Wer ein klei­nes Geschäft oder Unter­neh­men grün­det, muss sich — genau­so wie gro­ße Unter­neh­men — um größt­mög­li­che Auf­merk­sam­keit bemü­hen, um von poten­zi­el­len Kun­den wahr­ge­nom­men zu wer­den. Ansons­ten geht man in der Men­ge voll­stän­dig unter.


Moder­ne Mar­ke­ting-Maß­nah­men gibt es im digi­ta­len Zeit­al­ter sehr vie­le, doch was sind die rich­ti­gen für klei­ne Unter­neh­men mit schma­lem Bud­get und begrenz­ten Ressourcen?

Schnell ent­schei­det man sich für zu vie­le Mar­ke­ting-Mög­lich­kei­ten und ver­liert sich dar­in, daher soll­ten Small Busi­nes­ses sich für nur weni­ge Wer­be­stra­te­gien ent­schei­den: Nach­tei­le haben sie alle: Neue Online-Mar­ke­ting-Kanä­le wie Social Media sind sehr zeit­in­ten­siv, klas­si­sche Print- und Online-Anzei­gen kos­ten Geld.

In die­sem Arti­kel stel­le ich fünf Online-Mar­ke­ting-Tipps vor, die für klei­ne Unter­neh­men sehr nütz­lich sind.

1) Bloggen

Ein Blog zu füh­ren ist aus mei­ner Sicht Pflicht für klei­ne Unter­neh­men, denn mit kei­ner ande­ren Akti­on lässt sich dau­er­haft ein ange­se­he­ner Exper­ten­sta­tus auf­bau­en, der vie­le Leser und Lese­rin­nen anzieht. Aus die­sen kön­nen irgend­wann Kun­den werden.

Aller­dings braucht es Zeit, bis ein Blog eine bestimm­te Reich­wei­te und ent­spre­chen­den Traf­fic erzielt. Um die­sen Pro­zess etwas zu beschleu­ni­gen, soll­te man die Arti­kel­the­men gut pla­nen, indem man inten­siv Key­wor­dre­cher­che betreibt.

Denn die gan­ze Text­re­cher­che und ‑redak­ti­on bringt nicht viel, wenn über The­men auf dem Blog berich­tet wird, die kaum von Usern im Netz gesucht wer­den oder bei denen fal­sche Key­words gewählt wur­den. Nur mit pas­sen­den Key­words oder Long-Tail-Key­words (die pro Monat min­des­tens 100- bis 1000-mal gesucht wer­den) wird der Bei­trag in den Such­ma­schi­nen nach einer gewis­sen Zeit auf den vor­de­ren Plät­zen auf­ge­führt und somit von inter­es­sier­ten Usern auch gefunden.

Doch um blog­gen zu kön­nen, muss ein jun­ges Unter­neh­men zuerst eine Home­page erstel­len. Eine Web­site mit inte­grier­tem Blog lässt sich sehr ein­fach mit dem Con­tent-Manage­ment-Sys­tem Wor­d­Press umsetzen.

Wer sich damit nicht gut aus­kennt und schnell ein visu­ell anspre­chen­des Web­site-Resul­tat lie­fern will, kann auch einen Home­page-Bau­kas­ten wie bei­spiels­wei­se Wix nutzen.

Der Anbie­ter Wix gehört mitt­ler­wei­le zu den inter­na­tio­nal größ­ten Web­bau­käs­ten, des­sen Ziel­grup­pe Fir­men, Künst­ler, Foto­gra­fen und Restau­rants sind.

Die ange­bo­te­nen Tem­pla­tes sind sehr modern, respon­siv und ein Blog lässt sich auch einfügen.

Wix-Businesstemplates (Auszug)

Wix-Busi­ness­tem­pla­tes (Aus­zug)

Auf Wix bist du schnell und kos­ten­los regis­triert und kannst mit dei­ner Web­site gleich los­le­gen. Oben auf dem Screen­shot siehst du eine Aus­wahl an ver­schie­de­nen Busi­ness­tem­pla­tes, die du nach dei­nen Vor­ga­ben abän­dern kannst. Wenn du mit dem Maus­zei­ger über eines der Tem­pla­tes fährst, siehst du, wie die Vor­la­ge auf einem Smart­pho­ne-Bild­schirm dar­ge­stellt wird.

