Spürbar schneller lädt deine WordPress-Seite, wenn du die verwendeten Grafiken und Fotos in der Dateigröße entsprechend komprimierst. Diese Tatsache vergessen viele Blogger und laden die Bilder in Originalgröße in das WordPress-CMS, ohne sie vorher verkleinert zu haben. Vielleicht auch, weil sie kein Grafikprogramm verwenden.


Teile der Artikelreihe „Ladegeschwindigkeit optimieren:

  1. Kostenlose Tools zum Testen der Website-Geschwindigkeit
  2. Ladegeschwindigkeit optimieren: Vorbereitungen
  3. Bilder mithilfe von WordPress-Plugins komprimieren

Erster Arbeitsschritt: Bilder/Grafiken in der Pixelbreite verkleinern

Bevor ich meine Grafiken auf die Website hochlade, verkleinere ich sie in der Pixelgröße. Ich weiß, wie breit mein Artikelbild sein soll, nämlich 840 Pixel breit. Auf diesen Wert setze ich alle Grafiken, die ich in die einzelnen Blogbeiträge einfüge. Das sollte der erste Arbeitsschritt der Bilderkomprimierung sein.

Für die meisten Bilder verwende ich das Bildformat jpg und komprimiere in Photoshop auf die Stufe 6 oder 7. In Photoshop selbst (auch in meiner recht alten Version) gibt es eine Funktion unter Datei, mit der man Bilder für das Web speichern kann. Unterhalb der angezeigten komprimierten Bilder (4fache Komprimierung möglich) steht die Dateigröße. Mit einem Klick lässt sich das jeweilige Bild auswählen und abspeichern.

Neben dem kostenpflichtigen und recht teuren Photoshop gibt es noch zahlreiche kostenlose Grafikprogramme im Internet, die du dir auf deinen Rechner herunterladen kannst und mit denen du die Bildgröße ebenfalls verkleinern kannst.

Eine gute Online-Alternative für die Bilddateikomprimierung mit einer Grafiksoftware findet sich auf der Website Tinypng. Dieses Tool habe ich auch schon des Öfteren verwendet.

Weniger arbeitsaufwändig ist es, wenn du statt Tinypng ein Bildkomprimierungsplugin in deiner WordPress-Installation einbindest.

Du findest einige Bildkomprimierungsplugins für WordPress im Internet, fast alle bringen eine gute Leistung, was die Verkleinerung der Bilddatei angeht. Ich habe selbst 4 Plugins in der kostenlosen Version getestet, die ich nun näher vorstelle.

#1 WordPress-Bilder optimieren mit dem EWWW Image Optimizer – Free-Version

EWWW Image Optimizer – Free-Version

Mit über 700.000 aktiven Installationen gehört EWWW Image Optimizer zu den beliebtesten Bildkomprimierungsplugins. Es unterstützt die Formate jpg, png, gif und pdf. In der kostenlosen Version findet die Bildkomprimierung auf deinem Server statt, dafür muss die exec()-Funktion freigeschaltet sein, das ist nicht bei allen Hostern der Fall. Ich hatte da mit meinem Hoster keine Probleme.

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Wer die kostenpflichtige Version verwendet, kann die API des Online-Services nutzen.

In der kostenlosen Version kannst du nur die lossless Komprimierung durchführen, in der Pro-Version ist auch lossy möglich.

Mein Test:
Ich habe für den Komprimierungstest ein jpg-Foto hochgeladen, das die Pixelgröße 1600×800 aufweist, also recht groß ist. Vor der Komprimierung mit EWWW lag die Dateigröße bei 800 KB.

EWWW verkleinert die Datei um gerade mal 5 Prozent (4,9 KB weniger als im Original). Das Online-Tool TinyPng schafft dagegen 73 Prozent: Die Datei ist nun noch 214 KB groß.

Exkurs: Was ist der Unterschied zwischen „lossy” und „lossless”?

