran­gi­gen Teil­sät­zen, die durchund, oder usw. ver­bun­den sind, kann man ein Kom­ma set­zen, um die Glie­de­rung des Ganz­sat­zes deut­lich zu machen.

Bei­spie­le:

  • Ich habe sie oft besucht(,) und wir saßen bis in die Nacht zusam­men, wenn wir in guter Stim­mung waren.
  • Er traf sich mit mei­ner Schwes­ter(,) und deren Freun­din war auch dabei.
  1. Neben­sät­ze grenzt man mit Kom­ma ab; sind sie ein­ge­scho­ben, so schließt man sie mit paa­ri­gem Kom­ma ein.

Bei­spie­le:

  • Was ich anfan­gen soll, weiß ich noch nicht.
  • Als ich nach Hau­se kam, war es schon spät.
  • Das Buch, das du mir gelie­hen hast, liegt auf dem Tisch.
  • Er sag­te, dass er mor­gen kom­men wer­de, und ver­ab­schie­de­te sich.

Wenn eine bei­ord­nen­de Kon­junk­ti­on wie und, oder Satz­glie­der oder Tei­le von Satz­glie­dern mit Neben­sät­zen ver­bin­det, so steht zwi­schen den Bestand­tei­len einer sol­chen Rei­hung kein Komma.

Bei­spie­le:

  • Außer­or­dent­lich bedau­ert hat er die­sen Vor­fall und dass das hier pas­siert ist.
  • Bei gro­ßer Dür­re oder wenn der Föhn weht, ist das Rau­chen hier verboten.

Eine beson­de­re Rol­le spie­len Wort­grup­pen wie

  • ange­nom­men(,) dass
  • geschwei­ge(,) dass
  • geschwei­ge(,) denn
  • gleich­viel(,) ob
  • je nach­dem(,) ob
  • vor­aus­ge­setzt(,) dass.

Hier kann ein Kom­ma gesetzt wer­den, wenn der/​die Schrei­ben­de einen beson­de­ren Akzent set­zen will. Es kann aber auch entfallen.

  1. Bei for­mel­haf­ten Neben­sät­zen kann man das Kom­ma weglassen.

Bei­spiel:

  • Wie bereits gesagt(,) ver­hält sich die Sache anders.
  1. Bei Infinitiv‑, Par­ti­zip- oder Adjek­tiv­grup­pen oder bei ent­spre­chen­den Wort­grup­pen kann man ein (gege­be­nen­falls paa­ri­ges) Kom­ma set­zen, um die Glie­de­rung des Ganz­sat­zes deut­lich zu machen bzw. um Miss­ver­ständ­nis­se auszuschließen.

Bei­spie­le:

  • Ich hof­fe(,) jeden Tag(,) in die Stadt gehen zu können.
  • Er ging(,) ges­tern(,) von allen wütend beschimpft(,) zur Polizei.
  1. Zusät­ze oder Nach­trä­ge wer­den mit Kom­ma abge­grenzt; sind sie ein­ge­scho­ben, so schließt man sie mit paa­ri­gem Kom­ma ein.

Bei­spie­le:

  • Mainz ist die Geburts­stadt Johan­nes Guten­bergs, des Erfin­ders des Buchdrucks.
  • Mein Bru­der, ein gro­ßer Tier­freund, und sei­ne Hun­de leben in einer alten Mühle.
  • Sie, aus vol­lem Hal­se lachend, kam auf mich zu.

Oft liegt es im Ermes­sen des Schrei­ben­den, ob er etwas mit Kom­ma als Zusatz oder Nach­trag kenn­zeich­nen will oder nicht.

Dies betrifft Gefü­ge mit Prä­po­si­tio­nen, ent­spre­chen­de Wort­grup­pen oder Wör­ter, Gefü­ge mit wie, Eigen­na­men, die einem Titel, einer Berufs­be­zeich­nung und der­glei­chen folgen:

Bei­spie­le:

  • Die Fahrt­kos­ten(,) ein­schließ­lich D‑Zug-Zuschlag(,) betra­gen 25 Euro.
  • Er hat­te sich(,) den gan­zen Tag über(,) mit die­sem Pro­blem beschäftigt.
  • Ihre Aus­ga­ben(,) wie Fahrt- und Über­nach­tungs­kos­ten(,) wer­den Ihnen erstattet.
  • Der Erfin­der des Buch­drucks(,) Johan­nes Guten­berg(,) wur­de in Mainz geboren.
  1. Anre­den, Aus­ru­fe oder Aus­drü­cke einer Stel­lung­nah­me, die beson­ders her­vor­ge­ho­ben wer­den sol­len, grenzt man mit Kom­ma ab; sind sie ein­ge­scho­ben, so schließt man sie mit paa­ri­gem Kom­ma ein.

