Du musst nicht wirk­lich lan­ge in Face­book, Insta­gram oder Lin­kedIn aktiv sein. Nach weni­gen Minu­ten erzählt dir ein neu­er Online-Mar­ke­ting-Exper­te einen neu­en Online-Mar­ke­ting-Fakt. So wie es die­se Exper­ten aber dar­stel­len, ist es oft­mals nicht.


Die­se Erfah­rung habe ich selbst gemacht und muss­te erken­nen, dass die meis­ten Fak­ten und Gui­des nur der Selbst­dar­stel­lung dien­ten. Einen wirk­li­chen Mehr­wert brach­ten die­se nicht und dazu kommt, dass sie fern­ab der Rea­li­tät waren.

Des­we­gen liest du nun die­sen Arti­kel. Hier decke ich 5 Online-Mar­ke­ting Mythen auf. Die­se kom­men aus den unter­schied­li­chen Berei­chen, wie bei­spiels­wei­se SEO oder auch Face­book-Mar­ke­ting. Ein Mythos ist beson­ders inter­es­sant, da er der­zeit einen Trend dar­stellt. Viel Spaß mit dem Artikel.

Mythos 1: Google straft duplizierten Inhalt ab

Sehr vie­le SEOs und Web­sei­ten­be­trei­ber den­ken, dass Goog­le eine Inter­net­sei­te abstraft, wenn die­se dupli­zier­ten Inhalt (engl. Dupli­ca­te con­tent) besitzt. Das ist aber nicht der Fall und ergibt aus einer rein logi­schen Denk­wei­se her­aus gar kei­nen Sinn. Denn in der Pra­xis kommt dies sehr oft vor. Pres­se­mit­tei­lun­gen wer­den teil­wei­se nicht nur auf der PR-Sei­te ver­öf­fent­licht, son­dern auch auf der eige­nen Webseite.

Ein ande­res Bei­spiel ist, dass Online-Shops oft­mals die Pro­dukt­be­schrei­bun­gen vom Händ­ler über­neh­men. Auch Goog­le weiß, dass dupli­zier­ter Inhalt natür­lich ist und es wäre schlicht­weg fies, wenn die Such­ma­schi­ne des­we­gen Sei­ten abstraft. Das pas­siert nur bei Extrem­fäl­len, wenn bei­spiels­wei­se eine kom­plet­te Domain nur aus dupli­zier­ten Inhal­ten besteht.

Nichts­des­to­trotz wird immer nur eine Ver­si­on des Tex­tes im Ran­king ange­zeigt. Oft­mals ist dies die Sei­te, die zuerst indi­ziert wur­de. Schließ­lich möch­te die Such­ma­schi­ne auch effi­zi­ent arbei­ten und war­um soll­te sie zwei glei­che Sei­ten im Index spei­chern? Durch Cano­ni­cal-Tags und auch inter­nen Ver­lin­kun­gen kann man sol­che Pro­ble­me intern als auch extern lösen.

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Mythos 2: Videomarketing ist in gewissen Branchen unangebracht

Videomarketing

Bild: © 200degrees /Pixabay.com - Video­mar­ke­ting ist für jede Bran­che interessant.

Wenn ich mit Geschäfts­füh­rern aus den unter­schied­li­chen Bran­chen rede, höre ich immer wie­der, dass Video­mar­ke­ting irrele­vant und unan­ge­mes­sen sei. Die­se Geschäfts­füh­rer befin­den sich oft­mals in sehr tra­di­tio­nel­len Bran­chen – Ver­si­che­rungs­we­sen, Bank­we­sen oder auch Rechts-/Ju­ra-Bereich. Aller­dings ist dies schlicht und ergrei­fend ein Mythos.

Eine Stu­die von Cis­co ergab, dass etwa 80% des Inter­net­ver­kehrs im Jahr 2021 nur noch Vide­os schau­en wer­den. Schließ­lich sind wir eine Kon­sum­ge­sell­schaft und wol­len uns kaum anstren­gen, wie es beim Lesen der Fall ist.

