Ende 2011 hat WooThe­mes das Wor­d­Press-Shop-Plugin Woo­Com­mer­ce auf den Markt gebracht.


Des­sen her­vor­ste­chends­tes Fea­ture ist, dass man das Plugin selbst kos­ten­los her­un­ter­la­den kann, wich­ti­ge Erwei­te­run­gen wie u. a. dyna­mi­sche Preis­ge­stal­tung, Pro­dukt CSV-Import oder wei­te­re Zah­lungs­schnitt­stel­len sind dage­gen kos­ten­pflich­tig, genau­so wie Shop­tem­pla­tes für Woo­Com­mer­ce.

Da das Plugin von US-Ent­wick­lern pro­gram­miert wur­de, ist es außer­dem nicht gera­de sehr gut für den deut­schen Markt zu gebrau­chen, denn schließ­lich gibt es in Deutsch­land ande­re Rechts­be­son­der­hei­ten als in Ame­ri­ka.

WooCommerce German Market: Anpassung von WooCommerce an deutsche Rechtslage

Doch mitt­ler­wei­le gibt es für Woo­Com­mer­ce eine wich­ti­ge Erwei­te­rung mit dem Namen Woo­Com­mer­ce Ger­man Mar­ket, die von Mar­ket­Press erstellt wur­de.

In dem kos­ten­lo­sen Plugin Woo­Com­mer­ce sind schon eini­ge wesent­li­che Shop­funk­tio­nen imple­men­tiert wie:

  • Down­load von vir­tu­el­len Pro­duk­ten
  • Gut­schei­ne anbie­ten
  • Son­der­an­ge­bo­te ein­stel­len
  • Bestel­lung als Gast
  • Zah­lungs­schnitt­stel­le zu PayPal
  • Sta­tis­ti­ken zu Lager­be­stand und Ver­käu­fen
  • Pro­dukt­re­zen­sio­nen und noch eini­ges mehr

Damit muss man für einen simp­len Shop nicht unbe­dingt eine der von WooThe­mes ange­bo­te­nen Exten­si­ons oder Erwei­te­run­gen kau­fen, um den Shop mit Woo­Com­mer­ce funk­ti­ons­fä­hig zu machen.

Aller­dings lie­fert das Plugin kei­ne deut­sche Sprach­da­tei mit, die schon not­wen­dig wäre, um alle Begrif­fe auch in Deutsch anzu­zei­gen. Aber Mar­ket­Press gibt den Usern die Mög­lich­keit, die­se Datei her­un­ter­zu­la­den und in den ent­spre­chen­den Sprach­ord­ner des Plugins zu kopie­ren.

Die Erwei­te­rung Woo­Com­mer­ce Ger­man Mar­ket rich­tet sich nach den deut­schen recht­li­chen Beson­der­hei­ten, die gera­de für Online-Shops gel­ten. Ein rechts­kon­for­mer Online-Shop in Deutsch­land muss bei­spiels­wei­se eine ver­link­te Ver­sand­kos­ten­an­zei­ge auf­wei­sen, eine Wider­rufs­be­leh­rung für den Käu­fer zur Ver­fü­gung stel­len, einen Daten­schutz-Hin­weis und noch eini­ges mehr.

Bei den Prei­sen muss für bestimm­te Waren (die in Men­gen­ein­hei­ten ver­kauft wer­den) der Hin­weis “Preis pro 100 g” ange­ge­ben wer­den. All dies lässt sich mit dem Woo­Com­mer­ce-Stan­dardp­lugin nicht umset­zen.

Woo­Com­mer­ce Ger­man Mar­ket wird wie ein übli­ches Wor­d­Press-Plugin instal­liert und erwei­tert die vor­han­de­ne Woo­Com­mer­ce-Instal­la­ti­on um eini­ge Fea­tures spe­zi­el­le für deut­sche Online-Shops. Nach der Instal­la­ti­on fin­det man einen Rei­ter “Ein­stel­lun­gen DE” unter Woo­Com­mer­ce vor. Und auch auf ande­ren Rei­tern gibt es neue Ein­ga­be- sowie Aus­wahl­fel­der. Woo­Com­mer­ce Ger­man Mar­ket kann eben­falls von öster­rei­chi­schen Online-Shop­be­trei­bern ver­wen­det wer­den.

Was bringt WooCommerce German Market mit?

