Für meine Blogs bekomme ich recht häufig eine Anfrage, ob ich an einem Linktausch interessiert wäre, d. h. ob der Anfragende einen Artikel mit einem Backlink auf meiner Seite veröffentlichen kann und ich im Gegenzug einen Beitrag mit einem Backlink zu einer meiner Seiten auf der Website des Anfragenden.
Mit Sicherheit ist Google von solchen Aktionen nicht gerade begeistert, dennoch braucht jeder, der im Internet geschäftlich unterwegs ist und den Traffic auf seinen Websites steigern will, Backlinks.
Und diese Vorgehensweise wird tagtäglich tausendfach praktiziert. Wenn man auch lesenswerten Content mit Mehrwert für die Blogbesucher produziert, finde ich nichts Schlimmes daran.
Viele Linktausch-Anfragen unpersönlich, mit Standard-Texten
Die Qualität der einzelnen Anfragen an mich unterscheidet sich deutlich untereinander, und mit Qualität meine ich die individuelle Formulierung solcher Mails. Manche verschicken Standardtexte, in denen einfach nur die Domain für die Linkanfrage ausgetauscht wird und man macht sich auch keine Mühe, den Angeschriebenen persönlich anzusprechen. Obwohl das – zumindest in meinem Fall – kein Problem wäre, denn mein Name steht sichtbar in meinem Impressum.
Auf solche Anfragen antworte ich so gut wie nie, weil ich finde, dass man sein Anliegen doch persönlicher formulieren sollte.
Auch andere werden sich in dieser Beziehung so verhalten wie ich, denn wer will nicht einen eigens auf ihn abgestimmten E-Mail-Text lesen, der zeigt, dass sich der Sender wirklich Gedanken bei der Anfrage gemacht hat?
So sehen die Standard-Anfragen meistens aus (Beispiel)
Wie man sieht, ist diese Anfrage nicht unhöflich geschrieben, ganz im Gegenteil, und man erhält auch alle entscheidenden Informationen.
Dennoch klingt die Mail unpersönlich und so, als ob sie in dieser Form schon unzählige Male versendet wurde (wahrscheinlich wurde sie das auch).
Tipps für ein ansprechendes und persönliches Anschreiben für eine Linkanfrage
Wer erfolgreich Linktauschanfragen verfassen möchte, der sollte auf bestimmte Punkte achten:
1. Persönliche Betreffzeile
Versuchen Sie schon, mit einer nicht-standardisierten Betreffzeile aufzufallen. Also nicht einfach “Linktausch” oder „Anfrage für einen Linktausch“ schreiben, sondern etwas lebendiger formulieren wie “Frau …, haben Sie Interesse an einem gegenseitigen Linktausch?” oder “Wie wäre es mit einem einzigartigen Linktausch?” usw.
2. Persönliche Anrede
Achten Sie darauf, den Empfänger persönlich anzuschreiben, entweder mit dem Vornamen oder etwas förmlicher mit dem Nachnamen:
Hallo Thomas, Guten Tag Herr Müller, sehr geehrte Frau Schmidt …
Für welche Anredeform Sie sich entscheiden sollten, bleibt Ihnen überlassen oder Sie schauen auf der Website des Empfängers nach. Verwendet er selbst die lockere Du-Form, hat er wohl auch nichts dagegen, mit dem Vornamen angeredet zu werden. Schreibt er seine Texte in Sie-Form, sollten auch Sie zum förmlichen Ton übergehen.
Den Namen des Websitebetreibers findet man meistens im Impressum, oberhalb oder unterhalb der Artikel oder auf der “Über mich”-Seite, falls so eine vorhanden ist.
Seiten ohne aufgeführten Ansprechpartner – und die gibt es auch – sollte man gar nicht erst anschreiben. Denn wer nicht bereit ist, seinen Namen auf seiner Website bekannt zu geben, hat möglicherweise was zu verbergen und wünscht dann auch wohl nicht, angeschrieben zu werden.