Eben­so hat Buf­fer her­aus­ge­fun­den, dass pro Tag 500 Mil­lio­nen Stun­den Video auf You­Tube geschaut werden.

Noch auf der Online-Mar­ke­ting Kon­fe­renz in Bie­le­feld hat der Rechts­an­walt Chris­ti­an Sol­me­cke erzählt, wie er sein „lang­wei­li­ges“ The­ma für You­Tube reif gemacht hat. In einem Bei­spiel erzähl­te er davon, dass er durch ein ein­zi­ges Infor­ma­ti­ons­vi­deo 800.000€ Umsatz in nur einer Woche ver­zeich­nen konn­te. Inzwi­schen hat er 26 Rechts­an­wäl­te angestellt.

Mythos 3: Online-Marketing ist ein Einzelkampf

Vie­le Fir­men – vor allem klei­ne Start-Ups – den­ken, dass Online-Mar­ke­ting ein Ein­zel­kampf ist. Das ist eben­falls eine fal­sche Annah­me. Man braucht nicht immer das ent­spre­chen­de Wer­be­bud­get und vie­le Kon­tak­te von klein auf, um in den gän­gi­gen Social-Media-Kanä­len viel Auf­merk­sam­keit zu erhalten.

Durch moder­ne Platt­for­men und Grup­pen kön­nen sich Unter­neh­men ver­net­zen und mit­ein­an­der arbei­ten. Bei­spiels­wei­se gibt es auf XING und auch auf Lin­kedIn sowie auf Face­book Grup­pen für Unter­neh­mer und Selbst­stän­di­ge. Die­se gibt es in fast jeder Bran­che und soll­te es kei­ne Grup­pe geben, dann kannst du eine gründen.

Schließ­lich bist du mit die­sem Pro­blem nicht allei­ne. Es gibt auch wei­te­re Platt­for­men, die spe­zi­ell dar­auf aus­ge­legt sind, Fir­men mit­ein­an­der zu ver­net­zen. Die­se kön­nen dann mit­ein­an­der koope­rie­ren. Der Vor­teil ist, dass die­se es auch wirk­lich wol­len. Eine nen­nens­wer­te Platt­form ist hier bei­spiels­wei­se Fir­men­part­ner­schaft. Dort geht es aus­schließ­lich dar­um, dass sich Unter­neh­men ver­net­zen, aus­tau­schen und sich gegen­sei­tig anwerben.

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So kannst du dei­ne Social-Media-Reich­wei­te ganz ein­fach ohne Wer­be­bud­get erwei­tern und zusätz­lich Kun­den gewin­nen. Aller­dings kannst du dafür auch Off­line-Koope­ra­tio­nen nut­zen. Wenn du bereits Kun­den hast, dann fra­ge, ob sie dich wei­ter­emp­feh­len wol­len. Das könn­te schon durch eine „Gefällt mir“-Angabe auf Face­book passieren.

Der Vor­teil hier­bei ist, dass wir davon aus­ge­hen, dass der Kun­de wei­te­re Per­so­nen in sei­ner Freun­des­lis­te hat, die ähn­lich sind wie er. Nun sehen die­se, dass er dei­ne Face­book­sei­te gelikt hat. Wenn es sie inter­es­siert, wer­den sie dir auch ein „Gefällt mir“ geben oder sogar Kun­de werden.

Mythos 4: Influencer-Marketing funktioniert und muss genutzt werden

Seit eini­ger Zeit steht das The­ma Influ­en­cer-Mar­ke­ting sehr hoch im Kurs. Vie­le Fir­men und Unter­neh­men set­zen auf Per­so­nen wie auf Bian­ca Hei­ni­cke („Bibis Beau­ty Palace“) oder ande­re Influ­en­cer auf Insta­gram und You­Tube. Das Ziel soll sein, die Mar­ke zu eta­blie­ren, zu kräf­ti­gen oder die Ver­käu­fe anzuregen.

