Inhaltsverzeichnis

Auf einen guten Bürostuhl wird von vielen Selbständigen am Anfang ihrer Existenzgründung nicht allzu großen Wert gelegt, denn eine hochwertige Anschaffung ist nicht günstig. 

Irgendwann wird sich die Nachlässigkeit mit Kreuzschmerzen rächen. Neun bis zehn Stunden am Tag auf einem rückenunfreundlichen Stuhl sollte sich wirklich niemand zumuten.

Nachfolgend findest du die wichtigsten Punkte, die ein guter und ergonomischer Bürostuhl haben sollte.

TL;DR

Zusammenfassung

Wie sieht der perfekte Bürostuhl aus?

  • Ein perfekter Bürostuhl muss die Wirbelsäule aktiv unterstützen (natürliche S-Form) und insbesondere die Lendenwirbelsäule entlasten, damit Schultern und Nacken langfristig schmerzfrei bleiben.

  • Entscheidend ist die individuelle Anpassbarkeit: Sitzhöhe, Rückenlehne, Armlehnen und Sitztiefe sollten verstellbar sein, da nur so der Stuhl wirklich zum eigenen Körper passt.

  • Hochwertige Modelle zeichnen sich durch bessere Materialien, präzise Verarbeitung und lange Haltbarkeit (oft mehrere Jahre) aus, während günstige Stühle schneller verschleißen und weniger Komfort bieten.

  • Ein guter Bürostuhl fördert Bewegung statt starrem Sitzen, was die Haltung verbessert und langfristig gesundheitliche Probleme reduziert.

  • Der wichtigste Praxistipp: Probesitzen ist Pflicht (mind. 10–15 Minuten), da nur so überprüft werden kann, ob Komfort, Ergonomie und Einstellungen wirklich zum eigenen Körper passen.

Auf welche Kriterien solltest du bei der Auswahl deines Bürostuhls achten?

Wichtig ist vor allem, dass Nacken, Schultern und Rücken entlastet werden und man sich in dem Stuhl bewegen kann, d. h. ein dynamisches Sitzen (bewegtes Sitzen mit verschiedenen Sitzpositionen) möglich ist, der Stuhl sollte dabei ein zu schnelles Ermüden des Körpers verhindern und die Wirbelsäule entlasten.

Je länger du am Schreibtisch sitzt, desto besser sollte die Qualität deines Bürostuhls sein. Es ist einleuchtend, dass zehn Stunden Sitzen mehr an die körperliche Substanz gehen als nur zwei Stunden.

Bürostuhl Infografik

Rückenlehne

  • Ein hochwertiger Bürostuhl passt sich jeder Bewegung an und stützt die gerade eingenommene Haltung. Lehnst du deinen Oberkörper zurück, sollten sich die Rückenlehne und die Sitzfläche auch nach hinten neigen. Bewegst du dich nach vorne, geht die Lehne auch diese Bewegung mit (Wippmechanik).

  • Die Rückenlehne sollte nicht starr an den Stuhl montiert sein, sondern Möglichkeiten zur individuellen Einstellung (vor allem in der Höhe) haben. Außerdem sollte sie mindestens bis zu den Schultern reichen.

  • Wer Probleme mit dem Lendenwirbelbereich hat, sollte sich für einen Bürostuhl mit einer Rückenlehne entscheiden, die die natürliche S-Krümmung der menschlichen Wirbelsäule aufgreift (sogenannte Lordosen- oder Lumbalstütze).

Sitzfläche

  • Die Höhe der Sitzfläche solltest du einstellen können. Die bequeme Sitzposition sieht so aus, dass die Ober- und Unterschenkel einen Winkel von 90° bilden.

  • Eine eingebaute Federung vermeidet unnötige Stoßbelastungen der Wirbelsäule, wenn du dich auf den Stuhl setzt. Auch darauf solltest du Wert legen.

  • Sehr praktisch ist die Sitztiefenverstellung: Mit dieser Funktion kannst du die Auflagefläche für Gesäß und Oberschenkel optimal einstellen.

  • Die Vorderkante der Sitzfläche sollte sich nicht oder nur minimal anheben, wenn du dich im Stuhl zurückneigst. Dadurch bleiben die Füße auf dem Boden.

  • Die Sitzfläche sollte nach vorne neigbar sein, um eine rückenentlastende Position einnehmen zu können. Es gibt im Handel solche Keilkissen, die den gleichen Effekt haben und oft auf normalen Stühlen und auf Autositzen ihre Anwendung finden. Falls der Bürostuhl über eine Neigungsfunktion der Sitzfläche verfügt, brauchst du dieses Kissen nicht.

