Für den Online-Shop gibt es recht viele Zahlungsarten, die man seinen Kunden anbieten kann. Und die richtige Auswahl kann über Zustimmung als auch Ablehnung beim Kunden entscheiden, daher solltest du dir vorab genau überlegen, welche Zahlungsarten du in deinem Shop zur Verfügung stellen willst.


Neben den gängigen Klassikern wie Kauf auf Rechnung, Vorkasse, PayPal, Kreditkarte und Lastschrift existieren noch andere Zahlungsoptionen im Ecommerce, die alle ihre Vor- und Nachteile haben. Im folgenden umfassenden Artikel erläutere ich Wissenswertes zu den wichtigsten Zahlungsarten und führe auf, ob sich diese auch in WooCommerce, dem bekannten Shopplugin von WordPress, einbinden lassen.

Vorkasse

Die einfachste Möglichkeit – auch rein technisch betrachtet – ist die Zahlung per Vorkasse. Denn dafür benötigt dein Kunde nur deine Kontoverbindung, die er in der Bestellbestätigungs-Mail oder schon während des Bestellvorgangs erhält.

Sobald der Kunde per Online-Banking oder Überweisungsschein gezahlt hat, kannst du die Transaktion als Bezahlt verbuchen und mit dem Versenden der bestellten Ware beginnen.

Im Hintergrund läuft kein Automatismus ab, der sich um die Zahlungsverarbeitung kümmert, das muss manuell geschehen.

Vorteile von Vorkasse:

  • Shopbetreibern gefällt diese Art von Zahlung, denn bei dieser fallen keine weiteren Kosten an.
  • Der Warenversand erfolgt erst, wenn der Kunde gezahlt hat. Das heißt, die Zahlung kann nachträglich nicht platzen, höchstens der Kunde nutzt das Widerrufsrecht und sendet die Ware zurück.
  • Der Kunde geht in Vorleistung, sodass du sicher gehen kannst, dass er über das für die Bestellung benötigte Geld verfügt.

Nachteile von Vorkasse:

  • Für den Kunden selbst ist Vorkasse eine recht ungeliebte Zahlungsart, denn vor allem die Bearbeitungszeit ist im Vergleich zu anderen Zahlungsmethoden sehr lange. Es dauert doch mindestens zwei bis drei Tage, bis die Zahlung beim Shopbetreiber eingeht und solange wird die Bestellung nicht versendet. Gerade heute, wo die meisten Kunden auf schnelle Lieferung setzen, kann Vorkasse schon ein Ausschlusskriterium für so manchen Kunden sein.
  • Dein Kunde muss deinem Shop und dir als Shopbetreiber ein großes Vertrauen entgegenbringen, denn es könnte ja auch sein, dass er nach der Zahlung keine Ware erhält, das gezahlte Geld wäre verloren.
  • Bei Vorkasse kann es des Öfteren passieren, dass der Kauf abgebrochen wird. Das muss jetzt nicht der Online-Bestellprozess sein, sondern der Kunde vergisst ganz einfach die Bestellung oder überlegt es sich an den folgenden Tagen anders und bezahlt nicht.

Als Fazit bleibt: Vorkasse ist für Shopbetreiber sehr attraktiv, für Kunden überhaupt nicht. Daher solltest du deinen Kunden einen Vorteil bieten, damit sie diese Zahlungsoption wählen, beispielsweise einen Preisnachlass von ein paar (vielleicht 3?) Prozent.

Vorkasse sollte nur eine ergänzende Zahlungsoption sein, neben weiteren, die wohl auch für den Kunden bequemer sind. Wer ausschließlich auf Vorkasse setzt, vergibt sehr viel Umsatz-Potenzial.

WooCommerce: In WooCommerce ist Vorkasse mit der Bezeichnung „Überweisung“ standardmäßig in den Bezahlvorgang integriert.

Allerdings lässt sich mit Vorkasse automatisch kein Preisnachlass mit den WooCommerce-Bordmitteln auslösen.

Kauf auf Rechnung

Zahlung auf Rechnung ist bei Kunden die bei weitem beliebteste Zahlungsmethode in Online-Shops (nach ibi research führt sie mit 43 Prozent). Verständlicherweise, denn man muss für den Kauf  nicht in Vorlage gehen, sondern bekommt erst die Ware und dann steht die Zahlung an.

Was die technische Umsetzung angeht, gleicht diese Zahlungsart der Vorkasse. Es muss Geld per Online-Banking auf das Konto des Online-Shops überwiesen werden. Was Vorkasse und Rechnung unterscheidet, ist der Zeitpunkt der Überweisung.

