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Kostenloses Marketing für Musiker: SEO-Tipps und weitere Vermarktung-Tipps

Lesedauer: 5 Minuten

Musiker waren schon immer mit ihrer Eigenvermarktung gefordert. Spätestens seit den 2000er-Jahren findet diese auch online statt.

Bei jüngeren Bands dominiert die Onlinevermarktung sogar eindeutig: Wer hängt schon noch Plakate auf? Mit diesem Thema wollen wir uns ausführlicher befassen.

Bedeutung des Online-Marketings für Musiker

Die moderne Informationswelt findet im Netz statt. Wer dort nicht zu finden ist, existiert für die meisten Menschen nicht. Wir kennen das alle: Wenn wir eine Information suchen, googeln wir sie ganz schnell.

Dementsprechend müssen Musiker online präsent sein. Ohne Vorkenntnisse erscheint das zunächst nicht einfach, doch es ist in Wahrheit keine Raketenwissenschaft und funktioniert auch ohne professionelle Tools.

Ein Beispiel, wie man damit Erfolg haben kann, liefert die Band Acoustic Beat Roots. Es handelt sich hierbei um eine Münchner Band, die auf akustische Instrumente setzt, die sie freilich in größeren Sälen auch verstärkt, die aber zu einem gewissen Alleinstellungsmerkmal führten, weil die wenigsten Bands so ein Konzept verfolgen.

Mit einer Sängerin und zwei singenden Musikern, Kontrabass, Piano, akustischer Gitarre und Cajon/Percussion spielen die Musiker Soul, Pop und Loungemusic für alle erdenklichen Events vom Firmenmeeting über das Jubiläum bis zur Hochzeit. Dabei adaptieren sie bekannte Songs verschiedenster Genres und schaffen damit eine angenehme Atmosphäre.

Auch einen DJ binden sie auf Wunsch des Veranstalters mit ein, sodass sie problemlos nach ihrer stilvollen Umrahmung auch Tanzabende gestalten können. Es gibt die Acoustic Beat Roots in verschiedenen Besetzungen, was den Wünschen von Veranstaltern entgegenkommt. Auch als unplugged Walking Act können die Musiker auftreten: Das geht nur mit akustischen Instrumenten.

Wie wurden die Acoustic Beat Roots online erfolgreich?

Die Band setzte ihre oben genannte Webseite auf und optimierte diese schon während der Erstellung und fortwährend danach. Das entspricht den gängigen Prinzipien der SEO (Suchmaschinenoptimierung): Es findet beim Erstellen der Seite eine OnPage-Optimierung statt, danach erfolgt die OffPage-Optimierung mit Backlinks.

Während der OnPage-Optimierung recherchierten die Musiker, nach welchen Keywords eigentlich ihre Kunden suchen. Das sind naturgemäß die Schlüsselwörter „Partyband“, „Hochzeitsband“, „Dinner-Band“ oder auch „Lounge-Musik“, „Lounge Music“, „akustische Band“, „Akustik-Band“ und „Akustikband“.

Dabei gab es tatsächlich unterschiedliche Suchergebnisse zwischen der Eingabe von „Akustik-Band“ und „Akustikband“. Mit diesem Wissen optimierten die Musiker ihre Startseite, auf der sie beide Begriffe verwenden.

Der englisch geschriebene Begriff „Acoustic-Band“, den auch Kunden im deutschsprachigen Raum suchen, bekam eine Extraseite. Für weitere Begriffe wie „Eventband München „, „Hochzeitsband München“ und „Coverband München“ gibt es Unterseiten. Weitere OnPage-Maßnahmen waren:

  • Snippet-Optimierung: Google zeigt für jeden Treffer ein sogenanntes Snippet an, also einen sehr kurzen Text, der den wesentlichen Inhalt zusammenfasst. In dieses Snippet lassen sich auch Emojis einfügen. Die Acoustic Beat Roots verwenden diverse dieser Emojis, um in den Suchergebnissen mehr hervorzustechen.Snippet-Musikband
  • Google-Business-Anmeldung: Google bietet jedem Nutzer einen kostenlosen Business-Eintrag an. Dieser erscheint prominent auf der ersten Seite bei Google, wenn jemand nach diesem Unternehmen (in diesem Fall der Band) sucht. Vor allem aber kann man auch in der lokalen Suche erscheinen, wenn ein Suchender einen entsprechenden Begriff eingibt. Im folgenden Beispiel erscheinen die Acoustic Beat Roots für den Suchbegriff „Eventband“ in München, da das Google-Business-Profil daraufhin optimiert wurde.Lokale-SEO-Musikband
  • Technik des Online-Auftritts: Eine Webseite muss auch technisch gut optimiert sein. Sie soll schnell laden, benötigt Responsive Webdesign, damit sie sich auf mobilen Endgeräten angepasst öffnet, soll sinnvolle interne Verlinkungen aufweisen und benötigt ebenso eine Sitemap.
  • Content: Auf jeder Webseite muss sich ausreichend viel Content mit Keywords und im Falle einer Band auch Musikbeispielen befinden. Der Inhalt auf der Webseite der Acoustic Beat Roots ist sehr informativ.

Für ihre OffPage-Optimierung betreibt die Band fortlaufend Linkbuilding, indem sie von Presseveröffentlichungen, Social Networks, Foren und Blogbeiträgen aus auf die eigene Webseite verlinkt.

