Wesent­li­cher Bestand­teil einer Goog­le-AdWords-Anzei­ge ist nicht nur die Über­schrift und der Wer­be­text, son­dern vor allem der ange­ge­be­ne Link, der den Online-Suchen­den zur Ziel­sei­te der Wer­be­an­zei­ge führt.


Da Sie für das Kli­cken auf Ihre Goog­le-AdWords-Anzei­gen Geld zah­len müs­sen (und manch­mal sogar recht viel), soll­ten Sie wirk­lich Wert auf die Qua­li­tät der defi­nier­ten Ziel­sei­te legen, sodass es auch zu einer erwünsch­ten Hand­lung des Besu­chers kommt, also zu einem Ein­kauf oder einem Ein­trag in einen News­let­ter oder zu der Akti­on, die Sie für die Ziel­sei­te der AdWords-Kam­pa­gne fest­ge­legt haben.

Denn durch die fal­sche Gestal­tung der Ziel­sei­te in der AdWords-Kam­pa­gne errei­chen Sie nicht die erhoff­te Con­ver­si­onra­te und Sie ver­schleu­dern unnö­tig Geld.

Wel­che Feh­ler wer­den bei den Ziel­sei­ten, den soge­nann­ten Lan­ding­pa­ges, sehr häu­fig gemacht?

1. Eine Zielseite, die mit Informationen überfrachtet ist

Das ist einer der häu­figs­ten Feh­ler, den man vor­fin­det. Man packt in die Ziel­sei­te ein­fach zu viel Infor­ma­tio­nen, die für den Web­site-Besu­cher gar nicht von Belang sind.

Sie haben in der AdWords-Anzei­ge den User — der nach den ent­spre­chen­den Such­be­grif­fen in Goog­le gesucht hat­te und Ihre Anzei­ge dar­auf­hin ein­ge­blen­det wur­de — schon auf bestimm­te Din­ge auf­merk­sam gemacht, bei­spiels­wei­se auf ein Pro­dukt oder eine Dienst­leis­tung. Dann soll­te auch auf der Ziel­sei­te das bewor­be­ne Pro­dukt oder die Dienst­leis­tung aus­führ­lich vor­ge­stellt wer­den. Das ist das Haupt­ziel.

Bei­spiel: Ein User sucht nach brau­nen Stie­feln. Klickt er dann auf Ihre AdWords-Anzei­ge, wird er zu Ihrem Online-Shop wei­ter­ge­lei­tet zur Pro­dukt­ka­te­go­rie Stie­fel und der Fil­ter­ein­stel­lung „braun“. So sieht es zumin­dest bei den meis­ten Online-Shops aus. Und auch die Navi­ga­ti­on, Pro­dukt­fil­ter, Ver­lin­kun­gen zu Top­mar­ken und Top­ka­te­go­rien soll­te man auf der Shop-Lan­ding­pa­ge las­sen, denn schließ­lich kann sich der poten­zi­el­le Kun­de — falls er sich nicht für ein Paar brau­ne Stie­fel ent­schei­det — im Pro­dukt­sor­ti­ment wei­ter umschau­en und even­tu­ell bei etwas Ande­rem fün­dig wer­den.

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Gut ist es aller­dings, wenn die wei­ter­füh­ren­den Links dem Besu­cher nicht direkt ins Auge fal­len, son­dern erst beim Her­un­tersrcol­len sicht­bar wer­den. Denn die gesuch­ten Pro­duk­te sol­len im Mit­tel­punkt der Ziel­sei­te ste­hen.

Wie sieht es aus, wenn man zu den gesuch­ten Pro­duk­ten noch ähn­li­che Pro­duk­te auf der Ziel­sei­te anzeigt (die den Besu­cher mög­li­cher­wei­se auch inter­es­sie­ren könn­ten)? Gene­rell lässt sich dazu sagen, dass man die­se Vari­an­te eher ver­mei­den bzw. ver­schie­de­ne Tests durch­füh­ren soll­te, um die Con­ver­si­on-Rate aus­zu­wer­ten.

Zeigt es sich, dass ähn­li­che Pro­duk­te zu einer sin­ken­den Kauf­ra­te füh­ren, soll­te man sie auf der Ziel­sei­te nicht plat­zie­ren.

Etwas anders stellt sich die Gestal­tung der Ziel­sei­te dar, wenn Sie auf ein ein­zel­nes Pro­dukt (wie bei­spiels­wei­se ein Ebook) oder eine Dienst­leis­tung ver­lin­ken. Hier soll­ten Sie alles Ablen­ken­de von Ihrer Ziel­sei­te aus­blen­den, was den User nur irri­tie­ren und von dem gewünsch­ten Schritt abhal­ten könn­te, wie eine aus­führ­li­che Navi­ga­ti­on, Wer­be­ein­blen­dun­gen oder der Hin­weis auf wei­te­re Pro­jek­te.

Und auch wer auf eine Ziel­sei­te mit einem Regis­trie­rungs­for­mu­lar führt, soll­te dort kei­ne unnö­ti­gen Infor­ma­tio­nen bereit­hal­ten, wie bei­spiels­wei­se Vor­stel­lun­gen wei­te­rer Pro­duk­te, Pro­jek­te, Dienst­leis­tun­gen, Links zu News usw.

