Vor kur­zem hat mich ein Blog­be­su­cher ange­fragt, ob es nicht noch ande­re Mög­lich­kei­ten gibt, im Inter­net so neben­her etwas Geld zu ver­die­nen, ohne eine eige­ne Web­site oder einen eige­nen Blog zu füh­ren.


Vie­le Geld­ver­die­nen-Optio­nen für User ohne Web­site gibt es wirk­lich nicht im Web, doch ich habe neben dem Tex­te­schrei­ben noch ein Ange­bot gefun­den, das vor allem Gamer und Tech­nik­in­ter­es­sier­te anspricht, näm­lich das Tes­ten von Soft­ware, Apps und Web­sites.

Das Unter­neh­men Test­birds, das sich auf soge­nann­tes Crowd­tes­ting spe­zia­li­siert hat, sucht neben­be­ruf­li­che Tes­ter, denn Test­birds lässt neue Soft­ware und Apps von der Crowd, also von vie­len End­nut­zern auf Pro­gram­mier­feh­ler und Usa­bi­li­ty­schwä­chen tes­ten.

Gera­de die­se Crowd weiß oft bes­ser, was die ent­spre­chen­de Ziel­grup­pe für die Apps und Soft­ware von den Pro­duk­ten erwar­tet und fin­det man­che Schwä­che schnel­ler her­aus als betriebs­blin­de Pro­gram­mie­rer.

Für jeden abge­schlos­se­nen Test erhält der Tes­ter eine klei­ne Ver­gü­tung von 10 Euro. Doch wer sich auf der Platt­form von Test­birds als Crowd­tes­ter mel­det, soll­te schon Spaß an sol­chen Tests haben und auch eine gewis­se Affi­ni­tät zum Inter­net und zur Inter­net­tech­nik mit­brin­gen.

Die Tests wer­den auf dem Desk­top-PC, einem Smart­pho­ne sowie einen Tablet-PC durch­ge­führt. Wer über alle mög­li­chen End­ge­rä­te ver­fügt, hat die bes­ten Chan­cen, zu zahl­rei­chen Tests ein­ge­la­den zu wer­den.

Registrierung auf Testbirds

Die Anmel­dung als Tes­ter ist kos­ten­los. Nach dem Ankli­cken des Bestä­ti­gungs­links wird man zum Backend gelei­tet, wo man vor den ers­ten Tests sein Pro­fil voll­stän­dig aus­fül­len soll­te. Das ist im Gegen­satz zu ande­ren Platt­for­men schon etwas umfang­rei­cher, denn neben den Adress- und Bank­da­ten muss man Anga­ben zu Aus­bil­dung und Beruf machen sowie ein For­mu­lar zu sei­nem Nut­zungs­ver­hal­ten aus­fül­len.

Dort wird gefragt, auf wel­chen sozia­len Netz­wer­ken man sich oft auf­hält, wie vie­le Stun­den man täg­lich im Inter­net ver­bringt, wofür man das Inter­net nutzt, wie oft man am Tag sein Smart­pho­ne benutzt und wofür man es ein­setzt.

Dann trägt man auch noch sei­ne End­ge­rä­te ein, wobei anzu­ge­ben ist, wel­che Brow­ser­soft­ware und wel­ches Betriebs­sys­tem man auf sei­nem Desk­top-PC ein­setzt, wel­ches Smart­pho­ne- und Tablet-Modell man ver­wen­det.

Wich­tig ist auch, dass man auf Test­birds sei­ne Daten kor­rekt ein­trägt, denn schließ­lich wer­den auf der Platt­form seriö­se Auf­ga­ben von dem Tes­ter ver­langt.

Erfolgreicher Einstiegstest erforderlich

Um end­gül­tig in die Tes­ter-Com­mu­ni­ty auf­ge­nom­men zu wer­den, muss man als Neu­ling einen Ein­stiegs­test absol­vie­ren. Damit macht man sich gleich mit der Platt­form und der typi­schen Test­vor­ge­hens­wei­se ver­traut.

So ein Ein­stiegs­test kann fol­gen­der­ma­ßen aus­se­hen:
Tes­te eine Part­ner­bör­se (Name wird natür­lich im Test genannt) und ach­te auf bestimm­te Punk­te (Auch die­se wer­den auf­ge­lis­tet). Mache min­des­tens 10 Screen­shots und lade sie als Ein­zel­bil­der hoch.

Die Test­in­halts­be­schrei­bung ist genau auf­ge­führt, sodass man wirk­lich nicht viel falsch machen kann. Meist muss man für einen Test ent­spre­chen­de Screen­shots auf die Platt­form hoch­la­den, denn damit las­sen sich bestimm­te Feh­ler und Usa­bi­li­ty­schwä­chen am bes­ten doku­men­tie­ren. Man soll­te also schon wis­sen, wie man Screen­shots erstellt, aber für Tech­nik-Freaks ist das ja ohne­hin kein Pro­blem.

In der Test­be­schrei­bung wird auch auf­ge­lis­tet, was vom Tes­ter nicht aus­ge­führt wer­den soll. Dar­über hin­aus fin­det man den Zeit­rah­men, inner­halb des­sen der Test absol­viert wer­den soll und die Höhe der Ver­gü­tung.

Für den Ein­stiegs­test gibt es eine Dead­line, wer bis zu die­sem Zeit­punkt den Test nicht absol­viert hat, wird als Tes­ter nicht zuge­las­sen.

Für den Ein­stiegs­test soll­te man sich min­des­tens 30 Minu­ten Zeit neh­men. Wenn man in sei­nem Pro­fil meh­re­re End­ge­rä­te ein­ge­tra­gen hat, steht einem ein Test auf dem Desk­top-PC als auch ein Test auf dem Smart­pho­ne zur Ver­fü­gung. Man muss sich nur für einen der bei­den ent­schei­den.