Bei­spie­le:

  • Kin­der, hört doch mal zu.
  • Du, stell dir vor, was mir heu­te pas­siert ist.
  • Oh, wie ist das drau­ßen so kalt.
  • Bit­te, kom­me mor­gen mal pünktlich.

#6 Worttrennung am Zeilenende

Zwar ist in Zei­ten von Word & Co. die­se all­mäh­lich am Aus­ster­ben, denn bei der elek­tro­ni­schen Text­ver­ar­bei­tung erfolgt der Zei­len­um­bruch auto­ma­tisch und man braucht kaum mehr auf die Tren­nung am Wort­ende zu achten.

Für Text­äs­the­ten soll­te die Wort­tren­nung den­noch immer noch zum unab­ding­ba­ren Reper­toire der deut­schen Recht­schrei­bung gehö­ren, denn wenn man einen Text im Block­satz for­ma­tiert, las­sen sich unschö­ne gro­ße Wort­lü­cken durch eine ange­mes­se­ne Wort­tren­nung am Zei­len­en­de vermeiden.

Aber auch bei links­bün­di­gem Text las­sen sich mit ange­wand­ter Wort­tren­nung gro­ße Schwan­kun­gen im Flat­ter­satz auf der rech­ten Sei­te ausgleichen.

Ich gebe aller­dings zu, dass ich auch nur noch sel­ten die manu­el­le Wort­tren­nung einsetze.

Nun zu den wich­tigs­ten Regeln der Wort­tren­nung am Zeilenende.

  1. Wör­ter mit mehr als einer Sil­be kann man am Zei­len­en­de tren­nen. Geschrie­be­ne Wör­ter trennt man am Zei­len­en­de so, wie sie sich bei lang­sa­mem Spre­chen in Sil­ben zer­le­gen lassen.

Bei­spie­le:

  • Bau-er
  • steu-ern
  • Ru-i-ne
  • Fa-mi-li-en
  • in-di-vi-du-ell

(Die Abtren­nung eines ein­zel­nen Vokals am Ende soll­test du ver­mei­den, da der Tren­nungs­strich den glei­chen Raum in Anspruch nimmt.)

  1. Steht in ein­fa­chen Wör­tern zwi­schen Vokal­buch­sta­ben ein ein­zel­ner Kon­so­nant, so kommt er bei der Tren­nung auf die neue Zei­le. Ste­hen meh­re­re Kon­so­nan­ten dazwi­schen, so kommt nur der letz­te auf die neue Zeile.

Bei­spie­le:

  • Au-ge
  • Bre-zel
  • bei-ßen
  • El-tern
  • Gar-be
  • Pap-pe
  • Rech-ner
  • ber-gig
  • A‑bend
  • A‑kus-tik
  • ros-ten

(-ss wird getrennt, wenn es statt bis­he­ri­gem ‑ß steht, z. B. wenn die Tas­ta­tur kein ‑ß besitzt.)

  1. Ste­hen Buch­sta­ben­ver­bin­dun­gen wie ch, sch, ph, rh, shoder thfür einen Kon­so­nan­ten, so wer­den sie nicht getrennt. Das­sel­be gilt auch für ck.

Bei­spie­le:

  • la-chen
  • wa-schen
  • Deut-sche
  • Zi-ther
  • Goe-the
  • Zu-cker
  1. In Fremd­wör­tern kön­nen die Ver­bin­dun­gen aus Buch­sta­ben für einen Kon­so­nan­ten + l, n oder ent­we­der ent­spre­chend der Regel Nr. 2 getrennt wer­den, oder sie kom­men unge­trennt in die nächs­te Zeile.

Bei­spie­le:

  • nob-le /no-ble
  • Mag-net /Ma-gnet
  • Hyd-rant /Hy-drant
  1. Zusam­men­set­zun­gen und Wör­ter mit Prä­fix trennt man zwi­schen den ein­zel­nen Bestandteilen.

