Ver­gan­ge­nes Jahr hat Shop­be­trei­ber-Blog eine Lis­te mit deut­schen Online-Shops ver­öf­fent­licht, die alle auch auf Face­book mit einer Fan­sei­te ver­tre­ten sind.


Ich selbst habe auf mei­nem Blog vor eini­gen Wochen über die Mög­lich­keit berich­tet, einen Online-Shop in sei­nen Fan­sei­ten-Bereich zu inte­grie­ren. Dazu hat­te ich ver­schie­de­ne inter­na­tio­na­le Anbie­ter von Face­book-Shop­lö­sun­gen vor­ge­stellt.

Weil es mich inter­es­siert hat, ob die­se deut­schen Online-Shops in ihrer Face­book-Fan­sei­te auch einen Shop in ihrem Fan­sei­ten-Bereich inte­griert haben, schau­te ich mir die­se Lis­te auf die­ses Kri­te­ri­um hin mal genau­er an.

Als Fazit kann ich fest­stel­len, dass unge­fähr 25 Pro­zent die­ser Shop­be­trei­ber eine Shop­lö­sung in Face­book benut­zen.

Den­noch will ich die­sen Wert nicht als reprä­sen­ta­tiv bezeich­nen, denn ich habe ja nur eine klei­ne Aus­wahl an Online-Shops getes­tet, außer­dem waren in die­ser Lis­te nicht vie­le gro­ße bekann­te Online-Shops ent­hal­ten.

Den­noch kann man sagen, dass F‑Commerce noch gro­ßen Ent­wick­lungs­spiel­raum bei vie­len deut­schen Online-Shops hat.

Verschiedene Shoplösungen

Eini­ge der Shop­lö­sun­gen auf Face­book, die von den Online-Shop­be­trei­bern ein­ge­setzt wer­den, stam­men von Payv­ment, einem ame­ri­ka­ni­schen Anbie­ter, der ein Face­book-Shop­tool in der Basis­ver­si­on kos­ten­los zur Ver­fü­gung stellt.

Ande­re Online-Shops, die ihre Pro­duk­te haupt­säch­lich auf dem Krea­tiv-Markt­platz Dawan­da ver­kau­fen, nut­zen auch einen Dawan­da-Shop auf Face­book. Dawan­da bie­tet ja für sei­ne Ver­käu­fer­kun­den ver­schie­de­ne inter­es­san­te Tools an, dar­un­ter eine iPho­ne-App sowie eine Face­book-App.

Eine wei­te­re Face­book-Shop­lö­sung, die ich bis­her noch nicht kann­te und die ich in der Lis­te mehr­mals antraf, ist die von smatch. Smatch ist eine gro­ße Pro­dukt­such­ma­schi­ne für die Berei­che Mode, Life­style und Woh­nen. Sie bie­tet ihren Part­nern, also Händ­lern, die ihre Pro­duk­te auf smatch prä­sen­tie­ren wol­len, wei­te­re Koope­ra­ti­ons­mög­lich­kei­ten an, dar­un­ter auch einen Face­book-Online-Shop. Sogar gro­ße Online-Shops wie Zalan­do und but­lers nut­zen die­se Lösung.

Ande­re wie­der­um ver­wen­den eine eBay-Items-Lösung oder set­zen eine selbst ent­wi­ckel­te Shop­lö­sung ein.

Was ich mir auch ange­se­hen habe, ist der Check­out-Pro­zess, der meist auf der exter­nen Online-Shop­si­te und nicht auf dem Face­book-Shop abge­schlos­sen wird. Hat man ein Pro­dukt in den Waren­korb gelegt und star­tet den Bestell- bzw. Kauf­pro­zess, bleibt man nicht auf dem Face­book-Shop, son­dern wird wei­ter­ge­lei­tet zum eigent­li­chen Online-Shop des Händ­lers, wo dann die Bestell­da­ten usw. ein­ge­ge­ben wer­den müs­sen. In einem Arti­kel auf All­face­book habe ich vor eini­ger Zeit gele­sen, dass die­ser Ablauf nicht opti­mal und als Kenn­zei­chen eines miss­lun­ge­nen Face­book-Shops zu bewer­ten sei.

