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Auf der Suche nach einem Neben­job im Inter­net blei­ben vie­le bei soge­nann­ten Crowd­wor­king-Platt­for­men hän­gen, auf denen die Bezah­lung zwar sehr gering ist, dafür ein­fa­che Tätig­kei­ten wie Inter­net­re­cher­che, bezahl­te Teil­nah­me an Umfra­gen oder Tex­ter­stel­lung ange­bo­ten wer­den.


Wer nach anspruchs­vol­le­ren Crowd­wor­king-Auf­ga­ben sucht, even­tu­ell im tech­ni­schen Bereich, wird auf den übli­chen Platt­for­men nicht fün­dig.

Wer ger­ne neben­be­ruf­lich tech­ni­schen Sup­port leis­ten möch­te, also ande­ren Men­schen beim Ein­rich­ten von Com­pu­ter, Smart­pho­ne, TV und ande­rer belieb­ter Heim­tech­nik hel­fen will, fin­det mög­li­cher­wei­se auf der Ser­vice Crowd Platt­form Mila inter­es­san­te Auf­trä­ge, die ange­mes­sen ver­gü­tet wer­den.

Ich konn­te mit Fran­zis­ka Hauck, der Com­mu­ni­ty Mana­ge­rin von Mila, ein Inter­view über die Platt­form, die Anfor­de­run­gen an die Ser­vice­an­bie­ter, Ver­dienst­mög­lich­kei­ten und die Auf­trags­ver­mitt­lung füh­ren.

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Viel Spaß beim Lesen!

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Hal­lo Fran­zis­ka. Du arbei­test als Com­mu­ni­ty Mana­ge­rin bei Mila, einer Ser­vice Crowd Platt­form, auf der Per­so­nen mit tech­ni­schen Fähig­kei­ten ver­mit­telt wer­den.

Könntest du die Plattform Mila und ihr Konzept (Stichwort Uberisierung) genauer vorstellen?

Ger­ne! Mila ist eine Ver­mitt­lungs­platt­form für tech­ni­sche Auf­trä­ge rund um TV, Han­dy, Com­pu­ter, Smart Home & Co. Bei uns kön­nen sich Per­so­nen mit hohem tech­ni­schen Wis­sen regis­trie­ren und Men­schen hel­fen, die bei der Ein­rich­tung ihrer Tech­nik selbst nicht wei­ter­kom­men oder ein ande­res Tech­nik­pro­blem haben. Die Auf­trä­ge kom­men direkt aus der Nach­bar­schaft.

Kun­den schät­zen beson­ders die Fle­xi­bi­li­tät der Ser­vice­an­bie­ter auf Mila. Ter­mi­ne kön­nen, anders als beim klas­si­schen Tech­ni­ker, auch auf den Abend oder auf das Wochen­en­de gelegt wer­den. Für Ser­vice­an­bie­ter – wir nen­nen sie Friends – ist die Tätig­keit ein guter Zusatz­ver­dienst, mit etwas, das sie sowie­so schon für Freun­de und Ver­wand­te machen. Die­se Lei­den­schaft zeigt sich in den weit über­wie­gen­den 4- und 5‑S­ter­ne-Bewer­tun­gen, die Kun­den den Friends geben.

Wir sind sozu­sa­gen das Uber oder Airbnb für tech­ni­sche Dienst­leis­tun­gen. Ein­fa­che Buchung, schnel­ler und hoch­qua­li­ta­ti­ver Ser­vice und ein guter Zusatz­ver­dienst für Tek­kies.

Mila Plattform

Welche technischen Fähigkeiten beziehungsweise Kenntnisse sollte der Service-Anbieter mitbringen? Sind Nachweise wie Prüfungen oder Zertifikate nötig?

Voll­jäh­rig­keit und tech­ni­sches Geschick sind die Grund­vor­aus­set­zun­gen für eine Anmel­dung bei Mila. Im Rah­men des Onboar­ding Pro­zes­ses prü­fen wir die Kennt­nis­se der Friends in einem Online-Test und zer­ti­fi­zie­ren für gewis­se Ser­vice­leis­tun­gen, zum Bei­spiel Ser­vices rund um Smart Home.