Armlehnen

  • Armlehnen sind nicht jedermanns Sache, ich mag sie und möchte keinen Bürostuhl ohne Lehnen. Von Zeit zu Zeit kann ich meine Unterarme dort zur Entspannung ablegen. Das tut auch den Schultern und dem Nacken gut. Damit du deine Arme optimal ablegen kannst, sollten die Lehnen höhen- und breitenverstellbar. Die Breitenverstellbarkeit vermeidet, dass du dich im Stuhl eingequetscht fühlst.

Material und Stoffbezug

  • Dem Stoffbezug solltest du auch genügend Aufmerksamkeit widmen, denn durch das tägliche Sitzen kann er sich schnell abnutzen. Der Stoff sollte luftdurchlässig sein. Ob weiche PU-Oberfläche oder leichter Polyesterbezug, diese Oberflächen lassen sich gut pflegen und sind meist atmungsaktiv.
  • Die Sitzpolsterung sollte eine gute Druckverteilung bieten, gerade im Bereich des Gesäßes und der Oberschenkel.

Stuhlfuß

  • Ein Dreh-Bürostuhl mit Rollen finde ich eindeutig komfortabler. Damit lässt sich leicht und ohne große Kraftanstrengung vom Schreibtisch zurückfahren und aufstehen. Ohne Rollen wäre dies deutlich unbequemer.

Regelmäßige Bewegung muss auch sein

Doch auch ein hochwertiger Bürostuhl ersetzt nicht die nötige Bewegung und bewahrt dich nicht hundertprozentig vor Rückenbeschwerden. Ich bleibe mittlerweile nie länger als eine Stunde am Stück sitzen.

Dann stehe ich auf und bewege mich etwas, mache vielleicht sogar ein paar Gymnastikübungen und laufe ein paar Minuten. Um die Mittagszeit ist ein kleiner Spaziergang an der Luft ideal. Auch das und regelmäßiger Sport wie Walken, Radfahren und Schwimmen tut dem Rücken und der Gesundheit gut.

Pezziball als Bürostuhl-Ersatz?

Lange Zeit galt der Pezziball als ein beliebter Ersatz für den klassischen Bürostuhl. Doch Experten raten mittlerweile davon ab, einen Sitz- oder Pezziball als Büromöbel zu nutzen.

Da der Ball über keine stützende Rückenlehne verfügt und leicht in alle Richtungen wegrollt, nimmt man darauf recht schnell eine starre Sitzhaltung ein, die zur Überlastung der Wirbelsäulenmuskulatur führt.  Außerdem steigt mit dem Pezziball die Unfallgefahr am Arbeitsplatz. Mal passt man eine Sekunde nicht auf, schon rollt der Ball unter einem weg und man fällt hintenüber. Das kann böse Folgen haben.

Eine halbe Stunde wird sicherlich nichts Negatives anrichten, länger als eine Stunde an einem Stück sollte man darauf nicht sitzen, schon gar nicht den ganzen Tag.

Frau im Home-Office auf Pezziball

Foto: KI-generiert.  Eine Frau sitzt auf einem Pezziball vor dem PC.

Bürostuhl online kaufen

Wenn du deinen Bürostuhl in einem Online-Shop kaufst, schau dir die Bewertungen anderer Käufer/innen an und das Datenblatt. Dort stehen meist noch mehr Details drauf als in der Produktbeschreibung. Bei ungeklärten Fragen solltest du dich an den Shopbetreiber wenden.

Der Bürostuhl sollte ergonomisch sein und die oben genannten Eigenschaften aufweisen. Viele Online-Shops bieten ihren Kunden und Kundinnen ein 30-Tage-Rückgaberecht. In dieser Zeit kannst du den Stuhl ausgiebig Probe sitzen und herausfinden, ob er für dich, deinen Körper und deine Arbeitsweise passt.

Fazit

Ohne einen hochwertigen Bürostuhl geht für Selbständige (ob im Home-Office oder im externen Büro) nichts. Er gehört genauso zu einer professionellen Büroausstattung wie Schreibtisch und PC.

Für einen bequemen Bürostuhl kannst du schon ein paar Hundert Euro Ausgaben rechnen, am falschen Ende sparen bringt letztendlich dir und deiner Gesundheit nichts.

(Bildquelle: © Monoar Rahman /Pexels.com)

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Auf einen guten Bürostuhl wird von vielen Selbständigen am Anfang ihrer Existenzgründung nicht allzu großen Wert gelegt, denn eine hochwertige Anschaffung ist nicht günstig. 