  • Klein­un­ter­neh­mer­re­ge­lung: Wer als Klein­un­ter­neh­mer tätig ist, kann sei­ne Rech­nun­gen dem­entspre­chend anpas­sen.
  • Wider­rufs­be­leh­rung: Es wird schon ein vor­ge­fer­tig­ter Text mit­ge­lie­fert, der sich um die Wider­rufs­frist erwei­tern lässt. Und es lässt sich eine Adres­se ein­tra­gen, wohin der Wider­ruf zu rich­ten ist. Wider­ruf, Impres­sum und AGB kön­nen auch an die Bestell- und Rech­nungs­mails ange­hängt wer­den. So hat der Käu­fe alle wich­ti­gen Infos schnell zur Ver­fü­gung.
  • Prei­se: Die Preis­ge­stal­tung für Men­gen­pro­duk­te ist mög­lich. Außer­dem kann man Ver­sand­kos­ten und Lie­fer­zei­ten direkt neben dem Preis anzei­gen.
  • Lie­fer­zei­ten: Auch die­se las­sen sich je Pro­dukt frei ein­stel­len. Auch die ver­sand­kos­ten­freie Lie­fe­rung ab einem bestimm­ten Bestell­wert ist umsetz­bar.
  • Wich­ti­ge Shop­in­for­ma­tio­nen: Stan­dard­in­for­ma­tio­nen wie Wider­ruf, Impres­sum oder Daten­schutz-Hin­weis wer­den auto­ma­tisch in die Sei­ten­in­stal­la­ti­on hin­zu­ge­fügt. Dabei ver­wen­det die Erwei­te­rung Stan­dard­tex­te, die von Anwäl­ten erstellt wur­den. Natür­lich kann man die­se sei­nen Anfor­de­run­gen noch anpas­sen.
  • But­ton-Lösung: Der But­ton trägt die Beschrif­tung “Kau­fen”.

Mit die­ser Erwei­te­rung wer­den die wich­tigs­ten Rechts­lü­cken zum Woo­Com­mer­ce-Plugin geschlos­sen. Ob der Shop dann hun­dert­pro­zen­tig den deut­schen Rechts­an­sprü­chen genügt, soll­te man aber den­noch prü­fen las­sen, falls man sich unsi­cher ist. Das Plugin wur­de auch von dem bekann­ten Anwalt für IT-Recht Tho­mas Schwen­ke getes­tet und es als gut bewer­tet.

Was kostet WooCommerce German Market?

Neben die­ser Erwei­te­rung bie­tet Mar­ket­Press auch noch eine Erwei­te­rung mit dem Namen “Woo­Com­mer­ce Role Based Pri­ces” an, mit des­sen Hil­fe man unter­schied­li­che Prei­se für ver­schie­de­ne Käu­fer­grup­pen anle­gen kann. Die­ses Plugin kos­tet ab 60 Euro (in der Stan­dard-Lizenz).

Das Plugin “Woo­Com­mer­ce Ger­man Mar­ket” gibt es in unter­schied­li­chen Lizen­zen:

  • Die Stan­dard-Lizenz kos­tet 99 Euro und darf auf einer Domain ein­ge­setzt wer­den.
  • Die Busi­ness-Lizenz kos­tet 125 Euro und kann auf bis zu fünf Domains ein­ge­setzt wer­den.
  • Die Deve­lo­per-Lizenz kos­tet 239 Euro und kann auf bis zu 10 Domains ein­ge­setzt wer­den.

Shop-Theme Hamburg für ein einwandfreies Layout

Wer sich mit Wor­d­Press und dem ent­spre­chen­den Plugin einen Online-Shop auf­bau­en will, benö­tigt auch ein spe­zi­el­les Shop-The­me, in dem die Pro­duk­te anspre­chend prä­sen­tiert wer­den und ent­spre­chen­de Funk­tio­nen wie Fil­ter, Pro­dukt­schrei­bung, Pro­dukt­be­wer­tun­gen sowie Kun­de­n­ac­counts ent­hal­ten sind.

Auf WooThe­mes fin­den sich sehr moder­ne Shop-The­mes für Woo­Com­mer­ce, aber auch Mar­ket­Press hat das The­me Ham­burg extra für Woo­Com­mer­ce-Nut­zer ent­wor­fen. Es weist ein fla­ches Design aus und sieht sehr ele­gant und sty­lish aus.

Shoptheme Hamburg

Fazit

Wer sich für das Woo­Com­mer­ce-Plugin ent­schie­den hat, um einen Online-Shop in sei­ne Wor­d­Press-Instal­la­ti­on ein­zu­bin­den, der soll­te auch Wert auf mög­lichs­te Rechts­si­cher­heit legen und sich für die­se Erwei­te­rung ent­schei­den, ohne dass ich jetzt Wer­bung für den Anbie­ter machen will. Aber ansons­ten begibt man sich doch auf sehr dün­nes Eis und ris­kiert Abmah­nun­gen.

99 Euro sind deut­lich bil­li­ger als eine anwalt­li­che Abmah­nung oder gar ein Gerichts­ver­fah­ren.