Ressourcen schonend leben und arbeiten, das ist schon lange keine kurze Modeerscheinung mehr, sondern verantwortungsvolles Verhalten gegenüber unserer Umwelt und unseren Mitmenschen.


Wie kann ich im Home-Office ökologisch korrekt, d. h. Ressourcen schonend und sozialverträglich arbeiten?  Geht das überhaupt 100prozentig?

Im zweiten Teil meiner ausführlichen Betrachtung gehe ich auf Postsendungen, Strom, Bürogeräte und Handys sowie auf grüne Suchmaschinen ein.

Am Ende des Beitrags folgt eine Linksammlung aller eingebundenen Links, die ich in den beiden Artikelteilen verwendet habe.

Postsendungen

Wer seine Post umweltfreundlich versenden will, kann neben umweltfreundlichem Papier und Umschlägen GoGreen-Sticker verwenden. Die kleinen Aufkleber gibt es pro Standardbrief für 5 Cent, damit kann man seine Post CO₂ -neutral versenden.

Mit dem Kauf dieser Etiketten unterstützt man Klimaschutzprojekte der Deutschen Post.

Oder man nutzt den E-Brief-Service der Post: Bei der elektronischen Post benötigen Sie keine Briefmarken, kein Papier und keinen Umschlag, aber nur wenn der Empfänger ebenfalls ein E-Post-Konto besitzt. Ansonsten wird der Brief von der Post ausgedruckt und dem Empfänger auf klassische Weise zugestellt.

Dennoch erwähnt die Post auf ihrer Website, dass der E-Postbrief klimafreundlich versendet wird, auch wenn er für den Empfänger ausgedruckt werden muss.

Gogreen Etiketten

Seit ein paar Monaten verwende auch ich den GoGreen-Sticker und ich habe vor, meine Standardbriefe als E-Brief zu versenden. Ein Konto habe ich mir jedenfalls schon mal angelegt.

Strom

Mit dem Wechsel des Stromanbieters tue ich mir recht schwer, denn ob alle Öko-Stromanbieter auch wirklich ökologisch korrekten Strom verkaufen, weiß ich nicht. Schließlich habe ich gelesen, dass dieser Begriff rechtlich nicht geschützt ist, sodass sich jeder Stromkonzern damit schmücken kann.

Wer auf der sicheren Seite sein will, sollte auf bestimmte Siegel achten, die von Umweltorganisationen an die Ökostromanbieter verliehen werden, wie beispielsweise das „OK-Power-Label“ oder das „Grüner Strom Label“.

Diese Siegel bekommen nur Stromanbieter, die den Strom ganz oder überwiegend aus erneuerbaren Energien beziehen und nachweisen können, dass sie den Ausbau von regenerativen Anlagen vorantreiben.

Wer zu Ökostrom wechseln will, der sollte sich bei der Suche nach empfehlenswerten Anbietern auf folgenden Webseiten umschauen:

Ökostrom verwende ich noch nicht, weil ich bisher mit höheren Stromtarifen rechnete. Bei meinen Recherchen habe ich einen Tarifrechner getestet und gesehen, dass ich günstige Ökostromanbieter auswählen kann. Mal sehen, ob ich in diesem Jahr noch die Kurve kriege und meinen Stromanbieter wechsle.

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Büroelektronik und Handys

Grüne PCs und Handys – das gibt es nun wirklich noch nicht. Da brauche ich mir nichts vorzuhalten, dass ich bisher noch konventionelle Büroelektronik nutze.

In einem üblichen Rechner wie in meinem Desktop-PC und in meinem Drucker stecken extrem viel verschleuderte Ressourcen und chemische Produkte. Bis zu 500 Liter Wasser, über 20 Kilo Chemie und über 200 Kilo fossile Brennstoffe werden benötigt, um einen Büro-PC herzustellen. Außerdem stecken in der Elektronik noch wertvolle Rohstoffe wie u. a. Gold, Platin oder Kupfer.

Ökologisch korrekte Alternativen zu den üblichen Angeboten findet man eigentlich nicht.

Es gibt verschiedene Umweltsiegel wie z. B. den Blauen Engel oder das Eco Label, die vor allem einen Bewertungsschwerpunkt auf Recyclingfähigkeit, Energieverbrauch, Lebensdauer, Geräuscharmut sowie eine geringe elektromagnetische Strahlung legen. Der Energy Star zeichnet energieeffiziente, also energiesparende Geräte aus, sagt aber nichts über deren Recycelfähigkeit aus.

Doch mit den Kriterien des Blauen Engels scheinen viele Elektronikhersteller überfordert, sodass diese einen großen Bogen darum machen. Dagegen gibt es zahlreiche Druckerhersteller wie Epson oder Dell, die das Siegel einsetzen.

Zumindest auf den Energy Star beim Computer-, Monitor- oder Druckerneukauf sollte man achten und seinen PC solange wie möglich nutzen, das ist noch das Sinnvollste oder Ökologischste, was man machen kann. Mein Flachbildschirm hat so ein Label von Energy Star, aber dieses Siegel trifft man mittlerweile bei Elektrogeräten sehr häufig an.

Weitere Informationen zu den verschiedenen Labels finden Sie auf www.label-online.de.

Wer gerne mit Notebooks anstatt mit Desktop-PCs arbeitet, der sollte dies tun, denn die kleinen tragbaren Computer benötigen deutlich weniger Strom (bis zu 70 Prozent) als ein Desktop-Computer.