Inter­es­sen­ten kön­nen sich ein­fach hier regis­trie­ren: https://​www​.mila​.com/​f​r​i​end

Wie sieht der durchschnittliche Verdienst eines Friends aus?

Das hängt von den Auf­trä­gen ab, die man bekommt. Los geht’s ab 25 € für einen klei­ne­ren Ser­vice, und das stei­gert sich dann, je kom­ple­xer es wird. Bei nur 4 Auf­trä­gen im Monat bedeu­tet das schnell mal 150 bis 200 € mehr in der Tasche.

Was ist unter einem Mila Profi (in Abgrenzung zum Friend) zu verstehen?

Wir haben, bis­her nur in der Schweiz, bald in allen Län­dern, Friend und Pro­fi Pro­fi­le. Friends erle­di­gen klei­ne­re und unkom­pli­zier­te Auf­trä­ge. Wenn’s rich­tig schwie­rig wird, rückt der Pro­fi an. So haben Kun­den immer einen schnel­len Hel­fer vor Ort. Als Pro­fis defi­nie­ren wir die­je­ni­gen, die Repa­ra­tu­ren und Instal­la­tio­nen haupt­be­ruf­lich betrei­ben, also meist eine eige­ne Fir­ma haben. Der typi­sche Friend hat einen Haupt­job und erle­digt klei­ne­re Ser­vice­leis­tun­gen im Neben­er­werb.

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Wie viele Aufträge werden monatlich vermittelt?

Wir sind im Moment bei meh­re­ren Tau­send Auf­trä­gen, die wir monat­lich an Friends ver­mit­teln. Mit stei­gen­der Ten­denz. Aktu­ell bau­en wir dazu die Infra­struk­tur mit star­ken Part­nern wie Con­rad und inno­gy (RWE) auf.

Wie du sagst, kooperiert Mila mit großen Technikunternehmen wie Conrad, Swisscom oder Vodafone. Wie gestaltet sich diese Zusammenarbeit genau?

Es gibt als Part­ner zwei Mög­lich­kei­ten, „ange­bun­den“ zu wer­den. Wenn die Auf­trä­ge zahl­reich und sehr unter­neh­mens­spe­zi­fisch sind, dann bau­en wir eine eige­ne Friends Com­mu­ni­ty zu die­sem Unter­neh­men auf – mit indi­vi­du­el­ler Kom­mu­ni­ka­ti­on und eige­nen Events. Unse­re Friends sind damit sehr nahe am Unter­neh­mens­ge­sche­hen dran und erfah­ren zum Bei­spiel über den News­let­ter von Pro­dukt­neu­hei­ten.

In ande­ren Fäl­len stel­len wir Unter­neh­men eine API-Schnitt­stel­le zur Ver­fü­gung. Kun­den kön­nen dann ganz ein­fach über die­se Wei­ter­lei­tung Auf­trä­ge ein­spei­sen und von dem Know-how der gesam­ten Mila Crowd pro­fi­tie­ren.

Wie läuft die Vermittlung zwischen Serviceanbieter (dem sogenannten Friend) und einem Service Suchenden genau ab?

Ein Kun­de – er kommt über ein Part­ner­un­ter­neh­men oder direkt auf mila​.com bezie­hungs­wei­se in unse­re App – bucht ein Ser­vice­pa­ket. Um die­sen Pro­zess leicht zu machen, haben wir für Kun­den ver­schie­dens­te Pake­te geschnürt, aus denen sie aus­wäh­len kön­nen. Zum Bei­spiel eine Feh­ler­be­he­bung beim Mac oder die Instal­la­ti­on eines WLANs.

Der Auf­trag wird dann an vier Friends in der Nähe über unse­re App geschickt. Der ers­te, der zusagt, bekommt den Auf­trag und setzt sich inner­halb von 12 Stun­den mit dem Kun­den in Ver­bin­dung. Friend und Kun­de ver­ein­ba­ren indi­vi­du­ell einen Ter­min, der bei­den gut passt. Sobald der Friend den Auf­trag vor Ort erle­digt hat, kann er den Auf­trag abschlie­ßen und sich vom Kun­den bewer­ten las­sen.

