Mit der rich­ti­gen Domain kannst Du Dei­ner Geschäfts­idee zum ent­schei­den­den Durch­bruch ver­hel­fen. Wor­auf Du dabei ach­ten soll­test, ver­ra­ten die fol­gen­den Tipps:


Wichtigste Regel: Die Domain muss zur Zielgruppe passen

Wenn Du eine Inter­net­adres­se regis­trie­ren möch­test, musst Du dich zunächst ein­mal an eini­ge ganz grund­le­gen­de Bedin­gun­gen hal­ten. Dabei han­delt es sich aller­dings um weni­ge Regeln, die Dei­ne Krea­ti­vi­tät nicht wei­ter ein­schrän­ken. Grund­sätz­lich muss Fol­gen­des erfüllt sein:

  • Zwi­schen Groß- und Klein­buch­sta­ben wird nicht unter­schie­den.
  • Erlaubt sind alle Buch­sta­ben von A‑Z und alle Zah­len von 0 – 9.
  • Bin­de­stri­che dür­fen nicht am Anfang oder Ende einer Adres­se ste­hen und nicht an 3. und 4. Stel­le gleich­zei­tig.
  • Eine Domain darf nicht län­ger als 63 Zei­chen sein.

Immer im Vor­der­grund ste­hen soll­te außer­dem die Nut­zer­freund­lich­keit – denn die bes­te Web­site nützt nichts, wenn poten­ti­el­le Kun­den sie gar nicht erst besu­chen. Für Dei­ne Inter­net­adres­se gilt daher: Sie soll­te mög­lichst kurz, leicht zu mer­ken und gut ver­ständ­lich sein.

Zum Bei­spiel: Ein Ham­bur­ger Geschäft ver­kauft über sei­ne Web­site Gitar­ren.

  • gitar​ren​.ham​burg ist bes­ser als www​.gitar​ren​-shop​.ham​burg.
  • gitar​ren​-shop​.ham​burg ist bes­ser als www​.gitar​ren​-online​shop​.ham​burg.
  • gitar​ren​-online​shop​.ham​burg ist bes­ser als www​.hoch​wer​ti​ge​-gitar​ren​-im​-guens​ti​gen​-online​shop​.ham​burg.

Je län­ger eine Domain ist, des­to grö­ßer ist die Gefahr, dass sich Tipp­feh­ler ein­schlei­chen. Außer­dem lässt sich eine kur­ze Domain ein­fa­cher in den Brow­ser ein­ge­ben als die lan­ge Vari­an­te. Das gilt beson­ders für Nut­zer von Smart­pho­nes oder Tablets, für die das Ein­tip­pen lan­ger Inter­net­adres­sen beson­ders müh­sam ist.

Nicht zuletzt lässt sich eine kur­ze Domain auch ein­fa­cher mer­ken als eine lan­ge. Es ist übri­gens sogar mög­lich, ein­buch­sta­bi­ge Domains zu regis­trie­ren: Die Ber­li­ner Zukunfts­kon­fe­renz „Q Ber­lin Ques­ti­ons“ ist zum Bei­spiel unter www.q.berlin im Inter­net zu fin­den.

Sind Bindestriche und Umlaute sinnvoll?

In den USA sind Domains, die Bin­de­stri­che ent­hal­ten, eher unüb­lich. Im Gegen­satz dazu sind Bin­de­stri­che in Deutsch­land rela­tiv beliebt – unter ande­rem des­halb, weil sie die Les­bar­keit der Adres­sen erhö­hen und dafür sor­gen, dass es nicht zu Miss­ver­ständ­nis­sen kommt.

So hat­te zum Bei­spiel eine ame­ri­ka­ni­sche Kin­der­hilfs­or­ga­ni­sa­ti­on einst die Domain www​.child​rens​laugh​ter​.com regis­triert und damit ange­deu­tet, dass es Kin­dern hier gar nicht gut ergeht – „slaugh­ter“ bedeu­tet näm­lich „schlach­ten“. Mit einem Bin­de­strich – also www​.child​rens​-laugh​ter​.com – wäre die gute Absicht bes­ser ersicht­lich gewe­sen.