Irgendwann wird sich die Nachlässigkeit mit Kreuzschmerzen rächen. Neun bis zehn Stunden am Tag auf einem rückenunfreundlichen Stuhl sollte sich wirklich niemand zumuten.

Nachfolgend findest du die wichtigsten Punkte, die ein guter und ergonomischer Bürostuhl haben sollte.

TL;DR

Zusammenfassung

Wie sieht der perfekte Bürostuhl aus?

  • Ein perfekter Bürostuhl muss die Wirbelsäule aktiv unterstützen (natürliche S-Form) und insbesondere die Lendenwirbelsäule entlasten, damit Schultern und Nacken langfristig schmerzfrei bleiben.

  • Entscheidend ist die individuelle Anpassbarkeit: Sitzhöhe, Rückenlehne, Armlehnen und Sitztiefe sollten verstellbar sein, da nur so der Stuhl wirklich zum eigenen Körper passt.

  • Hochwertige Modelle zeichnen sich durch bessere Materialien, präzise Verarbeitung und lange Haltbarkeit (oft mehrere Jahre) aus, während günstige Stühle schneller verschleißen und weniger Komfort bieten.

  • Ein guter Bürostuhl fördert Bewegung statt starrem Sitzen, was die Haltung verbessert und langfristig gesundheitliche Probleme reduziert.

  • Der wichtigste Praxistipp: Probesitzen ist Pflicht (mind. 10–15 Minuten), da nur so überprüft werden kann, ob Komfort, Ergonomie und Einstellungen wirklich zum eigenen Körper passen.

Auf welche Kriterien solltest du bei der Auswahl deines Bürostuhls achten?

Wichtig ist vor allem, dass Nacken, Schultern und Rücken entlastet werden und man sich in dem Stuhl bewegen kann, d. h. ein dynamisches Sitzen (bewegtes Sitzen mit verschiedenen Sitzpositionen) möglich ist, der Stuhl sollte dabei ein zu schnelles Ermüden des Körpers verhindern und die Wirbelsäule entlasten.

Je länger du am Schreibtisch sitzt, desto besser sollte die Qualität deines Bürostuhls sein. Es ist einleuchtend, dass zehn Stunden Sitzen mehr an die körperliche Substanz gehen als nur zwei Stunden.

Bürostuhl Infografik

Rückenlehne

  • Ein hochwertiger Bürostuhl passt sich jeder Bewegung an und stützt die gerade eingenommene Haltung. Lehnst du deinen Oberkörper zurück, sollten sich die Rückenlehne und die Sitzfläche auch nach hinten neigen. Bewegst du dich nach vorne, geht die Lehne auch diese Bewegung mit (Wippmechanik).

  • Die Rückenlehne sollte nicht starr an den Stuhl montiert sein, sondern Möglichkeiten zur individuellen Einstellung (vor allem in der Höhe) haben. Außerdem sollte sie mindestens bis zu den Schultern reichen.

  • Wer Probleme mit dem Lendenwirbelbereich hat, sollte sich für einen Bürostuhl mit einer Rückenlehne entscheiden, die die natürliche S-Krümmung der menschlichen Wirbelsäule aufgreift (sogenannte Lordosen- oder Lumbalstütze).

Sitzfläche

  • Die Höhe der Sitzfläche solltest du einstellen können. Die bequeme Sitzposition sieht so aus, dass die Ober- und Unterschenkel einen Winkel von 90° bilden.

  • Eine eingebaute Federung vermeidet unnötige Stoßbelastungen der Wirbelsäule, wenn du dich auf den Stuhl setzt. Auch darauf solltest du Wert legen.

  • Sehr praktisch ist die Sitztiefenverstellung: Mit dieser Funktion kannst du die Auflagefläche für Gesäß und Oberschenkel optimal einstellen.

  • Die Vorderkante der Sitzfläche sollte sich nicht oder nur minimal anheben, wenn du dich im Stuhl zurückneigst. Dadurch bleiben die Füße auf dem Boden.

  • Die Sitzfläche sollte nach vorne neigbar sein, um eine rückenentlastende Position einnehmen zu können. Es gibt im Handel solche Keilkissen, die den gleichen Effekt haben und oft auf normalen Stühlen und auf Autositzen ihre Anwendung finden. Falls der Bürostuhl über eine Neigungsfunktion der Sitzfläche verfügt, brauchst du dieses Kissen nicht.

