In mei­nem zwei­ten Teil der Affi­lia­te-Mar­ke­ting-Rei­he für Ein­stei­ger habe ich mich mit den ver­schie­de­nen Ver­gü­tungs­mo­del­len im Affi­lia­te-Mar­ke­ting beschäf­tigt.


Nun will ich auf die zwei bekann­tes­ten und am häu­figs­ten ein­ge­setz­ten Pro­vi­si­ons­mo­del­le Pay per Lead und Pay per Sale näher ein­ge­hen, denn jede die­ser bei­den Ver­gü­tungs­for­men hat ihre Vor- als auch ihre Nach­tei­le.

Vergütungsmodell Pay per Sale

Pay per Sale oder ver­kürzt: Sale wird mit Sicher­heit am aller­meis­ten in den zahl­rei­chen Affi­lia­te-Pro­gram­men in Deutsch­land und auch in ande­ren Län­dern ein­ge­setzt. Gera­de für Unter­neh­men ist die­se Ver­gü­tungs­art ide­al, denn bei Sale fal­len für sie nur Kos­ten an, wenn auch Umsatz erzielt wird. Und die­se Kos­ten las­sen sich bei einem gene­rier­ten Ver­kauf in den Ver­kaufs­preis ein­kal­ku­lie­ren.

Denn schließ­lich will das Unter­neh­men ja kei­ne Aus­ga­ben für unren­ta­ble Wer­be­maß­nah­men ver­zeich­nen.

So opti­mal die Sale­ver­gü­tung für den Mer­chant ist, so sub­op­ti­mal ist sie für den Affi­lia­te bzw. den Publis­her, denn er bekommt nur eine Pro­vi­si­on, wenn über sei­nen Part­ner­link ein Ver­kauf gene­riert wird. Das ist bedeu­tend schwie­ri­ger als eine Lead-Ver­gü­tung zu erzie­len.

Vor­tei­le von Pay per Sale

  • Pay per Sale wird meist von den Mer­chants recht gut ver­gü­tet.
  • Es gibt sehr vie­le Part­ner­pro­gram­me, die die­se Ver­gü­tungs­form anbie­ten.
  • Außer­dem bekommt man nicht nur Pro­vi­sio­nen für das bewor­be­ne Pro­dukt, son­dern auch für ande­re Ein­käu­fe, die der Besu­cher bei dem Mer­chant kauft. Das kann man sehr gut bei Ama­zon ver­fol­gen. Ich habe in mei­nem Ama­zon-Dash­board fest­stel­len kön­nen, dass über mei­nen Affi­lia­te-Link Pro­duk­te ein­ge­kauft wur­den, die ich über­haupt nicht bewor­ben habe. Die Besu­cher kom­men über mei­nen Affi­lia­te-Link zu einer Pro­dukt­sei­te auf Ama­zon, kau­fen die­ses Pro­dukt aber nicht, son­dern schau­en nach etwas ande­rem, das sie bestel­len. Auch für die­se Käu­fe wer­de ich ver­gü­tet.
  • Für Sales gibt von den Affi­lia­te-Pro­gram­men oft Pro­vi­si­ons­staf­fe­lun­gen, d.h. wer als Publis­her viel ver­kauft, bekommt mehr an Ver­gü­tung.
  • Sale-Pro­vi­sio­nen wer­den meist in Pro­zent ver­gü­tet, sodass bei einem Ver­kauf von teu­ren Pro­duk­ten mehr raus­kommt, außer die Pro­vi­sio­nen wer­den gede­ckelt wie bei Ama­zon.
  • Vie­le Sale-Part­ner­pro­gram­me bie­ten auch eine Life­time-Ver­gü­tung an.
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Nach­tei­le von Pay per Sale

  • Es ist für die meis­ten Publis­her schwie­ri­ger, einen Sale als einen Lead zu gene­rie­ren. Die Erfolgs­quo­te mag aber auch vom Part­ner­pro­gramm und der jewei­li­gen Ziel­grup­pe abhän­gen.
  • Pro­vi­sio­nen kön­nen gede­ckelt wer­den, sie­he Ama­zon. Wenn man über sei­nen Part­ner­link dort ein Pro­dukt im Wert von 10.000 Euro ver­mit­telt, bekommt man trotz­dem nur 10 Euro. Wür­de man auch hier die übli­chen 5 Pro­zent Pro­vi­si­on bekom­men, erhiel­te man statt­des­sen 500 Euro!