Weil die Kunden die Ware nach Erhalt bezahlen müssen, braucht man im Bezahlvorgang keine Informationen zur Zahlung anzuzeigen. Auf welches Konto das Geld zu überweisen ist, wird dem Kunden beim Erhalt der Ware auf der Rechnung mitgeteilt.

Vorteile von Kauf auf Rechnung:

  • Der Kunde braucht sich keine Sorgen um die Seriosität des Händlers zu machen. Wird einem die Ware nicht geliefert, hat man sie wenigstens auch nicht bezahlt, was zu keinem finanziellen Schaden führt.
  • Ebenfalls praktisch: Man muss als Kunde keine sensiblen Bankdaten im Bestellprozess angeben.
  • Gefällt die Ware nicht, kann der Kunde sie an den Händler zurücksenden und braucht nicht darauf zu achten, dass ihm der Kaufpreis zurücküberwiesen wird.
  • Ein Vorteil der Zahlung auf Rechnung ist die geringe Abbruchquote beim Bestellprozess, auch das gilt es zu bedenken, wenn Risiken und Vorteile gegeneinander abgewogen werden.
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Nachteil von Kauf auf Rechnung:

  • Ganz anders sieht es bei den Online-Händlern aus. Sie befürchten bei der Zahlungsmethode Kauf auf Rechnung unangenehme und mitunter geschäftsgefährdende Zahlungsausfälle. Ist die Ware mal versendet und der Kunde zahlt nicht, wird es sehr schwierig bis unmöglich, noch an das Geld zu kommen.

Um einen erhöhten Zahlungsausfall durch die Zahlungsart Rechnung zu vermeiden, sollte man daher besser auf einen Payment-Provider wie beispielsweise Billsafe zurückgreifen. Als Online-Händler tritt man die Forderungen an den Payment-Provider ab, der schließlich für das Risikomanagement und das Inkasso verantwortlich ist. Dafür werden für den Händler natürlich Gebühren fällig.

Wie hoch die Gebühren ausfallen, hängt von dem jeweiligen Payment-Provider, der Branche, den Produkten und der Zielgruppe ab, daher lohnt es sich, vorab einen Leistungs- und Kostencheck bei unterschiedlichen Anbietern durchzuführen. Normalerweise belaufen sich die Transaktionskosten im niedrigen bis mittleren einstelligen, im schlechtesten Fall im hohen einstelligen Prozent-Bereich.

Was man als Online-Händler auch machen kann, um die Zahlungsausfälle zu reduzieren, ist eine Bonitätsprüfung. Dabei erhältst du die Wahrscheinlichkeit eines Zahlungsausfalls in Form eines Scoring-Wertes und du kannst entscheiden, bis zu welcher Höhe du den Versand per Rechnung zulassen willst. Allerdings ist diese Prüfung keine hundertprozentige Garantie, dass wirklich gezahlt wird, das Risiko lässt sich damit etwas reduzieren.

Wie die Nutzung eines Payment-Providers ist eine Bonitätsprüfung mit laufenden Kosten verbunden, d. h. die Zahlung auf Rechnung erzeugt bei dir als Händler Transaktionskosten.

Als Fazit bleibt: Falls die Transaktionskosten des Payment-Providers deinen Gewinn nicht sehr stark reduzieren, solltest du die Rechnung als Zahlungsart in deinen Shop aufnehmen.

WooCommerce: In WooCommerce wird die Zahlungsart „Rechnung“ über das Plugin „German Market“ in den Bezahlvorgang integriert. Dabei kann man entscheiden, ob Kauf auf Rechnung für alle User, für registrierte User oder für User, die schon eine Bestellung getätigt haben, zugänglich ist. Auch damit lässt sich das Zahlungsausfallrisiko etwas minimieren.

Lastschrift

Zu den beliebtesten und auch bekanntesten Zahlungsarten im E-Commerce gehört die Zahlung per Lastschrift. Der technische Ablauf ist recht einfach gehalten: Während des Bezahlvorgangs muss der Kunde seine Kontodaten eintragen (Kontoinhaber, IBAN, BIC, Kreditinstitut).

Damit erteilt der Kunde dem Verkäufer die Ermächtigung, das Geld von seiner Bank einzuziehen. Der Abbuchungsvorgang ereignet sich aber nicht während des Online-Kaufes, sondern ist ein nachgelagerter Schritt.

