Grünes Home-Office: Informationen und Quellen zu einem (fast) ökologisch korrekten Büro

Res­sour­cen scho­nend leben und arbei­ten, das ist schon lan­ge kei­ne kur­ze Mode­er­schei­nung mehr, son­dern ver­ant­wor­tungs­vol­les Ver­hal­ten gegen­über unse­rer Umwelt und unse­ren Mitmenschen.

Wer dar­auf ach­tet, dass er in sei­nem täg­li­chen Leben (und dazu gehört schließ­lich auch das Arbeits­le­ben) lang­le­bi­ge und recy­cel­ba­re Mate­ria­li­en und Möbel ver­wen­det sowie Öko-Strom ver­braucht, sorgt dafür, dass das Treib­haus­gas CO₂ weni­ger pro­du­ziert wird, ein­mal weil durch lang­le­bi­ge Gegen­stän­de weni­ger indus­tri­ell her­ge­stellt wird und damit weni­ger Ener­gie und Was­ser ver­schwen­det werden.

Grünes Home-Office: Schwieriger als gedacht

Außer­dem ist es auch wich­tig, dar­auf zu ach­ten, wo die ein­zel­nen im All­tag ver­wen­de­ten Pro­duk­te her­ge­stellt wer­den, denn Waren, die im asia­ti­schen Raum pro­du­ziert wer­den, wer­den oft unter men­schen­un­wür­di­gen Bedin­gun­gen hergestellt.

Ich selbst ach­te beim Ein­kauf von Pro­duk­ten — sei es Möbel, Büro­ar­ti­kel, Elek­tro­ge­rä­te, Klei­dung oder Lebens­mit­tel — nur teil­wei­se auf öko­lo­gisch kor­rek­te Ware. Das muss ich ehr­lich zuge­ben. Ein­mal weil es meist einen grö­ße­ren Auf­wand bedeu­tet, Bio­wa­re ein­zu­kau­fen (auch die Kos­ten sind oft höher) und weil sich natür­lich eine gewis­se Bequem­lich­keit ins Leben ein­ge­schli­chen hat, die man nur schlecht wie­der abstel­len kann.

Da ich selbst von Zuhau­se, also in einem Home-Office, arbei­te und mir schon häu­fi­ger Gedan­ken gemacht habe, doch mehr auf res­sour­cen­scho­nen­de Pro­duk­te zu ach­ten, habe ich mich ent­schlos­sen, mein Home-Office unter öko­lo­gi­schen Gesichts­punk­ten zu betrach­ten und fest­zu­stel­len, wo man öko­lo­gisch nach­bes­sern kann und wie.

Was muss ich also umset­zen, damit mein Home-Office den Namen „Grü­nes Office“ ver­dient und geht das wirk­lich so einfach?

Fol­gen­de Punk­te habe ich mir dabei genau­er betrachtet:

  • Büro­mö­bel und Teppich
  • Beleuchtung/​Künstliches Licht
  • Büro­ma­te­ri­al (Stif­te, Papier und Co.)
  • Post­sen­dun­gen
  • Strom
  • Büro­elek­tro­nik wie PC und Dru­cker sowie Handys

Zu jedem der auf­ge­führ­ten Punk­te wer­de mei­ne Aus­gangs­si­tua­ti­on schil­dern (also den Ist-Zustand) und dann im Inter­net recher­chie­ren, was es als öko­lo­gisch kor­rek­te Alter­na­ti­ve zu den kon­ven­tio­nel­len Pro­duk­ten gibt — falls es wel­che gibt.

Also fan­ge ich mal an.

Nachhaltige Büromöbel und Teppiche

Büromöbel

Mei­ne Büro­mö­bel — Schreib­tisch und Stuhl habe ich im kon­ven­tio­nel­len Han­del gekauft, der Büro­stuhl besteht zum größ­ten Teil aus Kunst­stoff und Poly­es­ter. Mein Schreib­tisch ist aus Holz, aller­dings nicht aus nach­hal­ti­ger Forst­wirt­schaft, und auch nicht aus Mas­siv­holz. Genau­so wenig sind die Rega­le und der Büro­schrank aus Res­sour­cen scho­nen­der Produktion.