Mit einem Klick auf das aus­ge­wähl­te Tem­pla­te gelangst du zum Wix Editor.

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Der Edi­tor selbst ist sehr intui­tiv gestal­tet: Wenn du Ele­men­te auf der Web­site ändern willst, z. B. Text, dann klickst du ein­fach auf das zu ändern­de Ele­ment und es wer­den dar­über ent­spre­chen­de But­tons wie Edit (Ändern) angezeigt.

Die kon­text­sen­si­ti­ven Funk­ti­ons­pa­let­ten zei­gen wei­te­re Funk­tio­nen des mar­kier­ten Ele­ments. Bei Text­än­de­run­gen kannst du in der Palet­te eine ande­re Schrift­art oder ‑far­be, einen Schrift­ef­fekt, Schrift­schnit­te usw. auswählen.

Wenn du ein Bild in dem Tem­pla­te aus­tau­schen willst, kannst du ent­we­der eines aus dem frei­en Ange­bot von Wix aus­wäh­len, ein Foto von BigS­tock Images kau­fen oder ein eige­nes Bild von dei­nem Rech­ner hochladen.

Eine wei­te­re inter­es­san­te Funk­ti­on: Du kannst dei­ne Bil­der, die du auf ver­schie­de­nen sozia­len Netz­wer­ken wie Flickr, Face­book und Insta­gram ein­ge­stellt oder in der Cloud wie Goog­le Dri­ve, Goog­le Pho­tos und Drop­box abge­legt hast, in die Web­site einbinden.

Wix-Editor: Textänderung

Wix-Edi­tor: Textänderung

Das Menü lässt sich schnell ändern, indem du auf den Bereich klickst. Für mich ist die Ober­flä­che ein­fach zu bedie­nen, nach weni­gen Minu­ten fin­det sich auch ein Tech­nik­laie damit zurecht und kann zügig sei­ne Inhalts­sei­ten anle­gen, Text ein­bin­den sowie Bil­der einfügen.

Bei mei­nem aus­ge­wähl­ten Tem­pla­te ist schon ein Blog im Menü ent­hal­ten. Um einen ers­ten Arti­kel zu schrei­ben, kli­cke ich in der lin­ken ver­ti­ka­len Leis­te auf Start Blog­ging und im sich öff­nen­den Fens­ter auf Add now. Über Add a new Blog Post kann es mit dem Schrei­ben losgehen.

Wix: Blogartikel schreiben

Wix: Blog­ar­ti­kel schreiben

Auch die­ser Bereich ist selbst­er­klä­rend. Ganz oben wird der Blog­ti­tel ein­ge­ge­ben und dar­un­ter kannst du dei­nen Arti­kel ein­tra­gen. Über die hori­zon­ta­le Leis­te kannst du Bil­der, Bil­der­ga­le­rien, Vide­os, GIFs, Trenn­stri­che und HTML-Code in dei­nen Bei­trag einbinden.

Rechts kannst du Tags und Kate­go­rien für dei­nen Arti­kel fest­le­gen. Über den Pre­view-But­ton kannst du dir den Arti­kel im Vor­schau­mo­dus anschau­en, über den blau­en But­ton end­gül­tig veröffentlichen.

Die­se kur­ze Anlei­tung zeigt, dass du mit einem moder­nen Home­page-Bau­kas­ten­sys­tem inner­halb einem oder zwei Tagen dei­nen Web­auf­tritt ein­schließ­lich Blog im Inter­net ste­hen hast.

Was soll­ten Cor­po­ra­te-Blog­ger noch beachten?

Vie­le Blog­ein­stei­ger stel­len sich ver­mut­lich die Fra­ge, wie oft in der Woche ein Arti­kel ver­öf­fent­licht wer­den soll. Dazu kann ich kei­ne all­ge­mein­gül­ti­ge Aus­sa­ge machen, denn schließ­lich soll­ten die Bei­trä­ge gut recher­chiert und aus­ge­ar­bei­tet sein. Eine durch­schnitt­li­che Text­län­ge von 1000 bis 2000 Wör­tern soll­te bei aus­führ­li­chen Bei­trä­gen vor­han­den sein.

Je län­ger und umfas­sen­der der Bei­trag, des­to mehr Zeit muss in sei­ne Ent­ste­hung inves­tiert wer­den, daher reicht es auch, ein- bis zwei­mal im Monat hoch­wer­ti­ge Arti­kel zu publizieren.

