Es ist Ihnen bestimmt auch schon auf­ge­fal­len: Im Fern­se­hen und auch im Inter­net bie­ten eini­ge Fir­men an, Ihren alten Gold­schmuck auf­zu­kau­fen und den geschätz­ten Geld­wert zügig auf Ihr Kon­to zu über­wei­sen.


Der Zeit­punkt für die­sen “Gold­rausch” ist auch sehr güns­tig, denn augen­blick­lich liegt der Gold­preis auf Rekord­ni­veau. Doch wie sicher und seri­ös ist die­se Ein­nah­me­quel­le?

Im Inter­net fin­den sich eini­ge Web­sites, die nach der Goog­le-Suche “gold ver­kau­fen” ange­zeigt wer­den. Ob alle seri­ös sind, bezweif­le ich. Um kei­ne böse Über­ra­schung zu erle­ben, soll­ten Sie fol­gen­de Punk­te beach­ten:

1. Transport

Ein­fach Ihr Gold (Sil­ber oder Pla­tin — die meis­ten Fir­men neh­men auch ande­re Edel­me­tal­le) in ein Päck­chen geben, abschi­cken und ein paar Tage spä­ter ist auch schon das Geld auf dem Kon­to — so ein­fach ist das nicht. Denn Wert­sa­chen wie Gold sind auf dem nor­ma­len Post­weg nicht ver­si­chert. Geht das Päck­chen ver­lo­ren, dann haben Sie das Nach­se­hen.

“Gold bringt Geld” und auch “Brief­gold” ermög­li­chen Ihnen, für Ihr Gold einen ent­spre­chen­den Spe­zi­al­um­schlag anzu­for­dern (Gold-Tasche, Gold-Kit). In die­sen Umschlä­gen ist Ihr Gold dann bis 500 Euro ver­si­chert. Sie kön­nen auf der Web­site der bei­den Fir­men direkt auf der Start­sei­te über das For­mu­lar die­se Umschlä­ge anfor­dern. Wer die­sen Ser­vice nicht anbie­tet, soll­ten Sie schon gar nicht in die nähe­re Aus­wahl neh­men.

2. Preisauskunft

Nor­ma­ler­wei­se soll­ten die Fir­men Ihnen vor dem Kauf den aktu­el­len Gold­preis nen­nen. Und gera­de die bekann­ten “Gold bringt Geld” und “Brief­gold” fie­len bei durch­ge­führ­ten Tests durch, denn sie ent­hiel­ten dem Kun­den die­se Infor­ma­ti­on vor. Natür­lich auch aus guten Grund: Denn so kön­nen sie bei unwis­sen­den Kun­den den Gold­preis nach ihrem Ermes­sen bestim­men.

Lesen  Alt-Kleider online verkaufen: Lohnt sich das wirklich?

Infor­mie­ren Sie sich also vor einem Ver­kauf über den aktu­el­len Gold­preis. Den fin­den Sie u. a. auf die­ser Web­site: www​.sil​ber​.de/​g​o​l​d​k​u​r​s​.​h​tml. Und auch den Fein­gold­ge­halt Ihres Schmucks kön­nen Sie selbst errech­nen. Dafür tei­len Sie das Gewicht (in Gramm) durch 1000 und mul­ti­pli­zie­ren die­ses Ergeb­nis mit dem Gold­ge­halt, der auf jedem Schmuck­stück steht (z. B. 333, 585 oder 750). Das Resul­tat gibt an, wie viel Gramm Fein­gold wirk­lich in dem Stück ent­hal­ten sind.

3.Rücktrittsrecht

Bis­her hat sich gezeigt, dass die­se Fir­men die Geschäf­te schnell abwi­ckeln und schon ein paar Tage nach dem Gold­ein­gang das Geld auf Ihrem Kon­to ist. Doch was pas­siert, wenn Sie mit dem Betrag nicht ein­ver­stan­den sind? Nor­ma­ler­wei­se haben Kun­den dann ein Wider­rufs­recht. Bei “Brief­gold” sind es z. B. 7 Tage nach Zah­lungs­ein­gang, bei “Gold bringt Geld” 14 Tage nach Scheck­aus­stel­lung.

Ein wei­te­res Pro­blem zeigt sich dar­in, in wel­chen Zustand man sein Gold zurück­be­kommt. In den AGBs fin­det man auch den Hin­weis, dass der Gold­schmuck zur Wert­schät­zung beschä­digt oder zer­stört wer­den darf. Nach der Rück­sen­dung ist er oft nichts mehr wert. Und beim Ein­kla­gen von Scha­dens­er­satz ste­hen Sie vor der nächs­ten Fal­le. Wenn die Fir­ma im Aus­land sitzt, wird es schwie­rig, sein Recht durch­zu­set­zen. So resi­diert “Brief­gold” z. B. auf der Isle of Man, die nicht ein­mal zur EU gehört. Von den sechs im Bei­trag genann­ten Fir­men haben aber immer­hin vier einen deut­schen Fir­men­sitz (ein­fach im Impres­sum nach­schau­en).

Wer sich von den beschrie­be­nen Risi­ken abge­schreckt fühlt, Gold oder ande­res Edel­me­tall an eine der genann­ten Fir­men zu ver­kau­fen, soll­te viel­leicht lie­ber den klas­si­schen Weg gehen und sich an einen Juwe­lier vor Ort wen­den.

Lesen  Mit Online-Umfragen Geld verdienen: Meine Abschlussbetrachtung

(Bild­quel­le Arti­kel­an­fang: © hamil­ton­le­en /Pixabay.com)