Auf www.ecotopten.de/computer-buero/computer habe ich eine Auflistung von energieeffizienten Bürogeräten wie Computer, Drucker, Scanner, Monitoren und Notebooks entdeckt. Und auf Eco Top Ten gibt es unter den Downloads Flyer zu Notebook, PC und Drucker mit Infos und Tipps für den jeweiligen Bedarf.

Soviel zu den PCs und Druckern bzw. Multifunktionsgeräten. Aber auch kleine Geräte wie ein Taschenrechner sollten umweltfreundlich ausgestattet sein, beispielsweise mit Solarzellen. Dann spart man sich die Batterien und deren Entsorgung.

Und wie sieht es mit den Handys bzw. Smartphones aus? Umweltfreundlichkeit kommt da als Thema immer mehr auf, sodass verschiedene Anbieter umweltfreundliche Produktlinien herausbringen, die sich durch Energieeffizienz und recycelfähiges Material auszeichnen, wie u. a. Nokia 3110 Evolve, Samsung E1107 Solar oder Sony Ericsson Naite. Eine Übersicht über grüne Handys finden Sie unter folgendem Link.

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Ökologisch korrekte Entsorgung der Geräte

Doch irgendwann ist auch mal der neue PC veraltet und es steht ein Neukauf an. Umweltexperten empfehlen dann, das alte Gerät richtig zu entsorgen. Solche Altware sollte man zu einem Recyclinghof bringen oder dem Händler zurückgeben, wo man den PC gekauft hat. Oder man verkauft das Gerät an Online-Services wie beispielsweise flip4new, die alte Geräte wiederverkaufen oder umweltgerecht recyceln.

Oder man verschenkt seinen alten Rechner an gemeinnützige Organisationen oder verkauft ihn preiswert weiter. Ist der Rechner technisch noch gut in Schuss, kann man auch vielleicht noch aufrüsten, um ihn weitere ein bis zwei Jahre nutzen zu können.

Bei defekten Geräten sollte man zuerst über eine Reparatur nachdenken (falls es sich noch lohnt), bevor man sich zu einem Neukauf entschließt.

Wie man sieht, ist es doch nicht so einfach, ein wirklich grünes Office zu betreiben, auch weil es gerade bei den Elektrogeräten kaum ökologisch korrekte Angebote gibt.

Grüne Online-Suche

Was ich bei meiner Recherche auch noch entdeckt habe, sind grüne Suchmaschinen. Denn nach Angaben von Spiegel Online verbraucht man für eine Suchanfrage auf Google genauso viel Strom wie eine Energiesparlampe benötigt, um eine Stunde zu leuchten.

Eine solche grüne Suchmaschine, die übrigens die gleichen Suchergebnisse liefert wie Google, Yahoo und Bing, ist Ecosia.

Ecosia – unterstützt von Yahoo und Bing – spendet einen Großteil (mindestens 80 Prozent) seiner Werbeeinnahmen in Regenwaldprojekte und neutralisiert so den CO₂ -Ausstoß seiner Server.

Allerdings werde ich diese umweltfreundlichen Alternativen zu Google wohl selten nutzen, einmal aus Gewohnheit und auch, weil ich noch andere Dienste von Google täglich anwende. Da bringt es wohl nicht so viel, immer wieder zu einer der beiden grünen Suchmaschinen zu switchen. Aber immerhin kann man auch umweltfreundlich im Internet suchen.

Was mir auch noch einfällt, ist, dass meine Websites zumindest CO₂-neutral gehostet werden, denn die beiden Webhoster, die ich nutze, bieten klimaneutrales Hosting an, was auch schon mal erwähnenswert ist.

Wer generell seine CO2-Bilanz berechnen möchte, der kann dies auf der Website des WWF tun. Unter diesem Link finden Sie einen Online- CO2-Rechner, mit dem Sie Ihren CO2-Verbrauch ausrechnen können. Außerdem bekommen Sie am Ende des Tests persönliche Tipps zur Verringerung Ihrer CO2-Emissionen.

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Fazit

Dass mein Home-Office nicht komplett grün ist, war mir von Anfang an klar. Allerdings lässt sich doch einiges machen, um die Umwelt und deren Ressourcen zu schonen. Manches setze ich schon um (Energiesparlampen und Umweltpapier), manches werde ich noch umsetzen, wie meine alten Elektrogeräte und Handys umweltgerecht zu entsorgen und nicht einfach wegzuwerfen.

Außerdem verwende ich nicht mehr benötigte Ausdrucke, indem ich meine Notizen auf die Rückseite der Blätter mache. So habe ich schon einiges an Papier gespart.

Meine Geräte hängen alle an einer Steckdosenleiste, die ich immer nach der Arbeit ausschalte. So habe ich keinen unnötigen Stand-by-Betrieb.

Bis zum grünen Home-Office ist es aber noch ein weiter Weg, siehe Ökostrom, Büromöbel, -materialien und -geräte. Dennoch kann jeder einiges in Richtung „umweltfreundliches Büro“ tun, wenn er nur will.

Ich denke auch, dass ich mit meiner Recherche einige wertvolle Links zu diesem Thema zusammengetragen habe, sodass interessierte Leser und Leserinnen Wissenswertes über Umweltfreundlichkeit im Büro erfährt und noch weitere Informationen dazu sammeln kann.

In diesem Artikel habe ich zahlreiche Links zu verschiedenen Quellen und Anbietern von ökologisch korrekten Produkten eingebunden. Aus Gründen der Übersichtlichkeit führe ich diese am Beitragsende nochmals – thematisch untergliedert auf.

Linksammlung zum Thema „Grünes Home-Office“

Büromöbel und -teppiche

Lampen

Büromaterial und Post

Ökostrom

Büroelektronik

Grüne Suchmaschinen