Gene­rell heißt es ja, dass öko­lo­gisch kor­rek­te Möbel aus Roh­stof­fen her­ge­stellt wer­den sol­len, die nach­wach­sen, wie bei­spiels­wei­se Holz, oder zumin­dest recy­cel­bar sind oder aus recy­cel­ten Stof­fen pro­du­ziert wur­den. Das sind mei­ne Möbel nicht.

Doch es gibt auch öko­lo­gisch kor­rek­te Gegen­ent­wür­fe zu mei­nen Möbeln. So stellt z. B. die Fir­ma Steel­ca­se einen Büro­stuhl her, des­sen Bezugs­stoff voll­stän­dig kom­pos­tier­bar ist, und auch die ande­ren Stuhl­tei­le kön­nen recy­celt und wie­der­ver­wen­det werden.

Der Stuhl hat eine Crad­le-to-Crad­le-Pro­dukt­zer­ti­fi­zie­rung, d. h. er kann fast kom­plett recy­celt wer­den, womit Abfall so gut wie ver­mie­den wird.

Das Crad­le-to-Crad­le-Prin­zip wird auf Wiki­pe­dia fol­gen­der­ma­ßen zitiert:

„Das Crad­le to Crad­le-Kon­zept (engl., dt. sinn­ge­mäß Von der Wie­ge zur Wie­ge) beschreibt eine Form zykli­scher Res­sour­cen­nut­zung, in dem Pro­duk­ti­ons­wei­sen am Erhalt geschöpf­ter Wer­te aus­ge­rich­tet sind.

Ana­log dem Nähr­stoff­zy­klus der Natur, in dem “Abfäl­le” eines Orga­nis­mus von einem ande­ren genutzt wer­den, sol­len in der Pro­duk­ti­on Mate­ri­al­strö­me so geplant wer­den, dass Abfäl­le sowie eine inef­fi­zi­en­te Nut­zung von Ener­gie ver­mie­den wer­den. Das Crad­le to Crad­le-Kon­zept wur­de 2002 von Micha­el Braun­gart und Wil­liam McDo­nough entwickelt.“

Edle Öko-Möbel — dar­un­ter auch Büro­schreib­ti­sche — fin­det man auch im Online-Shop von Green Living. Wei­te­re Online-Anbie­ter von öko­lo­gisch kor­rek­ten Büro­mö­beln sind Avo­ca­dos­to­re, Wasch­bär und Memo.

Wer sein Büro öko­lo­gisch nach­hal­tig ein­rich­ten will, muss nun nicht gleich alles weg­wer­fen und Möbel mit ent­spre­chen­den Öko-Zer­ti­fi­zie­run­gen kau­fen. Denn ein­mal sind Möbel, die nicht mehr pro­du­ziert wer­den müs­sen (also Möbel, die man schon hat), immer noch öko­lo­gi­scher als die umwelt­freund­lichs­ten her­ge­stell­ten Möbel.

Daher ist es auch wich­tig, auf gute Qua­li­tät und Lang­le­big­keit sei­ner Büro­ein­rich­tung zu ach­ten, und dass man sie bei Ver­schleiß auch gut repa­rie­ren bzw. auf­be­rei­ten kann.

Kauft man irgend­wann neue Möbel, dann soll­te man über­prü­fen, ob man sei­ne alte Ein­rich­tung viel­leicht nicht doch noch ver­schen­ken, spen­den oder güns­tig ver­kau­fen kann, wenn sie noch gut in Schuss ist. Denn damit ver­mei­det man unnö­tig Müll und schont die Umwelt. Eben­falls res­sour­cen- und umwelt­scho­nend ist der Kauf von schon gebrauch­ten Möbeln.