3. Individuelle Anfragen-Einleitung
Bevor man auf die konkrete Linktauschanfrage eingeht, macht es einen guten Eindruck, sich persönlich und seinen eigenen Blog bzw. seine eigene Website vorzustellen und den Blog oder die Website des Mail-Empfängers zu loben. Dazu sollte man sich auch ein paar Artikel entsprechenden Blogs genauer durchgelesen haben, um zu wissen, was diesen Blog auszeichnet bzw. was ihn aus der Masse hervorstechen lässt.
Nur dann kann man konkrete und persönliche Aussagen über den Blog machen.
4. Konkrete URL nennen
Da einige Webmaster mehrere Projekte im Internet laufen haben, sollte man als Anfragender sich die Mühe machen, die genaue URL zu nennen, von der man gerne einen Link hätte. Auch das wird manches Mal vergessen.
5. Eine Win-win-Situation herstellen
Bieten Sie als Gegenleistung dem Empfänger die Möglichkeit an, einen gleich- oder höherwertigen themenrelevanten oder auch themenfremden Link zu bekommen. Denn schließlich sollte man nicht nur Forderungen stellen, sondern selbst etwas geben.
Wenn Sie keinen Link bieten können, sollten Sie auch bereit sein, für den Link zu zahlen.
Schreiben Sie genau, was Sie beabsichtigen, welchen Link Sie in dem Artikel platzieren wollen und über welches Thema der geplante Artikel handelt. Bei einem möglichen Linktausch sollten Sie auch die Domain oder mehrere Domains mit dem dazugehörigen PageRank (auch wenn der heute nicht mehr so wichtig ist, interessieren sich immer noch viele dafür) aufführen, auf denen der Mail-Empfänger ebenfalls einen Link platzieren kann.
Erwähnen Sie auch, dass Sie einen einzigartigen Artikel liefern werden und Sie auf Qualität großen Wert legen.
6. Unbeantwortete Mails nachfassen
Auch wenn Sie persönliche Anschreiben versenden, werden Sie nicht gleich auf jede Mail eine Antwort bekommen. Vielleicht ist derjenige doch nicht interessiert und reagiert deshalb nicht, oder die Nachricht landete im SPAM-Ordner und wurde dadurch nicht richtig wahrgenommen oder der Empfänger war zu sehr beschäftigt und hat deshalb die Mail nicht beachten können. Daher lohnt es sich, auch mal nachzufassen und nochmals höflich anzufragen.
Am besten schicken Sie drei bis vier Tage nach der Anfrage die erste Nachfass-Mail und eventuell eine zweite sieben bis zehn Tage nach der ersten Erinnerungsnachricht. Kommt dann immer noch keine Reaktion, sollten Sie es gut sein lassen und nicht unendlich oft anfragen und den Empfänger belästigen. Denn kommt keine Antwort nach der zweiten Nachfass-Mail, scheint wirklich kein Interesse seitens des Angeschriebenen zu bestehen.
Beispiel für eine persönliche Anfrage (wenn auch in der Formulierung allgemein gehalten)
Fazit
Es wird natürlich immer wieder vorkommen, dass Sie nicht auf alle Ihrer Schreiben eine Antwort bekommen, auch wenn Sie alle genannten Punkte beim Verfassen Ihrer Anfragen beachten. Das ist klar, denn nicht jeder ist an einem Linktausch interessiert, obwohl die Mail noch so persönlich formuliert war.
Wenn die Antwortquote bei über 60 Prozent liegt, kann man schon sehr zufrieden sein. Dann hat die Mühe, individuelle Schreiben zu versenden, mit Sicherheit Früchte getragen.
Übrigens sollte man auch andere Anfragen ebenfalls persönlich formulieren und nicht auf irgendwelche vorgeschriebenen Vorlagen zurückgreifen.
(Bildquelle Artikelanfang: © Twemoji und araezki/Canva.com)






