Ich habe in meinem Blog in den vergangenen Jahren Möglichkeiten vorgestellt, wie man nebenberuflich Geld im Internet verdienen kann.


Allzu viel wird man dabei nicht zusammen bekommen, aber ein paar Euros sind schon möglich. Gerade Online-Umfragen oder das Verkaufen von Computerspielen oder Büchern auf Momox & Co. gehören zu den beliebtesten Optionen, bequem die Haushaltskasse aufzubessern.

Eine weitere beliebte Möglichkeit, schnell ein paar Euros zu verdienen, ist der Verkauf von gebrauchter Kleidung auf entsprechenden Online-Plattformen. Diese Vorgehensweise scheint deutlich simpler und zeitsparender zu sein, als die nicht mehr getragene Kleidung auf Flohmärkten oder in Second-Hand-Läden zu verkaufen.

Doch lohnt es sich wirklich?

Es tauchen regelmäßig neue Ankaufplattformen im Internet auf, während andere ganz schnell wieder verschwinden (siehe textil-kauf).

Generell sieht es so aus, dass die meisten Portale nur hochwertige Designermode kaufen wollen, um sie dann gewinnbringend als Second-Hand-Mode weiter verkaufen zu können.

Diese Kleider-verkaufen-Portale sind im Augenblick aktuell (Stand: September 2018).

Momox-Fashion: Marken gesucht und nicht schlecht vergütet

Momox dürfte den meisten als Aufkäufer von Büchern und CDs bekannt sein. Doch seit ein paar Jahren kann man über dieses Portal auch Kleider und Schuhe verkaufen.

Momox kauft auch kleine Kleiderbestände auf: Zuerst wählt man das zu verkaufende Kleidungsstück aus, wie z. B. ein Pullover, wählt im nächsten Schritt die Marke und bekommt anschließend die Vergütung angezeigt.

Für einen Pulli von Karl by Karl Lagerfeld erhält man gut 12 Euro, die Ausschlusskriterien wie Flecken, Pilling, Loch oder offene Naht solltest du ebenfalls beachten. Das Kleidungsstück sollte noch gut in Schuss sein, schließlich will Momox es weiterverkaufen.

Wer einen riesigen Berg an aussortierter Kleidung hat, kann sich auf Momox-Fashion bei der Bestimmung der Kleider ein längeres Weilchen beschäftigen. 😊

Wie auf allen Plattformen kann man nicht alle Markenkleidung verkaufen und Selbstgenähtes oder Nichtmarken-Mode wird überhaupt nicht angenommen.

Sicher kann man hochwertige Designermode, die immer noch gut in Schuss, teurer verkaufen als bei Momox. Doch Momox ist eben bequem: Man sitzt vorm PC, sucht die Marke und das Kleidungsstück wie Mantel, Hose oder Schuhmodell (Ballerina, Sneaker usw.) raus, bekommt gleich einen Preisvorschlag geliefert und kann dann entscheiden, ob man das Teil auf diese Weise verkaufen will oder nicht.

Kleidung verkaufen über Momox

Kleidung verkaufen: Momox bietet eine komfortable Oberfläche für das Verkaufen von gebrauchter Markenkleidung.

Texcyle: Mindestens 13,5 Kilo müssen es sein

Wer das Angebot von Texcyle in Anspruch nehmen will, muss mindestens 13,5 Kilo Kleidung in einem Paket an den Service verschicken. Der Versand ist kostenlos. Texcyle nimmt gut erhaltene, modische Kleidung von Damen, Herren, auch Babykleidung, Schuhe und Haustextilien an. Es müssen nicht unbedingt teure Marken oder Designerstücke sein.

Hast du ein Paket verschickt, erhältst du Texcyle einen Preisvorschlag für deine Kleidung: Du kannst entscheiden, ob dir der Betrag zusagt oder nicht. Wenn nicht, werden dir die Kleider wieder zugesendet.

Allzu viel wirst du für diese Kleiderpakete nicht bekommen: Ich schätze mal, für das Mindestgewicht können zwischen 15 und 20 Euro rauskommen. Wer mehr bekommen hat, kann dies gerne in einem Kommentar unter dem Artikel erwähnen.

Buddy & Selly: Nur hochwertige Designermode

Buddy & Selly kauft ausschließlich Designerkleidung auf, die nicht älter als fünf Jahr ist. Welche Marken Buddy & Selly annimmt, findest du in einer Liste ebenfalls auf deren Internetauftritt.