Teppiche

Nun zum Boden­be­lag: Mei­ne Tep­pi­che sind aus Schur­wol­le und natür­lich auch nicht „grün“. Dafür habe ich sie schon sehr lan­ge und da sie qua­li­ta­tiv sehr hoch­wer­tig sind, wer­de ich auch noch lan­ge mei­ne Freu­de an ihnen haben.

Öko­lo­gisch kor­rek­te Tep­pi­che gibt es z. B. bei Des­so. Der Her­stel­ler pro­du­ziert mehr als die Hälf­te sei­nes Tep­pich­sor­ti­ments aus recy­cel­ba­ren Mate­ria­li­en, d. h. er ver­ar­bei­tet gebrauch­te Tep­pich­bö­den wie­der zu neu­en. Auch hier kommt also das Crad­le-to-Crad­le-Prin­zip zur Anwen­dung. Übri­gens sol­len Tep­pich­läu­fer oder ‑böden in geschlos­se­nen Räu­men die Fein­staub­be­las­tung deut­lich reduzieren.

Zu einem grü­nen Home-Office gehö­ren auch Grün­pflan­zen wie Yuc­ca­pal­me oder Ficus-Bäum­chen, denn schließ­lich sor­gen sie eben­falls für ein gesun­des Raum­kli­ma, weil sie den Schad­stoff­ge­halt in der Luft ver­rin­gern, und sie ver­mit­teln eine posi­ti­ve Grund­stim­mung. Vor allem Yuc­ca oder Ficus machen sich gut, aber auch klei­ne­re Grün­pflan­zen wie Fens­ter­blatt, Dra­chen­baum, Zim­mer­li­lie oder Ele­fan­ten­fuß an Fens­ter und auf dem Boden gehen genauso.

In die­sem Bereich kom­me ich nicht so gut weg. Aller­dings habe ich vor ein paar Jah­ren beim Kauf mei­ner Büro­ein­rich­tung Wert auf hoch­wer­ti­ge Möbel gelegt, sodass ich lan­ge Freu­de dar­an habe. Wenigs­tens habe ich ein paar Grün­pflan­zen im Raum, die mein Büro tat­säch­lich etwas grü­ner machen — im dop­pel­ten Wortsinn.

Beleuchtung/​Künstliches Licht

Als nächs­ter Punkt ste­hen die Licht­quel­len in mei­nem Home-Office auf dem Prüf­stand. Ein Nach­teil mei­nes Büros liegt schon mal dar­in, dass der Schreib­tisch recht weit ent­fernt vom Fens­ter steht, also von der natür­lichs­ten und damit umwelt­freund­li­chen Licht­quel­le, die es gibt. Aber die Raum­auf­tei­lung ließ es nicht anders zu.

Wenn im Früh­jahr und Som­mer die Son­ne scheint, reicht die Hel­lig­keit für unan­ge­streng­tes Arbei­ten am PC und Schreib­tisch abso­lut aus. Doch gera­de in der licht­ar­men Zeit wie Herbst und Win­ter muss ich tags­über oft mei­ne Decken­be­leuch­tung oder mei­ne Schreib­tisch­lam­pe anschalten.

Wer bei künst­li­chem Licht mög­lichst ener­gie­ef­fi­zi­en­te Lam­pen ein­set­zen möch­te, soll­te Leucht­stoff­röh­ren nut­zen, und dabei auf eine gute und hoch­wer­ti­ge Qua­li­tät ach­ten. Denn sol­che Röh­ren hal­ten deut­lich län­ger als billige.

Leucht­stoff­röh­ren kön­nen den zuge­führ­ten Strom 3- bis 6mal bes­ser in Licht umwan­deln als die her­kömm­li­che Glüh­bir­ne und benö­ti­gen dafür weni­ger Watt.

