Das Pro­blem dürf­ten eini­ge Selb­stän­di­ge oder Free­lan­cer ken­nen: Man hat in den ver­gan­ge­nen Jah­ren meh­re­re Klein­kre­di­te auf­ge­nom­men, die sich nun zu einer nicht uner­heb­li­chen Sum­me auf­rech­nen. Dar­über hin­aus fal­len recht hohe Monats­ra­ten an, weil man die Kre­di­te ange­nom­men hat, als das Zins­ni­veau noch deut­lich höher war als im Augen­blick.


Für so man­chen kann eine sol­che Situa­ti­on eine unnö­tig hohe finan­zi­el­le Belas­tung dar­stel­len, die man doch ger­ne ändern wür­de. Und sie lässt sich auch ändern und zwar durch eine soge­nann­te Kre­dit-Umschul­dung.

Definition von Umschuldung

Unter einer Kre­dit-Umschul­dung ist das Zusam­men­fas­sen meh­re­rer Kre­di­te zu einem ein­zi­gen zu ver­ste­hen. Damit wird ein­mal die Kre­dit­si­tua­ti­on für den Kre­dit­neh­mer über­sicht­li­cher und es fal­len gerin­ge­re Monats­ra­ten an, als es vor­her mit den alten Kre­di­ten der Fall war.

Eine Umschul­dung hat letzt­end­lich den Sinn, dem Kre­dit­neh­mer wie­der einen grö­ße­ren finan­zi­el­len Spiel­raum zu schaf­fen, denn mit der Zusam­men­le­gung meh­re­rer Kre­di­te zu einem neu­em zu nied­ri­ge­ren Zin­sen fal­len auch gerin­ge­re Rück­zah­lungs­ra­ten an als vor­her. Bei einer Umschul­dung las­sen sich auch ver­schie­de­ne Kre­dit­ar­ten (bei­spiels­wei­se Raten- und Dis­po­kre­dit) zu einem neu­en Kre­dit zusam­men­fas­sen.

Doch wie kann man her­aus­fin­den, ob eine Umschul­dung sich auch wirk­lich lohnt?

Dafür soll­test du ein­mal dei­ne noch lau­fen­den Kre­di­te über­prü­fen und aus­rech­nen, wie hoch deren Kos­ten sind.

Im zwei­ten Schritt steht eine aus­führ­li­che Recher­che nach güns­ti­gen Kre­dit­an­ge­bo­ten an. Es gibt im Inter­net ver­schie­de­ne Kre­dit­ver­gleichs­por­ta­le, mit deren Hil­fe du ermit­teln kannst, ob ent­spre­chend güns­ti­ge Kre­di­te von Ban­ken ange­bo­ten wer­den und ob damit eine Umschul­dung sich für dich lohnt oder auch nicht.

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Die wesentlichen Gründe für eine Umschuldung von Krediten

  1. Grö­ße­ren finan­zi­el­len Spiel­raum gewin­nen

Ein paar Kre­di­te mit lan­gen Lauf­zei­ten und recht hohen Zin­sen sind teu­er. Mit einem neu­en Kre­dit mit län­ge­rer Kre­dit­lauf­zeit las­sen sich da mög­li­cher­wei­se ein paar Hun­dert Euro pro Monat spa­ren, die dann wie­der ins Busi­ness inves­tiert oder für den pri­va­ten Bereich ein­ge­setzt wer­den kön­nen.

  1. Es wird ein wei­te­rer Kre­dit benö­tigt

Viel­leicht benö­tigst du als Selb­stän­di­ger einen wei­te­ren Kre­dit, obwohl du schon zwei oder drei in Anspruch nimmst. Da bie­tet sich die Umschul­dung eben­falls an, denn so kannst du an einen wei­te­ren Kre­dit kom­men, der ohne den Pro­zess der Umschul­dung von der Bank nicht bewil­ligt wor­den wäre.

Denn durch die Umschul­dung wird dei­ne Aus­ga­ben­sei­te ent­las­tet und du kannst mit dei­nen Ein­nah­men dei­ne Aus­ga­ben bes­ser abde­cken, ein wesent­li­cher Punkt für Ban­ken, um einen erneu­ten Kre­dit zu bewil­li­gen.

  1. Über­sicht über finan­zi­el­le Situa­ti­on ver­bes­sern

Meh­re­re Kre­di­te ver­ur­sa­chen eine unüber­sicht­li­che Finanz­la­ge, die durch die Umschul­dung deut­lich über­sicht­li­cher wird.

  1. Teu­re Kre­di­te mit Umschul­dung ablö­sen

Wer dau­er­haft den teu­ren Dis­po­kre­dit der Bank (liegt oft zwi­schen 10 und 13 Pro­zent) in Anspruch nimmt, soll­te sich über­le­gen, die­sen durch einen güns­ti­ge­ren Raten­kre­dit abzu­lö­sen.