Genaue Preise für die einzelnen Stücke wird man aber wohl erst an der Telefon-Hotline erfahren. Nach Angaben der Portalbetreiber zahlen sie 40 bis 60 Prozent des Verkaufspreises an die Kleidereinsenderinnen.

Remix: Fülle die Remix-Bag

Remix nimmt für seinen Second-Hand-Onlineshop Remixshop.com hochwertige und gepflegte Markenmode an, welche, findest du auf deren Portal.

Um Kleidung einzusenden, musst du im ersten Schritt die Remix-Bag bestellen, eine große Tasche aus Polyethylen. Diese befüllst du und sendest sie an Remix. Danach erhältst du von dem Unternehmen einen Preis für deine Zusendung.

Du kannst auf dem Portal direkt ein Preisangebot anfordern, indem du die Option Jetzt verkaufen in deinem Account wählst.

Zalando Wardrobe

Auch auf Zalando kannst du deine Kleidung verkaufen, und zwar über die App Wardrobe. Im Sommer 2018 hat der Online-Shop diesen Service gestartet.

Über die Funktion Sofortverkauf hast du die Möglichkeit, deine gebrauchte Kleidung an Zalando zu verkaufen. Bis zu 20 Teile auf einmal lassen sich einsenden. Angenommen werden nicht alle Labels, sondern die, die bei den Kundinnen am beliebtesten sind und sich wieder gut verkaufen lassen.

Welche Labels du zum Verkauf anbieten kannst, findest du in der App. Die Kleidungsstücke, die du in die digitale Kleidungskiste legst, werden von Zalando gleich mit einem Preisvorschlag versehen, manches wie Basic-Oberteile, Bademode und Unterwäsche werden nicht angenommen, genauso auch abgetragene Teile.

Hast du alle Kleidungsstücke eingestellt, druckst du dir den Versandschein aus und schickst das Päckchen zu Zalando. Wenige Tage später erhältst du Antwort, ob alle Teile wirklich angenommen wurden.

Abgewiesene Kleidungsstücke kannst du entweder wieder an dich zurücksenden lassen oder spenden (letzteres übernimmt Zalando für dich).

Den Warenwert bekommst du nicht ausgezahlt, sondern als Gutschein für den nächsten Kauf auf Zalando gutgeschrieben.

Durchschnittlich zahlt Zalando für ein ausrangiertes Kleidungsstück gut einen Euro, hochwertige Teile können bis zu 30 Euro bringen. Einen Erfahrungsbericht über einen Kleiderverkauf auf Zalando findest du auf Gründerszene.de.

Die App kannst du dir kostenlos downloaden, es gibt sie für Android und iOS.

Kleiderverkauf auf Zalando Wardrobe

Bildquelle: Zalando Wardrobe App

Secondlifefashion: Nur Damenbekleidung und mindestens 15 Teile

Bei Secondlifefashion kannst du ebenfalls Markenmode, die nicht älter als fünf Jahre ist, verkaufen. Es müssen mindestens 15 Kleidungsstücke sein, die du versendest, und nur Damenmode. Welche Marken Secondlifefashion annimmt, findest du auf deren Website.

Die Preise gestalten sich folgendermaßen:

  • Esprit Bluse: 3-4 €
  • Oliver Jeans: 4-6 €
  • Tommy Hilfiger Jeans: 6-10 €

Vestiaire collective: Gebrauchte Mode direkt an den Kunden verkaufen

Bei Vestiare collective handelt es sich um eine Community, über die du deine Kleidung direkt an den Endkunden verkaufen kannst.

Du fotografierst deine Kleidungsstücke mit der Vestiaire Collective App (für Android und iOS) und stellst sie gleich auf die Plattform zum Verkauf. Über die App kannst du dich mit potenziellen Käufern mittels Echtzeitnachrichten austauschen.

Vestiaire collective nimmt ebenfalls nur hochwertige und gut gepflegte Premium-Mode sowie Schuhe, Taschen und Schmuck an.

Rebelle.com: Designerkleider selbst verkaufen oder verkaufen lassen

Auf Rebelle.com kannst du dich zwischen zwei Verkaufswegen entscheiden: Entweder du verkaufst deine Kleidung selbst, dann stellst du jeden Artikel über die Online-Funktion mit mindestens 3 Fotos, Beschreibungstext, weiteren Angaben und Wunschpreis ein, oder du schickst die Kleider nach dem Eintragen in das System (hier musst du viel weniger Angaben ausfüllen wie beim Selbstverkauf) an Rebelle.