Eben­falls ener­gie­spa­rend sind die LED-Lam­pen, sind aber teu­rer als die Leucht­stoff­röh­ren. Angeb­lich hal­ten sie auch lan­ge. Da ich ener­gie­ef­fi­zi­en­te LED-Lam­pen als Decken­be­leuch­tung und auch als Tisch­lam­pe habe, kann ich die Lang­le­big­keit nicht so ganz bestä­ti­gen. Man­che Lämp­chen gin­gen so schnell kaputt wie die klas­si­schen Glühbirnen.

Im Inter­net habe ich zur Beleuch­tungs­stär­ke fol­gen­de Wer­te ent­deckt: Für den Büro­schreib­tisch emp­fiehlt sich eine Lam­pe von 25 Watt und für eine Decken­be­leuch­tung in einem ca. 15 bis 18 qm² gro­ßen Raum soll­ten 100 Watt ausreichen.

Für „Nacht­schwär­mer“ am PC bie­ten sich beson­ders Tages­licht­lam­pen an, die­se ver­fü­gen über einen höhe­ren Blau­an­teil im Licht. Dadurch bleibt man dann län­ger wach.

Ener­gie­spar­lam­pen für das Büro gibt es u. a. im Online-Shop von Memo (sie­he oben).

Mein per­sön­li­ches Fazit zu die­sem Punkt: Zumin­dest bei den Licht­quel­len set­ze ich schon mal ener­gie­ef­fi­zi­en­te Alter­na­ti­ven ein.

Büromaterial

Zum klas­si­schen Büro­ma­te­ri­al zäh­le ich Stif­te wie Kugel­schrei­ber, Dru­cker­pa­pier, Brief­um­schlä­ge, Ord­ner usw.

Außer umwelt­freund­li­chem Papier für mei­nen Dru­cker benut­ze ich übli­che Büro­ar­ti­kel aus dem Schreib­wa­ren oder vom Discounter.

Doch auch für die­se Pro­duk­te fin­det man online einen Öko-Anbie­ter. Ich habe beim Goog­len den Shop Memo ent­deckt, der sowohl für Pri­vat- wie Geschäfts­kun­den über 10.000 umwelt­freund­lich und sozi­al­ver­träg­lich pro­du­zier­te Arti­kel für Büro (Büro­ar­ti­kel, Lam­pen und Büro­mö­bel), Wer­be­mit­tel und Tex­ti­li­en anbietet.

Ich habe den Shop schon unter den Punk­ten Büro­mö­bel und Beleuch­tung kurz genannt.

Es gibt dort sogar direkt recy­cel­te Brief­um­schlä­ge und Ver­sand­ta­schen, die aus Land­kar­ten, Kalen­der oder Pla­ka­ten zu Umschlä­gen ver­ar­bei­tet wur­den. Bei die­sem Ver­fah­ren, dem Direktre­cy­cling, ent­fällt im Gegen­satz zum her­kömm­li­chen Papier­re­cy­cling, der Ver­brauch von Was­ser, Ener­gie und Aufbereitungsstoffen.

Denn gera­de bei der kon­ven­tio­nel­len Papier­her­stel­lung wird sehr viel Was­ser ver(sch)wendet, auf ein Kilo Papier kom­men dabei ca. 100 Liter Was­ser und jede Men­ge Strom. Beim „nor­ma­len“ Papier-Recy­cling wird nur ein Sieb­tel des Was­sers benö­tigt. Und beim Direktre­cy­cling wird gar kein Was­ser ver­braucht, weil das Alt­pa­pier ohne Umwe­ge direkt zu neu­en Papier­pro­duk­ten ver­ar­bei­tet wird.

Wer Visi­ten­kar­ten, Fly­er, Pla­ka­te oder Brief­bö­gen dru­cken las­sen will, kann auch eine umwelt­freund­li­che Dru­cke­rei beauf­tra­gen. Im Inter­net habe ich u. a. Lokay und Umwelt­dru­cke­rei entdeckt.

