Im Februar kam das kostenlose Online-SEO-Tool von SISTRIX heraus, das sich vor allem als SEO-Einstiegswerkzeug für kleinere Webauftritte wie beispielsweise Blogs eignet.


Im Internet wurde auf verschiedenen Seiten schon einiges zu diesem Tool geschrieben – Positives wie Negatives -, und daher hatte ich mir auch vorgenommen, den Service zu testen.

Vor dem Test bzw. der Nutzung des Tools steht wie üblich die Registrierung und die ist sehr knapp gehalten.

Der kurze Anmeldeprozess mit Übermittlung der zu überprüfenden URL und einer E-Mail-Adresse führt zu einer Bestätigungsmail und der zügigen Analyse der eingetragenen Website nach wesentlichen SEO-Fehlern.

Nach dem Einloggen erhält der User eine Einstiegsseite mit einer Ergebnisübersicht des ersten Website-Checks, die sich aus Fehlern (wie nicht gefundenen URLs), Hinweisen und Tipps zusammensetzt.

Inhaltlicher Aufbau von Sistrix Smart

In der rechten Spalte des Tools (Sistrix SEO-Training) finden sich grundlegende SEO-Informationen, die man sich als eventueller SEO-Einsteiger durchlesen sollte. In der linken Spalte werden die einzelnen Einteilungen des SEO-Checks aufgezeigt, die folgendermaßen lauten:

  • Website-Check
  • Rankings
  • Wettbewerb
  • Erreichbarkeit
  • Einstellungen

Sistrix Smart Websitecheck

Übersichtsseite von Sistrix Smart

Mit Sistrix Smart lässt sich nur eine Domain analysieren; will man mehrere auswerten, muss man sich entweder neu registrieren mit der entsprechenden Domain und einer neuen E-Mail-Adresse oder auf Sistrix Optimizer, den kostenpflichtigen SEO-Dienst von Sistrix umsteigen.

Einmal pro Monat werden von einer Domain maximal 1000 Seiten gecrawelt, was bei kleineren Websites bzw. Blogs zuerst einmal völlig ausreicht, bei Webauftritten mit deutlich mehr Seiten ist dies schon mal ein Nachteil. Ein häufigeres Craweln ist mit Smart Sistrix nicht möglich.

Sistrix Smart: Website-Check

Der Website-Check gibt mir eine umfangreiche Übersicht von Verbesserungsmöglichkeiten meiner Website.

Unter Fehler stehen die groben „Schnitzer“, wie 404-Fehler, sprich nicht gefundene Seiten. Da waren bei mir drei nicht mehr funktionierende Links, die ich mithilfe von Sistrix Smart ganz einfach korrigieren bzw. beseitigen konnte.

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Verbesserungswürdige Elemente wie zu lange Meta-Descriptions, zu viele Links auf einer Seite, gleicher Title-Tag, lange Ladezeiten oder mehrfache Verwendung von H1-Überschriften werden unter Hinweise aufgeführt.

Bei den Tipps finden sich schließlich weitere Verbesserungsvorschläge, wie Optimierung von internen Ankertexten oder das Einfügen von wichtigen Keywords in den Titel.

Klickt man auf den Link „Details ansehen“ gelangt man zur Detailansicht, auf der die einzelnen Fehler oder verbesserungswürdigen Auflistungen mit der URL der Domain (wo sich der Fehler befindet) genau beschrieben werden.

Für jeden einzelnen Fehler, Hinweis oder Tipp liefert Sistrix Smart in der rechten Spalte ausführliche Erläuterungen.

Ich selbst bin mit diesem kostenlosen Check und dessen Ergebnissen recht zufrieden, denn so viele Hinweise und Verbesserungsvorschläge hat mir bisher noch kein anderes kostenloses SEO-Tool aufgelistet. Die Fehler kann man korrigieren und nach einem erneuten Crawlen der Website feststellen, ob man sie richtig „beseitigt“  hat oder nicht, oder ob sich neue Fehler eingeschlichen haben.

Sistrix Smart: Rankings

Nicht ganz so gelungen ist der Bereich „Rankings“, wo auf der Basis von 45 ausgewählten Keywords der persönliche Sichtbarkeitsindex der Website angezeigt wird.

Die ausgewählten Keywords sind aber nicht unbedingt die, mit denen man recht weit vorne bei den Google Suchergebnissen liegt.

Bei den ersten drei aufgeführten Keywords habe ich dann mal selbst getestet, ob die Platzierung in den Google Suchergebnissen auch stimmt.

Bei zwei Keywords waren die Platzierungen korrekt, beim dritten Keyword war ich eine Position schlechter als bei Sistrix Smart angegeben.

Bei den Keywords stehen dann auch die Rankingveränderungen der letzen Woche und des letzten Monats.

An den von Sistrix ausgewählten Keywords kann man als User Änderungen vornehmen und zwar unter dem Punkt „Einstellungen“. Dort kann man neue Keywords und Keyword-Kombinationen anlegen und auch Keywords aus der Liste entfernen. Bis zu 100 Keywords und Phrasen lassen sich dort eintragen.