Die beiden Begriffe tauchen bei den Pluginbeschreibungen auf. Bei der Bildkomprimierung gibt es einmal die verlustbehaftete (lossy) und einmal die verlustfreie (lossless) Komprimierung, die beiden Begriffe erklären sich fast von selbst.

Bei einer lossless Komprimierung erkennst du in der Qualität zwischen dem Bild vor und nach der Komprimierung so gut wie überhaupt keinen Unterschied. Meistens werden bei diesem Vorgang überflüssige Meta-Informationen der Bilddatei gelöscht.

Bei einer lossy Komprimierung verschlechtert sich durch eine Verringerung der Farben und Auflösung möglicherweise die Bildqualität. Dafür kannst du mit lossy eindeutig mehr Dateigröße einsparen.

#2  Bilder in WordPress optimieren mit Imagify – Free Version

Mit über 100.000 aktiven Installationen liegt Imagify deutlich hinter EWWW zurück, es unterstützt die Formate jpg und png, die Komprimierungen lossy und lossless sind möglich.

In der kostenlosen Version darf die Bildgröße maximal 2 MB betragen, die monatlichen Uploads dürfen 25 MB (ca. 250 Bilder) nicht überschreiten. Bevor du das Plugin installierst, solltest du dich auf Imagy anmelden und deine API abholen. Diese wird nachher in das Plugin eingetragen. Bei der Anmeldung werden dir zusätzlich einmalig 25 MB auf dein Upload-Kontingent gutgeschrieben.

Das Plugin verfügt über drei Komprimierungsstufen:

  • Normal:Eine verlustfreie Komprimierung, die die sichtbare Qualität des Bildes nicht verändert
  • Aggressive: Lossy Komprimierung mit nur geringen Qualitätseinbußen
  • Ultra:Sehr starke Komprimierung mit hohen Qualitätsverlusten, dafür wird das Bild deutlich kleiner in seiner Größe

Mein Test:
Das gleiche Bild wie oben wird in der Komprimierungsstufe Aggressive um 92,39 Prozent! verkleinert und ist nun noch 56,83 KB groß. Da kann sogar TinyPING mit 73 Prozent nicht mithalten.

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Die Bildqualität ist tatsächlich noch sehr gut, auch das kannst du dir über den Link „Original mit optimiertem Bild vergleichen“ anschauen (siehe Bild unten). Ultra habe ich nicht getestet.

Der Komprimierungsvorgang dauert etwas, weil er auf den Servern von Imagify abläuft.

komprimiertes-Beispielbild

Bild: Links ist die Originaldatei, rechts die optimierte Datei. Mir fällt kaum ein Unterschied auf.

#3  WordPress-Bilder optimieren mit WP Smush- Free Version

WP Smush

Mit über 1 Million aktiver Installationen und mehreren Tausend Bewertungen ist WP Smush wohl das beliebteste Bildkomprimierungs-Plugin. Es ist in einer kostenlosen als auch kostenpflichtigen Version verfügbar. Es unterstützt die Formate jpg, png und gif.

Wer WP Smush kostenlos nutzt, darf nur Bilder von 1 MB Größe hochladen, bei Bulk-Komprimierungen kannst du maximal 50 Bilder optimieren. Wenn du das Plugin kostenlos nutzt, steht dir als Komprimierung nur lossless zur Verfügung, in der Pro-Version ist auch lossy einsetzbar.

Was mich bei der kostenpflichtigen Version stört, ist, dass man bei WPMU DEV (demEntwickler des Plugins) Mitglied werden muss, was mit $49 monatlich zu Buche schlägt, andere Kaufoptionen existieren nicht. In diesem Paket sind noch weitere Premium-Plugins von WPMU DEV enthalten, wie z. B. das Security-Plugin Defender oder das Performance-Plugin Hummingbird.

Die kostenlose Variante von WP Smush hat natürlich Beschränkungen: Die Größe der zu optimierenden Bilder darf maximal 1 MB betragen, bei der Pro-Version sind bis zu 32 MB drin. Außerdem wird die Bildoptimierung in der kostenpflichtigen Version deutlich schneller durchgeführt.

