Was passiert, wenn Google den eigenen Webauftritt oder Blog abstraft und vielleicht sogar aus dem Suchindex streicht? Auweia, darüber habe ich mir selbst noch keine Gedanken gemacht.


Doch vergangene Woche hatte ich ein Gespräch mit einem Bekannten, der ebenfalls ein paar Websites im Netz hat und von denen eine die rote Karte von Google erhielt.

Von ihm bekam ich wichtige Informationen, woran man eine Abstrafung feststellt, was die Gründe sein können und was man am besten tut, damit dies überhaupt nicht passiert.

Meistens merkt man eine Google-Abstrafung dadurch, dass plötzlich viel weniger Besucher auf die Website kommen als in den Tagen und Wochen zuvor. Vielleicht macht man sich zuerst noch keine großen Gedanken über diese Auffälligkeit, aber nach ein paar Tagen wird einem doch klar, dass mit der Site irgendetwas nicht mehr stimmt.

Mögliche Bestrafungsarten

Zurückstufung im Suchmaschinen-Ranking

Dann ist es möglich, dass Google die Seite hindert, auf den vorderen Plätzen in den Suchmaschinenergebnislisten aufzutauchen. Und auf die hinteren Seiten einer Google-Suchergebnisliste gehen die allerwenigsten User.

Entfernung der Website aus dem Google-Index

Ganz schlimm ist schließlich, wenn die Seite komplett aus dem Suchindex von Google entfernt wird, dann ist die Seite sozusagen tot, weil nicht mehr auffindbar.

Diese Strafe wird aber nicht allzu häufig angewandt.

Verlust des PageRanks

Außerdem habe ich noch gelesen, dass einer Website der PageRank aberkannt werden kann, was vor allem passiert, wenn Websites Links verkaufen. Allerdings ist ein schlechterer PageRank nicht unbedingt als Katastrophe zu bewerten, denn Seiten mit schlechtem PageRank sind ja immer noch im Google-Index enthalten.

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Gründe für die Website-Bestrafung

Doch was muss man „verbrochen“ haben, wenn Google den Internetauftritt zurückstuft oder gar aus dem Index löscht?

1. Schlechte Backlinks

Vor allem schlechte Backlinks aus zweifelhaften Quellen werden von Google sehr gerne abgestraft. Solche Links waren wohl auch der Grund, warum die Website meines Bekannten zurückgestuft wurde.

Da man mit entsprechender Software in kurzer Zeit massenweise Backlinks  in Blogs über Spamkommentare oder auf Social-Bookmarking-Portalen setzen kann, genießen diese Rückverlinkungen kein Vertrauen bei Google. Denn die Entwicklung der Backlinkstruktur wirkt künstlich und nicht organisch gewachsen.

Davon also lieber die Finger lassen.

2. Double Content

Wenn auf der Website hauptsächlich nur Inhalte von anderen Seiten stehen, dann liegt doppelter Inhalt (double content) vor, was Google sehr ungern sieht. Denn schließlich will die Suchmaschine den Usern qualitativ hochwertige Informationen liefern und nicht Mehrfachkopien.

Um doppelten Inhalt zu vermeiden, sollte man am besten keine Newsfeeds von anderen Webseiten auf seiner eigenen einbinden, da sie keinen wirklichen Mehrwert bieten. Außerdem kann das auch rechtliche Konsequenzen haben. In meinem Freundeskreis wurde jemand deshalb von dem Blogger angezeigt, dessen Feeds auf der Seite meiner Freundin waren.  Er sah darin sein Urheberrecht verletzt und schaltete einen Anwalt ein. Meine Freundin musste ungefähr 500 € Strafe zahlen.

3. Immer gleich lautende Linktexte

Auch das soll schlecht bewertet werden. Der Link- oder Ankertext ist der lesbare Teil eines Links. Und wenn darin immer wieder die gleichen Suchbegriffe vorkommen, sieht dies ebenfalls sehr künstlich aus. Denn normalerweise verlinken User meist mit unterschiedlichen Linktexten. Einmal wird z. B. mit „Hier geht es zu der Website“ oder dann wieder konkreter mit „Empfehlenswerte Versicherungen“ verlinkt. Bei stereotypen Linktexten wird dann auch Google klar, dass hier etwas zu viel an Optimierung getan wurde.

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4. Linkkauf und -verkauf

Meist will man mit dem Kauf oder Verkauf von Links in der PageRank-Bewertung schneller nach vorne kommen. Dieses Verhalten bewertet Google als Verstoß gegen seine Richtlinien. Daher sollte man gekaufte Links auf alle Fälle mit dem nofollow-Attribut entwerten, um Google darauf aufmerksam zu machen, dass es sich dabei um Werbung handelt.

5. Dubiose ausgehende Links

Alle von der eigenen Website ausgehenden Links werden von Google sozusagen als Empfehlung gewertet. Sind dann verdächtige Seiten darunter wie gewaltverherrlichende oder pornographische, dann fällt deren schlechter Ruf auf die eigene Seite zurück.

Daher am besten nur Links zu Websites setzen, die man selbst gut findet und anderen Usern weiterempfehlen kann.

In Spamkommentaren werden auf Blogs gerne solche dubiosen Links eingebaut. Deshalb immer alle Kommentare kontrollieren und solche Spams sofort löschen.

Kann man Abstrafungen rückgängig machen?

Was aber, wenn man nun wirklich abgestraft wurde? Lässt sich der Zustand wieder ändern oder nicht?

Wenn die Seite noch im Index ist, aber nicht mehr so weit vorne bei Suchanfragen rankt, dann sollte man überlegen, welche der oben genannten Fehler man wahrscheinlich begangen hat und damit beginnen,  eventuell doppelten Content, schlechte Backlinks und/oder dubiose ausgehende Links zu entfernen.

Ist die Website von den „Fehltritten“ befreit, wird sie bald wieder in den Suchergebnissen weiter vorne auftauchen.

Sie können auch mit der Suchanfrage site:ihre-domain.de feststellen, ob Ihre Website noch im Index von Google vorhanden ist. Erscheint nach solcher Abfrage kein einziger Treffer, sieht es wirklich so aus, dass Google alle Seiten aus seinem Index rausgeworfen hat. Dieser Schritt wird von Google dem Webseiten-Besitzer oder -betreiber per Mail mitgeteilt und begründet.

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Ob man dann allerdings noch Chancen hat, wieder aufgenommen zu werden, ist fraglich. Man kann zwar über die Google-Webmaster-Tools einen Antrag auf erneute Überprüfung stellen. Die Site muss aber nicht mehr aufgenommen werden und falls doch wieder, sind die Wartezeiten ziemlich lang.

Aus diesen Punkten lässt sich doch erkennen, dass Google Content-Erstellung für die Internetuser will, und nicht für die Suchmaschinen. Daher sollte man vielleicht mal weniger Wert auf SEO legen (ohne das Thema ganz zu vernachlässigen) und mehr Wert auf seine Botschaften.

(Bildquelle Artikelanfang: © Andreas Haertle /Fotolia.com)