Als Blog-Einsteiger ist es keine leichte Aufgabe, eine gute Webseite zu entwerfen und darüber hinaus Leser zu gewinnen.


Denn nur weil es einen von vielen neuen Blogs gibt, sind noch längst keine Besucherströme (engl. Traffic) gewonnen. Pro Tag sollen im Durchschnitt 120.000 neue Blogs entstehen.

Das ist eine Menge und alle buhlen darum möglichst viele Leser zu gewinnen, um mitunter auch Geld mit dem Blog verdienen zu können.

Wie schaffe ich es, mit meinem Blog in kurzer Zeit Bekanntheit zu erlangen?

Leider lautet die ernüchternde Antwort: Innerhalb einer vorher definierten Zeitspanne geht das leider nur in den seltensten Fällen.

Viel Traffic in kurzer Zeit zu gewinnen ist manchmal auch Glückssache, aber immer Fleißarbeit. Ausnahmen sind vielleicht Blogs, die wegen einer Innovation oder durch gute Inhalte über Videoportale oder vielleicht sogar das Fernsehen zur besten Sendezeit mit einem Schlag sehr viele Besucher erhalten und dadurch Bekanntheit erlangen. Das dürfte allerdings die Ausnahme sein.

Wenn man kein Glück hat, muss man auf konventionellem Weg die Bekanntheit steigern und das schafft man mit gutem Marketing.

Wie gehe ich beim Blog Marketing vor?

Die Steigerung der Bekanntheit hängt von verschiedenen Faktoren ab. Einige werden nachfolgend genannt und eine Anregung zur Vorgehensweise gegeben.

Die Webseite

Das Werkzeug bzw. Medium für die Besucher/Leser stellt die Webseite selbst dar. Daher sollte bei der Umsetzung der Webseite auch auf ein übersichtliches und ansprechendes Layout geachtet werden. Die Seite sollte nicht mit Informationen überfrachtet sein. Eine unübersichtliche Gestaltung kann dazu führen, dass die Besucher nur kurz auf der Webseite verweilen.

Zielgruppe

Die Zielgruppe des Blogs sollte bei allen Bemühungen der Bekanntheitssteigerung immer im Hinterkopf gehalten werden. Wer alle Maßnahmen auf seine Zielgruppe ausrichtet, wird auch Erfolge verzeichnen können. Was sich so kompliziert anhört heißt nur, dass die Artikel und Inhalte auf die Leser zugeschnitten sein sollten. Dazu sollte vorher definiert werden wer die Zielgruppe ist.

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Kategorien für die Zielgruppe können z.B. Geschlecht, Alter, Bildungsstand, Berufsgruppe, Interessen oder Know-How (Einsteiger oder Fortgeschrittene) sein. I

st die Zielgruppe klar umrissen, fällt die Gestaltung des Inhalts leichter. Soll die Zielgruppe nur unscharf definiert werden, kann auch später anhand der Leser bzw. der Blogkommentare eine Einstufung vorgenommen werden. Zu empfehlen ist aber die vorherige Zielgruppendefinition.

Die Optimierung der Webseite (Onpage-Optimierung)

Rund 80 % der Internetnutzer suchen die Webseite über eine Suchmaschine. Die korrekte Indexierung der Webseite in den Suchmaschinen ist daher absolut wichtig. Wer nicht gelistet ist, ist im Internet und für den Besucher quasi nicht vorhanden.

Damit die Webseite auch korrekt im Index aufgenommen wird sollten die Überschriften der Webseite mit den H1 bis H6-Tags formatiert werden, Grafiken sollten mit Alternativtexten versehen sein, die URLs sollten sprechende Namen haben und keine kryptischen Zeichen, der Inhalt der Seite sollte auf die Suchbegriffe (engl. Keywords), über die man in der Suchmaschine gefunden werden will, optimiert sein.

Das sind nur einige Möglichkeiten, das Feld der Onpage-Optimierung ist sehr umfangreich und eine Wissenschaft für sich.

Soziale Netzwerke

Wenn das Blog-Projekt steht und die Seite scharf geschaltet wird, ist es ein Leichtes in diversen sozialen Netzwerken Werbung für sein Projekt zu machen.

Dank der Einbindung von Ich mag- Buttons wird sicherlich der ein oder andere Freund darauf klicken. Und schon sind wir der Bekanntheit ein Stückchen näher gerückt, wenn auch nur einen winzigen Schritt. Mit etwas Glück interessiert sich der Freundeskreis auch für die Themen im Blog und wird so zum Leser.

Aber: Es sollte darauf geachtet werden, dass die Werbung für den Blog nicht zu aufdringlich wirkt. Vielleicht lässt sich das schön verpacken, z.B. in eine kleine Umfrage, die man auf seinem Blog macht oder einem Link zu seinem Blogartikel, der einige Freunde interessieren könnte. Hier sollte man vorher schauen, was möglich ist.

Besteht der Freundeskreis aus Leuten, die auf diese Eigenwerbung allergisch reagieren, sollte man darauf evtl. verzichten.

Artikelverzeichnisse

Wenn die Zielgruppe des Blogs definiert ist, der Blog und die ersten Inhalte soweit fertig sind, können Artikelverzeichnisse zur Steigerung der Bekanntheit (Sichtbarkeit) und zum Linkaufbau genutzt werden. Hier wird der Blog mit ein paar Sätzen kostenlos eingetragen. Der Link zum Blog hilft die Sichtbarkeit in den Suchmaschinen zu erhöhen.

