Da das mobile Web, also der Internetzugriff von mobilen Endgeräten wie Smartphones und Tablets, eine immer wichtigere Rolle spielt und auch bei mir die Zugriffsraten von solchen Geräten ansteigen, habe ich mich entschlossen, ein WordPress-Plugin für die Darstellung meines Blogs auf kleinen Bildschirmen zu installieren.


Schon im Februar hatte ich ein solches Plugin – WPTouch – vorgestellt, nun habe ich die kostenpflichtige Premiumvariante WPTouch Pro gekauft und auf Geld-online-Blog installiert.

Der Anbieter Bravenewcode hat in den vergangenen Monaten dieses Plugin komplett überarbeitet und mit neuen Themes und Features ausgestattet.

Es gibt insgesamt drei Preis- bzw. Lizenzpakete für dieses Plugin:

  • 1 Lizenz für den Einsatz auf einer Website: 49 kanadische Dollar
  • 3 Lizenzen für den Einsatz auf drei Websites: 99 kanadische Dollar
  • 25 Lizenzen für den Einsatz auf 25 Websites: 249 kanadische Dollar

Da mein Desktop-Theme nicht responsive ist, hat es sich angeboten, auf eine solche Möglichkeit für ein mobiles Layout zurückzugreifen.

Installation von WP Touch Pro

Nach dem Pluginkauf kann man sich das Plugin auf seinen Rechner downloaden. Um es zu installieren, bietet sich der einfache Weg über Plugins – Installieren – Hochladen an. Damit dieser Weg klappt, darf das Plugin nicht entzippt werden, sondern muss als zip-Datei hochgeladen werden.

Danach findet man in der linken Sidebar im WordPress-Dashboard einen eigenen Navigationspunkt „WPtouch Pro“ mit Unterpunkten vor.

Die entscheidenden Einstellungen werden unter Haupteinstellungen, Themes, Theme-Optionen und Menüs vorgenommen.

Haupteinstellungen

Unter Allgemein sind ein paar Optionen auszuwählen bzw. einzustellen: Unter Regionalisierung sollte man Auto-Erkennung auswählen und im nächsten Feld Website-Titel gibt man seinen Blog-Titel ein.

Dann kann man entscheiden, ob man der mobilen Seite eine andere Startseite als der Desktop-Ausgabe geben möchte. Da ich auch mobil meine Startseite mit den Blogartikelanrissen gleich bleiben soll, habe ich einfach Standard gewählt. Man kann aber auch eine der statischen WordPress-Seiten zur mobilen Startseite machen oder eine neue erstellen über Custom.

Welche Ausgabe sollen die Besucher beim erstmaligen Besuch sehen? Da kann man sich entscheiden, dass mobile Besucher zuerst die Desktop-Ausgabe sehen und dann über einen Link im Footer zur mobilen Ausgabe umschalten können. Oder man wählt die zweite Option wie ich, „Umschalt-Link in der mobilen Ansicht anzeigen“.

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Unter Kompatibilität bietet das Plugin die Möglichkeit, Plugins der Desktop-Seite auszuschalten. Von dieser Option war ich anfangs begeistert, doch ich musste feststellen, dass sich viele Plugins auf diese Art und Weise nicht deaktivieren lassen, was vor allem an deren Programmierungsart liegt. Darauf weist Bravenewcode auch auf seiner Supportseite hin.

Ich hätte gern auf der mobilen Seite das Plugin Easy Adsense, Plista, Simple Ads Manager und die Foobar deaktiviert, doch das ging nicht. Die Plugins bleiben trotz des versuchten Deaktivierens weiterhin aktiv. SiN Social Share ließ sich dagegen ausschalten.

Dieser anfangs große Vorteil gegenüber Responsive Themes, an denen man für die mobile Ausgabe kaum Änderungen vornehmen kann, hat sich damit sehr reduziert.

Und auch das Ausschalten von Shortcodes funktioniert irgendwie nicht, obwohl WPTouch Pro auch diese Option anbietet.

Themes von WPTouch Pro

WPTouch Pro bietet drei verschiedene Themes für die mobile Darstellung an:

Einmal der Klassiker Classic Redux, der auch bei der kostenlosen Pluginversion zur Verfügung steht, CMS für inhaltsstarke Seiten wie Blogs und Simple, das sich besonders für statische Websites ohne Blog eignet.

Ich habe mich für das Themelayout CMS entschieden (siehe Screenshot rechts).

Unter Themes wählt man dann das gewünschte Theme aus und klickt auf Aktivieren.

Theme-Optionen

Allgemein

Unter diesem Punkt wird das ausgewählte Theme noch entsprechend angepasst und gestaltet. Wer einen Bilderslider, einen sogenannten Schieber mit den aktuellsten Artikeln einfügen möchte, kann das unter diesem Punkt tun.

