Automatische Handelssysteme: Was muss man beachten?

Ein auto­ma­ti­sches Han­dels­sys­tem bie­tet den Vor­teil, dass es auf Basis einer defi­nier­ten Stra­te­gie selbst­stän­dig Tra­des erstellt, ver­wal­tet und gege­be­nen­falls auch beendet.

Die Han­dels­sys­te­me ana­ly­sie­ren den Markt rund um die Uhr und sind dadurch deut­lich gründ­li­cher als jeder mensch­li­che Bro­ker. Was in der Theo­rie sehr ein­fach klingt, funk­tio­niert aller­dings nicht immer in der Pra­xis so wie gewollt. 

Der Grund dafür ist, dass der Markt kei­nen star­ren Regeln folgt, das auto­ma­ti­sche Han­dels­sys­tem jedoch schon. Daher besteht die Her­aus­for­de­rung dar­in, das Sys­tem so zu ent­wi­ckeln, dass es zwar bestimm­ten Regeln folgt, aber noch immer etwas an Fle­xi­bi­li­tät hat. Fle­xi­bi­li­tät ist jedoch schwer zu pro­gram­mie­ren, wes­halb vie­le Han­dels­sys­te­me nicht voll­au­to­ma­tisch sind, son­dern nur halbautomatisch.

Infrastruktur schaffen

Ein auto­ma­ti­sches Han­dels­sys­tem, das 24 Stun­den am Tag läuft, kann nicht ein­fach auf einem PC oder Lap­top instal­liert wer­den. Das wür­de zu hohe Kos­ten ver­ur­sa­chen und dafür sor­gen, dass das Gerät schnel­ler sein Lebens­en­de erreicht. Zudem ist der Heim­com­pu­ter auch nicht dafür bekannt, dass er vor Aus­fäl­len sicher ist und das Glei­che gilt auch für die Inter­net­ver­bin­dung.

Zwar gibt es nie eine 100 Pro­zent siche­re und aus­falls­freie Infra­struk­tur, die Nut­zung von einem Ser­ver kommt dem aber schon sehr nahe. Anstatt das Han­dels­sys­tem auf dem eige­nen PC zu betrei­ben, wird dafür ein leis­tungs­star­ker Ser­ver ange­mie­tet. Die­ser hat nicht nur bes­se­re Kapa­zi­tä­ten, die Gerä­te sind bes­ser vor Angrif­fen durch Hacker und vor Aus­fäl­len geschützt.

Regelmäßige Betreuung

Nur weil ein Han­dels­sys­tem auto­ma­tisch arbei­tet, bedeu­tet das noch lan­ge nicht, dass es völ­lig ohne Betreu­ung aus­kommt. Das Gegen­teil ist der Fall, denn du musst regel­mä­ßig kon­trol­lie­ren, ob bei­spiels­wei­se die Daten­feeds noch aktiv sind und natür­lich kon­trol­lie­ren, ob Tra­des kor­rekt ablaufen.

Das bedeu­tet, dass dir auto­ma­ti­sche Han­dels­sys­te­me zwar hel­fen, sie jedoch nicht gänz­lich ohne Auf­sicht agie­ren, zumin­dest nicht, wenn du damit wirk­lich auch am Ende des Tages einen Gewinn machen möch­test.

Natür­lich kann es auch der Fall sein, dass bestimm­te Stra­te­gien bei Tra­des über­dacht wer­den müs­sen. Gege­be­nen­falls kann es sogar sein, dass Tra­des vor­zei­tig been­det wer­den müssen.

Keine ständige Beobachtung

Obwohl es wich­tig ist, dass du dei­ne Tra­des regel­mä­ßig kon­trol­lierst, soll­test du dich nicht dazu ver­lei­ten las­sen, auto­ma­ti­sche Han­dels­sys­te­me stän­dig zu beob­ach­ten. Die Sys­te­me reagie­ren emo­ti­ons­los und bre­chen nicht gleich in Panik aus, wenn sich ein­mal etwas nicht so wie geplant ent­wi­ckelt. Das bedeu­tet aber noch lan­ge nicht, dass sie untä­tig sind, denn im Hin­ter­grund lau­fen kom­ple­xe Berech­nun­gen ab, auf Basis derer das Sys­tem ent­schei­det, was am bes­ten zu tun ist.

Gute Sys­te­me zie­hen aber recht­zei­tig die Not­brem­se, um hohe Ver­lus­te zu ver­hin­dern. Aller­dings kann es manch­mal bes­ser sein, erst etwas abzu­war­ten. Ein emo­ti­ons­lo­ses Sys­tem ent­schei­det neu­tral, was zu tun ist und trifft Ent­schei­dun­gen auf Basis von Fak­ten. Men­schen nei­gen dazu, Ent­schei­dun­gen getrie­ben von Emo­tio­nen zu tref­fen. Oft wird zu schnell bei klei­nen Kurs­ein­brü­chen ver­kauft, obwohl sich der Kurs viel­leicht inner­halb kur­zer Zeit wie­der sta­bi­li­siert und mög­li­cher­wei­se wie­der steigt.

Daher ist es wich­tig, auto­ma­ti­sche Han­dels­sys­te­me nicht stän­dig zu beob­ach­ten, denn sie reagie­ren nicht so wie ein Mensch. Wenn du dei­ne Tra­des kon­trol­lierst, mach dies ein Mal am Tag und beob­ach­te das Han­dels­sys­tem nicht lau­fend, denn so kann es dir kei­ne Arbeit abnehmen.