Armlehnen

  • Armlehnen sind nicht jedermanns Sache, ich mag sie und möchte keinen Bürostuhl ohne Lehnen. Von Zeit zu Zeit kann ich meine Unterarme dort zur Entspannung ablegen. Das tut auch den Schultern und dem Nacken gut. Damit du deine Arme optimal ablegen kannst, sollten die Lehnen höhen- und breitenverstellbar. Die Breitenverstellbarkeit vermeidet, dass du dich im Stuhl eingequetscht fühlst.

Material und Stoffbezug

  • Dem Stoffbezug solltest du auch genügend Aufmerksamkeit widmen, denn durch das tägliche Sitzen kann er sich schnell abnutzen. Der Stoff sollte luftdurchlässig sein. Ob weiche PU-Oberfläche oder leichter Polyesterbezug, diese Oberflächen lassen sich gut pflegen und sind meist atmungsaktiv.
  • Die Sitzpolsterung sollte eine gute Druckverteilung bieten, gerade im Bereich des Gesäßes und der Oberschenkel.

Stuhlfuß

  • Ein Dreh-Bürostuhl mit Rollen finde ich eindeutig komfortabler. Damit lässt sich leicht und ohne große Kraftanstrengung vom Schreibtisch zurückfahren und aufstehen. Ohne Rollen wäre dies deutlich unbequemer.

Regelmäßige Bewegung muss auch sein

Doch auch ein hochwertiger Bürostuhl ersetzt nicht die nötige Bewegung und bewahrt dich nicht hundertprozentig vor Rückenbeschwerden. Ich bleibe mittlerweile nie länger als eine Stunde am Stück sitzen.

Dann stehe ich auf und bewege mich etwas, mache vielleicht sogar ein paar Gymnastikübungen und laufe ein paar Minuten. Um die Mittagszeit ist ein kleiner Spaziergang an der Luft ideal. Auch das und regelmäßiger Sport wie Walken, Radfahren und Schwimmen tut dem Rücken und der Gesundheit gut.

Pezziball als Bürostuhl-Ersatz?

Lange Zeit galt der Pezziball als ein beliebter Ersatz für den klassischen Bürostuhl. Doch Experten raten mittlerweile davon ab, einen Sitz- oder Pezziball als Büromöbel zu nutzen.

Da der Ball über keine stützende Rückenlehne verfügt und leicht in alle Richtungen wegrollt, nimmt man darauf recht schnell eine starre Sitzhaltung ein, die zur Überlastung der Wirbelsäulenmuskulatur führt.  Außerdem steigt mit dem Pezziball die Unfallgefahr am Arbeitsplatz. Mal passt man eine Sekunde nicht auf, schon rollt der Ball unter einem weg und man fällt hintenüber. Das kann böse Folgen haben.

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Frau im Home-Office auf Pezziball

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(Bildquelle: © Monoar Rahman /Pexels.com)

Autorin: Susanne Braun

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Autorin: Susanne Braun

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3 Kommentare

  1. Bürostuhl Fan 3. Juli 2019 at 10:30 - Antworten

    Vielen Dank für die Informationen. Da ich selbstständig bin, suche ich im Moment auch nach einem ergonomischen Bürostuhl. Immerhin kann sich so selbst was tun. Kenne aber auch viele Firmen, wo noch nicht wirklich auf Ergonomie am Arbeitsplatz geachtet wird.

  2. Melanie Fischer 18. Dezember 2020 at 10:54 - Antworten

    Hallo Frau Braun,
    vielen Dank für wichtigen Tipps beim Kauf eines Bürostuhls für einen ergonomischen Arbeitsplatz. Ob für Selbständige oder für das Arbeiten von Home-Office gehört der Bürostuhl genauso zu einer professionellen Büroausstattung wie Schreibtisch und PC. Ich habe vor kurzem in den RH Mereo investiert und bin sehr glücklich. Das dynamische Sitzen hält einem wirklich fit für den Alltag.

    Liebe Grüße,
    Melanie Fischer

  3. Hein 20. Dezember 2020 at 9:24 - Antworten

    Hallo, ich habe nur ein sehr kleines Heimbüro und hier möchte ich mir keinen großen Bürostuhl in die Stube stellen. Ich hatte auch einmal so einen Ball getestet. Aber das fand ich nicht angenehm. Entschieden hatte ich mich dann für einen Kniestuhl mit Wippfunktion. Damit bleibt mein Körper beim Sitzen leicht in Bewegung und man ist gezwungen, aufrecht zu sitzen (schräge Sitzfläche).

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