Der Kunde kann nach der Eintragung seiner Bankdaten den Online-Einkauf abschließen.

Die Lastschrift lässt sich vom Händler unterschiedlich durchführen, je nachdem ob er einen Payment-Provider für die Abwicklung nutzt, oder ob er selbst den Prozess vornimmt.

Setzt er einen Payment-Provider ein, braucht er in der Regel nichts mehr weiter zu tun, das Geld wird vom Kundenkonto automatisch abgebucht und dem Händlerkonto gutgeschrieben.

Führt der Händler den Ablauf selbst durch, kann er das im einfachsten Fall über die Online-Banking-Schnittstelle seiner Bank durchführen. Je nach Anzahl der angefallenen Lastschriften ist dies allerdings eine zeitaufwändige und fehleranfällige Tätigkeit, denn wie schnell hat man eine IBAN falsch eingegeben oder irgendwo sonst einen Zahlendreher produziert.

Aus diesem Grund gibt es E-Commerce-Softwarelösungen, die es ermöglichen, die Bestellungen im DTA- bzw. DTAUS-Format zu exportieren und die generierte Exportdatei über die Online-Banking-Schnittstelle zu importieren. Danach erfolgt eine Abbuchung, ohne dass weitere Daten einzugeben sind.

SEPA-Lastschriftverfahren

Seit ein paar Jahren gilt das SEPA-Lastschriftverfahren, für das u. a. diese Punkte wichtig sind:

  • Ein SEPA-Lastschriftsmandat ist für den Einzug erforderlich (Der Kunde muss einmalig über die Lastschrift und die Mandatsnummer informiert werden).
  • Es existieren zwei Verfahren: die SEPA-Basislastschrift und die SEPA-Firmenlastschrift.
  • Es werden IBAN und BIC statt Kontonummer und Bankleitzahl angegeben.
  • Es besteht ein Erstattungsanspruch bis zu 8 Wochen nach Belastung – ohne Angabe von Gründen. Dagegen entfällt bei der SEPA-Firmenlastschrift dieser Erstattungsanspruch.

Vorteile von Lastschrift:

  • Zahlreiche Kunden bevorzugen diese Zahlungsart, weil sie einfach und bequem ist, es wird einem der Zahlungsprozess sozusagen abgenommen.
  • Für den Händler fallen bei Vorkasse keine Transaktionskosten an, wenn er sich selbst um den Zahlungseinzug kümmert.

Nachteile von Lastschrift:

  • Für den Online-Händler ist die Zahlung per Lastschrift mit Risiken verbunden, denn es kann ja sein, dass der Kunde das benötigte Geld überhaupt nicht auf seinem Konto hat oder falsche Kontodaten angegeben wurden. Sollte dies der Fall sein, kannst du als Händler zwar den Lastschriftauftrag ausführen, bei fehlender Liquidität erfolgt die Rückbelastung erst ein paar Tage später, und dann ist wahrscheinlich schon die bestellte Ware versendet worden.
  • Außerdem entstehen durch die Rückbelastung dem Händler weitere Kosten, die normalerweise auf den Kunden umgelegt werden müssten.
  • Ein weiteres Risiko von Lastschriftzahlungen: Sie lassen sich vom Kunden sehr einfach wieder rückgängig machen, meist schon über den Online-Banking-Account.
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Daher bietet sich beim Lastschriftverfahren eine Plausibilitäts- bzw. Bonitätsprüfung im Vorfeld an, bei der im ersten Schritt getestet wird, ob die beim Bezahlvorgang eingetragene Adresse überhaupt existiert. Ist die Adresse nicht korrekt eingetragen, lässt sich der Bestellvorgang vom Kunden nicht weiter fortführen.

Die absolute Rettung ist eine solche Prüfung natürlich auch nicht, denn es kann sein, dass über den Kunden keinerlei Informationen vorliegen. Der Bestellende müsste in diesem Fall den Einkauf abbrechen. Auch dieser Faktor ist zu bedenken, wenn du eine Adressvalidierung in deinen Shop einbauen möchtest. Schließlich willst du nicht eine beträchtliche Anzahl von Kunden vergraulen, nur weil die Anschriftsdaten nicht überprüft werden können.

Eine Validierung bzw. Plausibilitätsüberprüfung kann das Risiko einer geplatzten Lastschrift nicht vollständig vermeiden, sondern lediglich reduzieren. Nach der Adressüberprüfung kannst du noch eine Bonitätsprüfung anschließen, die das Ausfallrisiko der Zahlung nochmals minimiert.