Diese Bilder lassen sich mit dem Finger durchblättern, wie dies auf den Touchscreens der Smartphones so üblich ist. Ich habe mich gegen diesen Schieber entschieden, weil er mir zu viel Platz auf dem kleinen Smartphone-Bildschirm einnimmt. Trotzdem ein schönes Feature, das auch sehr gut aussieht.

Und auch ein Kategorienschieber lässt sich einblenden. Dann wird unterhalb der Menüs eine Zeile mit Blogkategorien angezeigt, die sich ebenfalls mit dem Finger schieben lässt.  Bei meinem Test werden 15 Kategorien bzw. Unterkategorien angezeigt, allerdings vollkommen willkürlich. Ich habe nicht unter Kontrolle, welche Kategorien eingeblendet werden und welche nicht.

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Des Weiteren kann man sich entscheiden, ob man Kommentare und Share-Buttons wie Facebook und Twitter anzeigen und bestimmte Kategorien und Tags ausschalten will.

Etikettierung

Unter diesem Punkt werden das Logo hochgeladen und die Farben für Header, Links und Hintergrund eingestellt.

Und man kann seine Social-Media-Profile eintragen, die dann als anklickbare Icons unter jedem Artikel und jeder Seite angezeigt werden.

Werbung

WPTouch Pro ermöglicht es auch, in der mobilen Version Google Adsense-Anzeigen (falls man noch kein Plugin für Adsense in der Desktop-Variante verwendet) einzubinden bzw. benutzerdefinierte Werbung über Custom einzufügen.

WebApp-Modus

Man kann auch für iOS-Benutzer eine App mit diesem Plugin erstellen. Diesen Punkt habe ich noch nicht getestet, da ich es als nicht sehr sinnvoll erachte, eine Website als App anzubieten.

Menüs

Unter Menüs kann man auch zwei Menüs für die mobile Ausgabe individuell zusammenstellen. Jedem Menüpunkt kann man ein Icon aus einer mitgelieferten Symbolauswahl zuweisen oder eigene Symbole hochladen und diese dann verwenden.

Nachteile von WPTouch Pro

Generell gefällt mir das Plugin für einen mobilen Blog gut. Doch es gibt auch ein paar Nachteile, die ich doch aufführen will:

Keine Sidebar-Darstellung: Leider werden die Sidebars in der mobilen Version nicht eingeblendet. Doch dort befinden sich oft interessante Informationen, die den Besuchern der mobilen Version vorenthalten werden, wie beispielsweise die Blogkategorien.

Wem der Kategorienschieber nicht zusagt, sollte eine Seite mit Kategorien anlegen und diese in eines der beiden mobilen Menüs einfügen, damit Besucher der mobilen Version wenigstens einen Zugriff auf die Kategorien haben.

Bei den allermeisten Responsive Themes werden dagegen die Inhalte der Sidebar in der mobilen Darstellung angezeigt, entweder unterhalb des Inhalts oder in Form von Off-Canvas-Layouts.

Titel nur angerissen: Die Blogtitel werden  – wenn sie recht lang sind – auf der Übersichtsseite sowie Startseite nicht vollständig anzeigt, da für die Auflistung eines Blogartikels in der Übersicht nur sehr wenig Platz zur Verfügung steht. Wer das Smartphone quer nimmt, kann erst dann die Blogtitel in ihrer vollständigen Länge lesen. Da gehen schon ein paar wesentliche Informationen verloren.

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Menüpunkte und Suchfeld sehr klein: Ich finde die Darstellung der Menübuttons und das Such-Icon etwas klein geraten. Zwar kann ich die Elemente recht gut anklicken, dennoch wäre eine größere Darstellung komfortabler gewesen.

Keine optimierte Darstellung für Tablets: Die mittlerweile in großer Anzahl erhältlichen Responsive Themes passen sich ja meist sehr gut auf das jeweilige Endgerät an, so auch auf die Bildschirme von Tablets.

Dieses Layout von WPTouch Pro bietet nur die mobile Variante für die kleinen Smartphones-Bildschirme. Auf einem Tablet sieht dieses Layout schon nicht mehr so gut aus, sodass man besser zur Desktop-Version umschalten sollte. Auf den kleinen Tablets wie beispielsweise dem Kindle Fire ist dann aber nicht alles von der „großen“ Seite auf dem Monitor zu sehen.

Fazit

Wer noch kein Responsive Blogtheme verwendet und sich auch kein neues mit dieser Funktion zulegen, aber seinen Blog für mobile Zugriffe optimieren möchte, der findet mit dem Plugin WPTouch Pro ein sehr gutes Plugin mit kleinen Schwächen.

Wer in nächster Zeit sein Bloglayout neu gestalten will, der sollte besser ein Responsive Theme kaufen. Dann braucht er ein solches Plugin nicht einzusetzen. Denn wesentliche Vorteile gegenüber einem Responsive Theme kann ich bei diesem Plugin nun auch nicht erkennen. Außer dass man eigene Menüs für die mobile Version erstellen kann.

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