Auch wenn in Zei­ten des Web 2.0 alles mit­ein­an­der ver­netzt ist, Kun­den gezielt bewor­ben wer­den kön­nen und die fast ein­stim­mi­ge Exper­ten­mei­nung in die Rich­tung ten­diert, dass Print­me­di­en den Online-Medi­en hoff­nungs­los unter­le­gen sei­nen, lässt sich die­se Aus­sa­ge nicht pau­scha­li­sie­ren.


In gewis­sen Spek­tren sind die kon­ven­tio­nel­len Wer­be­mit­tel durch­aus kon­kur­renz­fä­hig.

Schließ­lich muss Wer­bung beim Kun­den sein, auch wenn die­ser nicht im Inter­net unter­wegs ist.

Printmedien gezielt einsetzen

Zunächst ein­mal ist logisch, dass unge­rich­te­te Wer­bung in bei­spiels­wei­se Tages­zei­tun­gen eine Band­brei­te an poten­ti­el­len Kun­den erreicht, die weit hin­ter der von Online­zeit­schrif­ten zurück­bleibt.

Die Zahl der Zei­tungs­le­ser ist seit Jah­ren rück­gän­gig und die Alters­grup­pe, mit dem höchs­ten Kon­sum­an­teil am regel­mä­ßig gedruck­ten Wort, ist mitt­ler­wei­le fast schon nicht mehr die wer­be­re­le­van­te.

Natür­lich ist es daher nicht sinn­voll, in die­sen Medi­en für sein Geschäft zu wer­ben. Print­wer­bung ist aber bei wei­tem mehr, als nur klei­ne Bild­chen und Text­schnip­sel in Zei­tun­gen.

Die gedruck­te Mar­ke­ting­maß­nah­me muss sich bestimm­te Nischen suchen und ist dafür in man­chen Situa­tio­nen gar nicht weg­zu­den­ken. Der oft­mals pro­phe­zei­te Weg­fall der Print­wer­bung wird nicht ein­tre­ten, da es Momen­te gibt, in denen sie unab­ding­bar ist.

Wer bei­spiels­wei­se nach einem Unter­neh­men in sei­ner Nähe sucht, geht heu­te meist den Weg über das Inter­net und Such­ma­schi­nen, letzt­end­lich brin­gen den End­kun­den jedoch gedruck­te Wer­be­mit­tel zum Ziel, indem sie ihn eben die­ses vor Ort anzei­gen.

Genau­so ver­hält es sich mit Kun­den­stop­pern und ande­ren Mar­ke­ting­maß­nah­men in bei­spiels­wei­se Fuß­gän­ger­zo­nen.

Kunden mit handfesten Werbemitteln binden

Mit die­sem Fall­bei­spiel lässt sich die Print­wer­bung selbst­ver­ständ­lich nicht aus ihrer ver­meint­li­chen Ver­sen­kung holen, aber da es sich um gedruck­te Mar­ke­ting­maß­nah­men han­delt, müs­sen gedruck­te, hand­fes­te Wer­be­mit­tel in Form von Visi­ten­kar­ten, Bro­schü­ren und Fly­ern mit berück­sich­tigt wer­den.

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Natür­lich ist zur Kun­den­ak­qui­se das Inter­net das gan­ze Jahr über eine gute Mög­lich­keit, aber wie oft kommt es nicht vor, dass auf Mes­sen oder Kon­fe­ren­zen poten­ti­el­le Kun­den auf Unter­neh­men tref­fen, die ihnen vor­her völ­lig unbe­kannt waren.

In die­sem Moment kann man nicht ein­fach nur die eige­ne Home­page auf einen Zet­tel schrei­ben und hof­fen, dass sich der Kun­de mel­det. In sol­chen Face-to-Face Situa­tio­nen, ist es zwin­gend not­wen­dig, etwas Greif­ba­res zu haben, etwas, was ein­fach in die Tasche gesteckt wer­den kann und das spä­ter wie­der­ge­fun­den wird.

Men­schen erin­nern sich dann an die Gege­ben­heit und dar­über hin­aus auch per­sön­lich an die Per­son dahin­ter. Hoch­wer­te Mate­ria­li­en, bedruckt mit dem Unter­neh­mens­na­men hin­ter­las­sen einen blei­ben­den Ein­druck und vie­le Men­schen stu­fen eine Visi­ten­kar­te mit dezen­tem Reli­ef­druck immer noch seriö­ser sein, als einen blin­ken­den Ban­ner im Inter­net.

Online Marketing ist eben doch nicht das Allheilmittel

Online Mar­ke­ting mag gezielt wir­ken und Men­schen über­all errei­chen, aber gera­de in den letz­ten Jah­ren zeigt sich immer deut­li­cher, dass Inter­net­nut­zer zur Wer­bung auf Web­sei­ten ein eher nega­ti­ves Ver­hält­nis auf­bau­en.

Ver­brau­cher haben eben „lei­der“ gemerkt, dass sie aktiv, offen­siv, über­all und rund um die Uhr bewor­ben wer­den. Selbst­ver­ständ­lich kann man beim nach­fol­gen­den nicht pau­scha­li­sie­ren, aber moder­ne Inter­net­brow­ser haben die Mög­lich­keit, bin­nen nur weni­ger Klicks nahe­zu alle Wer­bung zu blo­ckie­ren und sobald der Inter­net­nut­zer den Mar­ke­ting­maß­nah­men über­drüs­sig ist, sieht er auf die­se Art und Wei­se kei­nen ein­zi­gen Ban­ner mehr.

Natür­lich muss man auch hier wie­der zuge­ste­hen, dass das Print­mar­ke­ting nicht viel bes­ser dasteht. Wer die Wer­bung nicht bewusst wahr­neh­men möch­te, wen­det sich ab, blät­tert wei­ter oder ver­sucht sich so sehr wie mög­lich der Sache zu ver­wah­ren. Der Vor­teil aller­dings von gedruck­ten Pla­ka­ten an der Stra­ßen­la­ter­ne, Ban­nern am Weges­rand oder ande­ren kon­ven­tio­nel­len Wer­be­mit­tel ist, dass sie lokal auf Unter­neh­men ver­wei­sen, unter­be­wusst trotz Abwen­dung wir­ken und eben nicht ein­fach mit einem Pro­gramm völ­lig aus der Peri­phe­rie des ver­meint­li­chen Kun­den gestri­chen wer­den kön­nen.

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Online- und Print­wer­bung ste­hen sich also kei­nes­falls gegen­über, son­dern müs­sen für ein gutes und erfolg­rei­ches Mar­ke­ting­kon­zept mit­ein­an­der arbei­ten. Selbst­ver­ständ­lich hat Online Mar­ke­ting mehr Reich­wei­te und zielt genau­er auf Kun­den ab, aber gedruck­te Maß­nah­men die­nen im Gegen­satz dazu eher dem loka­len Markt und der Kun­den­bin­dung. In gewis­sen Situa­tio­nen kann es sich ein­fach kein Unter­neh­men leis­ten, auf die gedruck­te Wer­bung zu ver­zich­ten.

Mit freund­li­cher Unter­stüt­zung der Redak­ti­on von http://​www​.over​night​prints​.de/