Der persönliche Sichtbarkeitsindex sollte man allerdings nicht überbewerten, da er sehr subjektiv ausgerichtet ist, erst einmal durch die beschränkte Vorauswahl von Sistrix und auch durch die eigene Auswahl von Keywords. Letztendlich müssen die ausgesuchten Schlüsselwörter, die für einen selbst wichtig sind, nicht unbedingt die sein, die auch für den Zugriff auf bestimmte Seiten des Internetauftritts relevant sind.

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Definition Sichtbarkeitsindex

Wer nicht genau weiß, was sich hinter dem Begriff „Sichtbarkeitsindex“ verbirgt, findet nachfolgend eine kurz gefasste Begriffserläuterung.

Unter dem Sichtbarkeitsindex von Sistrix ist ein statistischer Wert, eine SEO-Kennzahl, zu verstehen, die die Sichtbarkeit einer Domain in den Google-Suchergebnissen bewertet.

Der Index berechnet sich aus der Domainplatzierung bei den überwachten Keywords, aus der wahrscheinlichen Klickrate aufgrund der Positionierung und dem Wert des jeweiligen Keywords (der Keyword-Wert definiert sich hier vor allem in dem zu erwarteten Traffic).

Grob vereinfacht lässt sich sagen, dass ein recht hoher Sichtbarkeitsindex bedeutet, bei vielen für die Website relevanten Suchbegriffen weit vorne in den Suchmaschinen platziert zu sein. Außerdem schließt ein hoher Sichtbarkeitsindex auf eine hohe Besucherzahl der Domain.

Ein Sistrix Sichtbarkeitswert von 3 entspricht ungefähr 100.000 Besuchern pro Monat.

SISTRIX weist allerdings darauf hin, dass es zwischen dem persönlichen Sichtbarkeitsindex bei Sistrix Smart und dem allgemeinen Sistrix Sichtbarkeitsindex der Sistrix Toolbox einen Unterschied gibt.

Denn Sistrix Smart berechnet auf der Grundlage von nur 100 Keywords den Sichtbarkeitsindex, während die Sistrix Toolbox ein fest definiertes Keyword-Set von 250.000 Schlüsselwörtern für die Berechnung dieser SEO-Kennzahl heranzieht.

So kann es dann sein, dass der persönliche Sichtbarkeitsindex bei Sistrix Smart deutlich höher ausfällt, weil die Domain bei den bis 100 ausgewählten Keywords besonders gut rankt, als der Sichtbarkeitsindex bei der Toolbox.

Sistrix Smart: Wettbewerb

Im Bereich „Wettbewerb“ wird  die ausgewertete Seite hinsichtlich ihres persönlichen Sichtbarkeitsindexes, der Anzahl eingehender Links, der Anzahl verlinkender Domains und Hosts sowie der Anzahl von Social-Media-Signalen (Backlinks auf Twitter, Facebook und Google +) mit vier Wettbewerbsdomains, die über ein ähnliches Keyword-Set verfügen, verglichen.

Da muss ich allerdings sagen, dass die vier Domains nicht sonderlich gut zu Geld-online-Blog passen, schon gar nicht listinus.de, ein Chartlisten-Portal. Diese eigentümliche Auswahl von Sistrix Smart hat mich dann doch etwas irritiert.

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Wer mit den Vorschlägen der Konkurrenzseiten nicht einverstanden ist, kann diese unter „Einstellungen“ ändern und seine eigenen gewünschten Wettbewerbsdomains eintragen. Die vier Vorschläge lassen sich überschreiben und dazu kann man noch weitere zwei in die Liste einfügen, sodass am Ende sechs Wettbewerber unter „Wettbewerb“ aufgeführt sind.

Diese werden im System direkt aufgenommen und sind gleich unter den Wettbewerbern mit ihren Zahlen vorzufinden.

Sistrix Smart: Erreichbarkeit

Der Bereich „Erreichbarkeit“ gibt nicht allzu viel her: Hier wird die Server-Antwortzeit der Startseite in Sekunden angezeigt.

Leider findet man nirgendwo einen Hinweis, welche Antwortzeit akzeptabel ist und welche nicht.

Sistrix Smart: Einstellungen

Wie schon im Text weiter oben erwähnt, kann der User in diesem Bereich die vorgegebenen Einstellungen abändern, was man auch tun sollte.

Einmal lassen sich die Keywords abändern und auch in ihrer Anzahl erweitern (bis zu 100). Und auch die Konkurrentenliste kann man komplett neu erstellen und auf sechs erweitern.

Fazit

Mit Sicherheit lässt sich mit dem kostenlosen SEO-Analysetool von Sistrix eine Domain nicht bis ins kleinste Detail auswerten. Dafür müssen dann schon kostenpflichtige Tools eingesetzt werden, die auf eine größere Keyword-Datenbank zugreifen.

Dennoch finde ich gerade den Website-Check von Sistrix Smart sehr gelungen, denn er liefert doch einige wichtige Ergebnisse hinsichtlich Fehlern und OnPage-Optimierungsmöglichkeiten. Wer seine Seite testen und optimieren will, der kann mit den Auswertungen von Sistrix Smart wirklich was anfangen.