Wie Du die perfekte Domain für Dein Unternehmen findest

Wie Du die perfekte Domain für Dein Unternehmen findest

Lesedauer: 4 Minuten

Mit der richtigen Domain kannst Du Deiner Geschäftsidee zum entscheidenden Durchbruch verhelfen. Worauf Du dabei achten solltest, verraten die folgenden Tipps:

Wichtigste Regel: Die Domain muss zur Zielgruppe passen

Wenn Du eine Internetadresse registrieren möchtest, musst Du dich zunächst einmal an einige ganz grundlegende Bedingungen halten. Dabei handelt es sich allerdings um wenige Regeln, die Deine Kreativität nicht weiter einschränken. Grundsätzlich muss Folgendes erfüllt sein:

  • Zwischen Groß- und Kleinbuchstaben wird nicht unterschieden.
  • Erlaubt sind alle Buchstaben von A-Z und alle Zahlen von 0-9.
  • Bindestriche dürfen nicht am Anfang oder Ende einer Adresse stehen und nicht an 3. und 4. Stelle gleichzeitig.
  • Eine Domain darf nicht länger als 63 Zeichen sein.

Immer im Vordergrund stehen sollte außerdem die Nutzerfreundlichkeit – denn die beste Website nützt nichts, wenn potentielle Kunden sie gar nicht erst besuchen. Für Deine Internetadresse gilt daher: Sie sollte möglichst kurz, leicht zu merken und gut verständlich sein.

Zum Beispiel: Ein Hamburger Geschäft verkauft über seine Website Gitarren.

  • gitarren.hamburg ist besser als www.gitarren-shop.hamburg.
  • gitarren-shop.hamburg ist besser als www.gitarren-onlineshop.hamburg.
  • gitarren-onlineshop.hamburg ist besser als www.hochwertige-gitarren-im-guenstigen-onlineshop.hamburg.

Je länger eine Domain ist, desto größer ist die Gefahr, dass sich Tippfehler einschleichen. Außerdem lässt sich eine kurze Domain einfacher in den Browser eingeben als die lange Variante. Das gilt besonders für Nutzer von Smartphones oder Tablets, für die das Eintippen langer Internetadressen besonders mühsam ist.

Nicht zuletzt lässt sich eine kurze Domain auch einfacher merken als eine lange. Es ist übrigens sogar möglich, einbuchstabige Domains zu registrieren: Die Berliner Zukunftskonferenz „Q Berlin Questions“ ist zum Beispiel unter www.q.berlin im Internet zu finden.

Sind Bindestriche und Umlaute sinnvoll?

In den USA sind Domains, die Bindestriche enthalten, eher unüblich. Im Gegensatz dazu sind Bindestriche in Deutschland relativ beliebt – unter anderem deshalb, weil sie die Lesbarkeit der Adressen erhöhen und dafür sorgen, dass es nicht zu Missverständnissen kommt.

So hatte zum Beispiel eine amerikanische Kinderhilfsorganisation einst die Domain www.childrenslaughter.com registriert und damit angedeutet, dass es Kindern hier gar nicht gut ergeht – „slaughter“ bedeutet nämlich „schlachten“. Mit einem Bindestrich – also www.childrens-laughter.com – wäre die gute Absicht besser ersichtlich gewesen.

Umlaute in Internetadressen sind ebenfalls erlaubt, aber nicht empfehlenswert. Vor allem dann nicht, wenn Du internationale Zielgruppen ansprechen möchtest – denn ihnen sind die Buchstaben „ä“, „ö“ und „ü“ möglicherweise unbekannt und auf deren Tastaturen gar nicht vorhanden.

Problematisch wird es außerdem, wenn Du zu einer Umlaut-Domain gehörende E-Mail-Adressen registrieren möchtest. Viele E-Mail-Programme kommen mit Umlauten in E-Mail-Adressen nämlich (noch immer) nicht zurecht.

Ein guter Domain-Name hilft beim Markenaufbau

Es ist noch nicht lange her, da waren Exact Match Domains ein beliebtes Mittel, um in Suchmaschinen gut platziert zu werden. Übersetzen lässt sich „exact match“ mit „genau übereinstimmend“ und beschreibt damit Internetadressen, die genau zu einem gesuchten Begriff passen.

Wenn also ein Internetnutzer nach einem Fahrrad sucht, dann trifft die Domain www.fahrrad.de seine Anfrage genau. Mittlerweile haben Exact Match Domains keinen so großen Stellenwert mehr, weil Suchmaschinen mehr Gewicht auf hochwertige und relevante Inhalte legen.

Einen Vorteil gibt es allerdings, wenn bereits der Name der Website einen Suchbegriff enthält. Potentielle Kunden wissen sofort, womit sie es zu tun haben – wo „fahrrad“ drinsteht, ist eben auch „Fahrrad“ drin. Die Chance, dass Du solche Keyword-Domains heute noch in Reinform bekommst, ist allerdings nicht sehr hoch.