2. Startseite als Zielseite

Vie­le ver­lin­ken in ihrer Goog­le-AdWords-Anzei­ge direkt auf die Start­sei­te, so nach dem Mot­to: Dort wird der Besu­cher schon die Infor­ma­tio­nen fin­den, die er braucht oder will. Die­se Vor­ge­hens­wei­se kann mal zum Erfolg füh­ren, meis­tens jedoch nicht.

Denn wenn Sie in Ihrer Anzei­ge ein kon­kre­tes Ange­bot bewer­ben, dann soll­te dies in einer maß­ge­schnei­der­ten Ziel­sei­te auch im Mit­tel­punkt ste­hen und kein „Gemischt­wa­ren­la­den“ für den User prä­sen­tiert wer­den. Schlimms­ten­falls ver­lässt er Ihre Sei­te gleich wie­der, weil er nicht gleich das fin­det, was er erhofft hat.

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Ver­lan­gen Sie von Ihren Besu­chern nicht, dass sie sich zum ent­schei­den­den Ziel durch­kli­cken müs­sen, auch wenn es viel­leicht nur ein wei­te­rer Klick ist, der zur ent­spre­chen­den Sei­te führt. Brin­gen Sie ihn statt­des­sen direkt zur Infor­ma­ti­on, die er über sei­ne Such­an­fra­ge in Goog­le fin­den woll­te.

3. Zu wenig Text auf der Zielseite

Um mög­lichst wenig vom wah­ren Ziel abzu­len­ken, ver­su­chen man­che ihr Glück mit sehr wenig Text auf der Ziel­sei­te, was genau so schlecht ist wie eine Über­frach­tung mit Infor­ma­tio­nen und Links.

Denn wenn Sie ein Pro­dukt anbie­ten, soll­te dies so aus­führ­lich wie mög­lich in einer kla­ren und ver­ständ­li­chen Spra­che mit all sei­nen Eigen­schaf­ten und Vor­zü­gen für den poten­zi­el­len Kun­den beschrie­ben wer­den. Ist die Pro­dukt­prä­sen­ta­ti­on wort­karg und unin­for­ma­tiv, wer­den sich vie­le Besu­cher gegen einen Pro­dukt­kauf ent­schei­den.

Außer­dem wirkt sich eine aus­führ­li­che Pro­dukt­be­schrei­bung auch posi­tiv im Such­ma­schi­nen­ran­king für die orga­ni­schen Such­ergeb­nis­se (also die kos­ten­lo­sen Plat­zie­run­gen in Goog­le) aus. Zu wenig oder gar kein Text dage­gen kann von Goog­le und Co. nicht erfasst und somit nicht indi­ziert wer­den.

Den­ken Sie auch dar­an, dass vie­le Ihrer Besu­cher mehr oder weni­ger zufäl­lig auf Ihre Web­site kom­men, bzw. die­se vor­her noch nicht kann­ten und damit Ihr Ange­bot dem User nicht ver­traut ist. Wenn Sie also gera­de für die Neu­kun­den­ge­win­nung als Ziel­sei­te ein Kon­takt­for­mu­lar ein­set­zen, in das die Besu­cher ihre Daten wie Namen, Adres­se und E‑Mail-Adres­se ein­tra­gen müs­sen, soll­ten Sie schon einen über­zeu­gen­den und anspre­chen­den Text dazu ver­fas­sen, um das Ver­trau­en der Besu­cher und deren Bereit­wil­lig­keit, ihre Kon­takt­da­ten preis­zu­ge­ben, zu gewin­nen.

Fazit

Sehen Sie den Zweck Ihrer Ziel­sei­te bei einer Goog­le-AdWords-Kam­pa­gne allein dar­in, dass der Besu­cher zu einer Hand­lung auf­ge­for­dert wer­den soll und die­se auch mög­lichst oft aus­führt, wie bei­spiels­wei­se etwas zu kau­fen oder Infor­ma­tio­nen über ein For­mu­lar anzu­for­dern (bei Neu­kun­den­ge­win­nung).

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Wie eine für Ihren Zweck erfolg­rei­che Ziel­sei­te aus­sieht, lässt sich gene­rell nicht kon­kret sagen. Machen Sie sich vor­her klar, was der Besu­cher von Ihrer Ziel­sei­te erwar­tet und ver­set­zen Sie sich auch in einen Besu­cher, der Sie über Goog­le gefun­den hat, Ihre Anzei­ge anklickt und nun auf der Ziel­sei­te die in der Anzei­ge ange­prie­se­nen Infos vor­fin­den will.

Haben Sie sich also schon in der Ent­wurfs­pha­se inten­si­ve Gedan­ken gemacht und Kennt­nis­se ein­ge­bracht, was für Ihre Zwe­cke mit hoher Wahr­schein­lich­keit funk­tio­nie­ren wird, dann wird auch Ihre Ziel­sei­te schon von Anfang an eine gute Con­ver­si­onra­te lie­fern.

Um die bes­te Ziel­sei­te für Ihre Anzei­ge zu fin­den, sind in den meis­ten Fäl­len Tests nötig, die Ihnen zei­gen wer­den, wel­che Ziel­sei­te zu den meis­ten Con­ver­si­ons führt. Auch wenn sol­che Tests auf den ers­ten Blick als auf­wän­dig erschei­nen, soll­te man sich doch dazu ent­schlie­ßen, Vari­an­ten­tests durch­zu­füh­ren.