Arbeiten im Home-Office ohne Chef, Stechuhr und ohne lästige Fahrt zur Arbeitsstelle – das hatte ich mir im Insgeheimen immer gewünscht.


Nun, vor gut eineinhalb Jahren ist das Arbeiten von Zuhause für mich Realität geworden. Und ich musste feststellen, dass sich zu den vielen Vorteilen auch einige Nachteile hinzugesellen, denn von Zuhause arbeiten heißt vor allem, den täglichen Verlockungen und Ablenkungen aus dem Weg gehen zu müssen.

Ich habe ein paar Monate benötigt, um mich so organisieren zu können, dass für mich ein effektives  und diszipliniertes Arbeiten im „Heimbüro“ möglich war.

Für alle, die noch allzu oft den kleinen und großen Ablenkungen erliegen, gebe ich in diesem Artikel ein paar Anregungen, wie diese zu umschiffen sind.

Gehen Sie auch zuhause zur Arbeit

Optimal wäre es, wenn Sie für Ihren Arbeitsplatz zuhause einen eigenen Raum zur Verfügung hätten, in dem keine Ablenkungsfallen wie Fernseher, Stereoanlage, DVD-Player oder Ähnliches vorzufinden sind.

Natürlich kann sich nicht jeder diese Situation schaffen, auch bei mir war eine solche Aufteilung nicht möglich. Aber wenigstens ein eigener Arbeitsbereich mit Schreibtisch und -stuhl sollte vorhanden sein.

Vermeiden Sie möglichst, vom Küchen- oder Wohnzimmertisch aus zu arbeiten, sondern schaffen Sie sich auch sichtbar ein kleines Büro mit Schreibtisch und bequemem Bürostuhl, auf dem Sie auch mehrere Stunden arbeiten können, ohne irgendwann chronische Rückenschmerzen zu bekommen.

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Unterhaltungselektronik erst am Feierabend

Teilen Sie Ihren Arbeitsplatz mit Unterhaltungselektronik, dann versuchen Sie, diese über Tag möglichst zu ignorieren, denn nichts hält einen mehr von der Arbeit ab, als Filme anzuschauen, CDs zu hören usw. Auch Spiele auf dem Arbeits-PC sind große „Arbeitsbremsen“. Wenn Sie ein Spielefreak sind, dann sollten Sie sich besser zwei PCs halten, einen zum Arbeiten und einen fürs Privatvergnügen. 

Gut organisiert ist halb gearbeitet

Ebenfalls motivierend ist ein aufgeräumter und übersichtlich gestalteter Schreibtisch, auf dem nur das vorzufinden ist, was man wirklich benötigt. Ich werde bei dem Anblick von Papierstapeln nervös und hektisch und habe das Gefühl, dass ich die Arbeit nicht mehr schaffe. Natürlich gibt es immer ein paar kreative Genies, die erst im Chaos aufblühen :-), aber das sind die wenigsten.

Mit funktionierenden Geräten zu arbeiten macht mehr Spaß

Förderlich für produktives Arbeiten von Zuhause ist auch die optimale technische Ausstattung Ihres Home-Offices. Quälen Sie sich daher nicht mit veralteten Geräten wie einem langsamen Modem oder leistungsschwachen Rechner herum. Ein klassischer Büro-PC kostet heute wirklich nicht mehr die Welt. 

Fokussieren Sie Ihre Gedanken auf die Arbeit und formulieren Sie konkrete Ziele

Es ist schon mühsam, jeden Morgen mit dem gleichen Elan und mit der gleich positiven Leistungseinstellung ins Home-Office zu gehen, denn schließlich ist man ja daheim und da überkommt einen schon mal der Schlendrian.

Um wirklich den alltäglichen Workload zu schaffen, ist es dann umso wichtiger, sich tägliche, wöchentliche und monatliche Arbeitsziele zu setzen.

Für mich selbst habe ich gemerkt, dass ich mein Arbeitspensum am erfolgreichsten erledigen kann, wenn ich mir die einzelnen Arbeitsschritte auf ein Blatt Papier  – meine To-Do-Liste – schreibe und diese dann durchstreiche, wenn sie ausgeführt wurden.

