Online durchstarten: Der E-Commerce bietet Chancen für alle

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Das Internet eröffnet neue Geschäftsmöglichkeiten. Facebook wurde beispielsweise zum Nachrichtenunternehmen, Uber besitzt keine Fahrzeuge und Airbnb keine Wohnräume. Trotzdem erreichten sie gigantische Börsenwerte.

Allein Google erhält täglich rund 6 Milliarden Suchanfragen aus aller Welt und egal wonach man sucht, als Erstes erscheinen die Produktangebote. Nicht zuletzt, weil auch die Suchmaschinen Geld verdienen müssen, hat das Buhlen um Kunden Vorrang vor anderen Ergebnissen.

Der Internethandel wächst unaufhaltsam. Im Jahr 2021 wurden weltweit Waren für 2,2 Billionen (USA: Trillionen) Dollar in digitalen Läden gekauft, davon 74 Milliarden Euro allein in Deutschland, wobei die Pandemie das Kaufverhalten vervielfachte.

Die deutschen Umsatzzahlen verblassen jedoch im internationalen Vergleich. In den USA sind es stattliche 500 Milliarden, in China nahezu    eine Billion Euro. Im Reich der Mitte bestellen sieben von zehn Personen ihre Dinge zum Glücklichsein online, wobei sich auch das chinesische Exportgeschäft mittlerweile in den höchsten Sphären bewegt und stetig ansteigt.

Der Online-Boom geht zu Lasten des stationären Einzelhandels, der zwar insgesamt ein Umsatzwachstum in Höhe von 5,3% verzeichnet, doch jedes dritte Bekleidungs-, Schuh- oder Modegeschäft sowie die Hälfte aller kleinen Läden bangen um ihre Existenz. Energie- und Fixkosten steigen unaufhaltsam.

Jedes vierte Warenhaus meldete zwischen 2019 und 2021 Konkurs an und von den Verbliebenen ringen die meisten um ihr Überleben. Laut Handelsverband befürchten 54% aller stationären Einzelhandelsgeschäfte aufgrund hoher Umsatzverluste und gestiegener Kosten die nahende Insolvenz.

Die Zukunft ist schon online

Familie Otto aus Hamburg erkannte wesentlich früher als andere Unternehmen die Zeichen der Zeit und erreicht heute den zweithöchsten Umsatz nach Amazon. Seinen beliebten Print-Katalog stellte OTTO zwar erst 2018 ein, aber da zählte das Hamburger Versandhaus schon zu den zehn größten Onlinewarenhäusern der Welt.

Zirka 50.000 nationale Ebay- und Amazon-Händler*innen sowie laut Hochrechnung des Statistischen Bundesamtes rund 85.000 weitere Onlineshops teilen sich den „Rest des Kuchens.“ Schon längst verlagerte sich der Wettbewerb von der Straße in die virtuelle Welt. Doch bevor dort das Buhlen um Kunden beginnen kann, bedarf es der Grundsatzentscheidung, überhaupt „online zu gehen“, anschließend folgt die Festlegung des Shopsystems.

Digital unerfahrene Kaufleute tendieren dazu, sich einen vermeintlich individuellen Shop konstruieren und designen zu lassen. Dabei berücksichtigen sie nicht, dass in den elektronischen Läden „unsichtbare“ Technik im Hintergrund reibungslos funktionieren muss.

Selten sind solche im Auftrag eingefügten Programme erweiterungsfähig oder sie eignen sich nicht für Multi- Channel-Vertrieb. Das WWS- oder EPR-System ist das „Herzstück“ aller relevanten Vorgänge. Mit ihnen steht und fällt der kaufmännische Erfolg ebenso, wie mit der individuellen Produktpalette!  Hinzu kommen CRM-Tools für den Kundenumgang sowie für relevante Marketing-Maßnahmen.

Mit der Wahl beginnt die Qual

Heute muss niemand mehr viele Tausend Euro für die Erstellung eines Onlineshops bezahlen. Weit mehr als 100 Anbieter stehen mit käuflichen oder Mietprogrammen zur Verfügung.

„Magento“, „Shopware“, „Shopify“, „Droptienda“, „Gambio“ und einige andere sind die meist verkauften oder verpachteten Lösungen, mal mit und mal ohne Umsatzbeteiligung.

