Videomarketing ist in den letzten Jahren regelrecht explodiert. Das Problem ist, dass die meisten heutigen Marketer (Entwickler), insbesondere die in kleinen und mittleren Unternehmen, keine Ahnung haben, welche rechtlichen Probleme beim Videomarketing und bei Online-Videos auftreten können.


Im Folgenden werden die wichtigsten rechtlichen Fragen in Zusammenhang mit Videomarketing und die damit verbundenen schwerwiegenden rechtlichen Folgen näher erläutert. Weiterhin werden noch einige Tipps für Entwickler erläutert.

Rechtliche Probleme beim Videomarketing

  • Urheberrechtsverletzung: Die unbefugte Verwendung eines Videos oder von Inhalten, die in einem Video enthalten sind, unterliegt dem Urheberrecht einer anderen Person. Dies schließt das Recht ein, das urheberrechtlich geschützte Werk zu reproduzieren, auszuführen oder abgeleitete Werke herzustellen.
  • Markenverletzung: Die Verwendung eines Markennamens oder der Identität einer anderen Marke in Deinem Video führt zu Verwirrung beim Verbraucher und kann die Marke des Inhabers beschädigen.
  • Publizitätsrecht: Es wird auch als „Persönlichkeitsrecht“ bezeichnet. Dies ist das Recht zu steuern, wie Dein Bild für einen beliebigen Zweck verwendet wird. Dies gilt nicht nur für andere Personen, sondern auch für private Orte und Einrichtungen, die in einem Video gezeigt werden. Es ist einer der Gründe, warum für alle Teilnehmer strenge Richtlinien gelten.
  • Recht auf Privatsphäre: Es ist grundsätzlich das Recht, allein gelassen zu werden und seine Persönlichkeit nicht ohne Erlaubnis öffentlich vertreten zu lassen. Bei einer Videoaufnahme würde dies das Recht einer einzelnen Person betreffen, kein Video für kommerzielle oder nicht für Nachrichten bestimmte Zwecke aufzunehmen und den Namen dieser Person nicht zu verwenden.
  • Verleumdung: Verleumdung sind böswillige Äußerungen gegen jemanden und die Behauptungen sind falsch oder beruhen auf unsicheren Quellen. Der Ruf oder das gesamte Bild dieser Person könnte zerstört werden.
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Eine Verleumdung in Videos tritt normalerweise in zwei Situationen auf:

Ein Unternehmen oder eine Person wird in einem Video mit diffamierendem Inhalt über ein anderes Unternehmen oder eine professionelle Person reden.

Ein Unternehmen oder eine Person erstellt einen benutzerorientierten Inhaltsbereich, in dem andere Personen diffamierende Videoinhalte über ein anderes Unternehmen oder eine andere Person einreichen und nicht rechtzeitig und angemessen auf Benachrichtigungen über das Entfernen bzw. auf Beschwerden reagieren können.

Schwerwiegende Folgen für die Nichteinhaltung des Gesetzes

Kontosperrung: Deine Videos werden möglicherweise von Deiner Videofreigabe-Website (wie YouTube) oder sogar von einer eigenen Website entfernt, wenn Dein ISP oder Webhost eine DMCA-Deaktivierungsbenachrichtigung erhält. Bei Nichteinhaltung bzw. wiederholtem Verstoß kann Dein ganzes Konto auf unbestimmte Zeit gesperrt werden.

Zivilklage: Du kannst sowohl mit Geldstrafen belegt werden (im Falle von Verstößen gegen eingetragene Marken oder Urheberrechte). Deine Kunden oder Partner können Dich auch dafür verantwortlich machen, dass Du nicht die erforderlichen Genehmigungen eingehalten hast.

Reputations- und Geschäftsverlust: Du kannst das Vertrauen Deiner Kunden und potenziellen Kunden verlieren, wenn Du nachweislich gegen gesetzliche Richtlinien und Rechtsstreitigkeiten verstößt.

Tipps für das Videomarketing

1. Suche nach Berechtigungen

Mit jedem Video, das Du produzierst, veröffentlichst und zu kommerziellen oder Werbezwecken vermarktest, können zahlreiche Probleme mit geistigem Eigentum und Persönlichkeitsrechten verbunden sein.

