Das Inter­net wird schon längst von vie­len Tau­send Usern mobil genutzt und hat das sta­tio­nä­re Dasein für immer auf­ge­ge­ben.


Das heißt auch, dass auf Geschäfts­web­sites und Blogs eben­so von mobi­len End­ge­rä­ten zahl­reich zuge­grif­fen wird. Die­se Ent­wick­lung habe ich über Goog­le Ana­ly­tics für mei­ne Blogs schon seit eini­ger Zeit fest­ge­stellt.

Da stellt sich bei vie­len Blog­gern und Web­site-Besit­zern die Fra­ge, ob sie eine Web­site im respon­si­ve Design, eine mobi­le Web­site oder eine App den mobi­len Usern anbie­ten soll­ten. Was sich hin­ter die­sen Begrif­fen genau ver­birgt, erläu­te­re ich in die­sem Arti­kel, denn gera­de “Respon­si­ve Web­site” und “Mobi­le Web­site” wer­den ger­ne als Syn­onym ver­wen­det, obwohl bei­de Begrif­fe nicht das glei­che mei­nen.

Responsive Webdesign oder Responsive Website

Dar­un­ter ist die wohl am häu­figs­ten ver­tre­te­ne Art, Web­in­hal­te mobil dar­zu­stel­len, zu ver­ste­hen. Wer sich viel mit Wor­d­Press-The­mes beschäf­tigt, fin­det auf den gro­ßen The­me-Ver­kaufs­platt­for­men mitt­ler­wei­le nur noch respon­si­ve The­mes. Wer ein sol­ches respon­si­ve The­me oder Lay­out ein­setzt, stellt sei­ne gan­zen Web­in­hal­te in einer fle­xi­blen und dyna­mi­schen Dar­stel­lung sei­nen Usern zur Ver­fü­gung. Das Lay­out funk­tio­niert in (fast) jedem Brow­ser und auf jedem End­ge­rät.

responsive Webdesign

Respon­si­ve Lay­out auf den unter­schied­li­chen End­ge­rä­ten

Wird die Web­site auf einem klei­ne­ren Moni­tor auf­ge­ru­fen, passt sich das Lay­out die­ser Grö­ße an, genau­so auch das Menü, das auf Smart­pho­nes in einer ande­ren Form dar­ge­stellt wird als auf dem Desk­top-PC, da es hier mit dem Fin­ger bedient wird und nicht mit der Maus.

Ich set­ze auch für alle mei­ne Blogs und Web­sites respon­si­ve The­mes ein, weil ich auf die­se Art schnell und güns­tig eine Web­site bekom­me, die benut­zer­freund­lich auf allen Gerä­ten dar­ge­stellt wird.

Respon­si­ve Web­de­sign: Vor- und Nach­tei­le | Natür­lich hat ein respon­si­ve Lay­out nicht nur Vor­tei­le wie u. a. die güns­ti­ge Umset­zung und gerin­ger tech­ni­scher Auf­wand, son­dern auch Nach­tei­le.

Nicht so gut ist die meist län­ge­re Lade­zeit einer respon­si­ve Web­site gegen­über einer mobi­len Web­site, denn schließ­lich sind ja noch alle Ele­men­te der Web­site im mobi­len Modus vor­han­den, wie Bil­der oder umfang­rei­che Sei­ten­leis­ten oder/​und der Foo­ter.

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Außer­dem kann man bis­her mit nur weni­gen The­mes (wie bei­spiels­wei­se Ino­va­do) spe­zi­el­len Text­in­halt für die unter­schied­li­chen End­ge­rä­te erstel­len, was im Grun­de genom­men sinn­voll ist, denn mobi­le Inter­ne­tu­ser wol­len kom­pak­te und kon­kre­te Pro­dukt­in­for­ma­tio­nen, Öff­nungs­zei­ten und Weg­be­schrei­bun­gen und legen kaum Wert auf aus­führ­li­che Bil­der­ga­le­rien von Geschäfts­räu­men, Pro­dukt­sor­ti­ments oder umfas­sen­de Beschrei­bun­gen einer Betriebs­aus­stat­tung. Daher wäre es prak­tisch, wenn man mit respon­si­ve The­mes auch den Inhalt sozu­sa­gen respon­si­ve gestal­ten könn­te.

