Nach­dem im letz­ten Kapi­tel der klei­nen Recht­schreib-Serie die Kom­ma­set­zung im Mit­tel­punkt stand, wer­de ich heu­te die kor­rek­te Wort­tren­nung am Zei­len­en­de behan­deln.


Zwar ist in Zei­ten von Word & Co. die­se all­mäh­lich am Aus­ster­ben, denn bei der elek­tro­ni­schen Text­ver­ar­bei­tung erfolgt der Zei­len­um­bruch auto­ma­tisch und man braucht kaum mehr auf die Tren­nung am Wort­ende zu ach­ten.

Für Text­äs­the­ten soll­te die Wort­tren­nung den­noch immer noch zum unab­ding­ba­ren Reper­toire der deut­schen Recht­schrei­bung gehö­ren, denn gera­de wenn man einen Text im Block­satz for­ma­tiert, las­sen sich unschö­ne gro­ße Wort­lü­cken durch eine ange­mes­se­ne Wort­tren­nung am Zei­len­en­de ver­mei­den.

Aber auch bei links­bün­di­gem Text las­sen sich mit ange­wand­ter Wort­tren­nung gro­ße Schwan­kun­gen im Flat­ter­satz auf der rech­ten Sei­te aus­glei­chen.

Ich gebe aller­dings zu, dass ich auch nur noch sel­ten die manu­el­le Wort­tren­nung ein­set­ze und ich zu dem Ent­schluss gekom­men bin, sie wie­der etwas häu­fi­ger anzu­wen­den.

Nun zu den wich­tigs­ten Regeln der Wort­tren­nung am Zei­len­en­de.

1. Wör­ter mit mehr als einer Sil­be kann man am Zei­len­en­de tren­nen. Geschrie­be­ne Wör­ter trennt man am Zei­len­en­de so, wie sie sich bei lang­sa­mem Spre­chen in Sil­ben zer­le­gen las­sen.

Bei­spie­le:

  • Bau-er
  • steu-ern
  • Ru-i-ne
  • Fa-mi-li-en
  • in-di-vi-du-ell

(Die Abtren­nung eines ein­zel­nen Vokals am Ende soll­ten Sie ver­mei­den, da der Tren­nungs­strich den glei­chen Raum in Anspruch nimmt.)

2. Steht in ein­fa­chen Wör­tern zwi­schen Vokal­buch­sta­ben ein ein­zel­ner Kon­so­nant, so kommt er bei der Tren­nung auf die neue Zei­le. Ste­hen meh­re­re Kon­so­nan­ten dazwi­schen, so kommt nur der letz­te auf die neue Zei­le.

Bei­spie­le:

  • Au-ge
  • Bre-zel
  • bei-ßen
  • El-tern
  • Gar-be
  • Pap-pe
  • Rech-ner
  • ber-gig
  • A‑bend
  • A‑kus-tik
  • ros-ten

(-ss wird getrennt, wenn es statt bis­he­ri­gem ‑ß steht, z. B. wenn die Tas­ta­tur kein ‑ß besitzt.)

3. Ste­hen Buch­sta­ben­ver­bin­dun­gen wie ch, sch, ph, rh, sh oder th für einen Kon­so­nan­ten, so wer­den sie nicht getrennt. Das­sel­be gilt auch für ck.

Bei­spie­le:

  • la-chen
  • wa-schen
  • Deut-sche
  • Zi-ther
  • Goe-the
  • Zu-cker

4. In Fremd­wör­tern kön­nen die Ver­bin­dun­gen aus Buch­sta­ben für einen Kon­so­nan­ten + l, n oder ent­we­der ent­spre­chend der Regel Nr. 2 getrennt wer­den, oder sie kom­men unge­trennt in die nächs­te Zei­le.

Bei­spie­le:

  • nob-le /​no-ble
  • Mag-net /​Ma-gnet
  • Hyd-rant /​Hy-drant

5. Zusam­men­set­zun­gen und Wör­ter mit Prä­fix trennt man zwi­schen den ein­zel­nen Bestand­tei­len.

Bei­spie­le:

  • Schul-hof
  • Er-trag
  • Pro-gramm
  • Papp-pla-kat
  • be-rich-ten
  • Lud-wigs-ha-fen

(Man soll­te Tren­nun­gen ver­mei­den, die irre­füh­rend sind oder beim Lesen behin­dern.)

Bei­spie­le:

  • Sprech-erzie­hung statt: Spre­cher-zie­hung
  • See-ufer statt: Seeu-fer

6. Wör­ter, die sprach­his­to­risch oder von der Her­kunfts­spra­che her gese­hen Zusam­men­set­zun­gen sind, aber oft nicht mehr als sol­che emp­fun­den oder erkannt wer­den, kann man ent­we­der nach den Regeln 2, 3, 4 oder 5 tren­nen.

Bei­spie­le:

  • hi-nauf /​hin-auf
  • da-rum /​dar-um
  • ei-nan-der /​ein-an-der
  • voll-enden /​vol-len-den
  • Klei-nod /​Klein-od

Soweit zu den Regeln der Wort­tren­nung am Zei­len­en­de. Die Arti­kel­rei­he schließt dann mit dem nächs­ten Bei­trag über die häu­figs­ten Recht­schreib­feh­ler ab.

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