Neben den Blogmonetarisierungsklassikern Affiliate-Marketing, Google Adsense oder bezahlte Blogposts, gibt es seit einiger Zeit auch die Möglichkeit, Geld mit Spenden zu verdienen.


Auf vielen Blogs sieht man ja schon längere Zeit den grünen Flattr-Button, über den man Einnahmen erzielen kann. Ich selbst habe diese Einnahmequelle bisher noch nicht genutzt, weil ich mir davon nicht allzu viel erwarte. Dennoch lohnt es sich, diese Option näher zu betrachten und in einem Artikel vorzustellen.

Was steckt hinter Flattr?

Flattr hat ein idealistisches Prinzip zu seinem Geschäftskonzept erhoben. Denn alle, die im Internet hochwertigen Content liefern, werden ja meistens dafür nicht vergütet, auch weil es vor Flattr für zahlungswillige Leser kaum eine Möglichkeit gab, schnell und unkompliziert einen kleinen Betrag für einen interessanten Blogartikel zu zahlen.

Mit dem sozialen Micropayment-Dienst Flattr geht das nun ganz einfach: Man meldet sich bei diesem Dienst an, lädt sein Flattr-Konto mit ein paar Euros auf (wie viel man pro Monat einzahlt, steht jedem frei) und somit kann man ganz einfach auch Cent-Beträge jemandem spenden, wenn man einen Beitrag für gut befunden hat.

flattr - Konto aufladen

Von diesem Spendenmodell profitieren dann auch die Schreiber, die sich ihren Inhalt mit einem integrierten Flattr-Button unter den Blogposts von ihren Lesern vergüten lassen können.

Ist man erst einmal bei Flattr registriert und will selbst das Spendenmodell für andere Blogger nutzen, dann lädt man sein Konto auf. Sie geben also an, wie viel Euro Sie pro Monat auf Ihr Flattr-Konto laden wollen. Dieser Geldbetrag wird schließlich gleichmäßig auf alle Flattr-Klicks verteilt, die Sie in dem Monat ausgeführt haben.

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Wer also 15 Euro pro Monat hochlädt und auf 30 Websites je einmal den Flattr-Button klickt, verteilt an jeden der 30 Website-Besitzer 50 Cent.

Im oberen Screenshot sehen Sie alle Zahlungsmöglichkeiten, mit denen Sie Geld auf Ihr Flattr-Konto überweisen können, natürlich auch PayPal, Kreditkartenzahlung, Sofortüberweisung und Moneybookers, um nur die wichtigsten zu nennen.

Bei Flattr registrieren

Die Registrierung bei Flattr läuft ganz simpel ab. Auf der Startseite findet man ganz oben rechts den Registrierungsbutton. In dem Anmeldeformular brauchen Sie nur ein Passwort und einen Benutzernamen festzulegen und eine E-Mail-Adresse einzutragen. Dann bekommen Sie eine Bestätigungsmail mit einem Verifizierungslink zugesendet.

Darüber hinaus können Sie sich auch über Ihren Facebook- oder über Twitter-Account bei Flattr anmelden.

Falls Sie Flattr nur dafür nutzen wollen, um einen Flattr-Button in Ihren Blog einzubauen, geht das natürlich auch. Sie müssen nicht unbedingt Geld auf Ihr Flattr-Konto einzahlen, um auch den Spenden-Button verwenden zu können.

In der Dashboard-Übersicht von Flattr finden Sie auch den Hinweis vor, dass Sie noch Ihr Profil vervollständigen sollten, damit andere User Sie über Flattr finden können. Das ist allerdings optional und keine Pflichtaktion.

Einbau des Flattr-Buttons in den Blog

Ganz oben rechts im Dashboard steht der Link Hol dir den Button. Nach einem Klick darauf finden Sie eine größere Auswahlliste vor, für welche Blogsystem Sie den Button haben wollen. Die meisten nutzen ja wohl WordPress, sodass es dafür ein eigenes Flattr-Plugin gibt.

flattr-Button einfügen

Sie können das Plugin einmal über Flattr downloaden, indem Sie unter Blogs ein Häkchen bei WordPress.org setzen. Oder Sie laden sich das Plugin über folgenden Link runter: http://wordpress.org/extend/plugins/flattr/

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Ich selbst habe das Plugin noch nicht installiert und getestet. Aber ich vermute, dass es  – wie fast alle Plugins – leicht zu bedienen ist. Nach der Installationsbeschreibung im WordPress-Plugin-Directory sieht es jedenfalls mal so aus.

Was lässt sich mit Flattr verdienen?

Diese Frage ist mit Sicherheit nur sehr schwer zu beantworten, denn einmal kommt es darauf an, wie viele Flattr-Klicks ein User pro Monat tätigt und wie viel auf einen selbst damit zurückfällt (s. o.).

Dann muss man auch über eine recht große Stammleserschaft auf seiner Website oder seinem Blog verfügen, denn damit steigt die Wahrscheinlichkeit von Flattr-Klicks. Und man sollte auch außergewöhnlichen Inhalt bieten. Bei durchschnittlichen Beiträgen, die inhaltlich nichts Neues oder Einzigartiges aufweisen, werden sich die meisten Leser reichlich überlegen, ob sie dafür spenden sollen oder nicht.

Ein weiteres Kriterium für Einnahmen mit Flattr ist ein netzaffines Publikum, das diesen Dienst auch kennt und aktiv nutzt.

Die Realität wird generell so aussehen, dass nur wenige einen ansehnlichen Betrag mit Flattr pro Monat verdienen. Ich habe schon einige Blogs mit dem Flattr-Button ausgestattet gesehen, doch dass da viele geklickt haben, konnte ich nicht gerade feststellen.

Eine positive Ausnahme stellen die Podcast-Projekte von Tim Pritlove dar, hier haben viele Beiträge mehrere Tausend Flattr-Klicks. In einem Artikel vom Mai 2012 schreibt er auch, dass er nun durchschnittlich 2.500 Euro pro Monat mit Flattr verdient. Davon können die meisten wirklich nur träumen.

Letztendlich hat man bei Flattr kaum aktive Steuerungsmöglichkeiten in der Hand, um die Zahl der Klicks zu beeinflussen und zu steigern. Hier ist die Hoffnung das Prinzip.

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Wer seinen Blog geschäftlich betreibt, sollte sich darüber hinaus auch noch überlegen, ob das Spendenkonzept zu seinem Businessmodell überhaupt passt. Rechtlich spricht nichts dagegen, Flattr-Buttons zu nutzen und auch bezahlte Werbung in seinem Blog zu schalten oder Affiliate-Marketing zu betreiben.

Dennoch beißt es sich irgendwie schon, Spenden mit gewerblichen Aktivitäten zu vermengen. Aber das muss jeder mit sich selbst abklären.

Wer an dieser Einnahmequelle interessiert ist, guten Inhalt liefert und über ein großes Stammleserpublikum verfügt, kann damit schon einen recht ansehnlichen Betrag im Monat einnehmen. Einen Versuch ist der Flattr-Button zumindest wert.