Ich den­ke, die pro­fes­sio­nel­len Pre­mi­um-The­me-Pro­gram­mie­rer wer­den dem­nächst den The­me-Usern auch die Mög­lich­keit bie­ten, in der The­me-Ver­wal­tung spe­zi­el­le Inhal­te bei­spiels­wei­se nur für die Smart­pho­ne-User zu erstel­len oder Side­bar und Foo­ter zu deak­ti­vie­ren (bei man­chen The­mes geht das schon), sodass den mobi­len Usern ande­re Inhal­te zur Ver­fü­gung ste­hen wie den Büro-PC-Nut­zern.

Mobile Websites

Mobile Website der BILD

Mobi­le Web­site der BILD

Mitt­ler­wei­le gibt es Web­sites oder Online-Por­ta­le wie bei­spiels­wei­se Han​dy​Ca​si​no​.de, die nur über einen mobi­len Inter­net­auf­tritt ver­fü­gen, ein­mal weil ihre User haupt­säch­lich vom Smart­pho­ne auf sie zugrei­fen oder weil ihr Ser­vice nur für den mobi­len Ein­satz gedacht ist.

Eine mobi­le Web­site ist sozu­sa­gen die klei­ne “Zweit­web­site” eines Inter­net­auf­tritts, die auf einer ande­ren URL läuft wie die “gro­ße Web­site”. Meist nutzt man für die mobi­le Web­site-Vari­an­te die URL-Form m.meinedomain.de. Wird auf einem mobi­len End­ge­rät die Haupt-URL auf­ge­ru­fen, erkennt das Sys­tem, dass der User einen klei­nen Bild­schirm für die Inter­net­nut­zung ver­wen­det und es wird zur mobi­len Web­site wei­ter- oder umge­lei­tet.

Vor- und Nach­tei­le einer mobi­len Web­site | Die Vor­tei­le einer mobi­len Web­site lie­gen auf der Hand: Man kann spe­zi­ell redu­zier­te Inhal­te für die mobi­le Nut­zung in die klei­ne Web­site ein­fü­gen, denn auf Smart­pho­nes ist die Lay­out­ge­stal­tung einer Web­site für den User eher zweit­ran­gig, man will auf dem klei­nen Raum schnell an ent­schei­den­de Infor­ma­tio­nen her­an­kom­men und die Sei­te soll schnell gela­den wer­den.

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Auf der ande­ren Sei­te bedeu­tet eine mobi­le Web­site mehr Auf­wand: Es muss extra eine mobi­le Web­site erstellt wer­den und sie muss auch getrennt von der Haupt­web­site gepflegt und aktua­li­siert wer­den. Gera­de gro­ße Web­sites oder Platt­for­men haben eine eige­ne mobi­le Web­site wie bei­spiels­wei­se Online-Zei­tun­gen bwz. ‑Maga­zi­ne oder Fern­seh­sen­der mit ihren Media­the­ken sowie Online-Shops.

Apps für Tablets und Smartphones

App von Günstiger.de

Preis­ver­gleichs-App von Günstiger.de

Apps — die­se Appli­ka­tio­nen oder Anwen­dun­gen für Tablets und Smart­pho­nes — gibt es zu Tau­sen­den für die unter­schied­li­chen mobi­len Betriebs­sys­tem-Platt­for­men wie Android oder Apple. Außer­dem ver­fügt eine App über eine sehr gute Per­for­mance und funk­tio­niert meist auch ohne Inter­net­ver­bin­dung. Es ist heut­zu­ta­ge recht ein­fach, mit­tels der vie­len App-Erstel­lungs-Anbie­ter schnell eine App für einen Blog zu erstel­len.

