Da mir in den vergangenen Wochen immer wieder Werbemails mit dem Hinweis, dass man ganz einfach Fans über den Anbieter Fanslave gewinnen kann, aufgefallen sind, habe ich mir die Plattform von Fanslave mal genauer angeschaut.


Sie ist in fünf verschiedenen Sprachen verfügbar, darunter auch in Deutsch.

Schwerpunkt der Fanslave-Dienstleistung ist die Gewinnung neuer Fans für seine Facebook-Fanseite über kostenlosen Fan-Tausch oder dem Einkauf von Fans mittels Werbebuchung auf Facebook.

Credits gegen Fans tauschen

Nach der kostenlosen Registrierung auf Fanslave erhält man 50 Credits Startguthaben, für je 10 Credits kann man einen Fan gewinnen.

Als nächsten Schritt sollte man seinen Link zu seiner Facebook-Fanseite eingeben (man kann auch mehrere Fanseiten eintragen, wenn man mehr als eine hat), weitere Angaben zur Fangewinnung wie Land, Geschlecht usw. auswählen, und schon erhält man auf sehr schnelle Art und Weise fünf neue „Fans“ für seine Fanseite.

Will man mehr Fans gewinnen und keine kostenpflichtige Werbung buchen, dann heißt es, Credits verdienen, indem man selbst Fan auf vorgeschlagenen Fanseiten wird.

Diese werden einem im Fanslave-Backend angezeigt. Oder wie schon oben erwähnt – Sie kaufen im Shop Fanpakete ein. Innerhalb vier Wochen kann man sich so 100 Fans für seine Facebook-Seite einkaufen für knapp 25 Euro. Wer 1000 oder gar 10.000 Fans will oder auch Follower auf Twitter, Fanslave bietet die entsprechenden Pakete mit entsprechenden Preisen an.

Partnerprogramm

Außerdem gibt es auch ein Partnerprogramm, mit dem man angeblich Geld verdienen kann. Als User der Plattform ist man auch automatisch Partner. Sobald Sie neue User über Ihren Partnerlink gewinnen und diese Credits verdienen oder kaufen, verdienen Sie 15 Prozent Provisionen an deren Aktionen. Genaueres kann ich dazu nicht sagen, da ich dieses Partnerprogramm noch nicht getestet habe und wahrscheinlich auch nicht testen werde.

Kritik an Fanslave – berechtigt oder nicht?

Diese unkonventionelle Art, Fans für seine Facebook-Fanseite zu gewinnen, hat in den deutschen Online-Medien doch für ziemlichen Wirbel und einige Kontroversen gesorgt. Das Online-Magazin t3n hat zu diesem Thema einen Beitrag verfasst, der auch zahlreiche Kommentare nach sich zog. Doch dazu später mehr.

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Die Gewinnung von Fans und damit potenziellen Kunden hat auf Facebook bestimmte Werbeabläufe entwickelt, denn wer schnell viel Fans will, muss aktiv werden und das auf eine bestimmte Art und Weise.

Wer glaubt, eine Fanseite seines Unternehmens allein reicht, um täglich neue Fans zählen zu können, irrt doch gewaltig. Und auch der klassische Weg, seine Freunde auf seine neue Fanseite einzuladen, wird im täglich größeren Wust an neuen Fanseiten uneffektiver.

Wer wird über diesen Weg noch Fan? Kaum einer. Ich brauche nur an mich selbst zu denken und meine Verhaltensweise auf Facebook zu beobachten: Wie oft erhalte ich Einladungen von Freunden, Fan von ihrer Seite zu werden und wie oft nehme ich diese Einladung an? Antwort: Ich erhalte täglich Einladungen und werde ganz selten Fan, weil ich diese Einladungsflut fast nur noch ignoriere.

Also müssen andere Wege gefunden werden, schnell viele Fans zu gewinnen. Sehr beliebt ist das Gewinnspiel geworden. „Werde Fan von meiner Seite und du nimmt am Gewinnspiel … teil.“

So lautet die gängige Floskel. Ob diese Generierung von Fans wirklich ehrlicher und weniger „anrüchig“ ist als die von Fanslave, sei dahingestellt. Ob man mit einem Gewinnspiel „wirkliche Fans“ gewinnt oder nur solche, die einfach den Gewinn abstauben wollen, das kann keiner einschätzen. Aber mit Sicherheit sind auch solche Fans darunter, die aus Marketingsicht keinen Wert haben.

Formel: Viele Fans = tolle Fanseite bzw. tolles Unternehmen?

Mit Sicherheit will man aber nicht nur Fans als potenzielle Kunden und als Traffic-Auslöser gewinnen, sondern jeder Fanseite-Besitzer will mit seiner Seite eine möglichst positive Außendarstellung erzielen, und eine positive Außendarstellung heißt „viele Fans“. Denn viele Fans generieren weitere Fans. Der Mensch als Herdentier, auf Facebook wird dieses Verhalten überaus deutlich.

Und wenn ich ehrlich bin, steckt das Herdentier auch in mir selbst. Eigentlich finde ich den eigenartigen Fangewinn auf Facebook – Klickst du mich, gewinnst du was oder so ähnlich – etwas abartig.