Ich habe mir mal die Prei­se für öko­kor­rek­tes Büro­ma­te­ri­al ange­schaut und fest­ge­stellt, dass die­ses schon teu­rer als die Ware beim Dis­coun­ter ist. Wer also umwelt­freund­li­che Stif­te, Ord­ner, Umschlä­ge usw. in sei­nem Home-Office ver­wen­den will, muss dann auch Mehr­kos­ten in Kauf neh­men. Das gilt auch für Büromöbel.

Bis auf das Papier bin ich in die­sem Punkt noch abso­lut konventionell.

Postsendungen

Wer sei­ne Post umwelt­freund­lich ver­sen­den will, kann neben umwelt­freund­li­chem Papier und Umschlä­gen GoGreen-Sti­cker ver­wen­den. Die klei­nen Auf­kle­ber gibt es pro Stan­dard­brief für 5 Cent, damit kann man sei­ne Post CO₂ ‑neu­tral versenden.

Mit dem Kauf die­ser Eti­ket­ten unter­stützt man Kli­ma­schutz­pro­jek­te der Deut­schen Post.

Oder man nutzt den E‑Brief-Ser­vice der Post: Bei der elek­tro­ni­schen Post benö­ti­gest du kei­ne Brief­mar­ken, kein Papier und kei­nen Umschlag, aber nur wenn der Emp­fän­ger eben­falls ein E‑Post-Kon­to besitzt. Ansons­ten wird der Brief von der Post aus­ge­druckt und dem Emp­fän­ger auf klas­si­sche Wei­se zugestellt.

Den­noch erwähnt die Post auf ihrer Web­site, dass der E‑Postbrief kli­ma­freund­lich ver­sen­det wird, auch wenn er für den Emp­fän­ger aus­ge­druckt wer­den muss.

Gogreen Etiketten

Seit ein paar Mona­ten ver­wen­de auch ich den GoGreen-Sti­cker und ich habe vor, mei­ne Stan­dard­brie­fe als E‑Brief zu ver­sen­den. Ein Kon­to habe ich mir jeden­falls schon mal angelegt.

Strom

Mit dem Wech­sel des Strom­an­bie­ters tue ich mir recht schwer, denn ob alle Öko-Strom­an­bie­ter auch wirk­lich öko­lo­gisch kor­rek­ten Strom ver­kau­fen, weiß ich nicht. Schließ­lich habe ich gele­sen, dass die­ser Begriff recht­lich nicht geschützt ist, sodass sich jeder Strom­kon­zern damit schmü­cken kann.

Wer auf der siche­ren Sei­te sein will, soll­te auf bestimm­te Sie­gel ach­ten, die von Umwelt­or­ga­ni­sa­tio­nen an die Öko­strom­an­bie­ter ver­lie­hen wer­den, wie bei­spiels­wei­se das „OK-Power-Label“ oder das „Grü­ner Strom Label“.

Die­se Sie­gel bekom­men nur Strom­an­bie­ter, die den Strom ganz oder über­wie­gend aus erneu­er­ba­ren Ener­gien bezie­hen und nach­wei­sen kön­nen, dass sie den Aus­bau von rege­ne­ra­ti­ven Anla­gen vorantreiben.

Wer zu Öko­strom wech­seln will, der soll­te sich bei der Suche nach emp­feh­lens­wer­ten Anbie­tern auf fol­gen­den Web­sei­ten umschauen:

Öko­strom ver­wen­de ich noch nicht, weil ich bis­her mit höhe­ren Strom­ta­ri­fen rech­ne­te. Bei mei­nen Recher­chen habe ich einen Tarif­rech­ner getes­tet und gese­hen, dass ich güns­ti­ge Öko­strom­an­bie­ter aus­wäh­len kann. Mal sehen, ob ich in die­sem Jahr noch die Kur­ve krie­ge und mei­nen Strom­an­bie­ter wechsle.

Büroelektronik und Handys

Grü­ne PCs und Han­dys — das gibt es nun wirk­lich noch nicht. Da brau­che ich mir nichts vor­zu­hal­ten, dass ich bis­her noch kon­ven­tio­nel­le Büro­elek­tro­nik nutze.