Und bei Adressen wie www.fahrrad-24-billiger.de verpufft der Vorteil, den Keyword-Domains mit sich bringen. Außerdem hast Du es mit einer Domain, die nur aus allgemeinen Begriffen besteht, schwerer beim Aufbau Deiner unverwechselbaren Marke.

Assoziationen wecken

Garantiert fallen Dir auf Anhieb eine Reihe von Unternehmen ein, deren Angebot nicht direkt im Namen steckt, die aber trotzdem jedes Kind kennt. Ob Google, Amazon, eBay oder Zalando – sie alle wurden nicht aufgrund ihrer transparenten Namen bekannt, sondern weil sie mit der richtigen Strategie und ausreichend Zeit in den Aufbau ihrer Marken investiert hatten.

Für Dich bedeutet das: Wenn Du ebenfalls bereit bist, etwas Zeit zu investieren, ist Dein persönlicher Begriff die richtige Wahl – denn so machst Du Dich unverwechselbar.

Neben reinen Fantasienamen gibt es übrigens die Möglichkeit, die Domain aus einem Fantasie- und einem beschreibenden Begriff zusammenzusetzen.

Bei www.paypal.com können Nutzer beispielsweise auf Anhieb erraten, dass es um nutzerfreundliches Bezahlen geht; das Mode-Startup Stylight zeigt mit www.stylight.de, welche Produkte es ins rechte Licht rückt; und das „Wooga“ in www.wooga.com steht für „World of Gaming“ und verrät damit, dass hier ein Spielesoftwareunternehmen zu finden ist.

Der Vorteil dieser Wortkombinationen ist, dass Du Interessierte nicht völlig im Dunkeln lässt, was Dein Geschäft betrifft, sondern bereits Assoziationen weckst.

Die neuen Domain-Endungen bieten viele Möglichkeiten

Über den Hauptteil Deiner Domain hast Du Dir bestimmt schon einige Gedanken gemacht – aber wusstest Du auch, dass es bei der Domain-Endung einigen Spielraum gibt? Seit 2014 gibt es mehr als 1.000 neue Endungen. Viele von ihnen lohnen einen näheren Blick, weil sie gute Alternativen zu lange bestehenden Endungen wie .de und .com bieten.

Zum einen gehören dazu Endungen, die den Standort Deines Unternehmens deutlich machen. Statt www.startup-hamburg.de kannst Du so zum Beispiel auch www.startup.hamburg registrieren.

Damit fällt Deine Adresse nicht nur eher auf, sie wird auch kürzer und bleibt damit leichter im Gedächtnis. Außer .hamburg gibt es in Deutschland bisher die geographischen Endungen .berlin, .bayern, .nrw, .saarland, .ruhr und .koeln.

Außerdem gibt es Domain-Endungen, mit denen Du die Branche, in der Du Dich bewegst, deutlich machen kannst.

Blogger könnten beispielsweise mit der Endung .blog auf sich aufmerksam machen; für Berater könnte .consulting die richtige Wahl sein; und wer einen Online-Shop hat, verrät mit .shop, was Interessierte zu erwarten haben.

Die Auswahl ist wirklich groß – deswegen solltest Du vor einer Entscheidung genau überlegen, welche Endung am besten zu Deinem Angebot und Deinen Zielgruppen passt.

Welche Domain-Endung passt zu welcher Zielgruppe?

Google behandelt die neuen Domain-Endungen nicht anders als länger bestehende. Das heißt: Um Nach- bzw. Vorteile in der Suchmaschinenplatzierung musst Du Dir keine Gedanken machen. Stattdessen solltest Du abwägen, welche Endung Deine Zielgruppen am besten anspricht:

  • .com passt, wenn Du Dich an ein internationales Publikum richtest.
  • Bist du im gesamten deutschsprachigen Raum tätig, machst du mit .de nichts verkehrt.
  • Konzentrierst Du dich auf eine bestimmte Region oder Stadt, wird das anhand einer lokalen Endung wie .hamburg oder .berlin besonders deutlich.
  • Branchenbezogene Endungen wie .shop oder .blog passen gut, wenn Du Dein Tätigkeitsfeld betonen möchtest.

Ist die Domain alltagstauglich?

Wenn Du den perfekten Namen für Deine Website gefunden hast, steht zu guter Letzt noch der Härtetest an: Schicke dazu den Domain-Namen per Sprachnachricht an ein paar Freunde oder Bekannte und bitte sie, das Gehörte per Textnachricht zurückzuschicken.

Sind die Antworten fehlerfrei, kannst Du Deine neue Adresse ohne Bedenken registrieren.


Autorenbox:

Ann-Kathrin Gräfe arbeitet für die Hamburg Top-Level-Domain GmbH. Das Unternehmen betreibt die Domain-Endung .hamburg, die seit 2014 gemeinsam mit über 1.000 weiteren Endungen das Internet erweitert.


(Bildquelle Artikelanfang: © JanBaby /Pixabay.com)

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