Aber wenn ich mich im Internet auf verschiedenen Websites bewege, mir schließlich deren Fanseite auf Facebook ansehe und feststelle, da sind bei einer relativ großen Internetpräsenz gerade man 20 Fans, kommen auch mir Zweifel über die Bedeutung des Unternehmens.

Dieser Gedanke ist natürlich totaler Unsinn. Die niedrige Fanzahl rührt wahrscheinlich daher, dass man mit dem Medium „Facebook“ und dessen Funktionsweise noch nicht allzu vertraut ist, folglich noch keine virale Fangenerierungs-Aktion gestartet hat und einfach so auf seine „Anhänger“ wartet.

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Doch passives Verhalten auf Facebook bringt genau so wenig Erfolg wie passives Verhalten im Internet generell. Auch ich habe mit meiner Facebook-Fanseite noch keine Aktionen gestartet und gewinne daher nur Fans in einer Anzahl, die man als eine homöopathische Dosis bezeichnen könnte. Da ich diese aber einfach so generiert habe, kann ich wohl behaupten, dass es echte, wirkliche Fans sind. Und damit komme ich wieder zurück zur Kritik an Fanslave.

Denn das wird gerade bemängelt: Sind es wahre Fans, die man durch Fantausch gewinnt? Ich finde es eigentlich egal,  ob man Fans auf diese Art oder über ein Gewinnspiel gewinnt. Was diesen Kritikpunkt angeht, sollte man wirklich nicht mit zweierlei Maß messen.

Und Fanslave ist nicht der einzige, der Fankauf anbietet. Auch auf eBay oder Yoofive kann man sich ganz profan Fans kaufen.

Fanslave rechtswidrig?

Einen deutlich schwerwiegenderen Kritikpunkt ist der, dass Fanslave angeblich nach deutschem Recht rechtswidrig ist. Dazu gibt es einen Artikel auf Spreerecht von dem Rechtsanwalt Thomas Schwenke.

Mit dem Fantausch würde man den Facebook-Nutzungsbedingungen widersprechen, die verlangen, das einwandfreie Funktionieren von Facebook nicht zu beeinträchtigen. Außerdem würde der Social Graph in Deutschland gestört werden, was als Eingriff in das „Recht am eingerichteten und ausgeübten Gewerbebetrieb“ ausgelegt werden könnte. Die künstlich hochgetriebene Zahl an Fans könne man schließlich als „irreführende Werbung“ auslegen.

Dieses rechtswidrige Delikt kann Schadensersatzpflichten nach sich ziehen. Daher solle man diese Plattform besser nicht nutzen, um einen möglichen Ausschluss aus dem Netzwerk zu vermeiden.

Kommentar von Fanslave

Zum t3n-Artikel über Fanslave hat sich auch das Team von Fanslave in einem Kommentar selbst geäußert und weist darauf hin, dass das Angebot von Fanslave nicht illegal sei und auch nicht den AGB von Facebook widerspreche. Man weist darauf hin, dass die Kunden keine Fans kaufen, sondern dafür bezahlen, dass Fanslave ihnen eine Plattform zur Verfügung stellt, auf der sie weitere Fans ausschließlich mit ihren Inhalten überzeugen können, Fan von ihrer Seite zu werden.

Außerdem würden die Fanslave-User beim Credit-Tausch nicht gezwungen, Fans von Fanseiten zu werden, sondern könnten frei entscheiden, ob sie den Gefällt-mir-Button klicken oder nicht.

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Diesen letzten Hinweis kann ich nur bestätigen. Inwieweit das Angebot von Fanslave wirklich rechtswidrig ist, weiß ich dagegen nicht. Ob schon rechtliche Schritte gegen den Anbieter eingeleitet wurden, entzieht sich meiner Kenntnisse.

Fazit

Wer als kleiner Unternehmer Facebook als erfolgreiche Marketing-Plattform nutzen will, der weiß, er braucht Fans. Dass die nicht von allein über Nacht und zuhauf kommen, hat mittlerweile so ziemlich jeder begriffen. Die Maßnahmen, die zur Gewinnung von Fans ergriffen werden, sind aus meiner Sicht alle nicht astrein, wenn es darum geht, echte Fans zu bekommen. Große Weltunternehmen brauchen solch eine Dienstleistung mit Sicherheit nicht, die kommen von allein an Massen von Fans.

Da in der Fananzahl auch ein psychologischer Effekt liegt und die Anzahl von Fans als Maßstab (dummer- und fälschlicherweise?) für den Erfolg einer Fanseite angesehen wird, liegt auf jedem Fanseiten-Besitzer ein unbewusster Druck, Fans zu gewinnen. Dass man da auch zum Kauf übergeht, wundert mich nicht und will ich auch nicht verurteilen. Vielleicht gewinnt man dann auch vermehrt echte Fans, wenn man seine Fanzahl auf einen ansehnlichen künstlichen Stand von mehreren Hundert Anhängern gebracht hat? Das menschliche Herdentierverhalten lässt dies vermuten.

Daher will ich die Nutzung von Fanslave nicht unnütz kritisieren und schlechtmachen. Warum nicht? Bedenklich ist nur die rechtliche Lage. Ob ich deshalb diesen Service in der nächsten Zeit weiternutzen will, weiß ich nicht. Ich warte mal die Entwicklung ab.

 

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