Bei­spie­le:

  • Schul-hof
  • Er-trag
  • Pro-gramm
  • Papp-pla-kat
  • be-rich-ten
  • Lud-wigs-ha-fen

(Man soll­te Tren­nun­gen ver­mei­den, die irre­füh­rend sind oder beim Lesen behindern.)

Bei­spie­le:

  • Sprech-erzie­hung statt: Sprecher-ziehung
  • See-ufer statt: Seeu-fer
  1. Wör­ter, die sprach­his­to­risch oder von der Her­kunfts­spra­che her gese­hen Zusam­men­set­zun­gen sind, aber oft nicht mehr als sol­che emp­fun­den oder erkannt wer­den, kann man ent­we­der nach den Regeln 2, 3, 4 oder 5 trennen.

Bei­spie­le:

  • hi-nauf /hin-auf
  • da-rum /dar-um
  • ei-nan-der /ein-an-der
  • voll-enden /vol-len-den
  • Klei-nod /Klein-od

#7 Die häufigsten Rechtschreibfehler

Ich stel­le Recht­schreib­feh­ler vor, die in der deut­schen Spra­che am häu­figs­ten gemacht wer­den und füh­re auch Web­sites auf, wo du in Zwei­fels­fäl­len nach­schau­en kannst, wie ein Wort geschrie­ben wird.

  1. Ver­wechs­lung von dass/​das

Die­ser Feh­ler begeg­net mir stän­dig. Und da ich in die­sem Fall sicher weiß, wann ich die Kon­junk­ti­on „dass“ und wann ich den bestimm­ten Arti­kel bzw. das Demons­tra­tiv­pro­no­men bzw. Rela­tiv­pro­no­men „das“ ver­wen­den muss, ist mir der Feh­ler unverständlich.
Beispiele:

  • Kon­junk­ti­on: Er wuss­te, dass er nächs­te Woche ver­rei­sen musste.
  • Bestimm­ter Arti­kel: Ihr gefiel das neue Kleid nicht.
  • Demons­tra­tiv­pro­no­men: Ich mag das nicht.
  • Rela­tiv­pro­no­men: Das Auto, das neben dem roten Haus parkt.

Wann wird dass geschrieben?

Die Kon­junk­ti­on dass ver­bin­det zwei Sät­ze mit­ein­an­der, wobei der mit dass ein­ge­lei­te­te Satz ein Neben­satz ist: Die Kin­der woll­ten nicht, dass die Kat­ze ins Tier­heim musste.

Dage­gen wird mit das ein Sach­ver­halt näher beschrie­ben: Das Kleid, das sie an dem Abend trug, war knallrot.

Um sich den Unter­schied, wann was geschrie­ben wird, bes­ser mer­ken zu kön­nen, gibt es eine Esels­brü­cke, die sehr ein­präg­sam ist.

Immer wenn das mit die­sesjenes oder wel­ches ersetzt wer­den kann, schreibt man das.

  1. Ver­wechs­lung von seit/​seid

Noch so ein Feh­ler, der ganz oft gemacht wird.
Mit der Prä­po­si­ti­on als auch Kon­junk­ti­on seit wird ein zeit­li­cher Bezug her­ge­stellt, seid ist die 2. Per­son Plu­ral von dem Verb sein.

Bei­spie­le:

  • Seit ich weiß, dass ich den Job bekom­me, bin ich ganz entspannt.
  • Seit ges­tern ist mei­ne Uhr kaputt.
  • Ihr seid ges­tern aber wirk­lich schnell weg gewesen!
  1. Klein­schrei­bung von sub­stan­ti­vier­ten Verben

Auch die­ser Feh­ler fällt mir sehr oft auf. Ver­ben in sub­stan­ti­vier­ter Form wer­den fälsch­li­cher­wei­se klein geschrie­ben. Viel­leicht pas­siert die­ser Feh­ler des­halb so häu­fig, weil vie­le in dem neu geschaf­fe­nen Sub­stan­tiv immer noch das Verb sehen.