Mein Test:
Mit der kostenlosen Version von Smush fällt die Komprimierung meines Testbildes sehr dürftig aus, gerade mal 4 Prozent sind drin. Das hat mich nicht überzeugt.

#4 Bilder optimieren mit ShortPixel- Free Version

Shortpixel

Mit mehr als 100.00 aktiven Installationen reiht sich das Bildoptimierungsplugin ShortPixel in die Top-Liga dieser Pluginkategorie ein. Es unterstützt die Formate jpg, png, gif und pdf.

In der kostenlosen Version kannst du 100 Bilder maximal pro Monat komprimieren, da allerdings jedes Bild von WordPress in mehreren Größen abgespeichert wird (und manche Themes generieren auch noch weitere Größenvarianten), ist dieses Kontingent schnell aufgebraucht. Lossy und lossless Komprimierung sind auch in der Gratis-Ausgabe möglich.

Neben lossy und lossless gibt es noch die Komprimierung „glossy“, ein hochqualitativer, verlustbehafteter Optimierungsalgorithmus, der vor allem für Fotografen geeignet ist.

Für das Plugin benötigst du eine API, die du nach der Plugin-Installation direkt aus dem Backend beantragen kannst. Zusätzlich kannst du mit ShortPixel große Bilder auf eine definierte Pixelgröße verkleinern, auch PDFs komprimieren, deine Originalbilder in einem separaten Ordner sichern und sogar WP Smush erstellen.

Lesen  Schnellere Ladezeiten mit einem Cache-Plugin: WP Super Cache

Mein Test:
Ich habe für die Komprimierung „glossy“ gewählt, dabei wird das Bild um 43,58 Prozent komprimiert, eine sehr gute Rate. Die Qualität leidet darunter nicht, in der Vergleichsansicht „Original“ und „optimierte Datei“ kann ich das überprüfen.

Bei der lossy-Optimierung beträgt die Komprimierungsrate sogar 63,9 Prozent, beim Bildvergleich fällt mir so gut wie kein Unterschied zum Original auf. Das kann allerdings von Foto zu Foto variieren.

Damit belegt ShortPixel Platz 2 in meiner Liste.

Fazit

Mit einem guten Bildkomprimierungsplugin für WordPress kannst du dir die manuelle Bilddatei-Verkleinerung ersparen. Um die Ladezeit deines Blogs bzw. deiner Website so gut wie möglich zu verringern, solltest du die Bildoptimierung komplett ausschöpfen.

Auch wenn du ein Bildkomprimierungsplugin verwendest, solltest du den von mir am Artikelanfang ersten Schritt nicht auslassen. Passe dein verwendetes Bild an die erforderliche Pixelgröße an und speichere es in einer geringen Auflösung. Dann kannst du aus deiner Bildoptimierung noch mehr rausholen.

Für welches Bildkomprimierungsplugin du dich entscheidest, wird auch davon abhängen, wie viele Bilder du monatlich in deine Mediathek hochlädst und wie viele nachträglich optimiert werden müssen.

Benötigst du nur wenige Bilder, dann dürftest du mit der Free-Version von ShortPixel oder Imagify gut zurechtkommen.

Produzierst du regelmäßig Beiträge mit vielen Grafiken und Fotos, dann kann sich die Pro-Version von ShortPixel lohnen: 5000 Bilder pro Monat kosten $4,99, 12 000 Bilder $9,99. Und bei meinem Komprimierungstest hat dieses Plugin sehr gut abgeschnitten. Eine weitere Option für Vielproduzierer wäre WP Smush Pro für $49 pro Monat. Die kostenlose Version von Smush hat mich allerdings nicht überzeugt.

Die kostenlosen Versionen der hier vorgestellten Plugins haben alle ihre Schwachstellen (Megabyte-Beschränkungen und Bildkontingente). Ich habe mich nach dem Test für die Free-Version von Imagify entschieden, die in meinen Tests am besten abschnitt. Sollte mein Kontingent von 25 MB im Monat überschritten werden, komprimiere ich im zweiten Schritt über das Online-Tool Tinypng.com.