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Das mag zwar etwas simpel klingen, aber durchgestrichene  – d. h. erledigte – Arbeiten sind schon etwas Zufriedenstellendes. Und man hat seine Erfolge visualisiert.

Aber auch in diesem Punkt muss jeder herausfinden, was für ihn am effektivsten ist.

Routine-Abläufe erleichtern den Einstieg in den Arbeitstag

Eine gute Einstimmung in die anstehende Arbeit von Zuhause verleihen auch Routinen wie Duschen, Frühstücken, sich für die Arbeit anziehen.

Wenn Sie ins Büro außer Haus müssten, würden Sie ja wahrscheinlich genauso vorgehen. Ob man sich auch Zuhause in Anzug und Kostüm stecken soll, das ist Geschmackssache. Ich persönlich trage an meinem Heim-Arbeitsplatz keine korrekte Bürokleidung, aber im Morgenmantel sitze ich auch nicht rum.

Legen Sie feste Bürozeiten fest

Außerdem sollten Sie feste Arbeitszeiten einplanen. Ich beginne auch fast immer mit den gleichen Abläufen um die gleiche Uhrzeit (7:30 Uhr): Zuerst schaue ich in meine E-Mail-Postfächer, öffne Twitter und Facebook, um die Neuigkeiten zu erfahren. So komme ich dann allmählich in Schwung.

Dann schaue ich auf meine To-Do-Liste, die ich mir abends vor „Büroschluss“ erstellt habe, und fange mit den wichtigsten Punkten an, also den Arbeiten, die an diesem Tag wirklich erledigt werden sollen.

Ich vermeide während meiner Arbeit auch lange private Telefongespräche, denn Freunde und Familienmitglieder sollen erkennen, dass ich arbeite und nicht ständig erreichbar bin.

Denken Sie auch an Pausen und den Feierabend

Homeworker sollten auch auf regelmäßige Pausen achten, denn wer diese zu oft ausfallen lässt, ist nach ein paar Wochen überarbeitet und dauermüde.

Außerdem sollte man regelmäßig trinken und zwischendrin eine Kleinigkeit wie Obst oder ein Brötchen essen, um den Energielevel des Körpers über den Tag gleich zu halten.

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Auch nicht verkehrt ist ein kleiner Spaziergang nach der Hälfte des Arbeitstages. So wird nochmal der Kopf frei und der Sauerstoff und die Bewegung wecken wieder die Lebensgeister.

Vergessen Sie den Feierabend nicht. Gerade wer von Zuhause arbeitet, findet oft kein Ende und arbeitet des Öfteren bis in die Nacht hinein. Auch das führt früher oder später zu Konzentrationsabfall und schlechteren Arbeitsleistungen.

Jeder sollte individuell seine beste Leistungsphase nutzen

Ich beginne meistens um 7:30 Uhr, mache Pause um 11:30 Uhr bis 12:00 Uhr, dann arbeite ich wieder vier Stunden bis 16:00 Uhr (meistens mit noch einer kleinen Pause dazwischen), um dann von 17:00 bis 19:00 Uhr die letzte „Schicht“ anzutreten. Ab und zu geht es mal eine Stunde länger, aber ich versuche spätestens 19:30/20:00 Uhr fertig zu sein.

Mit dieser Einteilung bin ich bisher am besten klar gekommen. Ich für meinen Teil kann als Morgenmensch nachts nicht arbeiten, aber wer als Eule dann seine beste Leistungsphase hat, sollte seine Arbeitszeit nach hinten verlegen.

Denn bei allen Nachteilen, die Möglichkeit der freien Zeiteinteilung sowie das Leben und Arbeiten nach seinem eigenen Biorhythmus ist wieder ein großer Pluspunkt des Home-Offices.

Viel Spaß und Erfolg im Home-Office

(Bildquelle Artikelanfang: © hamonazaryan1 /Pixabay.com)