Tradingsysteme für unterschiedliche Finanzprodukte

Auto­ma­ti­sche Han­dels­sys­te­me, die inner­halb von Mil­li­se­kun­den ihre Ent­schei­dun­gen tref­fen, wer­den immer belieb­ter. Das führt dazu, dass sie für immer mehr Finanz­pro­duk­te ein­ge­setzt wer­den kön­nen. Neben dem Han­del mit Wert­pa­pie­ren wer­den die Han­dels­sys­te­me auch für Devi­sen genutzt.

Immer attrak­ti­ver ist auch der Ein­satz in Zusam­men­hang mit Kryp­to­wäh­run­gen. Vor allem hier ist eine logi­sche Ent­schei­dung auf Basis von Fak­ten beson­ders wich­tig. Zudem muss schnell reagiert wer­den, was ein Han­dels­sys­tem kann.

Ein auto­ma­ti­sches Han­dels­sys­tem ersetzt aber nicht Wis­sen über den Han­del mit Wert­pa­pie­ren, Devi­sen oder Kryp­to­wäh­run­gen. Zwar ste­hen den Sys­te­men zahl­rei­che Daten und teil­wei­se auch his­to­ri­sche Infor­ma­tio­nen, aus denen sie ler­nen, zur Ver­fü­gung, sie kön­nen aber das Fach­wis­sen eines Tra­ders nicht ersetzen. 

Auto­ma­ti­sche Han­dels­sys­te­me müs­sen eben­falls mit Anwei­sun­gen gefüt­tert wer­den. Die­se kön­nen von ein­fa­chen Anwei­sun­gen, wie eine Aktie zum Jah­res­hoch zu kau­fen, anfan­gen bis hin zu kom­ple­xen mathe­ma­ti­schen Berech­nungs­mo­del­len mit Wahr­schein­lich­kei­ten rei­chen. Daher ist Fach­wis­sen in die­sem Bereich uner­läss­lich, denn so kön­nen auto­ma­ti­sche Han­dels­sys­te­me noch genau­er an die eige­nen Vor­stel­lun­gen ange­passt werden.

Geeignetes Handelssystem finden

Bei all den Vor­tei­len, die auto­ma­ti­sche Han­dels­sys­te­me bie­ten, ist das Ange­bot an vir­tu­el­len Tra­dern noch über­schau­bar. Den­noch gibt es Unter­schie­de. Halb­au­to­ma­ti­sche Sys­te­me wer­den häu­fig genutzt, um den Markt zusätz­lich zu beob­ach­ten, um bes­ser bei bestimm­ten Ent­wick­lun­gen reagie­ren zu kön­nen. Die Sys­te­me wer­den häu­fig bei bestehen­den Port­fo­li­os ver­wen­det, die auch zur Absi­che­rung die­nen.

Voll­au­to­ma­ti­sche Sys­te­me sind durch­aus mit einem höhe­ren Risi­ko ver­bun­den, brin­gen dadurch aber meist auch die höhe­ren Gewin­ne. Daher ist es wich­tig, den vir­tu­el­len Tra­dern ihren Lauf zu las­sen, denn oft tren­nen dich nur weni­ge Sekun­den von einem hohen Gewinn.

Automatische Trader als Ergänzung

Vie­len Tra­dern fällt es am Anfang schwer, sich voll und ganz auf ein vir­tu­el­les Sys­tem zu ver­las­sen. Damit der Ein- und Umstieg gelingt, kann erst ein­mal mit einem halb­au­to­ma­ti­schen Sys­tem gear­bei­tet wer­den. Die­ses gibt auf Basis von Berech­nun­gen Emp­feh­lun­gen ab, aber die end­gül­ti­ge Ent­schei­dung liegt immer noch bei einem Men­schen.

Stel­len sich aber die ers­ten Erfol­ge ein, ist der Schritt ein­fach auf voll­au­to­ma­ti­sche Han­dels­sys­te­me umzu­stei­gen. Beson­ders durch den Umstand, dass die Sys­te­me wirk­lich Tag und Nacht die Bör­sen über­wa­chen, kann deut­lich rascher reagiert werden. 

Auto­ma­ti­sche Sys­te­me müs­sen nicht per­ma­nent genutzt wer­den, sind aber eine sehr gute Ergän­zung bei Finanz­pro­duk­ten, die bei­spiels­wei­se inter­na­tio­nal rele­van­ter sind als für die natio­na­le Bör­se. Dadurch muss der Tra­der nicht stän­dig die Nacht zum Tag machen, kann aber auch bei inter­na­tio­na­len Bör­sen immer mithalten.

Eigene Expertise ist wichtig

Vie­le Ein­stei­ger in den Han­del mit Finanz­pro­duk­ten las­sen sich von den auto­ma­ti­schen Sys­te­men blen­den und den­ken sie müss­ten nichts mehr tun. Dies ist jedoch nicht der Fall, denn auch auto­ma­ti­sche Han­dels­sys­te­me sind nur so gut, wie der Tra­der selbst Erfah­rung mit­bringt. Nur so kann ein auto­ma­ti­sches Sys­tem wirk­lich gewinn­brin­gend ein­ge­setzt werden.

Ein­stei­ger pro­fi­tie­ren hier mehr von einem halb­au­to­ma­ti­schen Sys­tem, das ihnen ledig­lich Tipps auf Basis von unter­schied­li­chen Berech­nun­gen gibt. Aller­dings ist ein auto­ma­ti­sches Han­dels­sys­tem auch kei­ne Garan­tie, Gewin­ne zu machen bei einem Markt, der über­wie­gend von mensch­li­chen Ent­schei­dun­gen domi­niert ist, sie kön­nen aber eine wert­vol­le Unter­stüt­zung sein.

(Bild­quel­le Arti­kel­an­fang: © berya113/Pixabay.com)


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