Ausschluss von Zahlungsarten aufgrund negativer Bonität

Eine Bontitätsprüfung ist nicht immer zu 100 Prozent korrekt und auch technische Probleme können zu einer Ablehnung führen. So kann es manchen Kunden verärgern, wenn er aufgrund einer schlecht ausfallenden Bonitätsprüfung eine bestimmte Zahlart nicht nutzen kann.

Als Fazit bleibt: Lastschrift bleibt eine bei Kunden stark akzeptierte Zahlungsoption. Wer sie nicht in seinem Shop nicht einsetzen will, sollte Lastschrift eventuell mithilfe eines Payment-Providers anbieten, auch wenn dadurch weitere Kosten anfallen. Ist der Provider zu kostspielig, ist es dann besser, auf Lastschrift zu verzichten.

WooCommerce: Standardmäßig ist diese Zahlungsart in dem WooCommerce-Plugin nicht enthalten. Dafür ist eine Erweiterung nötig, z. B. mit dem Plugin SEPA.net. Transaktionsgebühren fallen bei erfolgreichem Zahlungseingang an, dazu kommt noch eine niedrige monatliche Grundgebühr. SEPA.net setzt für die Validierung eine TAN-Nummer ein, die über das Handy angefordert wird.

Kreditkarte

Kreditkartenzahlung gehört mittlerweile zu den beliebtesten Zahlarten im Online-Handel, auch in Deutschland. In den Vereinigten Staaten gilt die Kreditkarte als Zahlungsart Nr. 1, bei uns gehört sie zu den Top Five.

Wenn der Kunde mit Kreditkarte (also mit American Express, Visa- oder Mastercard) bezahlt, dann braucht er beim Check-out im Online-Shop nur wenige Daten einzutragen: Kreditkartennummer, Inhaber der Kreditkarte, Ablaufdatum und Prüfnummer.

Nach der Eingabe werden die Daten an das Kreditkarteninstitut versendet und überprüft, ob sie – vor allem Ablaufdatum und Prüfnummer – korrekt sind, damit eine Abbuchung des Rechnungsbetrags stattfinden kann.

Vorteile von Zahlung mit Kreditkarte:

  • Wer in seinem Shop international verkaufen will, kommt um die Kreditkarte kaum herum, denn sie ist in vielen Ländern als bevorzugtes Zahlungsmittel weit verbreitet.
  • Kreditkartenzahlung hat einen hohen Automatisierungsgrad beim Zahlungsablauf, d. h. der Händler muss selbst nicht eingreifen und hat damit keinen Arbeitsaufwand.
  • Es finden beim Bezahlvorgang wichtige Prüfungen wie Richtigkeit der Daten und Liquidität statt, d. h. der Kunde kann nur mit seiner Kreditkarte einkaufen, wenn die Karte belastet werden kann.
  • Kunden nutzen diese Zahlungsart auch gerne bei für sie noch unbekannten Online-Shops, denn da die Zahlung problemlos wieder aufgehoben werden kann, ist der Einkauf recht risikolos.

Nachteile von Zahlung mit Kreditkarte:

  • Um die Zahlungsart in den Online-Shop einzubinden, musst du einen Payment-Provider nutzen, für den Kosten pro Transaktion anfallen. Dafür hast du keinen weiteren Aufwand mehr, was die ganze Zahlungsabwicklung angeht.
  • Nicht jeder Kunde besitzt eine Kreditkarte, d. h. die Zahlungsart kann nicht von jedem genutzt werden.
  • Die Kreditkartennummer kann geklaut sein: Gerade im Bereich der internationalen Geldwäsche wird mit gestohlenen Kreditkarten bezahlt.
  • Die Zahlung mit Kreditkarte lässt sich sehr einfach wieder rückgängig machen (wie auch bei Lastschrift). So kann es sein, dass die Ware versendet wurde, aber die Zahlung noch platzt.

Was die Sicherheit der Kreditkartenzahlung angeht, gibt es seit einiger Zeit für den Kunden die Möglichkeit, bei seinem Payment-Provider 3D Secure zu aktivieren. Mit diesem Prüfmechanismus muss nach der Eingabe der üblichen Kreditkartendaten ein selbst festgelegtes Passwort eingegeben werden, um den Bestellprozess abzuschließen. Dieses Kennwort ist nur dem Kunden bekannt und zeichnet ihn als rechtmäßigen Kartenbesitzer aus.

