Wer sich selbständig macht und damit gerade am Anfang der Existenzgründung steht, muss bei seiner privaten und beruflichen Absicherung erst einmal Kompromisse machen. D. h. man schließt zuerst die wichtigsten Versicherungen ab und die weniger wichtigen kommen mit der Zeit dazu, wenn sich die finanzielle Situation stabilisiert hat.


Allerdings solltest du mit den weiteren Versicherungen nicht allzu lange warten, damit für dich keine Nachteile entstehen, wie beispielsweise bei der privaten Rentenversicherung. Je älter du bist, desto höhere Beiträge musst du zahlen, um am Ende eine attraktive Rente zu erhalten.

Außerdem gibt es Pflichtversicherungen wie beispielsweise die Krankenversicherung, die jeder – auch Existenzgründer – haben muss. Viele junge Selbständige informieren sich zuerst auf den unterschiedlichsten Websites, welche Versicherungen sie benötigen und welche sinnvoll sind und verlieren schnell mal den Überblick in den ganzen Versicherungstipps und -empfehlungen, sodass oft gar nichts mehr hinsichtlich des Versicherungsschutzes getan wird.

Am besten gehst du an die ganze Sache systematisch heran. Krankenversichert müssen du und auch deine Familienmitglieder sein, so bist du in diesem Bereich schon mal grundlegend abgesichert. Dann solltest du allerdings Schwerpunkte setzen.

Schwerpunkte setzen

Die weiteren wichtigen Versicherungen sind eine private Haftpflichtversicherung, die meistens sehr günstige Tarife hat, eine private Rentenversicherung für die finanzielle Absicherung im Alter und eine Berufsunfähigkeitsversicherung, falls du irgendwann nicht mehr arbeitsfähig sein solltest. Überlege, welche Risiken bei dir besonders groß sind, gegen die du dich absichern solltest.

Verschiedene Angebote vergleichen

Versicherungen unterscheiden sich bei Leistungen, Bedingungen und Tarifen. Daher solltest du nicht gleich die erstbeste Versicherung abschließen, sondern mehrere Angebote einholen und vergleichen. Das ist zwar zeitaufwändig, aber letztendlich kann der Vergleich dir viel Geld sparen.

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Welche Leistungen sind für dich wichtig, welche weniger? Nicht benötigte Leistungen solltest du auch nicht mit in die Versicherungspolice aufnehmen, denn das schlägt sich auf die Versicherungspreise nieder.

Beratung suchen

Gerade „große“ Versicherungen wie die private Rentenversicherung oder Berufsunfähigkeitsversicherung sollte man nicht spontan abschließen. Lasse dich nach den ersten Angeboten besser von einem unabhängigen Versicherungsmakler beraten, damit du das bestmögliche für dich aus den Versicherungen und Versicherungsleistungen herausholst.

Gesetzliche oder private Krankenversicherung

Bist du in der gesetzlichen Krankenversicherung versichert, dann solltest du nicht gleich in der ersten Phase der Selbständigkeit einen Wechsel in die private Krankenversicherung planen, es sei denn, du verdienst wirklich sehr gut und die Einnahmen sind stabil. Auch wenn die PKV mit günstigen Einsteigertarifen locken, so günstig bleiben sie meistens nicht und ein Wechsel in die GKV ist dann kaum mehr möglich.

Gesetzliche Rentenversicherung

Auch hier solltest du vorher abwägen, ob du weiter in die gesetzliche Rentenversicherung als Selbständiger einzahlen willst oder nicht. Warst du viele Jahre als Angestellte/r tätig und hast damit schon einige Zeit Beiträge in die gesetzliche Rentenversicherung gezahlt, dann solltest du dich mit dem Rententräger in Verbindung setzen und auch deren Argumente in deine Entscheidung mit einbeziehen. Denn verlässt du die gesetzliche Rentenversicherung, kannst du deine erworbenen Anwartschaften verlieren.

Lange Vertragslaufzeiten vermeiden

Lange Vertragslaufzeiten solltest du möglichst umgehen. Außer bei der Lebens- und Berufsunfähigkeitsversicherung, die natürlich lange Laufzeiten haben, sollten die anderen Versicherungen nur eine Laufzeit von einem Jahr haben. Denn entdeckst du irgendwann ein günstigeres Versicherungsangebot, dann hast du bei langen Laufzeiten keine Chance, die Versicherung zu wechseln.

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Auf korrekte Antragstellung achten

Wenn du den Vertrag ausfüllst, achte darauf, alle Felder auszufüllen. Fehlende Angaben können sich zu deinem Nachteil entwickeln. Du musst für alle fehlenden oder falschen Angaben selbst haften. Außerdem kann bei Unwahrheit die Versicherungsleistung ausfallen.

 

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