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Neben dem Publi­zie­ren auf dem eige­nen Blog emp­fiehlt es sich, auf ande­ren the­men­re­le­van­ten und schon eta­blier­ten Blogs Gast­bei­trä­ge zu ver­öf­fent­li­chen. Mit die­ser Stra­te­gie kann man sei­ne Reich­wei­te und sei­nen Bekannt­heits­grad spür­bar steigern.

2) E‑Mail Marketing

Man­chen Unter­neh­mern wird ein E‑Mail-Mar­ke­ting als Mar­ke­ting­maß­nah­me in Zei­ten von Social Media eher alt­mo­disch erschei­nen, doch mit einem inter­es­san­ten News­let­ter las­sen sich eine treue Stamm­le­ser­schaft auf­bau­en und der Web­site-Traf­fic steigern.

Über einen regel­mä­ßig ver­sen­de­ten News­let­ter kann man inter­es­san­te Blog­ar­ti­kel noch­mals bewer­ben oder dar­auf auf­merk­sam machen, neue Pro­duk­te vor­stel­len, auf Rabatt­ak­tio­nen hin­wei­sen, Gut­schein­codes für den Shop ver­sen­den usw.

Aller­dings ist es nicht so ein­fach, neue News­let­ter-Abon­nen­ten zu gewin­nen, denn im Inter­net bie­ten unzäh­li­ge Web­sites, Shops und Blogs News­let­ter an, in denen sie ihre Abon­nen­ten auf dem Lau­fen­den hal­ten oder über Ange­bo­te infor­mie­ren, um somit ihren Umsatz zu steigern.

Tipps, wie du dei­ne News­let­ter-Abon­nen­ten­zahl stei­gern kannst, fin­dest du in mei­nem Bei­trag Mit einem News­let­ter mehr Leser gewin­nen.

Um einen News­let­ter in eine Web­site ein­zu­bin­den, benö­tigt man eine pro­fes­sio­nel­le E‑Mail-Mar­ke­ting-Soft­ware, die von ver­schie­de­nen Dienst­leis­tern im Inter­net ange­bo­ten wird.

Wer bei­spiels­wei­se Wix als Web-Bau­kas­ten­sys­tem ver­wen­det, kann als E‑Mail-Soft­ware Wix­Shou­tOut nut­zen. Dahin­ter ver­birgt sich eine simp­le News­let­ter-Lösung für klei­ne Unternehmen.

Mit dem Tool las­sen sich schnell gra­fisch anspre­chen­de News­let­ter erstel­len und ver­sen­den, die sich auf allen End­ge­rä­ten der Bild­schirm­grö­ße opti­mal anpassen.

Shou­tOut bie­tet auch Sta­tis­ti­ken wie Klick- und Öff­nungs­ra­ten für die Aus­wer­tung an sowie eine mobi­le App, die das Ver­sen­den von E‑Mails direkt über das Smart­pho­ne ermöglicht.

3) Social Media Marketing

Um Social Media Mar­ke­ting wird ein Small Busi­ness nicht her­um­kom­men, denn auf den gro­ßen sozia­len Netz­wer­ken — allen vor­an Face­book — tum­meln sich unzäh­li­ge Ziel­grup­pen. Und wahr­schein­lich ist auch die Ziel­grup­pe eines neu­en klei­nen Unter­neh­mens auf einem der bekann­ten Netz­wer­ke zu finden.

Dar­über hin­aus ist das Nut­zen einer Face­book-Fan­page kostenlos.

Wer schnel­ler zu Umsät­zen gelan­gen oder sein Leis­tungs- bzw. Pro­dukt-Port­fo­lio bekannt machen will, soll­te Face­book-Ads ein­set­zen. Die kos­ten zwar Geld, sind aber — wenn sie rich­tig umge­setzt wur­den — sehr effek­tiv. Denn auf Face­book las­sen sich bei der Wer­be­an­zei­gen-Erstel­lung die ver­schie­dens­ten User­da­ten zur Ermitt­lung der per­fek­ten Ziel­grup­pe verwenden.

Doch es muss nicht immer Face­book sein, es gibt noch ein paar ande­re inter­es­san­te Netz­wer­ke, die für klei­ne Unter­neh­men als Mar­ke­ting-Kanal die­nen können.