Das habe ich auch schon pro­biert und es ging sehr schnell. Ande­rer­seits hat es aus mei­ner Sicht wenig Sinn, eine App anzu­bie­ten, die den glei­chen Inhalt hat wie ein Blog. Eine zusätz­li­che App fin­de ich nur nütz­lich, wenn sie dem User einen Zusatz­nut­zen bie­ten, wie bei­spiels­wei­se ein Preis­ver­gleichs­rech­ner, ein unter­halt­sa­mes Rate­spiel, ein spie­le­ri­scher Wis­sens­test etc.

Auf jeden Fall soll­te man sich vor­her fra­gen, ob eine App für mei­ne Fir­ma, mein Unter­neh­men oder auch mei­nen Blog etwas bringt, ob ich damit einen Mehr­wert für die User bereit­stel­le. Denn was bringt eine teu­re App-Pro­gram­mie­rung, wenn das Inter­es­se dar­an kaum vor­han­den ist — ganz gleich ob die App kos­ten­los oder kos­ten­pflich­tig zum Down­load bereit­ge­stellt wird.

Wer eine App zur Ver­fü­gung stel­len will, soll­te vor­ab klä­ren, was bei den Usern an Funk­tio­na­li­tä­ten beson­ders gut ankommt. Am bes­ten star­tet man eine Online-Umfra­ge — ver­bun­den mit einem Gewinn­spiel — um kon­kre­te User­ant­wor­ten zu bekom­men.

App-Erstel­lung mit Auf­wand ver­bun­den | Ich selbst fin­de, dass sich eine App für die wenigs­ten klei­nen Unter­neh­men lohnt. Denn ein­mal muss die­se pro­gram­miert wer­den, bereit­ge­stellt, bewor­ben und stän­dig gepflegt wer­den. Im Gegen­satz zu einer mobi­len Web­site oder einem respon­si­ve Lay­out ist eine App betriebs­sys­tem­ab­hän­gig, muss also für meh­re­re Sys­te­me wie Apple iOS, Android, Win­dows mobi­le oder auch Black­ber­ry oder zumin­dest für die bei­den wich­tigs­ten (Apple und Android) erstellt wer­den.

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Kommt eine neue Betriebs­sys­tem­ver­si­on her­aus, muss auch meist die App aktua­li­siert wer­den, damit sie feh­ler­frei auf den Gerä­ten wei­ter­lau­fen kann. Ein wei­te­res Hin­der­nis mag sein, dass die User eine App erst her­un­ter­la­den und instal­lie­ren müs­sen, bevor sie sie nut­zen kön­nen. Davor schre­cken man­che auch zurück.

Letzt­end­lich lohnt sich eine App für gro­ße und bekann­te Unter­neh­men, nach deren Ange­bo­ten und Apps User ziel­ge­rich­tet in den ein­zel­nen App-Stores suchen, wie bei­spiels­wei­se die Ebay-oder Ama­zon-App.

Fazit

Wer sei­nen Web­in­halt den mobi­len Inter­ne­tusern benut­zer­freund­lich zur Ver­fü­gung stel­len will, hat also meh­re­re Optio­nen.

Für Blog­ger und klei­ne Fir­men und Unter­neh­men lohnt sich vor allem das unkom­pli­zier­te respon­si­ve Lay­out oder Web­de­sign, denn man benö­tigt kei­ne wei­te­re mobi­le Web­site und URL, der Pfle­ge­auf­wand hält sich deut­lich in Gren­zen.

Nichts­des­to­trotz kann auch manch­mal eine extra mobi­le Web­site sinn­voll sein, gera­de wenn eine bestimm­te Ziel­grup­pe mit spe­zi­el­len mobi­len Inhal­ten und Funk­tio­na­li­tä­ten “abge­holt” wer­den soll oder als Kun­de umwor­ben wird.

Was eine App angeht, da soll­te man genau abwä­gen, was die­se wirk­lich an User­nut­zen brin­gen soll, denn hin­ter die­ser Anwen­dung steckt der größ­te Auf­wand, was Tech­nik, Mar­ke­ting und Pfle­ge betrifft. Gene­rell lohnt sich eine App für klei­ne Unter­neh­men und auch Blog­ger nur in sehr sel­te­nen Fäl­len.