Nach meiner Affiliate-Netzwerk-Übersicht vor gut einer Woche stelle ich nun die größten Affiliate-Netzwerke etwas genauer vor. Den Anfang macht dabei Awin.


Awin ist schon seit 2000 auf dem Markt aktiv, hieß bis März 2017 Zanox und gehört zu den beiden größten Affiliate-Netzwerken in Deutschland. Das Programmangebot für Publisher ist wirklich riesig.

Wer im Programmkatalog nachschaut, stellt fest, dass vor allem in den Kategorien Internetservices, Kleidung und Accessoires, Reisen und Flüge, Familien sowie Shopping und Versandhäuser sehr viele Affiliate-Programme angeboten werden.

Führende Unternehmen als Partnerprogramme im Angebot

Zu jeder Kategorie oder Branche finden sich hier auch die großen Unternehmen wie beispielsweise Telekom, Neckermann, Otto, Amazon, Expedia usw. Dagegen hat Awin nur sehr wenige Nischenprogramme im Angebot, wahrscheinlich auch deshalb, weil die Merchant-Anmeldung bei Awin mit Einrichtungsgebühr, den monatlichen Fixkosten und den Provisionszahlungen von 30 Prozent nicht gerade günstig ist.

Anmeldung als Publisher

Generell läuft die Anmeldung als Publisher bei Awin unkompliziert ab. Bei der Anmeldung geben Sie gleich die Website an, auf der Sie für die Programme werben wollen. Haben Sie mehrere Websites, dann legen Sie im Verwaltungsbereich von Awin unter Profil eine neue Werbefläche an. Dort sehen Sie übrigens auch eine Übersicht Ihrer gesamten Werbeflächen.

Wenn Sie für eine Werbefläche neue Affiliate-Programme suchen und sich dafür bewerben wollen, dann aktivieren Sie die Werbefläche auf der Startseite im Awin-Backend, indem Sie auf sie klicken. Ist sie aktiv, wird sie mit einem Häkchen markiert. Über den Link Programme in der horizontalen Navigationsleiste können Sie nun Programme für diese Werbefläche suchen und sich als Publisher dafür anmelden.

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Sie werden nicht gleich freigeschaltet für die einzelnen Affiliate-Programme, sondern es erfolgt noch eine Überprüfung. Nach wenigen Tagen werden Sie dann aber meistens für das Programm angenommen. Allerdings kommt es auch vor, dass man mal für ein Programm abgelehnt wird. Die wahren Gründe werden einem nicht mitgeteilt, aber wahrscheinlich  ist die eigene Website noch zu jung und erzielt nicht genügend Besucher oder der Merchant findet die Themenrelevanz der Website nicht allzu passend für sein Programm.

Allzu tragisch sollte man eine Ablehnung nicht nehmen. Soviel ich weiß, kann man sich nach Ablauf von drei Monaten dann auch wieder für das Programm bewerben.

Verwaltungsoberfläche von Awin

Die Verwaltungsoberfläche oder das Backend von Awin finde ich recht gelungen. Wenn man eine Werbefläche auf der Startseite auswählt und in den Bereich Programme geht, dann sieht man alle aktiven Programme für die jeweilige Website mit allen wichtigen Daten wie TKP, Lead- und Sale-Vergütungen des Programms und auch der Möglichkeit, das Programm wieder zu verlassen, also zu stornieren.

Der Statistik-Link in der Programmübersicht führt zu zahlreichen Awin-Reports, wie Traffic-Analyse, Leads- und Sales-Analyse und zu Programmperformance-Übersichten für verschiedene Zeiteinheiten und Werbeflächen.

Sie können auch eigene Reports in den Favoritenbereich ablegen. Diese Funktion habe ich selbst noch nicht in Anspruch genommen. Außerdem können Sie die Reports als CSV- oder Excel-Datei exportieren.

Werbemittel

Wie überall bei den Affiliate-Netzwerken stellen die einzelnen Merchants auf Awin Werbemittel in Form von verschiedenen Bannergrößen und Textlinks zur Verfügung. Versicherungsprogramme bieten auch kleine Skripte wie Vergleichsrechner oder Auswahlboxen als Werbemittel dem Publisher an.

Generell stört mich ja, dass man oft nur Banner und Textlinks zur Startseite oder irgendwelchen Promotion-Seiten einfügen kann. Vielleicht will man als Publisher mal nur ein ausgewähltes Produkt eines Programmes bewerben. Dann wird es schon schwierig, dafür einen Affiliate-Link zu erstellen.

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Bei Awin hat man als Publisher die Möglichkeit, sogenannte Produkt-Deeplinks zu verwenden. Will man also mal zu einem Produkt (vor allem praktisch für Modebereich) einen Affiliate-Link haben, dann kann man über Deeplink diese Option nutzen.

Wie die Erstellung eines solchen Links genau abläuft, wird bei Awin im Backend genau erläutert.

Auszahlung von Provisionen

Ab einem Mindestbetrag von 25 Euro zahlt Awin Provisionen auf das von Ihnen eingetragene Bankkonto aus. Sie können den Mindestbetrag auch höher ansetzen. In Ihrem Profil unter Kontoinformationen haben Sie die Möglichkeit, dies auszuwählen. Außerdem sollten Sie dort auch Steuerinformationen (Kleinunternehmerregelung oder umsatzsteuerpflichtiger Unternehmer) angeben. Geben Sie Letzeres an, werden auf Ihre Provisionen noch 19 Prozent MWSt. ausbezahlt.

Support

Wie die Qualität des Supports ist, kann ich nicht beurteilen, weil ich ihn noch nicht beansprucht habe. Wahrscheinlich steigt da auch die Qualität mit der Umsatzhöhe des Publishers :-).

Fazit

Generell kann man zu Awin sagen, dass kaum ein Publisher um dieses große Affiliate-Netzwerk herumkommt. Einerseits sind hier wichtige Programme, die bei vielen bekannt sind und daher auch gute Provisionen versprechen.

Andererseits werden diese Programme von vielen Publishern beworben, sodass damit die Provisionseinnahmen sich auf diese verteilen und man als einzelner doch nicht so viel verdient. Wer lieber auf Nischenprogramme zurückgreift, weil er darin eine bessere Einnahmemöglichkeit für seine Website sieht, sollte sich bei anderen Affiliate-Netzwerken umsehen.