Überwiegend handelt es sich um komplexe Softwarepakete, die nicht alle in die Rubrik

„selbsterklärend“ gehören. Davon abgesehen sind einige der Shops ohne Anpassungen für den

deutschen Markt nicht geeignet und nur eine Marke bietet fundierten deutschsprachigen Service per Telefon oder Chat an. Zum breiten Angebot kommen die „Baukästen“ von Wix, Jimdo, Ionos und so weiter hinzu. Wer die Wahl hat, hat die Qual.

Nirgendwo anders trifft das Sprichwort so treffend zu wie im E-Commerce. Manchmal ist das erforderliche Warenwirtschaftssystem schon integriert, aber nicht selten erfordert die Anpassung des eigenen elektronischen Ladens Software- und Programmierkenntnisse.

Es gibt also sehr viel zu berücksichtigen und der neue Absatzweg sollte vorher genau durchdacht werden. Wie bei der Eröffnung eines stationären Ladenlokals bedarf es einer Wettbewerbsprüfung: Was will ich verkaufen und mit welchen Argumenten? Habe   ich ein Nischenprodukt, etwas Außergewöhnliches oder will ich durch Massenverkauf auf die Straße des Erfolgs? National oder international?

Vor der Auswahl des Shops muss man sein digitales Geschäft planen und prüfen, welche Kriterien relevant sind. Ein wichtiger Punkt sind neben deutschem Service die Rahmenbedingungen zur Einbindung in große Portale wie Otto, Ebay, Amazon und viele mehr. Und eine weitere Überlegung empfiehlt sich: Will ich ein Warenlager finanzieren oder starte ich als Dropshipping- Firma?

Mit der modernen Form des historisch gewachsenen Streckengeschäfts sind keine finanziellen Risiken verbunden und ich kann Produkte einfach „auszuprobieren“, was läuft gut und       was nehme ich wieder aus dem Sortiment? Learning by doing ohne nennenswerte Kosten.

Lieferantenverzeichnisse sind online verfügbar. Einige Shopsysteme liefern solche Listen oder Zugänge gleich mit. Doch mit ihnen sind zwei Nachteile verbunden: Zum einen kann jede/r Interessierte darauf zugreifen, wodurch die Sortimente schon seit Jahren in vielen Shops angeboten werden und zum anderen stammen nicht wenige Artikelangebote aus China.

Alibaba und seine 1000 Händler/innen finden sich nahezu überall mit preislich verlockenden Waren. Davor kann man nicht genug warnen. Zum einen ist vieles chinesischer Murks, den die Welt nicht braucht und zum anderen sind mit asiatischen Herstellern weitere Fallstricke verbunden: Keine europäischen Normen, der Zoll lässt nicht alles reibungslos ins Land.

Zudem besteht die Gefahr gefälschter Zertifikate und Fake-Stempel und oder falsche Angaben, was den Verbraucherschutz infrage stellt. Als Verkäufer/in wird man jedoch zur Verantwortung gezogen.

Während Blogs und Vertriebsagenturen für shopify, bigbuy, oberlo und einige andere solche Lieferantenlisten zum Kauf oder gegen Mitgliedsgebühren anbieten, ist das größte Beschaffungsnetzwerk abseits des Mainstreams ohne öffentlichen Zugang und ohne klangvolle Werbetrommel entstanden.

Der „Droptienda-Marktplatz“ ist diskret, passwortgeschützt und wird von Suchmaschinen nicht gefunden. Das ist gewollt, um die Professionalität zu wahren, denn nur nachweislich erfahrene Händler/innen dürfen sich im Netzwerk der Superlative umsehen und Kontakte knüpfen.

In der entstandenen Community werden zurzeit fast eine Million hochwertige Artikel jeder Art von zuverlässigen europäischen Großhändlern oder Herstellern präsentiert, die sich offensiv oder behutsam diskret nach neuen Absatzpartnern umsehen. So sind alle Kaufleute vor neugierigen Blicken geschützt und es bleibt geheim, wer mit wem kooperiert. Auch etablierte, sehr bekannte Marken finden sich in den Angeboten und ermöglichen exklusive Vereinbarungen.