Vergütungsmodell Pay per Lead

Im Gegen­satz zu Pay per Sale muss man als Publis­her bei einer Lead-Ver­gü­tung kei­nen Pro­dukt­ver­kauf über sei­nen Publis­her­link gene­rie­ren, son­dern eine für den jewei­li­gen Lead defi­nier­te Akti­on oder Hand­lung.

Meist steht ein Lead in Ver­bin­dung mit der Anga­be von per­sön­li­chen Daten, wie das Ein­tra­gen in einen News­let­ter, das Aus­fül­len eines For­mu­lars, die Teil­nah­me an einem Gewinn­spiel usw.

Die Lead­ver­gü­tung wird vor allem im Gewinn­spiel- und Ver­si­che­rungs­be­reich ein­ge­setzt. Der Nach­teil: Wer an einem Gewinn­spiel teil­nimmt, muss damit rech­nen, dass er häu­fig Wer­be­mails erhält, denn schließ­lich ist es das Ziel des Mer­chants, über das Gewinn­spiel an Kun­den­da­ten her­an­zu­kom­men. Daher den­ke ich mal, dass bei eini­gen Besu­chern die Lust ver­gan­gen ist, an sol­chen Gewinn­spie­len teil­zu­neh­men, was sich schließ­lich auf die Con­ver­si­on nega­tiv aus­wirkt. Ich zumin­dest wür­de nicht emp­feh­len, sol­che Affi­lia­te-Pro­gram­me als Publis­her zu bewer­ben.

Ver­si­che­run­gen wol­len über Ver­si­che­rungs­ver­gleichs­for­mu­la­re an Kun­den­da­ten her­an­kom­men und bie­ten daher unver­bind­li­che Ver­si­che­rungs­ver­glei­che an. Der regis­trier­te Kun­de erhält dann ein Ver­si­che­rungs­an­ge­bot, das er natür­lich nicht anneh­men muss.

Der Publis­her, über des­sen Wer­be­mit­tel der Ein­trag zustan­de kam, erhält trotz­dem sei­ne Pro­vi­si­on, auch wenn der Kun­de kei­ne Ver­si­che­rung abschließt. Das klingt schon mal bes­ser als bei Pay per Sale. Aller­dings muss der Kun­de für die Ver­si­che­rung tele­fo­nisch erreich­bar sein, ver­wei­gert die­ser den Kon­takt — geht also bei­spiels­wei­se nicht ans Tele­fon oder gibt in dem Ver­gleichs­an­ge­bots­for­mu­lar eine fal­sche Tele­fon­num­mer an — dann erhält der Publis­her die Pro­vi­si­on nicht.

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Vor­tei­le von Pay per Lead

  • Mei­ne Erfah­rung hat gezeigt, dass ein Lead ein­fa­cher zu gene­rie­ren ist, weil die Hür­den des Besu­chers gerin­ger sind, d. h. er muss bei den meis­ten Lea­dak­tio­nen nichts kau­fen, also kein Geld aus­ge­ben. Ob die­se Erfah­rungs­wer­te bei ande­ren Publis­hern genau­so aus­fal­len, kann ich nicht pau­schal beant­wor­ten.
  • Das Ange­bot an Lead­pro­gram­men in der Affi­lia­te-Sze­ne ist eben­falls sehr groß.
  • Die Stor­no­quo­te ist bei Lead-Pro­gram­men deut­lich nied­ri­ger als bei Sale.

