Ein Giro­kon­to oder eine Geld­an­la­ge auf der Bank gehört heu­te zu den übli­chen finan­zi­el­len Gepflo­gen­hei­ten. Dabei machen wir uns über die Bank selbst, bei der wir unser Giro­kon­to lau­fen oder unser Geld ange­legt haben, nur sel­ten Gedan­ken.


Dabei könn­ten durch­aus fol­gen­de Fra­gen im Raum ste­hen: Was geschieht mit unse­rem ange­leg­ten Geld, wofür wird es von der Bank inves­tiert, wer bekommt als Kre­dit­neh­mer das von Spa­rern ange­leg­te Geld?

Da die Ban­ken mit unse­rem Erspar­ten Kre­di­te an Fir­men und Unter­neh­men ver­ge­ben und von deren Zins­zah­lun­gen weit­aus mehr pro­fi­tie­ren als wir von den Zin­sen, die die Bank uns in Aus­sicht stellt, liegt es eigent­lich an uns, zu ent­schei­den, bei wel­cher Bank wir unser Geld anle­gen.

War­um also nicht bei sol­chen Geld­in­sti­tu­ten anle­gen, wo wir eher wis­sen, in wel­che Pro­jek­te unser Geld inves­tiert wird? Auch ich habe mir dar­über noch kei­ne all­zu gro­ßen Gedan­ken gemacht, bis ich mich über Alter­na­tiv­ban­ken infor­miert habe.

Schließ­lich haben wir Spa­rer mehr Macht, als wir ver­mu­ten. Ohne die pri­va­ten Anle­ger könn­ten die Ban­ken bei wei­tem nicht über so viel Geld ver­fü­gen. Die Sum­me von pri­vat ange­leg­tem Geld liegt in Deutsch­land bei ca. 5 Bil­lio­nen Euro. Der Bun­des­haus­halt kann dage­gen gera­de mal über gut 300 Mil­li­ar­den Euro ver­fü­gen. Wür­den wir also unser Geld nicht anle­gen, gäbe es unse­re Wirt­schaft in die­ser Form nicht, wie wir sie ken­nen.

Was machen ethische Banken anders als konventionelle?

Sicher­lich müs­sen ethi­sche oder Alter­na­tiv­ban­ken auch dar­auf ach­ten, wirt­schaft­lich zu arbei­ten. Doch sie legen Wert dar­auf, wer ihr Geld als Kre­dit erhält und ob der Kre­dit­neh­mer bestimm­te Gesichts­punk­te im Sin­ne von öko­lo­gi­schen, sozia­len oder ande­ren ethi­schen Kri­te­ri­en erfüllt. Nur dann wird auch Geld ver­lie­hen.

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Bis­her gibt es in Deutsch­land noch nicht vie­le Ban­ken, die bei der Kre­dit­ver­ga­be und bei Invest­ments auf sozia­le, ethi­sche oder öko­lo­gi­sche Kri­te­ri­en ach­ten. Eine davon ist bei­spiels­wei­se die Ethik­bank.

Kon­kret heißt das, dass ethisch-öko­lo­gi­sche Ban­ken über­prü­fen, ob ihre Kre­dit­neh­mer Geld ethisch “sau­ber” ver­die­nen.

Aus­schluss­kri­te­ri­en sind u. a. :

  • das Pro­du­zie­ren und der Ver­trieb von Mili­tär­waf­fen
  • das Betrei­ben von Atom­kraft­wer­ken
  • die För­de­rung oder Unter­stüt­zung von Kin­der­ar­beit
  • die Ver­let­zung von Arbeit­neh­mer­rech­ten
  • die Durch­füh­rung von Tier­ver­su­chen
  • das Betrei­ben von Glücks­spie­len

Zu den posi­ti­ven Kri­te­ri­en gehö­ren vor allem:

  • Enga­ge­ment für die Umwelt
  • Erhal­tung von Arbeits­plät­zen
  • För­de­rung der Mit­ar­bei­ter
  • Beach­tung der Men­schen­rech­te

Ver­sto­ßen die Unter­neh­men gegen oben genann­ten Aus­schluss­kri­te­ri­en, wird kei­ne Kre­dit­ver­ga­be erfol­gen. Der Bank­kun­de kann also sicher sein, dass sein ange­leg­tes Geld nach ethi­schen Wert­grund­sät­zen inves­tiert wird. Man­che Alter­na­tiv­ban­ken ermög­li­chen es ihren Kun­den sogar, die Geld­ver­wen­dung mit einem Kri­te­ri­um zu ver­bin­den, sodass man ent­schei­den kann, ob das Geld bei­spiels­wei­se in öko­lo­gi­schen Land­bau oder Umwelt­pro­jek­te gesteckt wird.

Weniger Rendite bei ethischen Banken als bei den konventionellen Banken

Im Gegen­satz zu den kon­ven­tio­nel­len Ban­ken stre­ben die Alter­na­tiv­ban­ken nicht nach größt­mög­li­cher Ren­di­te, dadurch fal­len bei ihnen die Zins­sät­ze gene­rell nied­ri­ger aus.

Vie­le der ethi­schen Ban­ken sind nur als Direkt­ban­ken tätig und ver­zich­ten auf ein weit­rei­chen­des Fili­al­netz.

Wer sich über Alter­na­tiv­ban­ken und deren Anla­ge­pro­duk­te infor­mie­ren möch­te, fin­det bei Stif­tung Waren­test einen aus­führ­li­chen, aller­dings kos­ten­pflich­ti­gen Arti­kel über ethisch-öko­lo­gi­sche Geld­an­la­gen (Preis: 2,50 €)

(Bild­quel­le Arti­kel­an­fang: © Mabel­Am­ber /Pixabay.com)