Wahrscheinlich sind diese speziellen Suchergebnisse in Google, die mit Sternchen und Fotos versehen sind, schon einigen aufgefallen.


Dabei handelt es sich um sogenannte Rich Snippets. Die klassischen Anzeigen mit Titel, Link und zweizeiligem Text werden ebenfalls Snippets (englisch für: Schnipsel) genannt, nur ohne die Eigenschaft „rich“. Die Snippets sollen als Suchergebnis dem User einen ersten konzentrierten Eindruck verschaffen, welchen Inhalt diese Webseite enthält.

Rich Snippets dagegen liefern noch mehr Informationen für den Suchenden, wie beispielsweise Infos zu Preisen oder Erfahrungsberichten, Userbewertungen, Fotos zu einem Restaurant oder Rezept, Links zu Hörproben von einem Musikstück, Veranstaltungsdaten usw.

Damit werden die Suchergebnisse noch ausführlicher und genauer, was für den User von großem Nutzen ist. Denn er kann schnell erkennen, ob das jeweilige Rich Snippet für ihn und seine Suche wirklich relevant ist. Durch die detaillierten Informationen lässt sich auch die Klickrate auf eine Webseite steigern. Ein weiterer Vorteil:  Rich-Snippet-SERPs stehen weiter oben in den Suchergebnissen.

Doch wie erstellt man Rich Snippets und was steckt genau dahinter?

Spezielles Markup für Rich Snippets

Hinter jedem Rich Snippet stecken sogenannte Mikrodaten für spezielle Inhaltstypen. Google selbst schlägt für die Erstellung von Rich Snippets drei verschiedene Markup-Formate vor:

  1. Mikrodaten
  2. Mikroformate
  3. RDFa

Von den drei Formaten empfiehlt Google den ersten Punkt: Mikrodaten. Die Mikrodaten werden wie HTML in den Inhaltsbereich einer Website eingebunden; wer befürchtet, über perfekte HTML-Kenntnisse verfügen zu müssen, um Rich Snippets zu erstellen, kann beruhigt sein. Es reichen schon Grundkenntnisse in der klassischen Markup-Sprache HTML.

Website- und Blogbetreiber können das Mikrodatenformat direkt in die HTML-Tags wie <div>, <span> oder <p> einbinden und damit selbst entscheiden, welche Angaben in dem Rich Snippet angezeigt werden sollen.

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Noch ganz kurz ein paar Informationen zu den drei oben genannten Formaten:

Mikrodaten verwenden simple Attribute in HTML-Tags, um Elementen als auch Eigenschaften kurze, beschreibende Namen zuzuweisen.

Beispiel: Wer in einem Rich Snippet ein Event hervorheben will, der kann u. a. die Properties/ Eigenschaften „duration“ (Eventdauer) oder „endDate“ (Veranstaltungsschluss) in das Rich Snippet als Markup einfügen. Vor die Property kommt in den HTML-Tag das Attribut „itemprop“.

<divitemscopeitemtype="http://schema.org/Event"><span itemprop="duration">2 Tage</span></div>

Mikroformate verwenden das Attribut „class“ in HTML-Tags, um bestimmte Bereiche mit einem kurzen, beschreibenden Namen zu kennzeichnen.

<div class="event"><span class="duration">2 Tage</span></div>

RDFa verwendet simple Attribute in XHTML-Tags, um Elementen und Eigenschaften kurze, beschreibende Namen zuzuweisen.

<div xmlns:v="http://rdf.data-vocabulary.org/#"typeof="v:Event"><span property="v:duration">2 Tage</span></div>

Wer sich recht gut mit HTML auskennt, der wird mit den Mikrodaten und deren Gestaltung kaum Schwierigkeiten haben, denn sie wirken doch sehr vertraut.

Bei den Mikrodaten wird der als Rich Snippet definierte Bereich auf einer Website mit <div>-Tags umfasst und mit „itemscope itemtype=http://schema.org/Inhaltstyp“ (siehe oben im Beispiel, da wird Event als Inhaltstyp verwendet) eingeleitet.

Google unterstützt folgende Inhaltstypen für die Rich Snippets:

  • Erfahrungsberichte
  • Personen
  • Produkte
  • Unternehmen und Organisationen
  • Rezepte
  • Veranstaltungen
  • Musik

Beispiele für Rich Snippets

Rich Snippet - Beispiel
Wie so ein Rich Snippet konkret aussehen kann, zeigen die beiden oberen Beispiele. Die Suche Grünkohl Rezept liefert u. a. diese Treffer.