Umlau­te in Inter­net­adres­sen sind eben­falls erlaubt, aber nicht emp­feh­lens­wert. Vor allem dann nicht, wenn Du inter­na­tio­na­le Ziel­grup­pen anspre­chen möch­test – denn ihnen sind die Buch­sta­ben „ä“, „ö“ und „ü“ mög­li­cher­wei­se unbe­kannt und auf deren Tas­ta­tu­ren gar nicht vor­han­den.

Pro­ble­ma­tisch wird es außer­dem, wenn Du zu einer Umlaut-Domain gehö­ren­de E‑Mail-Adres­sen regis­trie­ren möch­test. Vie­le E‑Mail-Pro­gram­me kom­men mit Umlau­ten in E‑Mail-Adres­sen näm­lich (noch immer) nicht zurecht.

Ein guter Domain-Name hilft beim Markenaufbau

Es ist noch nicht lan­ge her, da waren Exact Match Domains ein belieb­tes Mit­tel, um in Such­ma­schi­nen gut plat­ziert zu wer­den. Über­set­zen lässt sich „exact match“ mit „genau über­ein­stim­mend“ und beschreibt damit Inter­net­adres­sen, die genau zu einem gesuch­ten Begriff pas­sen.

Wenn also ein Inter­net­nut­zer nach einem Fahr­rad sucht, dann trifft die Domain www​.fahr​rad​.de sei­ne Anfra­ge genau. Mitt­ler­wei­le haben Exact Match Domains kei­nen so gro­ßen Stel­len­wert mehr, weil Such­ma­schi­nen mehr Gewicht auf hoch­wer­ti­ge und rele­van­te Inhal­te legen.

Einen Vor­teil gibt es aller­dings, wenn bereits der Name der Web­site einen Such­be­griff ent­hält. Poten­ti­el­le Kun­den wis­sen sofort, womit sie es zu tun haben – wo „fahr­rad“ drin­steht, ist eben auch „Fahr­rad“ drin. Die Chan­ce, dass Du sol­che Key­word-Domains heu­te noch in Rein­form bekommst, ist aller­dings nicht sehr hoch.

Und bei Adres­sen wie www​.fahr​rad​-24​-bil​li​ger​.de ver­pufft der Vor­teil, den Key­word-Domains mit sich brin­gen. Außer­dem hast Du es mit einer Domain, die nur aus all­ge­mei­nen Begrif­fen besteht, schwe­rer beim Auf­bau Dei­ner unver­wech­sel­ba­ren Mar­ke.

Assoziationen wecken

Garan­tiert fal­len Dir auf Anhieb eine Rei­he von Unter­neh­men ein, deren Ange­bot nicht direkt im Namen steckt, die aber trotz­dem jedes Kind kennt. Ob Goog­le, Ama­zon, eBay oder Zalan­do – sie alle wur­den nicht auf­grund ihrer trans­pa­ren­ten Namen bekannt, son­dern weil sie mit der rich­ti­gen Stra­te­gie und aus­rei­chend Zeit in den Auf­bau ihrer Mar­ken inves­tiert hat­ten.

Für Dich bedeu­tet das: Wenn Du eben­falls bereit bist, etwas Zeit zu inves­tie­ren, ist Dein per­sön­li­cher Begriff die rich­ti­ge Wahl – denn so machst Du Dich unver­wech­sel­bar.

Neben rei­nen Fan­ta­sie­na­men gibt es übri­gens die Mög­lich­keit, die Domain aus einem Fan­ta­sie- und einem beschrei­ben­den Begriff zusam­men­zu­set­zen.

Bei www​.paypal​.com kön­nen Nut­zer bei­spiels­wei­se auf Anhieb erra­ten, dass es um nut­zer­freund­li­ches Bezah­len geht; das Mode-Start­up Sty­light zeigt mit www​.sty​light​.de, wel­che Pro­duk­te es ins rech­te Licht rückt; und das „Woo­ga“ in www​.woo​ga​.com steht für „World of Gaming“ und ver­rät damit, dass hier ein Spie­le­soft­ware­un­ter­neh­men zu fin­den ist.