Ich selbst wür­de mich an die­sem Bestell­pro­zess nicht stö­ren, wenn ich ein Pro­dukt auf irgend­ei­nem Face­book-Shop kau­fen wür­de. Aber viel­leicht sehen das ande­re etwas kri­ti­scher, vor allem dann, wenn man sich als Online-Shop­per noch nicht so sicher fühlt.

Was auch auf­fiel, ist, dass eini­ge gro­ße Online-Shops ein­fach eine Gra­fik oder einen Screen­shot von ihrem Shop in einen Tab ein­ge­bun­den und mit ihrem Shop ver­linkt haben. Eine ziem­lich simp­le, viel­leicht aber auch effek­ti­ve Lösung.

Attraktive Werbeaktionen statt Facebook-Shop

Ande­re gro­ße Shops wie bei­spiels­wei­se mira­po­do oder brands4friends suchen mehr die Kun­den­kom­mu­ni­ka­ti­on und ‑akti­on. Dazu haben sie auf ihren Fan­sei­ten ver­schie­de­ne inter­es­san­te Aktio­nen lau­fen, wie bei­spiels­wei­se TV-Spot-Karao­ke, wo Face­book-Fans den neu­en TV-Spot von mira­po­do ver­to­nen sol­len und der bes­te dann in einer Face­book-Abstim­mung gewählt wird. Für den Gewin­ner gibt es eine Schuh­fla­trra­te im Wert von 1000 Euro. Unter allen ande­ren Abstim­mern wer­den 200 Gut­schei­ne à 20 Euro ver­lost.

Brands4friends hat eine ande­re Fan-akti­vie­ren­de Akti­on lau­fen, die sich Schatz­su­che nennt. Wer Fan der Sei­te wird, hat die Mög­lich­keit, bei der Schatz­su­che (das Auf­fin­den bestimm­ter Hin­wei­se) einen Mode­look sei­ner Wahl im Wert von 100 Euro zu gewin­nen.

Sol­che Aktio­nen kön­nen hin­sicht­lich ihrer Attrak­ti­vi­tät — es gibt schließ­lich was zu gewin­nen — even­tu­ell mehr brin­gen als Pro­duk­te auf der Face­book­sei­te zu ver­kau­fen, vor allem was die Fan­ge­win­nung angeht. Ande­rer­seits kann man bei­des ja auch kom­bi­nie­ren: Gewinn­spie­le plus Shop.

Schlechte Darstellung der Shops

Ich habe mir die Face­book-Shops auf dem Fire­fox-Brow­ser ange­schaut und ich muss­te fest­stel­len, dass man­che Shops von Payv­ment kei­ne Pro­duk­te anzei­gen, wenn man den Shop in Face­book öff­net. Ob das so gewollt ist, wage ich zu bezwei­feln. Ich bin dann Fan der Sei­te gewor­den, weil ich dach­te, der Shop wird erst den Fans gezeigt, das war aber auch nicht der Fall.

Bei smatch wird in dem Shop von but­lers das Sei­ten­lay­out ver­hau­en, weil der Shop wohl zu breit ist und dadurch den Rah­men der Face­book­sei­te sprengt. Dage­gen wird er bei Zalan­do, der ja auch smatch ver­wen­det, kor­rekt ange­zeigt. Also alles in allem noch kein per­fek­ter Zustand.

Fazit

Der F‑Commerce spielt in Deutsch­land noch kei­ne über­ra­gen­de Rol­le bzw. steckt in sei­ner Anfangs­pha­se. Das wird sich in den nächs­ten Mona­ten mit Sicher­heit noch ändern. Vie­le Online-Shops sind wohl gera­de erst dabei, die­sen Ver­triebs­ka­nal für sich zu ent­de­cken und dann auch umzu­set­zen. Die Kos­ten ste­hen da auch im Vor­der­grund, sodass klei­ne Shops zunächst kos­ten­lo­se Shop­lö­sun­gen auf Face­book ein­set­zen.