Google misst diese Backlinks und lässt sie in die Errechnung des Rankings einfließen. Auch Gastartikel sind zu diesem Zweck nützlich. Nicht zuletzt sollten Bands ihr Profil in ausgewählten Portalen veröffentlichen, die es kostenpflichtig (eventpeppers.com, auftrittsmarkt.de, stagend.com) und kostenlos (boardofmusic.de, musikvilla.de) gibt.

Wie erfolgreiche Backlinks entstehen, lässt sich ermitteln: Andere Bands gehen ebenso vor. Mit kostenlosen Tools für den Backlink-Check kann jedermann nachschauen, woher die Backlinks für eine Webseite kommen. Damit lässt sich ein erfolgreiches Vorgehen durchaus kopieren. So ein Tool wäre beispielsweise www.backlink-tool.org.

Marketing für Musiker vs. Produktmarketing

Vieles am Marketing für Musiker ähnelt dem Produktmarketing. Das trifft umso mehr zu, wenn eine Band wie die Acoustic Beat Roots als Dienstleister gebucht wird: Sie soll für eine ganz bestimmte Art von Unterhaltung sorgen.

Allerdings hat Kunst ihre eigenen Gesetze. So ist es beispielsweise kein Problem, wenn ein Hersteller offensiv für seine Produkte wirbt und sie als besonders qualitätsvoll, möglicherweise einzigartig, bahnbrechend etc. pp. darstellt. Das sind wir als Verbraucher gewöhnt. Möglicherweise blenden wir so eine Werbung aus, doch sie erzeugt fast nie Ablehnung oder gar Verachtung.

Bei Musikern ist das etwas anderes: Sie können schließlich etwas, das nicht jeder kann. Dafür werden sie bewundert, doch sie sollten es in den Augen ihres Publikums nicht nötig haben, auf ihre besonderen Qualitäten hinzuweisen. Daher steht es Musikern sehr gut zu Gesicht, wenn sie sich niemals selbst loben, jedoch von anderen gelobt werden. Wie hart der Wettbewerb in Wahrheit unter Musikern ist, wie viele gute Bands ohne genügend Gigs es gibt, weiß das Publikum nicht.

Stellt es euch, wenn ihr eine Band seid, in etwa so vor: Viele eurer Fans spielen selbst mehr schlecht als recht ein Instrument. Sie klimpern oft auf der Gitarre ein paar Liedchen, die sie mit der Stube-Kammer-Küche-Akkordfolge begleiten können (Tonika-Subdominante-Dominante-Tonika).

Wenn sie ein Kapodaster benutzen, können sie mit drei Griffen alles begleiten. Mollparallelen lassen sie ebenso wie jede Doppeldominante weg. Natürlich ist ihnen ihre Unzulänglichkeit bewusst: Daher blicken sie zu euch auf, wenn euer Gitarrist ein paar wirklich coole Riffs drauf hat oder wenn gar – wie im Falle der Acoustic Beat Roots – ein klassisches Instrument wie der Kontrabass hinzukommt, auf dem ja richtig intoniert werden muss.

Dass so eine Band nun für sich werben muss, können sie einfach nicht fassen. Das wäre in etwa dasselbe, als wenn ein Bundesligaprofi wie Robert Lewandowski oder Manuel Neuer für sich als Fußballer (!) werben müsste. Das würde in uns Fußballfans Befremden auslösen.

Mit diesem Gedanken im Hinterkopf solltet ihr eure Selbstvermarktung behutsam und sehr hintergründig in Angriff nehmen. Idealerweise taucht ihr namentlich unter Pressemitteilungen nicht auf. Vielleicht findet ihr jemanden, der euch promotet, doch das ist schwer.

Effizienter ist es, wenn ihr euch selbst darum kümmert, weil ihr selbst wisst, was es für Portale und Kanäle gibt. Legt euch einfach einen Account und ein Pseudonym für einen fiktiven Promoter zu. Vielleicht schafft ihr es auch, einen Influencer von euch zu überzeugen. Diese Mädels und Jungs machen das für Geld.

Wenn es euch nur um etwas Text für die Vermarktung geht und niemand von euch das richtige Fingerchen dafür hat, könnt ihr Texte kaufen. Es gibt einige Plattformen wie textbroker.de, wo Schreiberlinge ausreichend gute Texte für relativ günstiges Geld verfassen.

Dazu produziert ihr einige Videos, stellt sie auf YouTube und sorgt für genügend Aufmerksamkeit, was eine gänzlich andere Wissenschaft für sich ist. Vielleicht kommen wir darauf mal in einem anderen Beitrag zu sprechen.

Ihr könnt auch E-Mail-Marketing betreiben, doch denkt daran: Von ungefähr 100 angeschriebenen Veranstaltern setzen euch bei jeder Aussendung etwa drei bis fünf in den Spamordner. Die E-Mail-Provider registrieren das, alsbald seid ihr in jedem Spamordner.

E-Mail-Marketing ist für Musiker eigentlich überholt. Idealerweise handelt man euch erst als Geheimtipp und dann als angesagte Newcomer. Da müsst ihr hin: Dann habt Ihr gute Karten.


Autorenbox:

Frank Thumbach ist nicht nur SEO, sondern auch Musiker. Er betreibt mit https://www.band-fuer-ihr-event.de/ eine eigene Musikagentur und ist seit über zehn Jahren im Affiliate-Marketing tätig.


(Bildquelle Artikelanfang: © Pexels /Pixabay.com)

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