In einem übli­chen Rech­ner wie in mei­nem Desk­top-PC und in mei­nem Dru­cker ste­cken extrem viel ver­schleu­der­te Res­sour­cen und che­mi­sche Pro­duk­te. Bis zu 500 Liter Was­ser, über 20 Kilo Che­mie und über 200 Kilo fos­si­le Brenn­stof­fe wer­den benö­tigt, um einen Büro-PC her­zu­stel­len. Außer­dem ste­cken in der Elek­tro­nik noch wert­vol­le Roh­stof­fe wie u. a. Gold, Pla­tin oder Kupfer.

Öko­lo­gisch kor­rek­te Alter­na­ti­ven zu den übli­chen Ange­bo­ten fin­det man eigent­lich nicht.

Es gibt ver­schie­de­ne Umwelt­sie­gel wie z. B. den Blau­en Engel oder das Eco Label, die vor allem einen Bewer­tungs­schwer­punkt auf Recy­cling­fä­hig­keit, Ener­gie­ver­brauch, Lebens­dau­er, Geräusch­ar­mut sowie eine gerin­ge elek­tro­ma­gne­ti­sche Strah­lung legen. Der Ener­gy Star zeich­net ener­gie­ef­fi­zi­en­te, also ener­gie­spa­ren­de Gerä­te aus, sagt aber nichts über deren Recy­cel­fä­hig­keit aus.

Doch mit den Kri­te­ri­en des Blau­en Engels schei­nen vie­le Elek­tronik­her­stel­ler über­for­dert, sodass die­se einen gro­ßen Bogen dar­um machen. Dage­gen gibt es zahl­rei­che Dru­cker­her­stel­ler wie Epson oder Dell, die das Sie­gel einsetzen.

Zumin­dest auf den Ener­gy Star beim Computer‑, Moni­tor- oder Dru­ck­erneu­kauf soll­te man ach­ten und sei­nen PC solan­ge wie mög­lich nut­zen, das ist noch das Sinn­volls­te oder Öko­lo­gischs­te, was man machen kann. Mein Flach­bild­schirm hat so ein Label von Ener­gy Star, aber die­ses Sie­gel trifft man mitt­ler­wei­le bei Elek­tro­ge­rä­ten sehr häu­fig an.

Wei­te­re Infor­ma­tio­nen zu den ver­schie­de­nen Labels fin­dest du auf www​.uto​pia​.de.

Wer ger­ne mit Note­books anstatt mit Desk­top-PCs arbei­tet, der soll­te dies tun, denn die klei­nen trag­ba­ren Com­pu­ter benö­ti­gen deut­lich weni­ger Strom (bis zu 70 Pro­zent) als ein Desktop-Computer.

Auf www​.ecotop​ten​.de/​c​o​m​p​u​t​e​r​-​b​u​e​r​o​/​c​o​m​p​u​ter habe ich eine Auf­lis­tung von ener­gie­ef­fi­zi­en­ten Büro­ge­rä­ten wie Com­pu­ter, Dru­cker, Scan­ner, Moni­to­ren und Note­books ent­deckt. Und auf Eco Top Ten gibt es unter den Down­loads Fly­er zu Note­book, PC und Dru­cker mit Infos und Tipps für den jewei­li­gen Bedarf.

Soviel zu den PCs und Dru­ckern bzw. Mul­ti­funk­ti­ons­ge­rä­ten. Aber auch klei­ne Gerä­te wie ein Taschen­rech­ner soll­ten umwelt­freund­lich aus­ge­stat­tet sein, bei­spiels­wei­se mit Solar­zel­len. Dann spart man sich die Bat­te­rien und deren Entsorgung.

Und wie sieht es mit den Han­dys bzw. Smart­pho­nes aus? Umwelt­freund­lich­keit kommt da als The­ma immer mehr auf, sodass ver­schie­de­ne Anbie­ter umwelt­freund­li­che Pro­dukt­li­ni­en her­aus­brin­gen, die sich durch Ener­gie­ef­fi­zi­enz und recy­cel­fä­hi­ges Mate­ri­al auszeichnen.

