Was bei einer Baufinanzierung zu beachten ist

Vie­le Men­schen hegen ihn, den Traum vom Eigen­heim. Doch der Groß­teil muss für die Rea­li­sie­rung die­ses Traums einen Kre­dit aufnehmen. 

Auch wenn man den Ein­druck haben könn­te, der Bau eines Hau­ses sei ein Klacks, weil gefühlt über­all gebaut wird, gibt es beim The­ma Bau­fi­nan­zie­rung eini­ge Fall­stri­cke zu beachten.

Der Traum vom Eigenheim

Wohn­ei­gen­tum gilt als Non­plus­ul­tra für die Alters­vor­sor­ge. Der Grund­ge­dan­ke: Statt Mie­te zu zah­len und jemand ande­ren damit zu berei­chern, zahlt man lie­ber Eigen­tum ab. Ist die­ses abbe­zahlt, wohnt man abge­se­hen von den Neben­kos­ten gratis.

Vor allem Men­schen mit Kin­dern set­zen auf das Eigen­heim, denn so gene­rie­ren sie ein soli­des Erbe für ihre Nach­kom­men. Den­noch will der Bau eines Hau­ses wohl über­legt sein. Vor allem in Hin­blick auf Bau­kos­ten und ‑finan­zie­rung gibt es eini­ge kri­ti­sche Aspekte.

Was beeinflusst die Baukosten?

Die Kos­ten für ein Bau­pro­jekt hän­gen von ver­schie­de­nen Fak­to­ren ab:

  • Wie teu­er ist die geplan­te Lage?
  • Wie gut kal­ku­liert das anbie­ten­de Bauunternehmen?
  • Wie groß soll gebaut werden?
  • Wel­che Mate­ria­li­en kom­men zu Einsatz?
  • Wel­che För­de­run­gen kön­nen bean­tragt werden?

Und letzt­lich soll­ten ange­hen­de Bau­her­ren auch immer die Ent­wick­lung der Mate­ri­al­prei­se im Hin­ter­kopf behal­ten – durch den aktu­el­len Preis­an­stieg bei Roh­stof­fen wie Holz kommt es nicht nur zu lan­gen Lie­fer­zei­ten, son­dern auch zu zusätz­li­chen Her­aus­for­de­run­gen bei der Kos­ten­kal­ku­la­ti­on. Doch Nach­fi­nan­zie­run­gen soll­ten ver­mie­den werden.

Vor- und Nachteile beim Neubau

Es gibt kla­re Argu­men­te, die für einen Neu­bau spre­chen: Wer baut, hat zwar Stress, am Ende nicht nur ein Eigen­heim, son­dern vor allem ein neu­wer­ti­ges Eigen­heim, das moder­ner Bau­wei­se und meist auch kli­ma­ef­fi­zi­en­ten Maß­stä­ben ent­spricht. Danach ist also erst­mal für eini­ge Jahr­zehn­te Ruhe, was Moder­ni­sie­run­gen und Repa­ra­tu­ren angeht. Auch ist der Gestal­tungs­frei­raum beim Neu­bau am größten.

Doch es gibt auch Nach­tei­le: Einer­seits sind die Kos­ten vor­ab nicht immer klar abschätz­bar, was unter Umstän­den teu­re Nach­fi­nan­zie­run­gen zur Fol­ge hat. Außer­dem kann es zu Pro­ble­men mit der Bau­fir­ma kom­men, wenn es um Män­gel oder gar um eine Insol­venz der Fir­ma geht.

Nützliche Tipps für die Baufinanzierung

Über­wie­gend ist es das The­ma der Finan­zie­rung, das ange­hen­den Bau­her­ren am meis­ten zusetzt. Es lohnt sich, sich von Pro­fis wie den Finan­zie­rungs­ex­per­ten Saar­land ein­ge­hend über Mög­lich­kei­ten, Hür­den und Co bera­ten zu las­sen. Fol­gen­de Punk­te soll­ten Häus­le­bau­er aber auf jedem Fall im Hin­ter­kopf haben:

Wie viel Haus kann man sich leisten?

Wer soli­de, aber nicht über­durch­schnitt­lich ver­dient, kann in der Regel kei­ne Vil­la bau­en. Selbst wenn eine Bau­fi­nan­zie­rung auf dem Papier dar­stell­bar wäre, ist es nicht immer sinn­voll, so groß wie mög­lich zu bau­en. Es gilt, vor­ab klar abzu­wä­gen, wo die per­sön­li­che Schmerz­gren­ze in Hin­blick auf das Kos­ten­ge­fü­ge und die Pro­jekt­grö­ße liegt.

Je mehr Eigenkapital, desto besser

Häus­le­bau­er soll­ten auf jeden Fall Eigen­ka­pi­tal mit­brin­gen. Einer­seits schmä­lert die­ses die Sum­me, die für den Bau­kre­dit auf­ge­nom­men wer­den muss, maßgeblich. 

Ande­rer­seits erhöht eine hohe Eigen­ka­pi­tal­quo­te die Chan­cen, dass die Bank das Vor­ha­ben bewil­ligt und den gewünsch­ten Kre­dit aus­zahlt. Die Eigen­ka­pi­tal­quo­te soll­te idea­ler­wei­se 20 – 30%, min­des­tens aber 10% betragen.

Auf Sondertilgung achten

Die Bank leiht Bau­her­ren Geld, weil sie selbst Geld damit ver­dient – und zwar durch die Zin­sen. Die­se wer­den über die Kre­dit­lauf­zeit und die Raten­hö­he generiert. 

Weil Son­der­zah­lun­gen die Lauf­zeit des Kre­dits min­dern, sin­ken damit auch die Zin­sen, die die Bank ver­die­nen kann. Vie­le Kre­dit­in­sti­tu­te bie­ten ihren Kun­den des­halb nicht die Mög­lich­keit auf Sonderzahlungen.

Man soll­te dar­auf ach­ten, dass zumin­dest ein­mal jähr­lich eine Son­der­til­gung mög­lich ist, sodass man sei­ne Schul­den im Fal­le eines unver­hoff­ten Geld­se­gens – sei es ein Lot­to­ge­winn oder ein Erbe – schnel­ler abbe­zah­len kann.

Raten gut kalkulieren

Wer monat­lich mehr tilgt, ist schnel­ler mit der Abzah­lung fer­tig. Den­noch soll­ten die Raten immer so kal­ku­liert wer­den, dass man noch gut leben kann. Eine zu gro­ße Ein­schrän­kung im All­tag durch hohe Raten führt zu Unzu­frie­den­heit und im Fal­le eines uner­war­te­ten Eng­pas­ses viel­leicht sogar zum Schei­tern der Tilgung.

Langfristig denken

Wer ein Bau­vor­ha­ben finan­ziert, soll­te unbe­dingt an die Zukunft den­ken: Bau­kre­di­te haben typi­scher­wei­se Lauf­zei­ten von zehn bis drei­ßig Jahren. 

Kann (und will) man die Til­gung in so vie­len Jah­ren noch stem­men? Oft steht dann auch schon der nächs­te Kre­dit für die ers­ten Reno­vie­rungs­ar­bei­ten an.

(Bild­quel­le Arti­kel­an­fang: © RODNAE Pro­duc­tions /​Pexels.com)

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