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Die Effektivität solcher Eintragungen ist jedoch umstritten. Die goldenen Zeiten vieler Artikelverzeichnisse sind vorbei, d.h. ein Eintrag lohnt sich mitunter nicht.

Also sollte bei der Recherche nach Artikelverzeichnissen darauf geachtet werden, ob noch externe Einträge zugelassen werden und wie alt die Einträge sind. Wurden schon einige Monate keine Einträge mehr vorgenommen, ist das Verzeichnis sehr wahrscheinlich tot.

Social-Bookmarks

Bookmarks wurden früher von Internetnutzer angelegt, um interessante Webseiten zu speichern und anderen Usern zu zeigen. Heute dienen die Bookmarks oft nur zum Linkaufbau. Auch hier ist der Eintrag oft kostenlos. Auf Aktualität ist allerdings zu achten. Scheint der Bookmarking-Dienst tot zu sein, lohnt sich ein Eintrag nicht.

Auch Bookmarking-Einträge bringen für die Sichtbarkeit nicht sehr viel, sind aber für eine natürlich wirkenden Linkaufbau (und damit mehr Sichtbarkeit) absolut zu empfehlen.

Blogkommentare verfassen

Kommentare in anderen Blogs zu schreiben ist ein Mittel, um Leser auf die eigene Seite zu lenken. Aber hier muss man vorsichtig sein. Nicht zu viel Eigenwerbung machen, sondern Sinnvolles auf die Artikel antworten. Meistens kann neben dem Namen und der eigenen Emailadresse auch das eigene Blogprojekt angegeben werden.

Dieses erscheint dann als Hyperlink vom Kommentar auf die Webseite. Oft sind diese Links auf dofollow (Google indexiert diese dann) gesetzt. Das wirkt sich positiv auf die Sichtbarkeit aus und bringt wieder den ein oder anderen Leser auf die Webseite.

Gastbeiträge für andere Blogs schreiben

Als eine gute Möglichkeit Leser auf die eigene Webseite zu lotsen, haben sich Gastbeiträge etabliert. Blogbetreiber sind oft auf der Suche nach interessanten Artikeln von Gastautoren. Aber auch hier ist es sinnvoll, auf themenrelevante Blogs zu achten und passende Gastartikel zu schreiben. In der Regel wird man auch mit einem wertvollen Backlink auf den eigenen Blog belohnt.

Die Blogs findet man ganz einfach, indem man für die relevanten Keywords einen Google Alert einrichtet. Taucht dieses Keyword im Web auf, wird man per Mail benachrichtigt, kann sich die Seite genauer anschauen und dann einen Vorschlag für einen Gastartikel senden.

Unique Content (Einzigartiger Inhalt)

Wenn Artikel geschrieben werden, sollte auf einzigartigen Inhalt geachtet werden. Das ist zum einen für die Platzierung in den Suchmaschinen vorteilhaft und zum anderen wollen die Leser keine kopierten Inhalte, denn schließlich macht die Einzigartigkeit des Blogs das Lesen erst interessant.

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Content is King?

Ja, der Inhalt (engl. Content) des Blogs bzw. Gastartikels ist wichtig. Aber es gibt auch hier Kritiker, die sagen, dass der Leser erst sieht, bevor er liest.

Daher ist die Gestaltung des Layouts und der Benutzerfreundlichkeit (engl. Usability) sehr wichtig. Hier sollte ein Mittelweg gewählt werden. Das Layout und die Usability sind mindestens so wichtig wie der Inhalt. Das Gesamtpaket muss stimmen und vor allem auf den Durchschnitt der Leser abgestimmt sein.

Der Mehrwert

Als Mehrwert bezeichnet man in der Bloggersprache alle Artikel und Beiträge, die für die Leser des Blogs einen guten und passenden Informationsgehalt bieten.

Der Leser soll Spaß an der Lektüre des Artikels haben und danach das Gefühl erhalten, die gesuchten Informationen auch geliefert bekommen zu haben. Den Mehrwert in sprachlich passende Worte zu verpacken, ohne kompliziert und langweilig zu wirken ist dabei, neben der Stichhaltigkeit der Informationen, die Herausforderung und erfordert etwas Übung.

Fazit

Das Blog-Marketing ist keine kurze schnelle Sache und erfordert Geduld, etwas Vorlaufzeit und Durchhaltevermögen. Wer es allerdings richtig angeht, von den oben erwähnten Möglichkeiten regelmäßig Gebrauch macht und durch gute Artikel auffällt, wird mit Sicherheit auch Leser gewinnen können. Wichtig ist aber auch der gesunde Mix der oben erwähnten Maßnahmen.

Der Schwerpunkt der Maßnahmen sollte jedoch auf dem Verfassen von interessanten und lesenswerten eigenen Blogartikeln liegen. Ein Muss sind diese Maßnahmen dabei nicht. Auch ohne Marketing kann ein Blog sicherlich Bekanntheit erlangen. Die Frage ist nur, wie viel Zeit dafür benötigt wird.

F-ElsenbruchDieser Beitrag ist ein Gastartikel von Frank Elsenbruch. Er arbeitet für die Scopevisio AG und veröffentlicht regelmäßig Beiträge zu den Themen Online-Marketing, Unternehmenssoftware und Existenzgründung.