Ökologisch korrekte Entsorgung der Geräte

Doch irgend­wann ist auch mal der neue PC ver­al­tet und es steht ein Neu­kauf an. Umwelt­ex­per­ten emp­feh­len dann, das alte Gerät rich­tig zu ent­sor­gen. Sol­che Alt­wa­re soll­te man zu einem Recy­cling­hof brin­gen oder dem Händ­ler zurück­ge­ben, wo man den PC gekauft hat. Oder man ver­kauft das Gerät an Online-Ser­vices wie bei­spiels­wei­se flip4new, die alte Gerä­te wie­der­ver­kau­fen oder umwelt­ge­recht recyceln.

Oder man ver­schenkt sei­nen alten Rech­ner an gemein­nüt­zi­ge Orga­ni­sa­tio­nen oder ver­kauft ihn preis­wert wei­ter. Ist der Rech­ner tech­nisch noch gut in Schuss, kann man auch viel­leicht noch auf­rüs­ten, um ihn wei­te­re ein bis zwei Jah­re nut­zen zu können.

Bei defek­ten Gerä­ten soll­te man zuerst über eine Repa­ra­tur nach­den­ken (falls es sich noch lohnt), bevor man sich zu einem Neu­kauf entschließt.

Wie man sieht, ist es doch nicht so ein­fach, ein wirk­lich grü­nes Office zu betrei­ben, auch weil es gera­de bei den Elek­tro­ge­rä­ten kaum öko­lo­gisch kor­rek­te Ange­bo­te gibt.

Grüne Online-Suche

Was ich bei mei­ner Recher­che auch noch ent­deckt habe, sind grü­ne Such­ma­schi­nen. Denn nach Anga­ben von Spie­gel Online ver­braucht man für eine Such­an­fra­ge auf Goog­le genau­so viel Strom wie eine Ener­gie­spar­lam­pe benö­tigt, um eine Stun­de zu leuchten.

Eine sol­che grü­ne Such­ma­schi­ne, die übri­gens die glei­chen Such­ergeb­nis­se lie­fert wie Goog­le, Yahoo und Bing, ist Eco­sia.

Eco­sia — unter­stützt von Yahoo und Bing — spen­det einen Groß­teil (min­des­tens 80 Pro­zent) sei­ner Wer­be­ein­nah­men in Regen­wald­pro­jek­te und neu­tra­li­siert so den CO₂ ‑Aus­stoß sei­ner Server.

Aller­dings wer­de ich die­se umwelt­freund­li­chen Alter­na­ti­ven zu Goog­le wohl sel­ten nut­zen, ein­mal aus Gewohn­heit und auch, weil ich noch ande­re Diens­te von Goog­le täg­lich anwen­de. Da bringt es wohl nicht so viel, immer wie­der zu einer der bei­den grü­nen Such­ma­schi­nen zu swit­chen. Aber immer­hin kann man auch umwelt­freund­lich im Inter­net suchen.

Was mir auch noch ein­fällt, ist, dass mei­ne Web­sites zumin­dest CO₂-neu­tral gehos­tet wer­den, denn die bei­den Web­hos­ter, die ich nut­ze, bie­ten kli­ma­neu­tra­les Hos­ting an, was auch schon mal erwäh­nens­wert ist.

Wer gene­rell sei­ne CO2-Bilanz berech­nen möch­te, der kann dies auf der Web­site des WWF tun. Unter die­sem Link fin­dest du einen Online- CO2-Rech­ner, mit dem du dei­nen CO2-Ver­brauch aus­rech­nen kannst. Außer­dem bekommst du am Ende des Tests per­sön­li­che Tipps zur Ver­rin­ge­rung dei­ner CO2-Emis­sio­nen.