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Wie läuft der Bezahlungsprozess ab? Gibt es verschiedene Zahlungsoptionen?

Ja, man kann als Kun­de per Kre­dit­kar­te, vor Ort (mit Kre­dit­kar­te oder in bar) und per Rech­nung zah­len. Für die Kre­dit­kar­ten­zah­lung arbei­ten wir mit nam­haf­ten Part­nern wie Stri­pe und SumUp zusam­men. Dies ermög­licht Friends eine unkom­pli­zier­te Abrech­nung.

Mila wird in fünf verschiedenen Sprachen angeboten: Deutsch, Englisch, Französisch, Italienisch und Polnisch. Heißt das, dass Mila auch in anderen Ländern Europas betrieben wird und man als Serviceanbieter an internationale Einsätze rankommt (vor allem in Grenzregionen)?

Wir sind aktu­ell in der Schweiz, Deutsch­land und Polen ver­tre­ten. Dem­nächst kommt Öster­reich hin­zu. Und natür­lich wol­len wir auch in wei­te­re Län­der – was Uber und Airbnb kön­nen, das geht auch mit Mila ;-)

Die Auf­trä­ge wer­den aber natür­lich immer lokal ver­teilt, um Kun­den einen schnel­len Vor-Ort-Ser­vice zu bie­ten.

Ich kann mir vorstellen, dass der Service hauptsächlich in städtischen Gebieten genutzt wird. Lohnt es überhaupt, sich als technischer Supportler auf Mila einzutragen, wenn er aus einer ländlichen Region stammt (so wie ich beispielsweise)? Wie lang ist die durchschnittliche Anfahrtszeit eines Friends zu einem Kunden (wenn er vor Ort verlangt wird)?

In der Schweiz, wo wir gestar­tet sind, haben wir mitt­ler­wei­le in fast jedem klei­ne­ren Ort einen Friend. Das glei­che möch­ten wir natür­lich auch in Deutsch­land errei­chen. Vor­erst gibt es haupt­säch­lich in den städ­ti­schen Gebie­ten Auf­trä­ge, aber wir arbei­ten dar­an, dass die Abde­ckung Stück für Stück auf alle Regio­nen aus­ge­dehnt wird.

Dadurch, dass die Friends aus der Nach­bar­schaft kom­men, ist die Anfahrts­zeit gering bis gar nicht vor­han­den. In Ber­lin fährt ein Friend sel­ten mehr als 4 – 5 Sta­tio­nen mit der U‑Bahn, in der Schweiz erle­di­gen Friends oft Auf­trä­ge in ihren Hei­mat­dör­fern.

Zum Schluss noch: Was ist deine Aufgabe als Community Managerin?

Als Com­mu­ni­ty Mana­ge­rin bin ich Ansprech­part­ne­rin und Sprach­rohr der Com­mu­ni­ty. Ich infor­mie­re die Friends mit­hil­fe unse­res News­let­ters, mode­rie­re unser Forum und ent­wick­le Stra­te­gien, mit denen sich Friends bes­ser unter­ein­an­der ver­net­zen. Außer­dem orga­ni­sie­re ich unse­re Mila Events sowie die Com­mu­ni­ty Events, die wir zusam­men mit unse­ren Part­ner­un­ter­neh­men anbie­ten.

Mei­ne span­nends­te Auf­ga­be bis­her ist aber der Auf­bau unse­rer Crowd, das heißt die Gewin­nung von Friends an neu­en Orten bezie­hungs­wei­se für neue Part­ner­un­ter­neh­men. Und für Friends habe ich natür­lich jeder­zeit ein offe­nes Ohr!

Fran­zis­ka, vie­len Dank für das infor­ma­ti­ve Inter­view und ich wün­sche dir wei­ter­hin viel Erfolg bei Mila.