  1. Schnel­ler Schul­den abbau­en

Beim Zusam­men­le­gen der alten Kre­di­te wird ein neu­er Kre­dit­ver­trag unter­schrie­ben mit neu­en Kon­di­tio­nen und neu­en Rah­men­be­din­gun­gen. Ver­fügst du über mehr Ein­kom­men, kannst du even­tu­ell ent­schei­den, höhe­re Monats­ra­ten zu zah­len und damit schnel­ler die Kre­dit­schul­den los­zu­wer­den.

  1. Bes­se­ren Boni­tätss­core erhal­ten

Die Boni­täts­aus­kunftei­en sehen es als posi­tiv an, wenn statt ein paar Kre­di­ten oder Dar­le­hen nur noch einer in Anspruch genom­men wird. Dadurch hat man es als Kre­dit­neh­mer ein­fa­cher, irgend­wann zusätz­li­che Finan­zie­run­gen mit der Bank aus­zu­han­deln.

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Weiteres Wissenswertes über eine Umschuldung

Kann man ohne Schufa umschul­den?

Auch wenn man­che Anbie­ter eine Umschul­dung ohne Schufa zusi­chern, so ent­spricht dies kaum der Wirk­lich­keit. Denn die Schufa unter­stützt die Ban­ken, die Kre­dit­wür­dig­keit der Kre­dit­neh­mer zu ermit­teln und sam­melt daher ent­schei­den­de Daten, mit denen man ein­schät­zen kann, ob ein Kre­dit­neh­mer auch wirk­lich in der finan­zi­el­len Lage ist, einen Kre­dit zu bedie­nen.

Man­che Kre­dit­an­bie­ter arbei­ten mit ande­ren Aus­kunftei­en zusam­men, die aber genau­so wie die Schufa Infor­ma­tio­nen über die Boni­tät des poten­zi­el­len Kre­dit­neh­mers ein­ho­len. Als Fazit lässt sich sagen, dass alle seriö­sen Finanz­in­sti­tu­te mit einer aner­kann­ten Aus­kunf­tei zusam­men­ar­bei­ten. Von sol­chen, die kei­ne Aus­kunf­tei her­an­zie­hen, soll­te man bes­ser die Fin­ger las­sen.

Fal­len für eine Umschul­dung wei­te­re Kos­ten an?

Nor­ma­ler­wei­se fal­len kei­ne wei­te­ren Kos­ten an, wenn meh­re­re alte Kre­di­te zu einem neu­en zusam­men­ge­fasst wer­den. Aber ob nun doch Kos­ten im Ein­zel­fall ent­ste­hen, hängt auch von den alten Kon­di­tio­nen ab.

In den Unter­la­gen zu den ver­schie­de­nen Kre­di­ten soll­test du nach einer soge­nann­ten Vor­fäl­lig­keits­ent­schä­di­gung, also einer Ent­schä­di­gungs­sum­me suchen, die bei einer vor­zei­ti­gen Kre­dit­ab­lö­sung der Bank zu zah­len ist. Meis­tens wird die­se Ent­schä­di­gung von den Ban­ken nicht mehr in Rech­nung gestellt. Wenn aber doch, so ist der Betrag meist recht gering.

Wie viel Zeit nimmt eine Umschul­dung in Anspruch?

Eine Umschul­dung geht in der Regel in weni­gen Tagen über die Büh­ne. Wenn du ein attrak­ti­ves Kre­dit­an­ge­bot gefun­den, dich mit dem Bera­ter in Ver­bin­dung gesetzt hast, alle wich­ti­gen Unter­la­gen über­mit­telt wur­den und es kei­ne Beden­ken über die Boni­tät gibt, dann dürf­te die Bewil­li­gung der Bank höchs­tens eine Woche dau­ern.

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Die Abwick­lung der alten Kre­di­te wird von der neu­en Bank über­nom­men, die­sen Part muss man als Kre­dit­neh­mer nicht selbst durch­füh­ren.

Fazit

Mit einer Kre­dit-Umschul­dung (oder auch einem Kre­dit-Wech­sel bzw. einer Zin­sen-Umfi­nan­zie­rung) kann man sich vor allem einen grö­ße­ren finan­zi­el­len Spiel­raum schaf­fen und sei­ne Aus­ga­ben­si­tua­ti­on über­sicht­li­cher gestal­ten.

Wer noch meh­re­re Kre­di­te zu bedie­nen hat, soll­te die­se Mög­lich­keit in Betracht zie­hen. Denn gera­de online lässt sich recht schnell und ohne gro­ßen Auf­wand ermit­teln, ob es ein güns­ti­ges Kre­dit­an­ge­bot für einen gibt. Ob die Bank dann dem neu­en Kre­dit zustim­men wird, ent­schei­den haupt­säch­lich die per­sön­li­che Boni­tät und das Ver­hält­nis Ein­nah­men zu Aus­ga­ben.

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