Fazit

Dass mein Home-Office nicht kom­plett grün ist, war mir von Anfang an klar. Aller­dings lässt sich doch eini­ges machen, um die Umwelt und deren Res­sour­cen zu schonen.

Man­ches set­ze ich schon um (Ener­gie­spar­lam­pen und Umwelt­pa­pier), man­ches wer­de ich noch umset­zen, wie mei­ne alten Elek­tro­ge­rä­te und Han­dys umwelt­ge­recht zu ent­sor­gen und nicht ein­fach wegzuwerfen.

Außer­dem ver­wen­de ich nicht mehr benö­tig­te Aus­dru­cke, indem ich mei­ne Noti­zen auf die Rück­sei­te der Blät­ter mache. So habe ich schon eini­ges an Papier gespart.

Mei­ne Gerä­te hän­gen alle an einer Steck­do­sen­leis­te, die ich immer nach der Arbeit aus­schal­te. So habe ich kei­nen unnö­ti­gen Stand-by-Betrieb.

Bis zum grü­nen Home-Office ist es aber noch ein wei­ter Weg, sie­he Öko­strom, Büro­mö­bel, ‑mate­ria­li­en und ‑gerä­te. Den­noch kann jeder eini­ges in Rich­tung „umwelt­freund­li­ches Büro“ tun, wenn er nur will.

Ich den­ke auch, dass ich mit mei­ner Recher­che eini­ge wert­vol­le Links zu die­sem The­ma zusam­men­ge­tra­gen habe, sodass inter­es­sier­te Leser und Lese­rin­nen Wis­sens­wer­tes über Umwelt­freund­lich­keit im Büro erfah­ren und noch wei­te­re Infor­ma­tio­nen dazu sam­meln können.

In die­sem Arti­kel habe ich zahl­rei­che Links zu ver­schie­de­nen Quel­len und Anbie­tern von öko­lo­gisch kor­rek­ten Pro­duk­ten ein­ge­bun­den. Aus Grün­den der Über­sicht­lich­keit füh­re ich die­se am Bei­trags­en­de noch­mals — the­ma­tisch unter­glie­dert auf.

Linksammlung zum Thema „Grünes Home-Office“

Büro­mö­bel und ‑tep­pi­che

Lam­pen

Büro­ma­te­ri­al und Post

Öko­strom

Büro­elek­tro­nik

Grü­ne Suchmaschinen

(Bild­quel­le Arti­kel­an­fang: © Candid_​Shots /Pixabay.com)

2 Gedanken zu „Grünes Home-Office: Informationen und Quellen zu einem (fast) ökologisch korrekten Büro“

  1. Hut ab vor die­sem aus­führ­li­chen Arti­kel. Da ste­cken eine Men­ge Gedan­ken drin.
    Eini­ges habe ich auch umgesetzt.
    Schmun­zeln muss­te ich bei dem Punkt mit den Fehl­aus­dru­cken und die Ver­wen­dung als Notizzettel.
    Das mache ich auch. Aber das hat mich auch schon mal ins schwit­zen gebracht. Eine Notiz drauf­ge­schrie­ben und Büro verlassen.
    Nächs­ten Tag fand ich den Notiz­zet­tel am Boden, aller­dings ver­kehrt herum.
    Ich dach­te nicht mehr dar­an, dass es mein Notiz­zet­tel war, son­dern las nur die zwei­te Sei­te eines Schrei­bens. Ver­zwei­felt ver­such­te ich einen Zusam­men­hang zu mei­ner aktu­el­len Arbeit herzustellen.
    Es dau­er­te ein klei­nes Weil­chen bis ich den Zet­tel umdreh­te und merk­te, das hat schon lan­ge nichts mehr mit aktu­el­len Vor­gän­gen zu tun. Seit­dem mache ich immer einen, wenn auch kur­zen, Blei­stift­strich durch die beschrie­be­ne Sei­te bevor sie zum Notiz­zet­tel wird.

Schreibe einen Kommentar

WordPress Cookie Hinweis von Real Cookie Banner