Heute steht wieder ein Beitrag aus der Rechtschreib-Serie auf dem Programm. Nachdem ich im letzten Artikel den korrekten Einsatz des Bindestrichs erläutert habe, werde ich in diesem Beitrag die wichtigsten Regeln zur Zeichensetzung beschreiben und da speziell auf die richtige Verwendung des Kommas eingehen.


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Natürlich besteht das Kapitel Zeichensetzung in der deutschen Sprache nicht nur aus der Kommasetzung. Vervollständigt wird es von der korrekten Verwendung des Punktes, Doppelpunktes, Strichpunktes, Apostrophs, der Klammern, des Gedankenstrichs, des Ausrufe- und Fragezeichens.

Da aber die meisten Schwierigkeiten bei dem Einsatz von Kommata aufkommen, habe ich einen Schwerpunkt gesetzt.

Nun zu den Kommaregeln.

1. Gleichrangige (nebengeordnete) Teilsätze, Wortgruppen oder Wörter grenzt man mit Komma voneinander ab.

Beispiele:

  • Der Nachbar hatte mir versprochen, den Briefkasten zu leeren, nach den Blumen zu schauen, gelegentlich zu lüften.
  • Er fährt nicht mit dem Auto, sondern mit dem Zug.
  • Der April war teils sonnig, teils regnerisch.

Gleichrangige Adjektive werden auch mit einem Komma voneinander getrennt. Sind diese aber nicht gleichrangig, so setzt man kein Komma.

Beispiele:

  • eine neue blaue Bluse
  • zahlreiche wertende Stellungsnahmen

2. Sind die gleichrangigen Teilsätze, Wörter oder Wortgruppen durch und, oder, beziehungsweise / bzw., sowie (=und), wie (=und), entweder … oder, nicht … noch, sowohl … als auch, sowohl … wie auch oder durch weder … noch verbunden, so setzt man kein Komma.

Beispiele:

  • Sie fährt sowohl bei gutem als auch bei schlechtem Wetter.
  • Sie fährt entweder mit dem Auto oder mit dem Zug.

3. Bei gleichrangigen Teilsätzen, die durch und, oder usw. verbunden sind, kann man ein Komma setzen, um die Gliederung des Ganzsatzes deutlich zu machen.

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Beispiele:

  • Ich habe sie oft besucht(,) und wir saßen bis in die Nacht zusammen, wenn wir in guter Stimmung waren.
  • Er traf sich mit meiner Schwester(,) und deren Freundin war auch dabei.

4. Nebensätze grenzt man mit Komma ab; sind sie eingeschoben, so schließt man sie mit paarigem Komma ein.

Beispiele:

  • Was ich anfangen soll, weiß ich noch nicht.
  • Als ich nach Hause kam, war es schon spät.
  • Das Buch, das du mir geliehen hast, liegt auf dem Tisch.
  • Er sagte, dass er morgen kommen werde, und verabschiedete sich.

Wenn eine beiordnende Konjunktion wie und, oder Satzglieder oder Teile von Satzgliedern mit Nebensätzen verbindet, so steht zwischen den Bestandteilen einer solchen Reihung kein Komma.

Beispiele:

  • Außerordentlich bedauert hat er diesen Vorfall und dass das hier passiert ist.
  • Bei großer Dürre oder wenn der Föhn weht, ist das Rauchen hier verboten.

Eine besondere Rolle spielen Wortgruppen wie

  • angenommen(,) dass
  • geschweige(,) dass
  • geschweige(,) denn
  • gleichviel(,) ob
  • je nachdem(,) ob
  • vorausgesetzt(,) dass.

Hier kann ein Komma gesetzt werden, wenn der/die Schreibende einen besonderen Akzent setzen will. Es kann aber auch entfallen.

5. Bei formelhaften Nebensätzen kann man das Komma weglassen.

Beispiel:

  • Wie bereits gesagt(,) verhält sich die Sache anders.

6. Bei Infinitiv-, Partizip- oder Adjektivgruppen oder bei entsprechenden Wortgruppen kann man ein (gegebenenfalls paariges) Komma setzen, um die Gliederung des Ganzsatzes deutlich zu machen bzw. um Missverständnisse auszuschließen.

Beispiele:

  • Ich hoffe(,) jeden Tag(,) in die Stadt gehen zu können.
  • Er ging(,) gestern(,) von allen wütend beschimpft(,) zur Polizei.

7. Zusätze oder Nachträge werden mit Komma abgegrenzt; sind sie eingeschoben, so schließt man sie mit paarigem Komma ein.

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Beispiele:

  • Mainz ist die Geburtsstadt Johannes Gutenbergs, des Erfinders des Buchdrucks.
  • Mein Bruder, ein großer Tierfreund, und seine Hunde leben in einer alten Mühle.
  • Sie, aus vollem Halse lachend, kam auf mich zu.

Oft liegt es im Ermessen des Schreibenden, ob er etwas mit Komma als Zusatz oder Nachtrag kennzeichnen will oder nicht.

Dies betrifft Gefüge mit Präpositionen, entsprechende Wortgruppen oder Wörter, Gefüge mit wie, Eigennamen, die einem Titel, einer Berufsbezeichnung und dergleichen folgen:

Beispiele:

  • Die Fahrtkosten(,) einschließlich D-Zug-Zuschlag(,) betragen 25 Euro.
  • Er hatte sich(,) den ganzen Tag über(,) mit diesem Problem beschäftigt.
  • Ihre Ausgaben(,) wie Fahrt- und Übernachtungskosten(,) werden Ihnen erstattet.
  • Der Erfinder des Buchdrucks(,) Johannes Gutenberg(,) wurde in Mainz geboren.

8. Anreden, Ausrufe oder Ausdrücke einer Stellungnahme, die besonders hervorgehoben werden sollen, grenzt man mit Komma ab; sind sie eingeschoben, so schließt man sie mit paarigem Komma ein.

Beispiele:

  • Kinder, hört doch mal zu.
  • Du, stell dir vor, was mir heute passiert ist.
  • Oh, wie ist das draußen so kalt.
  • Bitte, komme morgen mal pünktlich.

Soweit zu den wichtigsten Kommaregeln. Im nächsten Rechtschreib-Kapitel steht dann die Worttrennung am Zeilenende auf dem Programm.

(Bildquelle Artikelanfang: © GaToR-GFX #12672291/Fotolia.com)

 

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