Für Small Busi­nes­ses, die visu­ell anspre­chen­de Pro­duk­te (Schmuck, Mode, Food) oder Dienst­leis­tun­gen anbie­ten, sind gera­de die bei­den kos­ten­lo­sen Bil­der­netz­wer­ke Insta­gram und Pin­te­rest sehr wich­tig, denn in den ver­gan­ge­nen Jah­ren haben die­se an Beliebt­heit stark zuge­nom­men, die Fol­lo­wer­zah­len sind sehr hoch.

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Für effi­zi­en­tes Social-Media-Mar­ke­ting gilt: Nut­ze nur einen oder zwei Kanä­le, auf denen dei­ne Ziel­grup­pe ver­tre­ten ist und nicht mehr. Ansons­ten wird die zeit­li­che Belas­tung zu inten­siv und die Effek­ti­vi­tät leidet.

4) PPC-Kampagnen/Google AdWords

Gera­de in der Anfangs­zeit soll­ten klei­ne Unter­neh­men ihr Wer­be­bud­get ganz gezielt ein­set­zen. Wer­den loka­le Pro­duk­te oder Dienst­leis­tun­gen ange­bo­ten, eig­nen sich für deren Bewer­bung sehr gut Goog­le-AdWords-Anzei­gen, da deren Anzei­ge auf Regio­nen und Län­der beschränkt wer­den kann.

Außer­dem las­sen sich Anzei­gen auf bestimm­te Schlüs­sel­wör­ter opti­mie­ren und nega­ti­ve Begrif­fe aus­schlie­ßen, sodass wirk­lich nur rele­van­te Web­site-Besu­cher und damit poten­zi­el­le Kun­den über die Anzei­ge auf das Online-Ange­bot gelei­tet wer­den. Mit einem fest defi­nier­ten Tages­bud­get blei­ben die Anzei­gen­kos­ten über­schau­bar und gehen nicht ins Uferlose.

Um das best­mög­li­che aus Goog­le-AdWords-Anzei­gen her­aus­zu­ho­len, müs­sen die Klick­kos­ten und die Click-through-Rate stän­dig aus­ge­wer­tet und opti­miert wer­den, um unnüt­ze Anzei­gen-Klicks zu ver­mei­den, was eine gro­ße zeit­li­che Belas­tung bedeu­ten kann, wenn die­se Tätig­keit nicht out­ge­sourct wird.

Den­noch kann man mit PPC-Kam­pa­gnen in der Start­pha­se des Unter­neh­mens ers­te Web­site-Besu­cher und damit mög­li­che Kun­den recht schnell gene­rie­ren, was selbst mit einem such­ma­schi­nen­op­ti­mier­ten Inter­net­auf­tritt so zügig nicht vonstattengeht.

Die Such­ma­schi­ne Bing bie­tet eben­falls PPC-Anzei­gen an. Wer also noch die regel­mä­ßi­gen Bing-Nut­zer als mög­li­che Kun­den “abgrei­fen” will, kann auch dort Anzei­gen schalten.

5) Pressemitteilungen

Pres­se­mit­tei­lun­gen klin­gen irgend­wie nach ver­staub­tem Mar­ke­ting, doch sie soll­te man kei­nes­falls unter­schät­zen. Gut geschrie­be­ne Pres­se­ar­ti­kel kön­nen klei­nen Unter­neh­men hel­fen, ihr Port­fo­lio auf hun­der­ten von natio­na­len und inter­na­tio­na­len Pres­se­ka­nä­len zu veröffentlichen.

Das Ver­fas­sen von Pres­se­ar­ti­keln soll­te man nicht mit dem Schrei­ben von Wer­be­tex­ten ver­wech­seln, denn Pres­se­mit­tei­lun­gen sind vor allem in einem sach­li­chen, neu­tra­len Ton wie eine Zei­tungs­nach­richt gehalten.

Tipps, wie man eine Pres­se­mit­tei­lung ver­fasst, fin­dest du in dem Arti­kel “7 Tipps für eine erfolg­rei­che Pres­se­ar­beit”.

Für Deutsch­land selbst exis­tie­ren zahl­rei­che Pres­se­por­ta­le, eini­ge davon kön­nen kos­ten­los genutzt wer­den, ande­re wie­der­um ver­lan­gen für die Plat­zie­rung einer Pres­se­nach­richt eine Gebühr.