Zu der Rich-Snippet-Anzeige der beiden SERPs gehört das kleine Rezeptbild, die Bewertungssterne, der Bewertungshinweis, die Abstimmungsergebnisse, Kochzeit, Kalorienangabe usw. Solche Angaben würden ohne die speziellen Mikrodaten in einem Suchergebnis nie angezeigt werden.

Schema.org stellt das Markup für die Mikrodaten zur Verfügung

Das für die einzelnen Inhaltstypen definierte Markup-Schema findet man unter Schema.org, einem gemeinsamen Projekt von Google, Yahoo und Microsoft. Die dort aufgeführten Elementtypen und -eigenschaften werden von allen Browsern unterstützt. Ich habe mir die Seite genauer angeschaut und ich finde sie recht verständlich, obwohl die Texte in Englisch vorliegen.

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Am besten liest man sich zuerst einmal die Dokumentation durch: In der werden die einzelnen Tags sehr gut erläutert. Und man findet dort auch die ganzen Inhaltstypen sowie ihre Eigenschaften.

Jeder Inhaltstyp hat eine große Anzahl an Eigenschaften, die man in den Rich Snippets verwenden kann, aber nicht jede Eigenschaft macht Sinn. Man sollte sich vorher überlegen, welche Infos man in den Rich Snippets anzeigen will und welche den meisten Mehrwert für die User bzw. die potenziellen Websitebesucher bieten.

Folgende Rich Snippets sind die beliebtesten und wohl auch die nützlichsten:

  • Preise/Preisspannen
  • Bewertungen/Erfahrungsberichte, die als gelbe Sterne unterhalb der URL angezeigt werden.
  • Ort- und Zeitangaben von Veranstaltungen
  • Fotos, ob nun von Produkten, Personen und Locations wie beispielsweise einem Hotel oder einem Restaurant. Fotos sorgen für eine hohe Sichtbarkeit in den SERPs und User klicken sehr gerne auf solche Anzeigen.
  • Herstellerangaben für Produkte, Buchautoren
  • Produktbezogene Detailinformationen
  • Breadcrumbs/ Link zur Unterseite, vereinfacht dem User das Finden von Informationen

Sauberer Quellcode wichtig für hohe Klickraten

Wer mit seinen Rich Snippets die Klickrate auf bestimmte Webseiten steigern will, muss sich an die von Google festgelegten Richtlinien halten.

  • Wichtig ist, dass der Quellcode sauber und schlank ist, denn nur so können die Suchmaschinen die Informationen richtig auslesen und anzeigen.
  • Die mit den Markup gekennzeichneten Stellen sollten die relevantesten Inhalte der Seite beschreiben.
  • Es sollen nur Originalinhalte gekennzeichnet werden, die von dem Website-Betreiber erstellt wurden und sich auf der eigenen Seite befinden.

Da Bewertungen gerne gefälscht werden und diese über die Mikrodaten auch manipulierbar sind, entfernt Google mittlerweile falsche Bewertungen aus den Rich Snippets. Also in diesem Punkt sollte man Ehrlichkeit walten lassen. Google findet den Betrug doch wieder heraus. :-)

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So kann Google Rich Snippets deaktivieren, wenn einmal Betrug festgestellt wurde, oder Inhalte mit dem Markup versehen wurden, die für den User nicht sichtbar sind.

Wer also Bewertungen in seinen Rich Snippets verwenden will, sollte darauf achten, dass diese Bewertungen nachvollziehbar sind. Nachvollziehbar werden diese vor allem durch einen integrierten Bewertungsbutton auf der Website oder auf dem Blog, über den User ihre Sterne vergeben können.

Um sicher zu sein, dass das erstellte Markup für das Rich Snippet korrekt ist, kann man das Test-Tool für strukturierte Daten verwenden, das sich in den Google Webmaster Tools befindet. Das Tool zeigt an, welche Informationen Google aus dem Markup herausfiltern kann.

Zu guter Letzt muss ich noch erwähnen, dass man als Website-Betreiber Google & Co. mithilfe der Mikrodaten nur Vorschläge geben kann, was als Rich Snippet angezeigt werden soll. Ob die Suchmaschinen die Kennzeichnung auch wirklich so umsetzen, wie man sich das selbst vorgestellt hat, ist wieder eine andere Sache. Die Darstellung als Rich Snippet oder nicht bleibt dann doch der Suchmaschine überlassen.

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