Das Team prüft deine Artikel und deine Preisvorschläge und informiert dich, ob die Preise realistisch sind. Dein Verkaufserlös ergibt sich aus dem Verkaufspreis abzüglich der Provision für Rebelle.

textil-ankauf: Sehr niedrige Gutschriften für 13 Kilo Kleidung

Hinweis: textil-ankauf gibt es nicht mehr.

Ich habe mir die Plattform textil-ankauf näher angeschaut. Das Konzept sieht folgendermaßen aus, dass man pro Kleidungsstück Punkte erhält, die dann aufaddiert werden. Für einen Verkauf braucht man mindestens 100 Punkte. Für Shirts aller Art gibt es nur einen Punkt, für ein Herrenhemd fünf Punkte, für Herrenjeans 11 Punkte, für eine Lederjacke 12 Punkte, für einen BH 11 Punkte und für Damenhalbschuhe 11 Punkte, um nur einen kleinen Auszug aus der Punkteliste zu nennen.

Da sieht man auch schon die Sahnestückchen, die es lohnt zu verkaufen: T-Shirts gehören wohl nicht dazu. Außerdem sollte man ja möglichst eigene Portokosten vermeiden und das klappt nur, wenn das Paket mindestens 13 Kilo wiegt. Dann erst kann man die Kleiderspende kostenlos versenden.

Weitere Verkaufsoptionen von gut erhaltener Kleidung

Oder man verkauft (tauscht oder verschenkt) seine Kleidung bei den Mode-Communities Kleiderkreisel oder Kleiderkorb. Allerdings wird man da auch nicht allzu viel an Geld bekommen, denn viele Community-Nutzer wollen am liebsten alles umsonst. Das habe ich schon selbst erfahren, als ich dort ein paar Sachen angeboten habe.

Neben dem Klassiker Ebay gibt es auch die Möglichkeit, seine Kleidung mobil mit der Flohmarkt-App Shpock zu verkaufen. Ich habe diesbezüglich schon mal einen Test gesehen und der verlief gar nicht so schlecht.

Einfach ein Bild von dem Kleidungsstück machen, eine kleine Beschreibung dazu verfassen und einstellen. Vielleicht melden sich eine oder mehrere Interessentinnen ganz in der Nähe.

Fazit

Generell ist der Online-Verkauf von getragener, aber noch hochwertiger Kleidung einfacher als offline. Wer seine Kleider bei Momox oder textil-ankauf verkaufen will, der braucht keine Fotos zu schießen und keine Beschreibung zu verfassen, alles Kriterien, die Zeit kosten. Dafür sieht die Vergütung nicht allzu gut aus, bei Momox immerhin deutlich besser als bei textil-ankauf.

Wer etwas mehr Gewinn aus seiner abgelegten Kleidung machen will, der muss auch mehr Zeit investieren, und seine Kleidung fotografieren, auf die entsprechenden Portale mit einer genauen Beschreibung stellen. Ob es dann aber wirklich zu einem Verkauf kommt, ist dahingestellt. Daher wählen viele dann doch gerne den einfachen und sicheren, wenn auch schlecht bezahlten Weg und senden die Kleidungsstücke ein.

Welche Empfehlung würde ich abgeben? Das kommt darauf an, was man an Kleidung verkauft: Ist es Marken- und Designermode, würde ich Momox sowie Buddy & Selly den Vorzug geben. Bei No-Name-Kleidung sollte man sich wohl besser gleich für eine Alt-Kleider-Spende entscheiden, denn auch auf den mobilen Flohmärkten wird man für solche Stücke nicht viel bekommen. Aber ein Test lohnt sich auf jeden Fall.

Nachfolgend findest du die Links der Portale und Apps, die du für den Online-Kleiderverkauf nutzen kannst:

Dass mit den hier vorgestellten Ankaufportalen für gebrauchte Kleidung nicht nur gute Erfahrungen gemacht werden, zeigen die Kommentare vieler User unter diesem Beitrag. Letztendlich geht es darum, Kleidung möglichst billig einzukaufen, um sie gewinnbringend weiterzuverkaufen. Auch Zahlungen können sich verzögern.

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