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Als Fazit bleibt: Da die Kreditkarte zu den beliebtesten Zahlungsarten zählt (und ganz besonders bei ausländischen Kunden), gehört sie zu einem perfekten Bezahl-Mix im Online-Shop. Wer die bestellte Ware schnell ausliefern will, setzt ebenfalls auf Kreditkartenzahlung.

WooCommerce: Um diese Zahlungsart in den WooCommerce-Shop zu integrieren, ist – wie schon oben erwähnt – ein Payment-Provider nötig. Ein empfehlenswerter wäre heidelpay. Das Unternehmen bietet mehr als 200 Zahlungsarten an, sodass man nicht unbedingt mehrere Payment-Provider für unterschiedliche Zahlungsarten in seinem Online-Shop einsetzen muss, sondern sich auf einen beschränken kann. Vorher sollten allerdings die Transaktions- und weiteren Kosten verglichen werden.

Nachnahme

Die Zahlung per Nachnahme kommt noch aus der Zeit, als Online-Shopping kein großes Thema war. Viele Kataloge haben diese Zahlungsmöglichkeit angeboten.

Dabei läuft der Zahlungsprozess so ab: Der Kunde bezahlt bei der Paketübergabe die Rechnung plus eine Nachnahmegebühr des Händlers und die Servicegebühr des Versanddienstleisters (wie bei DHL).

Vorteile von Nachnahme:

  • Der Kunde kann sicher sein, dass er bei der Zahlung auch die Ware erhält.
  • Die Ware kann schneller an den Kunden versendet werden, weil der Händler nicht erst auf den Zahlungseingang warten muss.
  • Der Händler hat die Gewissheit (zumindest in den allermeisten Fällen), dass der Kunde bei Paketannahme auch bezahlt.

Nachteile von Nachnahme:

  • Nachnahme ist teurer als die Zahlungsarten Vorkasse und Rechnung, denn für den Händler fallen Versandkosten und Nachnahmegebühr an, falls die Ware nicht angenommen wird.
  • Der Kunde muss mehr bezahlen, als wenn er per Vorkasse oder per Rechnung bezahlen muss. Im Schnitt kostet die Nachnahmegebühr bei Versand innerhalb Deutschlands 5 Euro, manchmal auch noch mehr.
  • Der Kunde kann die Bestellung nicht auf Vollständigkeit, Richtigkeit und Qualität überprüfen.
  • Aus Versehen kann der Kunde nicht genügend Bargeld im Haus haben.
  • Falls das Paket nicht angenommen werden kann (beispielsweise weil der Kunde nicht da ist), muss der Kunde es in einer Paketniederlassung abholen. Es kann nicht beim Nachbarn abgegeben werden.
  • Oft werden die anfallenden Nachnahmekosten dem Kunden im Online-Shop nicht korrekt mitgeteilt. Es wird nicht genau aufgeschlüsselt, was der Versand kostet und was die Nachnahme. Manche Online-Shops berechnen die 2 Euro Servicegebühr von DHL nicht in den zu zahlenden Betrag, sodass der Bestellwert meist 2 Euro höher ist als angegeben.

Als Fazit bleibt: Generell gilt Nachnahme als eine recht beliebte Zahlungsart bei den Kunden, sodass fast jeder zweite Online-Shop diese Zahlungsoption in seinem Bezahlmix integriert hat. Gerade ältere Kunden werden Nachnahme wählen, wenn sie die Zahlungsart Rechnung nicht in dem Bezahlmix vorfinden.

Ob du Nachnahme als Zahlungsoption anbieten willst, sollte auch von deiner Zielgruppe und deren Durchschnittsalter abhängig gemacht werden.

WooCommerce: Diese Zahlungsart ist im WooCommerce-Shop standardmäßig integriert. Unter WooCommerce – > Einstellungen -> Kasse -> Per Nachnahme solltest du die kompletten Nachnahmekosten in das Feld Service-Gebühr eintragen. Wie sich die Kosten genau zusammensetzen, kannst du deinen Kunden über die Felder Beschreibung und Anweisungen detailliert mitteilen. Problematisch dürfte es werden, wenn du mehrere Versanddienstleister einsetzt, und einer eine Service-Gebühr erhebt und der andere nicht.

Wer eine prozentuale Nachnahmegebühr auf den Bestellwert berechnen will, muss zu einem Plugin greifen: WooCommerce Pay for Payment.

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Ausblick: In dem zweiten Artikelteil gehe ich auf weitere wichtige Zahlungsarten für Online-Shops ein, wie  u. a. PayPal, Sofortüberweisung, Ratenzahlung und PayDirekt.