Nach­tei­le von Pay per Lead

  • Eine Lead-Ver­gü­tung fällt meist deut­lich nied­ri­ger aus als bei einem Sale (Aus­nah­me: der Ver­si­che­rungs­be­reich).
  • Dar­über hin­aus gibt es bei Pay per Lead kei­ne Life­time-Ver­gü­tung.

Wie man sieht, hat jedes die­ser Ver­gü­tungs­mo­del­le Vor- und Nach­tei­le, sodass man gene­rell nicht sagen kann, die­ses oder jenes ist bes­ser bzw. schlech­ter. Der Erfolg eines Ver­gü­tungs­mo­dells hängt auch von fol­gen­den Punk­ten ab:

die Stor­no­quo­te:

Stor­nos fin­den sich vor allem bei der Sale­ver­gü­tung, und der Mode­be­reich ist die “Hoch­burg” der Stor­nie­run­gen bzw. Retou­ren. Daher soll­te man bei der Aus­wahl sei­ner Part­ner­pro­gram­men auf die Stor­no­quo­te ach­ten.

die Wer­be­mit­tel:

Die Wer­be­mit­tel soll­te man nicht außer Acht las­sen bei der Wahl der Part­ner­pro­gram­me. Man­che sind ein­fach schlecht gestal­tet und erzeu­gen kein Inter­es­se bei den Besu­chern. Wich­tig ist auch, ob man Pro­dukt­links erstel­len oder Text­links frei gestal­ten kann.

das Part­ner­pro­gramm bzw. der Mer­chant:
Bevor man sich für die Bewer­bung eines bestimm­ten Part­ner­pro­gramms ent­schei­det, soll­te man sich über­le­gen, was gut zu sei­ner Web­site passt und ob man Kennt­nis­se sowie Inter­es­se für die Bewer­bung die­ses Affi­lia­te-Pro­gramms besitzt. Außer­dem soll­te man sich auch den Online-Shop oder die Wer­be­sei­te des Pro­gramm­be­trei­bers anschau­en. Sieht die pro­fes­sio­nell und ver­trau­ens­er­we­ckend aus? Wenn nicht, soll­te man sich eher für ein ande­res Affi­lia­te-Pro­gramm ent­schei­den.

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die Ziel­grup­pe:

Und last but not least ist auch die Ziel­grup­pe ent­schei­dend, ob man mit einem Part­ner­pro­gramm gute Ein­nah­men ein­fährt. Vie­le Web­site­be­su­cher kom­men viel­leicht nur auf die Sei­te, um sich zu infor­mie­ren und nicht, um ein Pro­dukt zu kau­fen. Dies soll­te man eben­falls beden­ken. Wer Infor­ma­tio­nen sucht, für den ist eher ein Lead­pro­gramm geeig­net, wie bei­spiels­wei­se ein News­let­ter oder ein Gra­tis-Down­load.

Fazit

Letzt­end­lich bleibt jedem Publis­her nichts ande­res übrig, als für ihn inter­es­san­te Pro­gram­me zu bewer­ben und deren Con­ver­si­on zu tes­ten. Erweist sich die­se als nicht zufrie­den­stel­lend, kann man an ein paar Stell­schrau­ben dre­hen oder das Pro­gramm aus sei­nem Ange­bot her­aus­neh­men.

Aber es dau­ert schon sei­ne Zeit, also min­des­tens sechs bis acht Wochen (oder gar noch län­ger), bis man zu ers­ten Fest­stel­lun­gen bezüg­lich Con­ver­si­on und Stor­no etwas sagen kann. Ich jeden­falls kann beob­ach­ten, dass bei mir in die­sem Blog die Lead­ge­ne­rie­rung bes­ser funk­tio­niert.

Aus­blick: In dem nächs­ten Arti­kel gehe ich auf die Stor­no­quo­te im Affi­lia­te-Mar­ke­ting näher ein.