Der Vor­teil die­ser Wort­kom­bi­na­tio­nen ist, dass Du Inter­es­sier­te nicht völ­lig im Dun­keln lässt, was Dein Geschäft betrifft, son­dern bereits Asso­zia­tio­nen weckst.

Die neuen Domain-Endungen bieten viele Möglichkeiten

Über den Haupt­teil Dei­ner Domain hast Du Dir bestimmt schon eini­ge Gedan­ken gemacht – aber wuss­test Du auch, dass es bei der Domain-Endung eini­gen Spiel­raum gibt? Seit 2014 gibt es mehr als 1.000 neue Endun­gen. Vie­le von ihnen loh­nen einen nähe­ren Blick, weil sie gute Alter­na­ti­ven zu lan­ge bestehen­den Endun­gen wie .de und .com bie­ten.

Zum einen gehö­ren dazu Endun­gen, die den Stand­ort Dei­nes Unter­neh­mens deut­lich machen. Statt www​.start​up​-ham​burg​.de kannst Du so zum Bei­spiel auch www​.start​up​.ham​burg regis­trie­ren.

Damit fällt Dei­ne Adres­se nicht nur eher auf, sie wird auch kür­zer und bleibt damit leich­ter im Gedächt­nis. Außer .ham­burg gibt es in Deutsch­land bis­her die geo­gra­phi­schen Endun­gen .ber­lin, .bay­ern, .nrw, .saar­land, .ruhr und .koeln.

Außer­dem gibt es Domain-Endun­gen, mit denen Du die Bran­che, in der Du Dich bewegst, deut­lich machen kannst.

Blog­ger könn­ten bei­spiels­wei­se mit der Endung .blog auf sich auf­merk­sam machen; für Bera­ter könn­te .con­sul­ting die rich­ti­ge Wahl sein; und wer einen Online-Shop hat, ver­rät mit .shop, was Inter­es­sier­te zu erwar­ten haben.

Die Aus­wahl ist wirk­lich groß – des­we­gen soll­test Du vor einer Ent­schei­dung genau über­le­gen, wel­che Endung am bes­ten zu Dei­nem Ange­bot und Dei­nen Ziel­grup­pen passt.

Welche Domain-Endung passt zu welcher Zielgruppe?

Goog­le behan­delt die neu­en Domain-Endun­gen nicht anders als län­ger bestehen­de. Das heißt: Um Nach- bzw. Vor­tei­le in der Such­ma­schi­nen­plat­zie­rung musst Du Dir kei­ne Gedan­ken machen. Statt­des­sen soll­test Du abwä­gen, wel­che Endung Dei­ne Ziel­grup­pen am bes­ten anspricht:

  • .com passt, wenn Du Dich an ein inter­na­tio­na­les Publi­kum rich­test.
  • Bist du im gesam­ten deutsch­spra­chi­gen Raum tätig, machst du mit .de nichts ver­kehrt.
  • Kon­zen­trierst Du dich auf eine bestimm­te Regi­on oder Stadt, wird das anhand einer loka­len Endung wie .ham­burg oder .ber­lin beson­ders deut­lich.
  • Bran­chen­be­zo­ge­ne Endun­gen wie .shop oder .blog pas­sen gut, wenn Du Dein Tätig­keits­feld beto­nen möch­test.

Ist die Domain alltagstauglich?

Wenn Du den per­fek­ten Namen für Dei­ne Web­site gefun­den hast, steht zu guter Letzt noch der Här­te­test an: Schi­cke dazu den Domain-Namen per Sprach­nach­richt an ein paar Freun­de oder Bekann­te und bit­te sie, das Gehör­te per Text­nach­richt zurück­zu­schi­cken.

Sind die Ant­wor­ten feh­ler­frei, kannst Du Dei­ne neue Adres­se ohne Beden­ken regis­trie­ren.

Autoren­box

Ann-Kath­rin Grä­fe arbei­tet für die Ham­burg Top-Level-Domain GmbH. Das Unter­neh­men betreibt die Domain-Endung .ham­burg, die seit 2014 gemein­sam mit über 1.000 wei­te­ren Endun­gen das Inter­net erwei­tert.

(Bild­quel­le Arti­kel­an­fang: © Jan­Ba­by /Pixabay.com)