Bei­spiel:

  • Beim Essen ging es hoch her (statt: essen).
  • Trin­ken ist wich­ti­ger als Essen.
  1. Getrennt­schrei­bung von sub­stan­ti­vier­ten Ver­ben in Kom­bi­na­ti­on mit Substantiven

Auch hier pas­sie­ren immer wie­der Feh­ler, die schon zu den kom­ple­xe­ren in der deut­schen Spra­che zäh­len. Denn wenn ein Verb in Ver­bin­dung mit einem Sub­stan­tiv als Gesamt­kom­plex sub­stan­ti­viert wird, muss es zusam­men geschrie­ben werden.

Bei­spie­le:

  • das Geld­ver­die­nen (nicht: das Geld verdienen)
  • das Kar­ten­spie­len (nicht: das Kar­ten spielen)
  1. Apo­stro­phe vor Geni­tiv- und Plural‑s

Ganz schlim­mer Feh­ler, denn das Geni­tiv- und Plural‑s kom­men immer ohne Apo­stroph an das Wortende.

Woher die­se „Apo­stro­phen­krank­heit“ stammt, ist nicht ganz klar. Wahr­schein­lich ist sie aus dem Eng­li­schen ins Deut­sche übergeschwappt.

Bit­te nicht schrei­ben: Internet’s oder Weihnachtsbaum’s oder sons­ti­ge gräss­li­che Aus­wüch­se. Der Apo­stroph wird in der deut­schen Spra­che haupt­säch­lich bei Ver­kür­zun­gen wie z. B. „Wie geht’s?“ oder „Ku’damm“ geschrie­ben. Oder er wird im Geni­tiv gesetzt, wenn das Wort schon ein s oder z am Wort­ende aufweist.

Bei­spie­le:

  • Hans‘ neu­er Wagen
  • Franz‘ gepfleg­ter Garten
  1. Leer­zei­chen zwi­schen Wortkombinationen

Wort­zu­sam­men­set­zun­gen soll­ten — wenn die Wör­ter nicht kom­plett zusam­men­ge­schrie­ben wer­den -, mit einem oder meh­re­ren Bin­de­stri­chen ver­bun­den werden.

Wer dies nicht tut, schafft oft unbe­wusst lus­ti­ge sprach­li­che Neu­krea­tio­nen, wie die Web­site Dep​pen​leer​zei​chen​.de an eini­gen all­täg­li­chen Fund­stü­cken beweist (die Aus­zu­bil­den­de als Fleisch und Wurst Fach­ver­käu­fe­rin soll­te eigent­lich eine Aus­zu­bil­den­de als Fleisch-und-Wurst-Fach­ver­käu­fe­rin sein).

Bei­spie­le:

  • mobi­les Lap­top-Sur­fen (nicht: mobi­les Lap­top Surfen)
  • Koch-und-Back­stu­dio (nicht: Koch und Backstudio)
  • Mit­mach-Are­na (nicht: Mit­mach Arena)
  1. Kommafehler

Die Kom­ma­set­zung ist eben­falls ein häu­fi­ger Feh­ler­kan­di­dat. Da aber hier bei fast allen Kom­ma­re­geln Feh­ler gemacht wer­den, will ich nicht näher auf die ein­zel­nen ein­ge­hen, denn dann könn­te ich wie­der alle Kom­ma­re­geln auf­zäh­len, was ich schon unter Punkt 5 gemacht habe.

Natür­lich gibt es noch wei­te­re häu­fi­ge Feh­ler, die aber mehr in die Kate­go­rie „deut­sche Gram­ma­tik“ statt „deut­sche Recht­schrei­bung“ fal­len. Daher erwäh­ne ich die­se hier nicht, aber viel­leicht kommt irgend­wann noch ein Arti­kel zum The­ma „Deut­sche Gram­ma­tik“, die genau­so ihre Tücken hat wie die Orthographie.

Empfehlenswerte Websites bei Zweifelsfällen

Wer sich nicht immer sicher ist bei einer Schreib­wei­se eines Wor­tes, der kann ent­we­der im Duden oder in einem ande­ren Stan­dard­werk der deut­schen Recht­schrei­bung nach­schla­gen, aber genau­so gut lässt sich dafür auch das Inter­net verwenden.

Die fol­gen­den Web­sites sind eine gute Hil­fe bei Zwei­fels­fäl­len der Recht­schrei­bung oder kön­nen als Recht­schreib­prü­fung ver­wen­det werden.

(Bild­quel­le Arti­kel­an­fang: © blickpixel/Pixabay.com)