Multi-Channel-Vertrieb

Der Shop und die ersten Produkte sind vorhanden, jetzt müssen sie nur noch verkauft werden. Das ist nicht nur eine Frage der Promotion, sondern auch der Absatzwege. Der einzelne Shop benötigt einen langen Atem, bis sein aktiver Link und ein Hinweis auf die angebotenen Waren von Google & Co auch ohne Geldleistungen erfasst und platziert werden.

Es empfiehlt sich also die SEO-Arbeit und das „Standing“ großer Shop-in-Shop-Portale zu nutzen. Die Möglichkeiten für den Multi-Channel-Vertrieb sind immens gestiegen. Das eigene Angebot in Marktplätzen wie Amazon, Ebay, Hood oder Etsy einzubinden, beinhaltet einen existenziell wichtigen Schritt.

Die vier genannten Portale sind die bekanntesten und basieren ausschließlich auf dieser Zusammenarbeit. Doch es gibt zwischenzeitlich mehr als 500 Unternehmungen, in denen kleine und mittelständische Läden integriert werden können. Auch hierbei war OTTO mit seinem Otto- Market schneller als andere im Reigen der vielen Marktplätze, die neben den zuvor genannten von Conrad, Hagebau, Kaufland bis Zalando reichen.

Ob stationäres oder digitales Geschäft: Kaufmännisches Denken und betriebswirtschaftliche Grundkenntnisse sollten vorhanden sein. Hinzu kommt der eigene Spaßfaktor: Produkte anbieten, Kundenberatung und Verkauf sollte Freude bereiten.

Der lokale Einzelhandel wird die rasante Talfahrt im Großen und Ganzen bestehen. Doch mit jährlich geringeren Gewinnen treibt der E- Commerce nicht wenige Geschäfte weiterhin in die Insolvenz. Davon abgesehen ist die physische Geschäftseröffnung mit weitaus höheren Kosten verbunden. Demnach ist der Start ins digitale Business nicht nur eine logische Folgerung, sondern von existenzieller Bedeutung. Langfristig führt wohl kein Weg daran vorbei, online zu gehen.

Begriffserklärung:

„Dropshipping“ beinhaltet Angebot und Verkauf von Artikeln, die das verkaufende Unternehmen nicht selbst physisch bereithält. Bei Abschluss eines Kaufs geht die Bestellung zeitgleich an die Lieferanten.

Dort wird der Artikel ohne weitere Verzögerung an die jeweiligen Kunden versendet. Der oder dem Einzelhändler/in obliegt die Rechnungslegung und die Kundenbetreuung. Daher entfallen im DS Investitionen für Warenfinanzierungen und es entstehen keine Lagerkosten. Relevant ist eine passende Softwarelösung für die Partner.

WWS: Warenwirtschaftsprogramm

ERP: „Enterprise Resource Planning“ bezeichnet eine Softwarelösung zur Ressourcenplanung    eines Unternehmens. Sie integriert eine Vielzahl von Geschäftsanwendungen und Betriebsdaten, die in einer zentralen Datenbank verarbeitet und gespeichert werden. Ein gutes ERP-Programm ersetzt mit umfangreicheren Aufgaben eine WWS-Software.

CRM: Customer-Relationship-Management, alles was ein Kundenbeziehungsmanagement, Kundenservice und Marketing beinhaltet.

Droptienda-Marktplatz: Das Beschaffungsnetzwerk ist Droptienda-Shops vorbehalten. Dabei handelt es sich um eine junge, unter anderem deutschsprachige Marke mit Sitz in Spanien, dessen ausgereiftes umfassendes Shopsystem zu den besten und preiswertesten im E-Commerce gehört.


Autorenbox:

Jasmin Hoffmann (28) gründete als Seiteneinsteigerin vier in Folge erfolgreiche E-Commerce- Unternehmen mit Sitz in Spanien. Die gelernte Industriekauffrau aus der Pfalz lebt mit ihrem Lebensgefährten Fabian Siegler auf Mallorca.

Fabian Siegler (33) ist anerkannter Sachverständiger für Internet-Marketing und Dropshipping im Bundesverband Sachverständigen e.V. Seine Bücher wurden allesamt Bestseller und erläutern akribisch detailliert nachvollziehbar den Onlinehandel und das Dropshipping-Geschäft.

Gemeinsam verfügt das Erfolgsduo als Dropshipping-Spezialisten über eine beachtliche Expertise im digitalen Markt.


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