Dies können sein:

  • Eigenes urheberrechtlich geschütztes Filmmaterial anderer Personen, wie z. B. Video-, Audio- oder Grafikaufnahmen, die Du in Dein Video einfügen möchtest.
  • Talent im Video: entweder bezahlt oder nicht bezahlt.
  • Orte im Video: Wenn Du an einer Veranstaltung teilnimmst, musst Du möglicherweise auch von der Einrichtung, in der die Veranstaltung stattfindet sowie von den Veranstaltern der Veranstaltung Berechtigungen erhalten.
  • Verwendung: Es ist wichtig, dass Du weißt, wie du Videomaterial verwenden darfst. Selbst wenn Du die Erlaubnis hast, etwas oder jemanden aufzunehmen, darfst Du dies möglicherweise nur für den persönlichen Gebrauch nutzen, nicht für den öffentlichen. Möglicherweise darfst Du ein Video zu Informationszwecken veröffentlichen, jedoch nicht zu kommerziellen Zwecken.
  • Inhalt: Der Inhalt muss korrekt sein und darf eine Person oder Dich selbst nicht falsch darstellen.
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Das erste, was Du tun solltest, wenn Du in Deinem Video Filmmaterial oder Inhalte verwendest, die nicht von Dir stammen, ist zu überprüfen, wem es gehört.

Suche nach Originalquellen und online nach dem Markennamen oder der Copyright-Registrierung. Auf diese Weise kannst Du die Eigentümer ausfindig machen und herausfinden, welche Berechtigungen Du möglicherweise hast oder nicht, und welche Lizenzen Du möglicherweise für eine solche Verwendung arrangieren und erwerben müssest.

Der beste Weg, um Berechtigungen zu erhalten, ist eine schriftliche Freistellung.

Für diejenigen, die es ernst meinen, ihr Videomaterial und sich selbst zu schützen, empfehle ich dringend, sich mit einem Anwalt in Verbindung zu setzen, um Dein Formular für den Verzicht auf die Veröffentlichung von Videos zu überprüfen oder zu erstellen.

2. Faire und richtige Verwendung

Verleger und Vermarkter von Videos, die keine ausdrückliche Genehmigung erhalten haben (z. B. schriftlich oder auf andere Weise aufgezeichnet), müssen unbedingt verstehen, was eine faire Verwendung ist.

Fair-Use-Schutzmaßnahmen für ein Video sind viel stärker, wenn dieses Video als „aktuell“ eingestuft wird, als wenn ein Video hauptsächlich für kommerzielle Zwecke veröffentlicht wird (oder dieses Video sogar verkauft wird).

3. Rechtliche Online-Ressourcen befolgen

Die gute Nachricht ist, dass es im Internet zahlreiche Informationen mit rechtlichen Hinweisen für das Online-Videomarketing gibt, die Dich keinen Cent kosten. Lese im Voraus alle Website-Richtlinien für das Einreichen von Videoinhalten (insbesondere Copyright- und Markenrichtlinien) und für das Einreichen von Ansprüchen und Gegenansprüchen bezüglich Urheberrechts- oder Markenrechtsverletzungen.

Auf YouTube solltest Du Dir unbedingt die Seite mit rechtlichen Anfragen von YouTube und die Seite mit rechtlichen Ressourcen genauer durchlesen. Mache Dich auch mit DMCA-Deaktivierungsmitteilungen vertraut, um zu wissen, wie im Falle eines Rechtsstreits (Klage oder Gegenklage) vorgegangen werden muss.

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4. Zeitpunkt für einen Anwalt

Wende Dich an einen Anwalt, der auf gewerblichen Rechtsschutz, Internetrecht und Unterhaltungsrecht spezialisiert ist, idealerweise einer, der nicht nur den Online-Videobereich verfolgt und sich mit Kunden über Webvideokampagnen berät, sondern auch Ahnung im Bereich Videomarketing hat.

Wenn Du eine große Kampagne mit Video durchführst, solltest Du ein Budget für die Beratung mit einem Anwalt in Betracht ziehen, damit Deine Projektpläne überprüft werden. Auf diese Weise erfährst Du, welche Berechtigungen Du möglicherweise benötigst oder nicht und welche Vorsichtsmaßnahmen Du treffen musst, bevor Du mit dem Aufnehmen und Veröffentlichen startest. Zumindest solltest Du Dich der Risiken viel mehr bewusst sein und Dich entsprechend vorbereiten.

5. Rechtsverbindliche Verträge

Stelle sicher, dass Deine schriftlichen Verträge mit Kunden, Anbietern und anderen Dritten eine klare Sprache enthalten, die Dich von der Haftung für nicht autorisierte und eingeschränkte Videoinhalte befreit.

Autorenbox:

Kevin van den Berg ist Mitentwickler und Teil des Teams von SWISSANIMATE. Seine Passion ist das Kreieren von hochwertigen Videos und das Videomarketing.