Weitere Informationen zu Testbirds

Ich fin­de das Dash­board von Test­birds gut erläu­tert. Man fin­det dort auch FAQ und eine aus­führ­li­che Beschrei­bung, wie man einen Soft­ware­test kor­rekt auf die Platt­form ein­stellt.

In der Hall of Fame wird jeden Monat ein Tes­ter, der beson­ders posi­tiv auf­ge­fal­len ist, als Tes­ter des Monats gekürt.

Wie vie­le Tests regel­mä­ßig anfal­len, kann ich nicht genau sagen. Es kann schon mal sein, dass man ein bis zwei Wochen kei­nen Test in sei­nem Dash­board vor­fin­det und dann wie­der über einen län­ge­ren Zeit­raum jeden Tag einen Test absol­vie­ren kann. Jeder Test muss in einem bestimm­ten Zeit­raum durch­ge­führt wer­den. Hat man mal wirk­lich kei­ne Zeit, kann man in sein Pro­fil schrei­ben, dass man zur­zeit kei­ne Test­ein­la­dun­gen wünscht.

Die Ein­la­dung zu Tests hängt auch von dem Nut­zer­pro­fil ab, das für den Test gewünscht wird und auch von der Zahl der End­ge­rä­te, die man ein­ge­tra­gen hat. Wer­den sehr vie­le Apps getes­tet, hat man schlech­te Kar­ten auf eine Test­ein­la­dung, wenn man Tests nur auf dem Desk­top-PC durch­führt.

Ab einem Kon­to­stand von 10 Euro kann man sich den Betrag auf sein hin­ter­leg­tes Bank­kon­to über­wei­sen las­sen.

Tipps für das erfolgreiche Absolvieren von Softwaretests

  • Man soll­te regel­mä­ßig sei­ne E‑Mails che­cken, ob neue Ein­la­dun­gen für Tests ein­ge­gan­gen sind, denn die Tests wer­den nach dem Prin­zip “First come, first ser­ve” ver­ge­ben.
  • Zuerst soll­te man sich die Auf­ga­be genau durch­le­sen und sich dann ent­schei­den, ob man die Zeit für die­sen Test auf­brin­gen kann. Wenn nicht, dann bes­ser ableh­nen. Man­che Tests las­sen sich in einer Stun­de erle­di­gen, ande­re brau­chen deut­lich mehr Zeit, gera­de Usa­bi­li­ty-Test sind oft zeit­lich sehr anspruchs­voll.
  • Und auch die Suche nach Pro­gram­mier­feh­lern, soge­nann­ten Bugs, ver­langt Kon­zen­tra­ti­on und gründ­li­che Arbeit. Man kann sol­che Tests nicht ein­fach so neben­her beim Fern­se­hen oder Com­pu­ter­spie­len durch­füh­ren, son­dern soll­te wirk­lich nicht von ande­ren Din­gen abge­lenkt wer­den.
  • Hat man schon ein paar Test absol­viert, gewinnt man natür­lich auch Erfah­rungs­wer­te, wo sich Feh­ler und Usa­bi­li­ty-Schwä­chen fin­den las­sen. Daher lohnt es sich eine To-Do-Lis­te mit bestimm­ten Schrit­ten auf­zu­stel­len, die man für jeden Test abar­bei­tet. Bei­spiels­wei­se soll­te man bei einem App-Test immer prü­fen, wie sich die App ver­hält, wenn man bei ihrer Nut­zung kei­nen Emp­fang hat.
  • Beim Tes­ten soll­te man sich in ver­schie­de­ne User­grup­pen hin­ein­ver­set­zen und sich über­le­gen, was die­se von der App oder der Soft­ware und deren Fea­tures erwar­ten wür­de. Wie wür­de bei­spiels­wei­se ein älte­rer Mensch mit wenig Soft­ware­rou­ti­ne die zu tes­ten­de Soft­ware bedie­nen?
  • Wer einen Test oder Tei­le der Test­be­schrei­bung nicht ver­steht, soll­te vor­her eine Anfra­ge an den Sup­port stel­len, bevor er ein­fach damit beginnt und mög­li­cher­wei­se was falsch macht.
  • Hat man den Test absol­viert, soll­te man ihn erst dann ein­rei­chen, wenn man sich wirk­lich sicher fühlt, alles beach­tet zu haben und wenn man die ein­zel­nen Auf­ga­ben noch­mals durch­ge­checkt hat.
  • Die Screen­shots und Datei­en von Tests soll­te man auf sei­nem Rech­ner in the­ma­tisch unter­teil­ten Ord­nern auf­be­wah­ren. Kom­men mal Nach­fra­gen von Test­birds, kann man wie­der auf die erstell­ten Unter­la­gen zurück­grei­fen und etwas nach­do­ku­men­tie­ren.

Fazit

Wer ger­ne Brow­ser­ga­mes, Enter­pri­se-Soft­ware, Apps für Smart­pho­nes und Web­sites auf Feh­ler und Bedie­nungs­schwä­chen tes­tet, kann bei die­ser Auf­ga­be bei Test­birds wirk­lich Spaß haben. Eine unkom­pli­zier­te Neben­tä­tig­keit ist der Tes­terjob aller­dings nicht.

Zuerst ein­mal muss man kon­zen­triert und genau arbei­ten und man muss ent­spre­chen­de Zeit mit­brin­gen. Wer die­se Zeit nach sei­nem Voll­zeit­job nicht auf­brin­gen kann, soll­te die Fin­ger davon las­sen. Denn je nach User­pro­fil kön­nen schon mal mehr als 30 Stun­den pro Monat oder gar mehr für sol­che Tests drauf­ge­hen.