Aller­dings fin­det jeder Zwei­te Influ­en­cer unglaub­wür­dig und kauft die Mar­ken­bot­schaft folg­lich nicht ab. Dies hat eine Stu­die erge­ben. Doch auch die selbst­er­nann­ten Influ­en­cer müs­sen ihre Posi­tio­nie­rung über­den­ken, wenn die­se wei­ter­hin so beliebt sein wol­len. Denn für 41% der Befrag­ten nimmt die Sym­pa­thie nach einem bezahl­ten Pos­ting, also nach der Wer­bung, ab.

Wei­te­re 33% der Befrag­ten leh­nen sol­che Koope­ra­tio­nen grund­sätz­lich ab. Das Pro­blem hier­bei ist näm­lich, dass die meis­ten Per­so­nen die Influ­en­cer nicht als unab­hän­gi­ge Rat­ge­ber sehen. Viel eher asso­zi­iert man mit die­sen, dass die­se ihr Geld dadurch ver­die­nen und das Pro­dukt anwer­ben müs­sen. Soll­test du oder soll­te dei­ne Fir­ma noch nicht auf Influ­en­cer-Mar­ke­ting set­zen, dann musst du das nicht. Denn die Zeit ist wahr­schein­lich vorbei.

Mythos 5: Personas sind nett in der Theorie, aber in der Praxis braucht man sie nicht

Ganz gleich wie groß ein Unter­neh­men ist, Per­so­nas wer­den immer gebraucht. Soll­te dein Pro­dukt oder dei­ne Dienst­leis­tun­gen einen gro­ßen Kun­den­stamm anspre­chen, dann brauchst du unbe­dingt ein Per­so­na. Um etwas zu ver­kau­fen, musst du Ver­trau­en auf­bau­en. Ver­trau­en baut man nur auf, wenn man sich sym­pa­thisch ist. Des­we­gen musst du genau wis­sen, was dein Nut­zer eigent­lich will, wie er denkt und handelt.

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Durch sehr genaue Vor­stel­lun­gen dei­ner Nut­zer und Kun­den kannst du auch ver­ste­hen, was die Stär­ken und Schwä­chen dei­nes Pro­duk­tes sind. Die­se kannst du aus­bes­sern oder das Pro­dukt in das ent­spre­chen­de Licht rücken.

Wich­tig ist auch, dass du fern­ab von den Face­book­me­tri­ken denkst. Dort kannst du bei einer Wer­be­an­zei­ge dei­ne Ziel­grup­pe fest­le­gen, aber Face­book hat nur Daten von Per­so­nen, die dort ver­tre­ten sind.

Soll­test du eine ande­re Ziel­grup­pe anspre­chen, die auf die­ser Platt­form nicht mehr ver­tre­ten ist, dann musst du auch ande­re Daten­quel­len anzap­fen und dar­auf­hin dei­ne Per­so­na erstellen.

Abschließende Worte

Abschlie­ßend möch­te ich noch­mal dar­auf hin­wei­sen, dass du nicht immer alles glau­ben sollst, was du hörst. Online-Mar­ke­ting ist sehr kom­plex und braucht auch viel Erfah­rung. Auch ich brauch­te sehr lan­ge, um zu ver­ste­hen, wel­che Hebel ich betä­ti­gen muss. Das Wich­tigs­te ist, dass du dich an die grund­le­gen­den Basics hältst und die­se meis­terst. Danach kannst du neue Stra­te­gien ausprobieren.

Über den Autor

O. Korpilla Oli­ver Kor­pil­la ist Grün­der des Por­tals Fir­men­part­ner­schaft (Fir­men­part­ner­schaft). Durch die­ses Kon­zept hat er ohne Wer­be­bud­get ein gesam­tes Unter­neh­men auf­bau­en kön­nen, wobei er kei­nen Cent für Wer­bung oder ähn­li­ches aus­ge­ge­ben hat. Dadurch hat er die Welt des Online-Mar­ke­tings bes­ser ver­stan­den und möch­te nun für Klar­heit und Trans­pa­renz sorgen.

(Bild­quel­len Arti­kel: Bild Arti­kel­an­fang: © muneeb­far­man /Pixabay.com, Por­trät­fo­to: © Oli­ver Korpilla)